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Lord Vader

Krösti

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1

Wednesday, August 4th 2021, 8:09pm

Strukturen / Problemanalyse bezüglich Nachwuchsgewinnung für die DHB-Auswahl

Bitte hier weiter mit der Diskussion
Platz



Möge die Macht mit Euch sein

2

Wednesday, August 4th 2021, 8:40pm

Ich sehe auch jeden Tag, wie bereits in der E-Jugend die besten Spieler und Spielerinnen zu Leuchtturm-Vereinen gelotst werden, um dann dort in einer konkurrenzlosen Mannschaft zu spielen, die nur sich selbst als Gegner hat und wo es die komplette Saison nur um die Höhe der Siege geht.

Das ist ja nun mal ne recht eindimensionale Sicht der Dinge. Es gibt in den meisten Bezirken halte nur 1 (wenn überhaupt) bis 3 Vereine, die in der Lage sind bzw. den Anspruch haben leistungsorientiert Handball anzubieten und dann ab der C Jugend auf dreimal Training zu gehen evt. auch mehr. Was ist die Alternative? Sollen die Talente bis zum Alter von 12 Jahren mit bei 2 mal Training sich an ihren zweistelligen Torerfolgen ergötzen? Zumal i.d.R auch nur die Leistungsvereine überhaupt Trainer haben die einen Plan haben. Welcher Wald- und Wiesenverein hat denn überhaupt Trainer mit nem C-Schein?


Ich wiederhole mich vielleicht: Was nützt dir das beste Training der Welt, wenn du in der kompletten Saison keine ernstzunehmenden Gegner hast, weil sich alle Talente genau in dieser einen Mannschaft tummeln? Ich sehe seit Jahren live in der Halle, wie überheblich genau diese Mannschaften agieren und wie die anderen resignieren, weil sie absolut chancenlos sind und in jedem Spiel gegen diese "Auswahlmannschaften" haushohe Niederlagen kassieren. Weißt du, wie schwer es ist, die eigenen Spieler/Spielerinnen überhaupt noch zu solchen Spielen zu motivieren? Irgendwann kommen dann auch die Eltern und stellen diese sinnlosen Spiele infrage. Und dann wird es richtig böse. Denn Spielausfälle duldet der Verband nicht. Teilweise werden übrigens schon zwei Mannschaften pro Altersklasse auf diese Art durch einen Verein gefüllt. Die machen dann unter sich die ersten beiden Plätze aus und die anderen Vereine behalten nur die Spieler, die durch die Halle stolpern.
Die Spieler brauchen Herausforderungen, um sich entwickeln zu können. Und die bekommen sie nur im Spiel gegen echte Gegner und nicht gegen Opfer. Kein Training der Welt kann den Wettkampf ersetzen.

Die Qualität eines Trainings am Vorhandensein eines C-Scheins auszumachen, halte ich für äußerst blauäugig bzw. überheblich. Ich kenne zahlreiche Übungsleiter, die Basislehrgänge besucht haben. Da sitzt du auch 45 Stunden auf der Schulbank. Bei uns im Verein (reiner Freizeitsport) ist das mittlerweile sogar Voraussetzung, um Aufwandsentschädigungen zu bekommen. Und was die meisten Übungsleiter im Hobbybereich zu bieten haben, ist Praxis- und Lebenserfahrung. Die sind mir hundertmal lieber als Theoretiker mit Lizenz, die selbst nie auf der Platte gestanden haben. So einen Spezi hatten wir als Bezirksauswahltrainer, der war ganz schnell wieder abgesägt worden.

3

Wednesday, August 4th 2021, 8:42pm

In der Ausbildung einfach mal ein bisschen nach links und rechts schauen. Gerade im Rückraum drückt doch arg der Schuh und da ist im Nachwuchs nichts in Sicht. Wenn man da nach Dänemark schaut, uijuijui!

Wudtke: “Die wichtigste Fähigkeit im Handball ist passen.” Man,man, man...

Man sollte Wörter wie Passkontinuum oder Regelbewegung mal auf seinen tollen Konzepten verbannen oder am besten gleich die ganzen Konzepte!
Stattdessen vielleicht ein Buch rausbringen: “Wie bilde Ich gute Kreisläufer aus und gewinne trotzdem nichts? - Das DHB Konzept für deinen Weg zum Starspieler!” (Man achte mal auf die Promotion zum RTK des DHB)

Es ist wohl mittlerweile offensichtlich das selbst die vermeintlichen Stärken, die absolut offensichtlichen Schwächen nicht nachhaltig überdecken können.

