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Monday, September 19th 2005, 9:46pm

zur arena - mania

Quoted


Spaßtempel oder Geldgräber

Die Arena-Manie rechnet sich nicht immer / Neue Multifunktions-Hallen nehmen sich gegenseitig potenzielle Nutzer weg

Die Amerikanisierung des deutschen Sports schreitet voran. Es entstehen viele neue Großhallen, die praktisch nur mit ein bis zwei Erstligateams rentabel zu betreiben sind. Doch die Moderne hat nicht nur finanziell ihren Preis - Traditionen und Emotionen gehen verloren.

VON REINHARD SOGL

Stuttgart stellte auf stur. Fünf Millionen Euro mehr? Nicht mit Schwaben. 12,5 Millionen städtischer Zuschuss hatte der finnische Sportstätteninvestor Harry Harkimo für den Bau einer 13 000-Zuschauer-Arena am Cannstatter Wasen erwartet, nicht mehr als 7,5 Millionen war die Kommune bereit zu spendieren. Ein zu großes Loch - das Projekt war gestorben, aber gebaut wird trotzdem. Die so genannte Kleine Arena statt der großen Lösung, die aber auch keine billige ist. Für 21 Millionen wird derzeit die Kapazität der Schleyerhalle, die bei der Eröffnung 1983 als das Nonplusultra einer Sport- und Veranstaltungsarena galt, um mehr als 4000 auf nun rund 10 000 feste Plätze gesteigert. Und etwa die gleiche Summe lässt die Kommune für die nebenan derzeit in Bau befindliche zweite Halle für 6500 Zuschauer springen, die von der kommenden Saison an dem Handball-Bundesligisten TSV Pfullingen-Stuttgart ständige Heimat sein wird. In dieser Saison begnügt sich der Dorfklub aus der schwäbischen Provinz noch mit sechs Gastspielen in der runderneuerten Schleyerhalle.

Ein Trend der Zeit. Handball goes City. Acht Handball-Bundesligisten ohne ausreichend komfortable Halle vor Ort zieht es zumindest temporär in moderne Spielhöllen nahe gelegener Städte. Zehn Vereine, darunter Krösus Kiel mit der stets von 10 000 Zuschauern besuchten Ostseehalle oder Magdeburg mit der Bördelandhalle für 8500 Zuschauer, halten ihrer Heimatbasis die Treue, weil sie selbst über ordentliche Infrastruktur verfügen.

Noch früher als bei den Werfern auf Tore und Körbe hat die Landflucht im Eishockey eingesetzt. Das ehedem vor allem in der bayerischen Provinz praktizierte Spiel mit dem Puck findet erstklassig fast nur noch in mittelgroßen Städten bis Metropolen statt mit möglichst modernen Multifunktionsarenen. Iserlohn wird bald die einzige Ausnahme von der Regel sein, die da lautet: Masse und Klasse. Mehr Bequemlichkeit für mehr Besucher. Neue Zuschauerrekorde geben den Bossen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) recht.

Die nächsten Bestzahlen sind schon programmiert. Mit der Eröffnung der supermodernen SAP-Arena für 13 500 Zuschauer bei Eishockey-Bestuhlung, von Multimillionär Dietmar Hopp für 100 Millionen Euro vorfinanziert und von der Stadt Mannheim über 30 Jahre zinsfrei zurückzuzahlen, werden die Adler ihren Schnitt von bislang 5138 Zuschauern im Falle sportlichen Erfolgs annähernd verdoppeln. In der nächsten Saison wird der dann für 72 Millionen Euro fertig gestellte "Dome" im Stadtteil Rath als Nachfolger des baufälligen Eishockeytempels an der Düsseldorfer Brehmstraße für verstärkten Publikumsandrang sorgen, und danach werden auch die Berliner Eisbären eine repräsentative Bleibe haben. Für das 100-Millionen-Euro-Projekt am Ostbahnhof mit einer Kapazität von 16 200 Zuschauern ist dann Baubeginn, wenn US-Investor Philipp Anschutz die Namensrechte verkauft hat. Soll Ende 2005 endlich soweit sein.

