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421

Yesterday, 3:49pm

Der Ausgangspunkt für die erneute Misere liegt weniger bei
den Mädels, die alle in Japan versucht haben, ihr Bestes zu geben. Man muss
hier viel grundsätzlicher betrachten, was im deutschen Frauenhandball (und
nicht nur dort) die Probleme tatsächlich verursacht. Ich nenne da an erster
Stelle Aufgebot und Aufstellung und meine natürlich den unheilvollen Einfluss
einzelner Vereine und ihrer Protagonisten in den Verbänden. Im Ergebnis dieser
destruktiven Allianzen spielen seit Jahren nicht immer die besten Spielerinnen
und schon gar nicht die (im jeweiligen Spiel) beste Mannschaft. Bestes Beispiel
ist RM, wo eine Spielerin den Löwenanteil der Einsatzzeiten erhält, obwohl sie
nach schweren Verletzungen noch lange nicht wieder das erforderliche
Leistungspotential aufweist und in weiten Teilen durch Alibiabspiele und
drucklose Würfe mit dem langen Arm über die Schulter nur selten die
gegnerischen Torhüterinnen bzw. die davor postierte Abwehr in Bedrängnis
bringt. Die vielen hier fabrizierten Ballverluste auszugleichen hat gerade in
den Gruppenspielen den Mitspielerinnen sehr viel Kraft gekostet. Wesentlich
effektiver war nicht nur bei den 7m-Würfen die Option Nr. 2 auf dieser Position,
die vor allem auch mit passgenauen Zuspielen an den Kreis und die
Nebenspielerinnen wesentlich mehr Gefahr ausstrahlte und viele erfolgreiche
Aktionen einleitete. Was H.K. geritten hat, hier nicht spätestens nach dem
zweiten Gruppenspiel umzustellen, lässt sich jedenfalls mit reiner
Handballlogik nicht erklären. Ich erspare es jetzt sowohl mir als auch den
Lesern, diese Betrachtung auf die anderen Mannschaftspositionen auszudehnen.
Ich denke, jeder hat in den Spielen gesehen, das genügend Potential vorhanden
war, es aber nur unzureichend ausgereizt wurde. Die daraus resultierenden
Defizite im deutschen Spiel zu kompensieren, hat schon in der Vorrunde die
entscheidenden Körner gekostet.


Auf die gravierende Abschlussschwäche nahezu aller deutschen
Spielerinnen will ich hier jetzt nicht weiter eingehen, dazu habe ich in
früheren Beiträgen schon genug geschrieben. Nicht unerwähnt bleiben darf in
diesem Zusammenhang aber die Tatsache, dass Werfen beim Handball zur
Grundausbildung gehört und sich nach meiner Wahrnehmung hier der Niedergang
unserer Sportart im Breitensportbereich bereits deutlich abbildet. Hinzu kommt,
dass auch in der einen oder anderen Nachwuchsauswahl des DHB nach nicht nur
meiner Wahrnehmung bei der Nominierung überaus fragwürdige Entscheidungen
getroffen werden. Jeder Insider weiß mit Sicherheit, was ich meine. Alle
anderen finden in den betreffenden Themen dieses Forums ausreichend Hinweise.
Es ist bezeichnend, dass selbst in diesem Forum die diesbezüglichen Hinweise
und Kritiken von der breiten Leserschaft nicht aufgegriffen wurden.



mein ganz persönliches Fazit dieser WM:


Deutschland hätte bei dieser WM durchaus den Anschluss an
die Weltspitze herstellen können. Schade, ja geradezu tragisch ist das
Abschneiden in erster Linie für die Spielerinnen. Alle haben, wenn sie auf der
Platte standen, versucht, ihr Bestes zu geben. Gescheitert sind sie
letztendlich an den Rahmenbedingungen im deutschen Frauenhandball.Nicht ohne Grund liegen bei einer sehr interessanten Bewertung aus der deutschen Mannschaft zwei Spielerinnen vorn, die ihre Brötchen im Ausland verdienen.
Es haben schon sehr viele Hochkaräter sich als Coach versucht und sind gescheitert. Die Wurfqualität ist schon sehr lange ein Thema.
Ansonsten kann man nur dieser Analyse folgen.
Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steige ab.