Zum Schluss noch ein Zitat: “Außen, was ist Außen? Gib ihm den Ball damit er denkt, dass er mitspielt.” (Petre Ivanescu)

4

Wednesday, August 4th 2021, 8:43pm

In der Ausbildung einfach mal ein bisschen nach links und rechts schauen. Gerade im Rückraum drückt doch arg der Schuh und da ist im Nachwuchs nichts in Sicht. Wenn man da nach Dänemark schaut, uijuijui!

Wudtke: “Die wichtigste Fähigkeit im Handball ist passen.” Man,man, man...

Man sollte Wörter wie Passkontinuum oder Regelbewegung mal auf seinen tollen Konzepten verbannen oder am besten gleich die ganzen Konzepte!
Stattdessen vielleicht ein Buch rausbringen: “Wie bilde Ich gute Kreisläufer aus und gewinne trotzdem nichts? - Das DHB Konzept für deinen Weg zum Starspieler!” (Man achte mal auf die Promotion zum RTK des DHB)

Es ist wohl mittlerweile offensichtlich das selbst die vermeintlichen Stärken, die absolut offensichtlichen Schwächen nicht nachhaltig überdecken können.

Zum Schluss noch ein Zitat: “Außen, was ist Außen? Gib ihm den Ball damit er denkt, dass er mitspielt.” (Petre Ivanescu)

5

Wednesday, August 4th 2021, 9:29pm

@THW123

Hat Erik W. das so eindimensional gesagt. Kann ich mir nicht vorstellen. Sein Credo war eigentlich immer Entscheidungsverhalten offensiv wie defensiv mit Hang zum in Aachen bevorzugten und mitentwickelten offensiven Deckungskonzept (Egbert Schaffrath). In Dormagen und im HVM war er ja auch maßgeblich an der Förderung von Spielertypen wie Ernst, Mahe, Suton usw beteiligt. Das wären ja mit Sicherheit Spieler gewesen, die uns weitergeholfen hätten. Ein Julius Kühn hätte sich in Dormagen meines Erachtens anders entwickelt. Die gemeinte Fähigkeit ist ja genau das, was Julius Schwäche ist. Mit etwas mehr Spielwitz wäre Kühn ja eine Waffe;) Heymann könnte das hinkriegen. So, wie ich Erik einschätze, hätte er liebend gerne Heymann, Michalczik, Stutzke o.ä. mitgenommen. Er wird aber den Teufel tun und das öffentlich jetzt äußern

6

Wednesday, August 4th 2021, 9:44pm

Quoted


Entschuldigt bitte, dass ich nicht in den Kanon mit einstimme, aber ich sehe es anders:

Im Kern ist es leider keine Rechnung sondern eine Behauptung. Wer hat denn wo die "präventiven und gesundheitlichen Auswirkungen" für deine noch nicht einmal definierten Aktionen ausgerechnet? Zu wieviel Prozent wären die überhaupt erfolgreich, könnten also gegengerechnet werden? Hast du irgendwelche wirklich belastbaren Zahlen zu dem Thema oder bleibts du hier bewusst oder unbewusst ungenau?

Versteh mich nicht falsch, auch ich bin der Meinung, dass die Jugend nicht genug gefördert und unterstützt wird, aber mit solchen Milchmädchenrechnungen, bei denen man einfach mal plakativ ein paar Zahlen raushaut, kommt man eben auch nicht vorwärts - außer vielleicht hier im Forum.

Ich bin z.B. der Meinung, dass es kein Mindestalter für Wahlen geben sollte - jedem eine Stimme, damit die Parteien mehr für die Belange der Jugend machen müssen. Und solange das Kind U18 (oder auch U16) ist, wird die Stimme anteilig den bekannten Eltern übertragen. Das wäre für mich ein Schritt der (so oder ähnlich) Sinn machen würde. Dumm ist eben nur, dass bei der derzeitigen Altersstruktur der Wähler solche Maßnahmen unpopulär sind und deswegen wohl kaum von einer Partei in Angriff genommen werden.

