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Rentner

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1

Tuesday, December 5th 2006, 9:33am

Russische "Gastfreundschaft" in der Champions League

"Knigge-Niveau" deutlich verfehlt

Gala der VfL-Handballer in Chekov stand unter denkbar schwierigen Vorzeichen

von ULRICH KLEIN

MOSKAU. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen", heißt es im Sprichwort. Die Handballer des VfL Gummersbach konnten nach ihrem Trip gen Osten gewiss eine Menge berichten. Zum Beispiel von ihrem sportlichen Glanzstück: Der grandiose 37:31-Erfolg im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales bei Medwedi Chekov wurde auf einem Niveau herausgespielt, das die Konkurrenz national wie international aufhorchen lassen dürfte. Angesichts der Souveränität des Auftritts waren auch die Reisestrapazen und subtilen Störversuche der Gastgeber schnell vergessen. Doch der Reihe nach:

Gleich nach dem Verlassen des Flughafens Sheremetyvo am Freitagnachmittag gab es die erste Attacke aufs blau-weiße Nervenkostüm. In Moskau sind zwölfspurige Straßen zwar durchaus nicht ungewöhnlich, aber selbst die sind am frühen Abend stets so gnadenlos verstopft, dass auch der langmütigste Zeitgenosse irgendwann die Geduld verliert. Und da Sheremetyvo im Norden Moskaus, das VfL-Ziel Chekov aber 60 Kilometer südlich der Mega-Metropole liegt, begann ein mehr als dreistündiger Kampf durch die russische Blechlawine.

Endlich angekommen, bat Trainer Alfred Gislason seine Jungs zwecks "Entrostung" der verspannten Muskulatur gleich zum Training. Logisch, dass sich Daniel Narcisse und Co. nach Reisestress und Leibesübungen auf ein schmackhaftes Abendessen freuten. Umso länger die Gesichter, als im Sportzentrum "Olimpisky" aufgetischt wurde. "Es gab pro Person vier Kartöffelchen, einen kleinen Salat und ein Stückchen Fisch", beschrieb Team-Betreuer Edgar Hartmann das karge Mahl. Damit die hungrigen Athleten nicht gänzlich vom kostbaren Fleische fielen, blieb nur noch ein spontaner Großeinkauf im Supermarkt als "Erste Hilfe" gegen einen dramatischen Abfall der Energie-Reserven. Als Alternative konnte man zwar noch ein paar Kartöffelchen oder Salatblättchen im "Olimpisky" nachordern, doch diese "Völlerei" musste umgehend bezahlt werden. Cash und auf die Kralle. Medwedi, das für das Wohl des Gastvereins laut Vorgaben des Europäischen Handballverbandes (EHF) verantwortlich war, hatte eben sehr überschaubar bestellt. Mit der allseits gerühmten russischen Gastfreundschaft war es auch bei den folgenden Mahlzeiten nicht weit her. Zudem befanden sich auch Hotel-Personal und Kellner zumindest nicht ganz auf "Knigge-Niveau". "Sehr unhöflich", urteilte nicht nur Hartmann.

Mit den Unverschämtheiten während des Aufenthaltes war es freilich nicht getan: Als der VfL-Bus am Sonntag zurück Richtung Flughafen starten wollte, wurde er an der Hotel-Parkplatzschranke aufgehalten: "Es wird ein Handtuch vermisst", hieß es schroff. Da keiner aus der VfL-Delegation als "Handtuch-Langfinger" zu überführen war, einigte man sich schließlich auf 30 Euro als Abstandssumme. Was allerdings nicht als Gummersbacher Geständnis zu werten war, sondern reine Vernunfts- gründe hatte. Man wollte ja noch kurz zum "Sightseeing" auf den "Roten Platz" und musste durch Moskaus Stadtverkehr . . .

(Quelle:www.rundschau-online.de)
"Wat? Dä Papst tritt zurück? Und wat säht sing Frau dozu?"