BlKW168

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422

Yesterday, 4:01pm

@ Amanda:


Einige Vorschläge auch von mir: ekelhaft, Macho-Schwachsinn,
jung, angesprochenen, Nachwuchstrainer …


ansonsten vielen Dank für die Hinweise zu den fehlerhaften
Eigennamen, die sind mir so rausgerutscht auf die Schnelle …



und vor allen Dingen Daumen hoch für die klaren Worte zur
Sache. Leider wollen immer noch zu viele die Symptome behandeln statt die Ursachen.
Wer hier die Spielerinnen in den Mittelpunkt der Kritik stellt, hat das wahre
Ausmaß der Probleme nicht mal ansatzweise erfasst!

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423

Yesterday, 4:35pm

Was das Beharren auf Stammspielerinnen und Stammstrategien betrifft, sehe ich die Herren Gröner und Müller durchaus auf einer vergleichbaren Linie.

dem muss ich leider zustimmen,zumindest in den letzten 2 Jahren ist das auch symptomatisch bei Müller...gehen die Spielerinnen dann nach 2 Jahren weg,dann explodieren sie..bestes Beispiel Ana Gross..und wenn jetzt eine Almundna Roudriges oder Mikaela Mässing regelmässig auf der Bank sitzen wirds nicht besser..schauen wir mal wie sich in den Vereinen nun die Vertragsverhandlungen gestalten..da werden einige Spielerinnen sicher interessante Angebote bekommen, zb. Holländische,Spanische und sicher auch die ein andere andere Deutsche
und @Amanda ich freue mich ab sofort deine Handballweisheiten zu lesen,das Forum gibt es ja erst seit mehr als 15 Jahren und viel sind seit vielen Jahren dabei,natürlich haben die alle keine Ahnung von Handball... :lol:
Alle haben Ahnung vom Handball-außer die Schiedsrichter

424

Yesterday, 5:00pm

Einen positiven Aspekt gibt es ja doch noch:

In Ungarn haben jetzt alle die Deutschen wieder lieb :lol: :lol:

425

Yesterday, 5:41pm

Einen positiven Aspekt gibt es ja doch noch:

In Ungarn haben jetzt alle die Deutschen wieder lieb :lol: :lol:


Und Germanicus ist rehabilitiert :)

Fridulin

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426

Yesterday, 6:00pm

Beim THC haben von Franziska Mietzner bis Emely Bölk schon einige Rückraumspielerinnen das Selbstvertrauen verloren und das Torewerfen verlernt.

Emily hat in Ihrer Buxtehuder Zeit immer mal wieder Phasen gehabt, in man das Gefühl hätte sie könnte auch noch weiter 24 Studen versuchen das Tor zu treffen - ohne Erfolg. Das musste sie nicht beim THC lernen sondern vielmehr durch Entwicklung/Training besser machen. Sie ist aber am Ende auch ein Mensch und immer noch 21 Jahre und damit nicht alleine auf der Welt. Viele Spielerin erreichen aber nie ihr Niveau und du kannst dir sicher sein, sie wird sich wohl mehr über die eine oder andere Situation ärgern als so mancher TV-Bundestrainer. Aber es war ihr bestes Tunier im Senioren Bereich und sie hat wie viele anderen im Kader ihre Karriere noch vor sich. Mit der Hauptrunde und sogar Punktgewinnen wäre ich vor der WM durchaus zufrieden gewesen. Die Niederlage heute war deprimierend aber es war weiterhin ein gutes Tunier aus deutscher Sicht mit unglücklichen Ende. Die Chancenverwertung und von dir angesprochenen Punkte sind aber (leider) zutreffend.

@Amanda: Ich bin auch kein Freund davon immer diese "entweder oder" Ansichten zu vertreten. Es ist aber leider nicht der erste "Neubeginn" des DHB und wenn ich mir die Aussagen zur Heim WM in Erinnerung rufen, dann wollte man dort nach einem (überraschend) gutem EM 2016 schlagartig so weit sein bereits 2017 um Edelmetall (Platz 3+) mitspielen obwohl vorher oft vom Ziel Olympia 2020 gesprochen wurde... Ich denke das Team hat wirklich gute Spiele gespielt und wenn gegen Serbien ein Punkt geholt worden wären, dann wäre es der größte Erfolg seit 2007 und viele hätten sicherlich von einem der besten Teams geschrieben/gesprochen. Dafür wäre EIN Tor nötig gewesen! Auch habe ich als Fan durchaus das Gefühl, es hat sich etwas entwickelt in den letzten 3-4 Jahren. Vergleich einfach mal wie der Kader 2016 aussah und wer davon heute noch spielt... Über Jahre wurde immer gemeckert, dass die Nationalspielerin wenig/keine Erfahrung in der CL haben. Heute spielt der Stamm jedes Jahr CL und mit der SG BBM, dem THC, den TuSsis und dem BvB gibt es wieder stärkere Teams, die Internation durchaus überraschen konnten. Die Jugendbundesliga (inkl. Jugendzertifikat), dass Elitekadersystem oder auch die Reginallehrgänge müssen auch mal eine längere Zeit praktiziert werden. Leider gab es immer wieder Änderungen und viele Egoismen.. Die Liga und der DHB wirken auf mich als Fan etwas besser organisiert als es noch vor Jahren der Fall war.