Einfach mal mehrere Milliarden raushauen und zu behaupten, dass sich das schon rechnet, ist etwas dünn. Und nebenbei: glaubst du wirklich, dass da außer den "berechneten" 3 Milliarden keine weiteren Kosten anfallen? Die meisten Sportanlagen sind sowieso schon überlastet, willst du 10 Millionen zum Jogging in den Wald schicken? Man wird Infrastruktur brauchen, die entweder noch nicht da ist, oder durch zusätzliche Nutzung schneller verschleißt - das kostet Geld, und und und

So, und jetzt nach bester Foren-Art: prügelt mich für meine Minderheitenmeinung
Wie soll denn so ein anteiliges Wahlsystem funktionieren, ohne dass die Eltern Einfluss auf dieStimme der Kinder nehmen?

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This post has been edited 1 times, last edit by "Sg-FanSeit1985" (Aug 7th 2021, 4:58pm)


7

Wednesday, August 4th 2021, 10:05pm

Sorry SG-Fan

So, wie du das zitierst, sieht das ja so aus, als wenn das von mir stammen würde. Kannst du das ändern?? Den Autor hast du gestrichen. Kannst ja ungenannter Autor hinschreiben.

8

Wednesday, August 4th 2021, 10:08pm

Bezeichnend, dass der mehrmalige Welt- und Europameister Kentin Mahe bei der deutschen Sichtung keinen Blumentopf gewinnen konnte. Zu klein und zu schmal. Talent spielt halt keine Rolle, auch heute geben die "Experten" folgende Kommentare (Kretsche?) zu Nils Lichtlein ab: Da muss noch jede Menge Muskelmasse drauf, sonst wird das nichts in der 1. Liga.
Was spielen schon Quoten und Talent für eine Rolle!
So kommt es halt, dass der deutsche Rückraum durch ausreichend Fehlpässe, Masse und Offensivfouls auffiel, aber in der Spielführung, Schnelligkeit und Wurfqualität eher bescheiden besetzt war. Juri Knorr machte hier noch den Unterschied und bei +9m Würfen J. Kühn. Auf RR werden 2 fast identische Spieler nominiert und Weber, auch von Kommentatoren, in den Himmel gelobt. Warum, er hatte gefühlt die meisten Fehlpässe, dicht gefolgt von Drux aller Spieler des gesamten Turniers.
Über die Torhüter Aufstellung verliere ich nur wenig, aber warum ein TW nach einem 40% Spiel im folgenden nicht in der Start7 ist, muss man nicht verstehen.
Letztendlich sagt das aber eine Menge über den Stellenwert jedes Spielers bei den Trainern und Funktionären aus.

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9

Thursday, August 5th 2021, 10:04am

Es muss sich einiges in der Nachwuchsförderung, keine Frage.
Aber das Problem ist in allen Sportarten in Deutschland.
Was macht Deutschland falsch gegenüber andere Länder.
Ein paar Punkte wo man sich verbessern könnte oder muss.
1, Der Staat sorgt für zu wenig Trainingsmöglichkeiten, z.b. Hallen, Schwimmbäder.
2, Schulsystem, was macht die USA anders als wir.
3, Es wird immer von der öffentlicher Hand gefragt, was kostet es.
4, Viele Kinder bekommen gar nichts mit was es für Sportarten gibt, Übertragungszeiten, Bezahl TV.
5, Nicht schön Reden, besonders tun es Verantwortliche einer Sportart.
Heute auf morgen kann man sich nichts ändern, sollte aber kein Grund sein was zu tun.
Wer beim Handballbund nicht bereit ist neue Wege zu gehen und nur Ausreden sucht , sollte mal Überlegen ob er nicht sein Amt zu verfügung stellt.

10

Thursday, August 5th 2021, 10:19am


2, Schulsystem, was macht die USA anders als wir.


Das ist glaube ich eher für eine Diskussion interessant, wo es einem nur um die Förderung von Spitzensport geht. In den USA ist Breitensport viel weniger stark ausgeprägt, weil es alles über den Weg High-School/College läuft. Die bei uns und in Europa bestehende breite Vereinskultur besteht dort nicht, zumindest nicht mit dem riesigen Amateurligenunterbau.

Deswegen funktioniert Handball in den USA ja auch nicht, weil es für Spieler kaum Anreize gibt hier am Ball zu bleiben. Gute Sportler haben keine Perspektive auf eine Profikarriere in einem Mannschaftssport oder die Aussichten in Einzelsportarten auf Spitzenniveau zu kommen, ist wesentlich reizvoller als sich einer Randsportart zu widmen.