Deutsche Grosshallen

Die zehn größten Sport- beziehungsweise Multifunktionshallen Deutschlands

1. Kölnarena Köln
19.000 Zuschauer
Baukosten: 150 Millionen Euro
Ligenspiele: Kölner Haie/Eishockey, VfL Gummersbach/Handball, RheinEnergy Köln/Basketball

2. SAP-Arena Mannheim
14.500 Zuschauer
100 Millionen Euro
Adler Mannheim/Eishockey, TV Kronau-Östringen/Handball

3. Stadthalle/AWD-Dome Bremen
demnächst 14.000 Zuschauer
Umbau: 43 Millionen Euro

4. Westfalenhalle Dortmund
13.500 Zuschauer
1950: 9 Millionen Mark

5. Color Line Arena Hamburg
13.300 Zuschauer
83 Millionen Euro
Hamburg Freezers/Eishockey, HSV Hamburg/Handball

6. TUI-Arena Hannover
10.500 Zuschauer
70 Millionen Euro
Hannover Scorpions/Eishockey, GWD Minden-Hannover/Handball

7. Ostseehalle Kiel
10.250 Zuschauer
Umbau: 18 Millionen Euro
THW Kiel/Handball

8. König-Pilsner-Arena Oberhausen
10.200 Zuschauer
50 Millionen Euro

9. Schleyerhalle Stuttgart
demnächst 10.000 Zuschauer
Umbau: 21 Millionen Euro
VfL Pfullendorf-Stuttgart/Handball

10. Olympiahalle München
9.900 Zuschauer

Multifunktionshallen in Bau

Dome Düsseldorf
12.500 Zuschauer
73 Millionen Euro
2006 fertig
Metro Stars Düsseldorf/Eishockey

Anschutz-Arena Berlin
16.300 Zuschauer
100 Millionen Euro
2007 fertig
Eisbären Berlin/Eishockey

Freiluftstadien mit komplett verschließbarem Dach

Arena Auf Schalke Gelsenkirchen
52.000 Zuschauer
192 Millionen Euro

LTU-Arena Düsseldorf
42.000 Zuschauer
218 Millionen Euro

Gerry-Weber-Stadion Halle
12.300 Zuschauer
Umbau für Handball-WM: 3,4 Millionen Euro
Tennisstadion 1992 erbaut für geschätzte 30 Millionen Euro) rs

Schon seit Jahren ist die Anschutz-Arena im Berliner Osten eine Hängepartie. Denn im Gegensatz zu Hobby-Hopp will der reiche Onkel aus Amiland, dem neben dem Staples Centre in Los Angeles einschließlich der dort beheimateten Basketball- und Eishockeyklubs auch die DEL-Teams Berliner Eisbären und Hamburg Freezers gehören, mit seinen Unternehmen möglichst Gewinne erzielen. Wie schwer das ist in deutschen Landen, spürt Anschutz in der eigenen (Porto-)Kasse, hat er doch zusammen mit Harkimo die Color Line Arena in Hamburg gestemmt. Vier Millionen Miese im ersten, die Hälfte noch im zweiten Jahr seit Eröffnung weist die Bilanz aus - für das dritte Geschäftsjahr rechnet Hallen-Chef Uwe Frommhold, der vor allem dank der gut besuchten Heimspiele der Freezers und des freilich oft vor Gespensterkulissen antretenden Handball-Bundesligisten HSV Hamburg auf 125 Veranstaltungen kommt, mit einer "schwarzen Null".

Ein durchaus erstaunliches Ergebnis. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung im März 2003 hatte Klaus-Dieter Heldmann als Geschäftsführer der Stuttgarter Messe- und Kongressgesellschaft noch gesagt: "Es gibt nach meiner Kenntnis in Deutschland keine Halle, die bei der Berücksichtigung aller Kosten ein positives Betriebsergebnis erzielt. Konkret: Ohne städtischen Finanzierungsbeitrag ist eine Großhalle nicht kostendeckend zu führen."