This post has been edited 5 times, last edit by "Fridulin" (Yesterday, 6:18pm)


427

Yesterday, 6:02pm

Was das Beharren auf Stammspielerinnen und Stammstrategien betrifft, sehe ich die Herren Gröner und Müller durchaus auf einer vergleichbaren Linie.

dem muss ich leider zustimmen,zumindest in den letzten 2 Jahren ist das auch symptomatisch bei Müller...gehen die Spielerinnen dann nach 2 Jahren weg,dann explodieren sie..bestes Beispiel Ana Gross..und wenn jetzt eine Almundna Roudriges oder Mikaela Mässing regelmässig auf der Bank sitzen wirds nicht besser..schauen wir mal wie sich in den Vereinen nun die Vertragsverhandlungen gestalten..da werden einige Spielerinnen sicher interessante Angebote bekommen, zb. Holländische,Spanische und sicher auch die ein andere andere Deutsche
und @Amanda ich freue mich ab sofort deine Handballweisheiten zu lesen,das Forum gibt es ja erst seit mehr als 15 Jahren und viel sind seit vielen Jahren dabei,natürlich haben die alle keine Ahnung von Handball... :lol:

Ach du meine Güte!
Du willst mir doch etwa nicht unterschwellig vorwerfen, dass ich keine Ahnung hätte, nur weil ich mich erst heute hier angemeldet habe?
Tolle Logik...

Du schaffst es ja nicht mal die Namen der Spielerinnen (bzw. ehemaligen) deiner Lieblingsmannschaft richtig zu schreiben. Nur für dich: Ana Gros, Almudena Rodriguez.

Aber der ist echt gut: "Alm-und-na" :lol:


Ausserdem hast du dich ja schon mal als Autor des Vereins identifiziert. Echt schwach von euch, es nicht mal für nötig zu halten, auf instagram und/oder facebook einen Text zu schreiben und sich für das neue Jugend Zertifikat zu bedanken.
Ist mir auch schleierhaft, wie der Verein dazu zu gekommen ist! Aber das ist ein anderes Thema.

This post has been edited 1 times, last edit by "Amanda" (Yesterday, 6:11pm)


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428

Yesterday, 6:27pm

@Amanda siehe HP THC....und irgendwie scheint mir grad hier hat :lol: :lol: :lol: :lol: sich wieder ein alter Bekannter angemeldet diesmal weiblich..ich denk mal wir wissen alle wenn ich meine... :lol: also werde ich jede meinungsäusserung des herren ignorieren..und auf dem Handy passieren nun mal tippfehler..


/edit: Beleidigung entfernt
Teddy, Mod der HE
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This post has been edited 1 times, last edit by "Teddy" (Yesterday, 8:31pm)


429

Yesterday, 6:34pm

Almundea Rodriquez ist zur besten Spielerin dieses heutigen Halbfinales zwischen Spanien und Norwegen benannt worden.Da kann man vielleicht auch davon ausgehen sie zukünftig öfter beim THC in Aktion zu sehen.

Dein Wort in Gottes (sprich: Müllers) Ohr! Um gut spielen zu können, muss man überhaupt erst mal spielen dürfen - und nicht nur mal für 2 oder 3 Angriffe!

Grünfuchs

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430

Yesterday, 6:39pm

Um 16:40 h lief endlich das Re-live von Niederlande - Russland 33:32 … :lol: Aber das Warten hat sich gelohnt. Hochklassiges Handball mit teilweise Irrsinns-Tempo. Niederlande das eine Tor besser, Polman / Wester in Bestform; auch 11 Tore von Makeeva nützten den Russinnen nichts... Ja, wenn man immer nur leichte Gegner hat, die man umrasiert und dann plötzlich kämpfen muss, kann man leicht ins Schwimmen geraten. ;) Genau das ist heute geschehen. Ich hatte ja gesagt, mal sehen, was passiert, wenn sie an einen richtig starken Gegner geraten! Proficiat aan Nederland! Vielleicht klappt's endlich mit dem ersten Titel. Zu wünschen wär's ihnen. Spanien übrigens auch, wär gut für den Frauenhandball dort.