11

Thursday, August 5th 2021, 11:02am

Wie soll denn so ein anteiliges Wahlsystem funktionieren, ohne dass die Eltern Einfluss auf dieStimme der Kinder nehmen?

?(
Bis die Kinder 16 bzw. 18 sind wählen die Eltern für ihre Kinder.^Die Eltern sind ja wohl diejenigen, die sich am meisten um die Kinder kümmern und deswegen sollten deren Belange durch die übertragenen Stimmen der Kinder verstärkt durchgesetzt werden können.
Sobald Parteien merken, dass ihnen gute Kinder- und Jugendpolitik Stimmzuwächse bringen, werden sie sich auch entsprechend umorientieren.

12

Thursday, August 5th 2021, 11:15am


2, Schulsystem, was macht die USA anders als wir.


Das ist glaube ich eher für eine Diskussion interessant, wo es einem nur um die Förderung von Spitzensport geht. In den USA ist Breitensport viel weniger stark ausgeprägt, weil es alles über den Weg High-School/College läuft. Die bei uns und in Europa bestehende breite Vereinskultur besteht dort nicht, zumindest nicht mit dem riesigen Amateurligenunterbau.

Deswegen funktioniert Handball in den USA ja auch nicht, weil es für Spieler kaum Anreize gibt hier am Ball zu bleiben. Gute Sportler haben keine Perspektive auf eine Profikarriere in einem Mannschaftssport oder die Aussichten in Einzelsportarten auf Spitzenniveau zu kommen, ist wesentlich reizvoller als sich einer Randsportart zu widmen.
USA ist ein schlechtes Beispiel für unseren Handballsport. Man müßte mal nach Frankreich schauen wieso sie uns im Handball und Fußball überhollt haben.

kachel09

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13

Friday, August 6th 2021, 11:44am

Mit TW-Quote von 11% gewinnt keine Mannschaft ein Spiel, wenn der Gegenüber 35% hält. Trotz des schwachen Spiels im Angriff und der beiden Melsunger Spieler mit ihrer Schwäche besonders in der Defensive kann D gegen Ägypten gewinnen, wenn wir hinten im Tor eine Leistung gehabt hätten. Ich verstehe nicht, dass jetzt in den Foren über Grundsätzliches diskutiert wird, Verband, Trainer, Jugendakademien usw. werden plötzlich alles in Frage gestellt, die anderen Nationen machen es eben immer besser. Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, aber wir zählen immer noch zur Weltspitze und es sind Nuancen, die es zu verbessern gilt. Vor allem eine behutsame Verjüngung von Mannschaft und Leitung.


Frankreich gewinnt gegen Ägypten nur wegen des in diesem Spiel fantastischen Gilbert mit 43%!! Ansonsten eine ziemlich schwache Vorstellung von Frankreich.

Noch eine Bemerkung zum deutschen Spiel: Wenn du einem Rückstand hinterherrennst, nach 5 Minuten mit -4, was im Handball nicht ungewöhnlich ist, aber trotz Verringerung des Abstandes jeder gegnerische Wurf im Tor landet, damit keine Konter oder zweite Welle gespielt werden kann, beginnen Spieler zu verkrampfen, weil es doch endlich und schnell gelingen muss, den Rückstand zu kompensieren, wenn dazu von der Bank keine Verstärkung kommt, um die tagesformschwachen Weber und Drux zu unterstützen, dann kommt wie erlebt unweigerlich eine Niederlage.
Die beste Innenverteidigung Weinhold, Pekeler, Golla, Drux kann ohne TW keine gute Leistung bringen, denn sie schaffen es nicht, beide Seiten des Tores abzudecken, weil sie sich nicht auf die Keeper verlassen können. TW-Quote gegen Norwegen gut und schon wurde das Spiel gewonnen.

Beuger

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14

Friday, August 6th 2021, 12:12pm

Ich verstehe nicht, dass jetzt in den Foren über Grundsätzliches diskutiert wird, Verband, Trainer, Jugendakademien usw. werden plötzlich alles in Frage gestellt, die anderen Nationen machen es eben immer besser.