Unternehmensberater setzen 120 bis 140 Veranstaltungen als notwendig an, um Hallen in der Größenordnung der SAP-Arena profitabel betreiben zu können. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage und der größeren Konkurrenz durch den Bau neuer oder die Renovierung alter Spaßtempel wie beispielsweise die Vergrößerung der Bremer Stadthalle auf ein Sitzplatzangebot von 14 000 Zuschauer dürfte das Geschäft in Zukunft nicht einfacher werden. Hinzu kommt, dass auch Fußballstadien mit verschließbarem Dach wie die Arena Auf Schalke oder das für schlappe 218 Millionen Euro gebaute Geldgrab LTU-Arena Düsseldorf um originäre Hallenveranstaltungen buhlen. Angesichts dieser Arena-Manie - frühere Stadien werden komfortabler und kleiner, frühere Hallen ebenfalls komfortabler und größer - ist längst von "Kannibalismus" die Rede. Nur weil die Schalker nicht für ausreichend warme Temperaturen im Februar sorgen können, wird das Endspiel der Handball-Weltmeisterschaft 2007 statt in Gelsenkirchen in der Kölnarena ausgetragen. Sich gegen solche mächtige Konkurrenz durchsetzen zu müssen, hätten sich die Betreiber des 20 000-Menschen-Gebäudes, dessen immense Kosten mit zur Pleite des Holzmann-Konzerns beitrugen, wohl kaum vorstellen können.

Wie in Hamburg und neuerdings auch in Mannheim und Hannover - in der TUI-Arena aber ohne Erfolg, siehe Bericht unten - kann die Kölnarena auf einen Eishockey-Erstligisten bauen und zudem immer häufiger auf "Heimspiele" der Handballer aus Gummersbach setzen. Zudem geben sich die Basketballer von RheinEnergy regelmäßig die Ehre in dem Prachtbau, der in Deutschland die altehrwürdige Dortmunder Westfalenhalle als größtes Stadion mit permanentem Dach abgelöst hat. Doch es ist längst nicht alles Gold, was glänzt in der schönen neuen Welt, die wir der Neuen Welt zu verdanken haben. Nicht alle sind glücklich über die Amerikanisierung des Sports, bei der zum Leidwesen vieler ein Fans so manche Emotionen auf der Strecke bleiben - und nicht zuletzt auch der eine oder andere Punkt. Außer dem überraschenden Gewinn der Deutschen Eishockey-Meisterschaft in der Saison 2001/02, als die Haie in den Playoffs alle Favoriten aus dem Weg räumten, lässt der Erfolg zu wünschen übrig. Damals führte Aushilfstrainer Rich Chernomaz das Durchschnittsteam zum Happyend. Jener Kanadier, der seit drei Jahren in Frankfurt exzellente Arbeit verrichtet, wo Lions-Besitzer Gerd Schröder trotz Eissporthalle, Festhalle und Ballsporthalle ebenfalls eine Multifunktionsarena für eine fünfstellige Besucherzahl bauen möchte. Nicht dass Chernomaz etwas gegen eine moderne Spielstätte mit ihren vielfältigen Vermarktungsmöglichkeiten hätte, doch er sieht auch das Positive der nunmehr 25 Jahre alten Eissporthalle. "Frankfurt", sagt Chernomaz, "hat eine der letzten moderneren Hallen, die wegen der Nähe des Publikums einen echten Heimvorteil bieten." Die Meister nach Köln hießen übrigens Krefelder Pinguine, damals noch nicht im Neubau König-Palast residierend, Frankfurt Lions und Eisbären Berlin mit ihrem ostalgischen Wellblechpalast. Vielleicht sollte auch Frankfurt weiter auf stur stellen.
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OsloStar

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Monday, September 19th 2005, 10:01pm

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Monday, September 19th 2005, 10:57pm

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Original von OsloStar
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Ist immerhin noch besser als VfL Pfullendorf-Stuttgart :D

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Tuesday, September 20th 2005, 12:41am

weiter oben noch TSV Pfullingen-Stuttgart...

guter und interessanter Artikel, aber bei diesen Details doch sehr schlampig

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Tuesday, September 20th 2005, 7:51am

Der Artikel sagt nichts neues - oder ???
Und wie gut gearbeitet wurde sieht man an den gravierenden Patzer bei den Namen !!! Prädikat Lückenfüller.
MsG
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Tuesday, September 20th 2005, 8:10am

mit solchen Fehlern ist so ein Artikel nur die 1/2 Wert :baeh:

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Tuesday, February 14th 2006, 12:29pm

auch in nordhessen soll eine arena gebaut werden...