Das zweite HF war nicht ganz so hochklassig, Spanien absolut verdienter Sieger. Scheinbar hat man beim 26:36 gegen Russland nur gepokert(?)

Und Deutschland? Indiskutable Leistung. Wenn man sich derart abschlachten lässt, gehört man auch nicht nach Olympia, trotz aller guten Leistungen in den Spielen davor. Schade!

Beim nächsten Mal schicken wir HSG Freiburg-Mädels, als Nationalfrauschaft von Südbaden, und die gewinnen dann gegen Deutschland. :irony:

This post has been edited 1 times, last edit by "Grünfuchs" (Yesterday, 6:45pm) with the following reason: Nachtrag


Fridulin

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431

Yesterday, 6:42pm

@Amanda siehe HP THC....und irgendwie scheint mir grad hier hat :lol: :lol: :lol: :lol: sich wieder ein alter Bekannter angemeldet diesmal weiblich..ich denk mal wir wissen alle wenn ich meine... :lol: also werde ich jede meinungsäusserung des herren ignorieren..und auf dem Handy passieren nun mal tippfehler..

...ich hoffe für uns alle, du hast unrecht in diesem Fall... :D



/edit: Beleidigung entfernt
Teddy, Mod der HE

This post has been edited 1 times, last edit by "Teddy" (Yesterday, 8:31pm)


TCLIP

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432

Yesterday, 7:02pm

mein beitrag zum frauenhandball....

genau das, was jetzt eingetroffen ist, habe doch viele erwartet- ich auch-
nach der ersten unnötigen niederlage blieb noch die 2. chance beim näcshten spiel-
dann noch wieder die chance auf olympia-oder quali dafür...

es ging mit jedem spiel einen gang runter...

da brauchte man nicht unbedingt hellseher zu sein, dass es genauso endet wie schon etliche male vorher.....

433

Yesterday, 8:01pm

Oh man, jetzt wird's mir zu kindisch.
Was hast du eigentlich für ein Problem? Ich hatte dich in meinem Starbeitrag überhaupt nicht angesprochen. Und irgendwie fällt es auf, dass du mit neuen Forenmitglieder nicht gut umgehen kannst. Lies dir nochmal deinen Nicknamen durch und überdenke diesen.
Echt schade hier so ein Niveau vorzufinden.
Naja. Um dann mal wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, ich drücke Norwegen und Holland die Daumen für die letzten Spiele.

434

Yesterday, 10:37pm

Mal was anderes:
Über die Nominierung von Giegerich freue ich mich, auch wenn sie voraussichtlich nur auf der Bank (oder sonstwo) sitzen wird. Die hat sie sich mit guten Leistungen in dieser Saison unbedingt verdient. Vor 7 Jahren hatte sie ja schon mal 1 Länderspiel.

War Giegerich jetzt überhaupt in Japan? ich habe sie in keiner Übertragung entdecken können und normalweise ist es doch auch obligatorisch, mitgereiste Reservespielerinnen im letzten Spiel nochmal in den Kader zu wechseln?

435

Yesterday, 11:13pm

Wenn es um etwas geht, dann wechselt man nicht nochmal aus Dankbarkeit.

BlKW168

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436

Yesterday, 11:14pm

@ Fridulin

Aber es war ihr bestes Tunier im Senioren Bereich

Das sehe ich ganz genauso, da hast Du mich wohl etwas missverstanden. Es war schon auffällig und durchaus überraschend, dass ausgerechnet Emily Bölk bei der WM eine überdurchschnittliche, teilweise überragende Leistung geboten hat. Im letzten halben Jahr war sie dagegen beim THC ein Schatten ihrer selbst und es wurde von Spiel zu Spiel schlimmer. Für mich ein klares Indiz, dass beim THC ambitionierte und/oder talentierte Rückraumspielerinnen nicht immer ihre Erfülllung finden und genau darum ging es mir bei meinen Aussagen.