BIELSTEINER JECK
ungläubig auf die Nachricht vom Rücktritt Benedikts XVI.
(aus OVZ vom 12.02.2013)

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2

Tuesday, December 5th 2006, 11:08am

Hört sich nicht so an, als seien dort Freundschaften für´s Leben geschlossen worden... :/:

3

Tuesday, December 5th 2006, 11:30am

RE: Russische "Gastfreundschaft" in der Champions League

das scheint in Osteuropa nicht unüblich zu sein. Hier ein kurzer Bericht zum Auswärtsspiel des SCM in Minsk:

Quoted


Magdeburg/Minsk. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Oliver Roggisch sorgte gestern während der Anreise seines Teams zum EHF-Cup-Spiel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk für eine unliebsame Überraschung. Beim Verlassen des Flugzeuges, das der SCM bei seinem planmäßigen Zwischenstopp in Warschau bestiegen hatte, stellte der Rückraumspieler fest, dass seine Reisetasche und mit ihr der darin befi ndliche Reisepass spurlos verschwunden waren. „Alles Reden half nichts, Oliver durfte die Passkontrolle auf dem Minsker Flugplatz nicht passieren“, schilderte Hildebrandt die verzwickte Situation.
Vor dem Flughafengebäude wartete der Bus, den (so legt das Reglement fest) die Gastgeber zum Abholen des SCM geschickt hatten. Und so bestieg die Magdeburger Abordnung bis auf Roggisch, Hildebrandt und den als Dolmetscher fungierenden Kuleschow das Fahrzeug, das sie ins Hotel brachte.
Hatte schon SCM-Geschäftsstellenmitarbeiter Bernhard Klebig Tage zuvor beklagt, dass es ihm erst einen Tag vor Abreise gelungen war, erstmals telefonischen Kontakt mit der Minsker Vereinsführung aufzunehmen, polterte Hildebrandt gestern los: „Eine unerträgliche Situation. Minsk hatte es nicht mal für nötig erachtet, einen Verantwortlichen mit zum Flugplatz zu schicken.“
Und so wurde es für das zurückgebliebene SCM-Trio ein langer, ungemütlicher Nachmittag im Transitbereich des schneebedeckten Minsker Flugplatzes.
Der Rest der Mannschaft richtete sich so gut es ging im Hotel ein und absolvierte eine Stunde später als vorgesehen um 18 Uhr Ortszeit eine Trainingseinheit in der Spielhalle – übrigens mit Roggisch und Kuleschow, die direkt vom Flugplatz aus mit dem Taxi zur Halle gedüst waren. „Wir mussten mehrere Formulare ausfüllen, Oleg hat sich sehr gekümmert, es wurden viele Leute eingeschaltet, so dass sich schließlich doch die Türen öffneten“, so Hildebrandt, „aber bestimmt wird es schwieriger, wieder aus dem Land herauszukommen.“
Wichtigste Aufgabe gestern: Sachen für Roggisch kaufen – denn die Tasche lieb weiter verschwunden
"Wir haben festgestellt, dass Fondsanleger und Handballfans überdurchschnittlich intelligent sind"

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4

Tuesday, December 5th 2006, 11:59am

au wei au wei au wei... hat noch jemand solche geschichten auf lager??? vielleicht sollte man ja reisewarnungen vor EC-spielen aussprechen... ;)
"Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da war's mir wurscht. Da hab i g'sagt: Sauft's weiter." (Max Merkel)

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5

Tuesday, December 5th 2006, 12:04pm

Quoted

Original von Claudi1981
au wei au wei au wei... hat noch jemand solche geschichten auf lager??? vielleicht sollte man ja reisewarnungen vor EC-spielen aussprechen... ;)


Naja, Nordhorn kann mal von einem ungewoehnlichem Stromausfall in Astrachan berichten und Bayer Leverkusen hat auch nicht ganz so freudige Erinnerungen an Podgorica, wenn ich das recht in Erinnerung habe.
Original von rro.ch
Beliebte Sportarten aber auch Randsportarten wie Handball kommen beim Publikum an.