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Arena lockt viele InteressentenBewerbungsfrist abgelaufen: Namhafte Unternehmen wollen Halle realisieren
Von Florian Hagemann

Kassel. Von maximal fünf Bewerbern sind die Experten im Vorfeld ausgegangen, jetzt sind es "knapp unter zehn", wie Thilo von Trott zu Solz berichtet. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kassel hat derzeit das Sagen in Sachen Multifunktionsarena für Kassel. Bei ihm sind die Angebote derer eingegangen, die das Projekt gerne realisieren würden. Bis Freitag konnten sich die Interessenten bewerben, gestern teilte von Trott zu Solz das für viele überraschende Ergebnis mit: "Es gibt eine Reihe von Bewerbern mit hervorragendem Namen. Wir sind auf einem sehr guten Weg."

Wer im Einzelnen hinter den Angeboten steckt, wollte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung nicht sagen. Bisher hat sich nur der Erfurter Projektentwickler EFM zu erkennen gegeben. Er tritt mit zwei Unternehmen der Hochtief-Gruppe auf. Neben EFM sind dem Vernehmen nach aber auch andere Unternehmen unter den Bewerbern, die in Deutschland bereits ähnliche Arena-Projekte verwirklicht haben. Alle Bewerber sollen nach Informationen unserer Zeitung eine der wichtigsten Voraussetzungen erfüllen: Sie haben sowohl einen möglichen Investor als auch einen potenziellen Betreiber für die Multifunktionshalle benannt.

Als Hauptmieter steht neben dem Handball-Erstligisten MT Melsungen das Eishockey-Team der Kassel Huskies bereit. Deren Geschäftsführer Rainer Lippe sagte gestern gegenüber unserer Zeitung: "Wir freuen uns riesig über die große Anzahl an Bewerbern. Wir haben mit mehreren sehr gute Gespräche geführt, uns aber an keinen gebunden."

Ein Vertrag zwischen Huskies und Projektentwickler kann schließlich dann noch zu Stande kommen, wenn entschieden ist, wer den Zuschlag für die Realisierung erhält. Eines aber steht fest: Ohne die Huskies geht es nicht. Denn: Die Stadt hat zur Auflage gemacht, dass ein Spitzenteam aus Kassel zu den Hauptmietern der Arena gehören muss. Ansonsten stellt sie das Grundstück auf den Giesewiesen nicht zur Verfügung und investiert auch nicht in die Verbesserung der Infrastruktur rund um die Giesewiesen.

Derzeit aber läuft alles nach Plan. Selbst ein weiteres Problem scheint beseitigt: das der zweiten Eisfläche für die Huskies, auf der die Eishockeyspieler trainieren können. Zu Beginn der Planungen für die Arena sollte diese noch neben der neuen Halle entstehen, doch davon ist jetzt keine Rede mehr. Allerdings verdichten sich die Gerüchte, dass es in der Region bald eine weitere Eisfläche geben wird. Wo? Darüber herrscht Stillschweigen.

Das aber ist auch nicht die Frage, mit der sich Thilo von Trott zu Solz jetzt auseinander setzen muss. In den kommenden Wochen will er mit seinen Kollegen von der Wirtschaftsförderung die Unterlagen sichten und der Stadt eine Empfehlung aussprechen, wer als Projektentwickler in Betracht kommt. Dann ist die Stadt am Zug. Sie sagt, ob das Projekt verwirklichen werden soll - und, wenn ja: wer es realisiert. Dazu wird sie wohl ein Gremium einberufen, das dann eine Entscheidung fällt - womöglich sehr bald. "Die Zeichen stehen gut", sagt von Trott zu Solz.
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