Das Emily Bölk bei der WM in Japan dann ihr plötzlich zumindest in weiten Teilen überrragendes Niveau nicht in jedem Spiel zu 100 Prozent umsetzen konnte war zu erwarten und ist ihr keinesfalls vorzuwerfen. Zumal sich die Gegnerschaft bei so einem Turnier schnell auf die Leistungsträger einstellt. Also Hut ab vor der Leistung von Emily Bölk bei dieser WM. Nach der monatelangen Flaute beim THC, die mental garantiert Spuren hinterlassen hat, war diese "Wiederauferstehung" einer so jungen Spielerin um so bemerkenswerter.
Wie schwer vor diesem Hintergrund die Arbeit eines Nationaltrainers ist, will ich gerne zugeben. Gerade das Beispiel Emily Bölk und Ina Großmann zeigt das deutlich. Beide waren zuletzt im Verein eher schwach, Ina Großmann wirkte dort so ein bisschen wie Mrs. Chancentod (nicht despektierlich gemeint!), bei Emily Bölk war es nicht viel besser. Während die eine aber bei der WM gerade in schwierigen Spielphasen regelmäßig überzeugte, konnte die andere ihr Leistungstief nicht wirklich überwinden. Und das hat beileibe nichts mit den unterschiedlichen Spielpositionen zu tun. Welcher Trainer will eine so unterschiedliche Entwicklung vorhersehen? Was ich H.G. aber zuschreiben muss ist die Tatsache, dass das Spiel der Mannschaft mit zunehmender Turnierdauer immer stereotyper und damit immer ausrechenbarer wurde. Das haben andere Nationen besser gelöst, auch weil deren Führungsspielerinnen auf dem Spielfeld ihre Intentionen ausleben dürfen und so ihre physischen und mentalen Qualitäten ohne jegliches taktisches Korsett in die Wagschale werfen können. Das alleine ist natürlich auch keine Erfolgsgarantie wie die Beispiele Dänemark und insbesondere Frankreich beweisen ...
Ich hoffe sehr, dass alle Verantwortlichen ihre Lektion gelernt haben und ein grundsätzliches Umdenken insbesondere im Verband einsetzt. Den Spielerinnen wäre zu wünschen, dass sie sich von den Tiefschlägen der letzten Spiele erholen und mit frischem Mut und auch ein bisschen jugendlicher Unbefangenheit ihre Potentiale weiter entwickeln. Die gezeigten Leistungen geben aus meiner Sicht insgesamt schon ein wenig Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten im deutschen Frauenhandball, da bin ich durchaus der Meinung der meisten Mitkommentatoren. Allerdings müssen sich dafür vor allen Dingen die Rahmenbedingungen in Deutschland ändern.

437

Yesterday, 11:32pm

Nachdem der erste Ärger verraucht ist, möchte ich mit etwas Abstand ein paar Überlegungen beisteuern:

1. Die WM war für unsere Mädels mit Platz 8 ein Erfolg. Als Minimalziel war die Hauptrunde ausgegeben worden. Dieses Ziel wurde erreicht – was der Mannschaft viele nicht zugetraut hatten – auch ich hätte nicht darauf gewettet.

2. Das weitergesteckte Ziel, das Erreichen eines Olympia-Qualiturniers, wurde verpasst. Das kann man am serbischen Ausgleichtor in der letzten Sekunde festmachen und es als Pech ansehen. Aber ich meine, der 8.Platz entspricht dem gegenwärtigen Niveau der Mannschaft. Sie hat gegen 5 der davor platzierten Teams gespielt (einschließlich des Vorbereitungsspiels gegen Montenegro) und davon 4 Spiele verloren, darunter die 3 entscheidenden.

3. Hier wurde fast nur über die Schwächen im Angriff gesprochen. Die Feststellungen sind richtig, diese Situation verfolgt aber unsere Frauennationalmannschaft schon längere Zeit. So wurde z. B. in einem Beitrag in der handballecke zur Heim-WM festgestellt: „Nach 3 Spielen nur 13 von 35 aus dem Rückraum gemacht. Dazu nur die sechzehnbeste Offensive.“ Auch die Probleme mit den Würfen von außen hatten wir damals schon. Gegen Schweden war die Wurfausbeute heute 47% (Schweden hatte 67%); außer vom Siebenmeterpunkt gab es von allen Positionen nur Quoten zwischen 33% und 44%. Damit kann man Spiele gegen solche Gegner nicht gewinnen.