Dein Erklärungsansatz ist viel zu einfach. Deutschlands Rückraumspieler sind einfach zu schwach, Lichtjahre von der Weltklasse entfernt (Ausnahme: Weinhold, kein Internat!!). Also Füchse Fan, der du scheinbar bist, ist es nachvollziehbar, dass du das deutsche Ausbildungssystem mit Klauen und Zähnen verteidigst, da Berlin ja sinnbildlich hierfür steht. Aus einer sportwissenschaftlichen Perspektive steht aber klar fest, dass sowohl die Institution als auch die Trainingsmethoden in Internaten wie Berlin nachteilig für ein gutes Sportfördersystem sind. Das muss sich Hanning vorwerfen lassen, er und andere haben alles auf die Karte Internate gesetzt. Die Belohnung dafür sind leicht ausrechenbare, verletzungsanfällige Krafthandballer, die nicht mit Druck klarkommen und keine Führungskompetenz haben. Das ist das viel größere Problem als die Torwartleistung gegen Ägypten. Machen wir uns doch nichts vor, Deutschland spielt in den letzten drei Jahren einen schlichtweg enttäuschenden Handball.

TCLIP

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15

Friday, August 6th 2021, 12:36pm

beuger

da ist aber dein erklärungsansatz auch viel zu einfach.

aus einer sportwissenschaftlichen perspektive...
müsste doch ehr lauten :
aus (m) einer sportwissenschaftlichen perspektive...

es ist doch auch in keinster weise von bedeutung, bo weinhold im internat war oder nicht, ich glaube sogar, dass der unter plessi in grosswallstadt
noch gereift ist.
die belohnung der internate die du anführst, mag für eingie zutreffen, für andere aber wiederum sicher nicht.
und ob spieler jetzt mit druck auskommen oder nicht dem internat zuzuschreiben - na ja, das erkennt wohl jeder
dass das ziemlich haltlos ist.
bevor es überhaupt internate gab, gabs da keine spiele/ spieler, die aufgrund druck genauso gelaufen sind ?

es gibt in jedem system vor- und nachteile, die schlechten spiele der nati jetzt mit den internaten zu begründen,
bringt für eine vernünftige analyse glaube ich sehr sehr wenig.

ich bin bei dir, dass wir zuletzt viel schlechten handball gespielt haben-
dies aber sicher nicht erst seit 3 jahren.

alter Sack

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16

Friday, August 6th 2021, 12:48pm

Aus einer sportwissenschaftlichen Perspektive steht aber klar fest, dass sowohl die Institution als auch die Trainingsmethoden in Internaten wie Berlin nachteilig für ein gutes Sportfördersystem sind.

Na da hat aber jemand den Stein der Weisen gefunden. Wenn man schaut wo die ganzen Rückraumgranaten weltweit wachsen wird man sicher durchgängig Beweise für Deine These finden. Also Internate sind Mist und was die trainieren ist auch Mist. Ich würde ja eher auf Mikroebene analysieren warum Dormagen und Berlin laufend Talente rausschieben. "Zentren" wie Neubrandenburg bei den Damen oder Eisenach/Cottbus (alle Internate) bei den Herren aber überhaupt nicht. Die Bemühungen der Füchse, sich mit Potsdam einen Zweitligisten ins Portfolio zu holen, zeigen dass man dort genau den skandinavischen/französischen Weg gehen will. Spielpraxis bei den Herren so früh wie möglich. So zumindest meine Interpretation.

Beuger

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17

Friday, August 6th 2021, 2:00pm

Na da hat aber jemand den Stein der Weisen gefunden.

Kein Stein der Weisen, aber viel wissenschaftliche Recherche. Ich kann gerne heute Abend einige Quellen inklusive Kurzzusamenfassung nachreichen, die meine Aussagen zum Thema Spezialisierung, Trainingsumfang, etc untermauern. Das dann aber im anderen, dafür eröffneten Thread.

By the way: Dass Berlin Talente am laufenden Band rausschiebt, wäre mir neu. Es sind schon einige Bundesligaspieler entstanden, ja, aber beim besten Willen keine Weltklasse und haufenweise dauerverletzte Spieler. Da muss eher hinterfragt werden, was da falsch gemacht wird. So viel wie in Berlin investiert und gescoutet wird, muss es doch klar der Anspruch sein, Athleten von internationaler Spitzenklasse zu entwickeln. Ich würde vermuten, dass kein Verein in Europa mehr Geld in die Nachwuchsförderung steckt. Und Deutschland hat jetzt ja im internationalen Vergleich auch nicht die wenigsten Handballer.
Dormagen ist für mich ein absolutes Positivbeispiel, wie es auch ohne Strukturen a la Magdeburg, Berlin und Leipzig funktionieren kann, vielleicht sogar besser.