6

Tuesday, December 5th 2006, 12:11pm

Bericht über 'VFl-Schikanen'

Quoted

Gleich nach dem Verlassen des Flughafens Sheremetyvo am Freitagnachmittag gab es die erste Attacke aufs blau-weiße Nervenkostüm. In Moskau sind zwölfspurige Straßen zwar durchaus nicht ungewöhnlich, aber selbst die sind am frühen Abend stets so gnadenlos verstopft, dass auch der langmütigste Zeitgenosse irgendwann die Geduld verliert. Und da Sheremetyvo im Norden Moskaus, das VfL-Ziel Chekov aber 60 Kilometer südlich der Mega-Metropole liegt, begann ein mehr als dreistündiger Kampf durch die russische Blechlawine.


Fürwahr eine Unverschämtheit, daß die Moskauer nicht direkt in einer Halle neben dem Flugplatz gespielt haben :nein:

Dem VFL einzig gemäß wäre selbstverständlich eine Absperrung des gesamten Moskauer Verkehrs gewesen.
Raluca Băcăoanu: Wir haben Cristina nicht verloren, denn wir haben sie bei uns. Sie ist das Gehirn und die Seele der Mannschaft

("Nu am pierdut-o pe Cristina, ci o avem lângă noi. Este creierul şi sufletul echipei")

Ellob

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7

Tuesday, December 5th 2006, 12:19pm

Das bekommen ja selbst alle Kreuzfahrer in Ägypten wenn sie zu den Pyramiden wollen

Felix0711

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8

Tuesday, December 5th 2006, 1:18pm

In Moskau muss man doch heutzutage schon froh sein, wenn man vom FSB oder SVR oder beiden nicht versehentlich atomar verseucht wird ;)
MfG Felix0711

"Deshalb unterstütze ich mit vollstem Enthusiasmus ein Projekt, das abendländischen Humanismus mit moderner Technik verbindet – den Bau eines unterirdischen Doms!"
Harald Schmidt

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Loran

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9

Tuesday, December 5th 2006, 4:12pm

Mir ist bekannt, dass im Bericht von Rentner noch lange nicht alles aufgelistet worden ist. Kann aber selber keine genaueren Details berichten. Da muss wohl noch mehr vorgefallen sein.

Grundsätzlich ist der Gastgeber natürlich nicht für das Verkehrschaos zuständig, aber für die anderen Dinge schon. Es wird langsam Zeit, dass die EHF da für normale Maßstäbe sorgt. Die Schikanen haben doch da Programm.

Ché Guevara

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10

Tuesday, December 5th 2006, 5:51pm

Quoted

Original von Ellob
Das bekommen ja selbst alle Kreuzfahrer in Ägypten wenn sie zu den Pyramiden wollen


Was, eine Absperrung des gesamten Moskauer Verkehrs? :D

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Ronaldo

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11

Tuesday, December 5th 2006, 7:38pm

Der Verkehr in Moskau ist doch ein sehr spezielles Thema, für das es in der Handballecke spezielle Threads gibt :D

Tja, die Wodkagläser - da hätte der VfL wohl eher nach St. Petersburg reisen sollen, bei der Frauen-WM war die Versorgungslage letztes Jahr angeblich besser.

Zum Thema an sich: ich halte das Verhalten der Moskauer für sehr unclever, schließlich war es das Hinspiel. Lorans Forderung nach Regularien der EHF kann ich verstehen, aber wir würden uns auch lustig machen, wenn die EHF die Kilojoule pro Spieler oder ähnliches vorschreiben würde.

Letztlich bleibt das SPrichwort: man trifft sich immer zwei Mal...

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