4. Das Abwehrverhalten sehe ich aber genauso kritisch. Das Grundproblem besteht meines Erachtens darin, dass die Mädels den gegnerischen Angriff meist endlos spielen lassen, bis sich dieser eine Wurflücke erarbeitet hat oder die Kreisläuferin anspielen kann. Groener forderte immer wieder Stoppfouls, aber die kamen nicht oder nur halbherzig, so dass die angegriffene Spielerin noch weiterspielen oder abschließen konnte. Am schlimmsten war das im letzten Spiel: Schweden hat bei dieser WM in keinem anderen Spiel so viele Tore geworfen wie gegen uns – nicht einmal gegen Kongo, Argentinien oder China! Das allein sagt schon genug über die Qualität der Abwehr aus. Ein besonderes Problem war die Verteidigung gegen die Kreisläuferinnen, die zu viel zu vielen Würfen kamen (z. B. NED 13, SRB 18, NOR 15 und Schweden 8, dazu noch viele von den Kreisläuferinnen herausgeholte Strafwürfe). Dagegen schien es gar kein Konzept zu geben, da sah die Abwehr oft recht hilflos aus.

5. Das Ausgleichstor von Serbien in der letzten Sekunde hat der Mannschaft nicht nur einen Punkt gekostet (und damit letztlich das Halbfinale) sondern sie offenbar auch in einen kollektiven Schockzustand versetzt, aus dem sie bis zuletzt nicht wieder herausgekommen ist. Die lockeren Sprüche in den Interviews waren für mich eher Zweckoptimismus, mit dem der psychische Zustand übertüncht wurde und klangen wie das Pfeifen im dunklen Wald. Dieser Schock hing wie Bleigewichte an den ohnehin müden Armen und Beinen und machte die Mädels chancenlos.

6. Unserer Mannschaft ist es nicht gut gelungen, sich auf die völlig unterschiedliche Linie der Schiedsrichter/innen einzustellen. Extreme waren einerseits die pedantischen Russinnen, die jede Kleinigkeit pfiffen und (zu) oft progressiv bestraften und andererseits die Spanier, die sehr viel laufen und einiges an Härten durchgehen ließen. Damit sind erfahrenere Mannschaften besser klargekommen, haben das besser antizipiert.

7. Bei der Heim-WM hatten wir die älteste, diesmal die jüngste Mannschaft im Turnier – beides war gewiss problematisch. 2017 war das selbst verschuldet, Groener hingegen hatte kaum Alternativen. Behrend statt Zapf war offensichtlich eine Fehlentscheidung. Andere Spielerinnen, die er hätte mitnehmen können, fallen mir allerdings auch nicht ein. Diese Mannschaft wird reifen und kann bei den nächsten Meisterschaften weiter nach vorn kommen. Einige Nachwuchsspielerinnen werden hinzukommen und den Kader breiter und ausgeglichener machen. Ein Podestplatz in den nächsten 2 -3 Jahren würde mich allerdings schon überraschen.

Soweit meine ersten Gedanken.

BlKW168

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438

Yesterday, 11:35pm

War Giegerich jetzt überhaupt in Japan?
Die Nominierung der Torhüterinnen ist auch so ein Punkt, der für mich mit vielen Fragezeichen verbunden ist. Zwei nicht gerade groß gewachsene Torhüterinnen zusammen aufzustellen, birgt erhebliche Risiken gerade auch in taktischer Hinsicht. Nichts gegen die gezeigten Leistungen, ganz im Gegenteil. Aber ich behaupte mal, mehr als die halbe Frauenhandball-Welt hat gesehen, wie Ana Gros im Vorfeld der WM in einem CL-Spiel Dinah Eckerle förmlich abgeschossen hat. Und im Verlauf der WM hatte ich den Eindruck, immer mehr erinnern sich auch wieder daran ...

BlKW168

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439

Yesterday, 11:46pm

Unserer Mannschaft ist es nicht gut gelungen, sich auf die völlig unterschiedliche Linie der Schiedsrichter/innen einzustellen.

Das Lesen der Schiedsrichter insbesondere im internationalen Bereich habe ich bisher fast immer als großes Defizit deutscher Mannschaften wahrgenommen, auch und gerade bei den Clubmannschaften. Da sind die Skandinavier und vor allem auch die meisten Teams vom Balkan deutlich weiter. Da werden u.U. bestimmte Spielsituationen ganz bewusst und immer wieder herbei geführt, wenn sie erfolgsträchtig sind und z.B. 7-Meter oder Zeitstrafen bei Gegner erzeugen ...
Auch zu den anderen Punkten kann ich eigentlich alles unterschreiben, was Löwenherz hier vorträgt.

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