Marc

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18

Friday, August 6th 2021, 2:25pm

Der deutsche Rückraum ist bis auf ganz wenige Ausnahmen, z.B. als praktisch alles zu gelingen schien-2016 ,schon seit über 10 Jahren ein Drama und körperlich und wurftechnisch weit weg von der Weltspitze. In jedem Anrgiff ist das große Zittern angesagt. Das lähmt den Rest des Spiels ungemein.

Wenn man sich den Welthandball an der Spitze anschaut, dann brauchen wir körperlich 2, 3 Heymanns und von der Spielintelligenz und vom Wurf 2, 3 Ernst/Knorrs. Am besten in jeweils einer Person.
Der einzige Spieler der bei uns dies über das Turnier gesehen halbwegs ausfüllen konnte, war Steffen Weinhold. Ein heute fast 35-jähriger und über die letzten 10 Jahre gefühlt Dauerangeschlagener. Das ist für eine Handball-Nation wie Deutschland ein Trauerspiel.

Hier muss was geschehen und zwar nachhaltig, wenn man sieht welches Potential wir dennoch hatten! Das wird sich auch nicht in 1, 2, 3 Jahren grundlegend ändern, aber wenn nie angefangen wird in diese Richtung zu fördern, dann wird das halt auch nie etwas, sondern die 5, 6 Leute die überhaupt diese Kriterien und Maßstäbe erfüllen, sind dann halt verletzt oder fallen 50:50 wegen Tagesform aus, weil sie zwar die Anlagen haben, aber nicht die Belastbarkeit besitzen.
Den Bedarf hätte man aber auch schon vor über 10 Jahren sehen können und müssen, insbesondere wenn im Hintergrund der Vereinsbetrieb immer höher, weiter, schneller strebt.

Oder eben das Spielsystem so umstellen, dass man auch ohne Rückraumschützen auf die Tore kommt, die für Weltspitze reichen.
Aber wenn z.B. schon Häfner und Kastening im Nationalteam spielen, als seien sie nicht 36 Spiele nebeneinander auf der Platte gestanden, dann wird sich da auch nie was ändern können, bei den vielleicht 8-10 Spielen im Jahr, wo sich alle sehen.

kuestentanne

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19

Friday, August 6th 2021, 4:08pm

Naja, ist ja nicht so, dass Häfner und Kastening grundsätzlich nicht miteinander können.
Häfner war allerdings derart ausser Form, das war schon unheimlich.

20

Friday, August 6th 2021, 8:27pm

Die beste Innenverteidigung Weinhold, Pekeler, Golla, Drux kann ohne TW keine gute Leistung bringen, denn sie schaffen es nicht, beide Seiten des Tores abzudecken, weil sie sich nicht auf die Keeper verlassen können. TW-Quote gegen Norwegen gut und schon wurde das Spiel gewonnen.

Jetzt wird's auch hier off-topic (wieder zurück zum Olympia-Thread?): Das 0:1 fällt, weil Pekeler halbherzig agiert. Beim 1:3 greifen Pekeler und Golla nicht richtig zu. Beim 1:4 versucht Weber, ein Stürmerfoul zu provozieren, danach schauen Kühn und Pekeler nur zu. Das 1:5 (7m) fällt, weil Kühn, Pekeler und Golla überfordert waren. Nur beim 1:2 sehe ich eine Mitschuld vom Torwart, weil Wolff den Ball in die Hände des Gegners spielt und postwendend das Gegentor fällt. Das alles wird aber vom Angriff überlagert, bei dem Drux bis zu seiner Auswechslung in der 6. Minute völlig überdreht agiert und auch Kühn und Weber Fehler produzieren.

Die "beste Innenverteidigung" hatte also maßgeblichen Anteil am frühen Rückstand. Aber wenn ich mir, wie gerade geschrieben, den Angriff bis zum 1:6 anschaue, dann brauche ich über Torwart und Abwehr nicht diskutieren. Denn da liegt das eigentliche Übel und das ist hier im Thread bereits ausführlich diskutiert worden.

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