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Scheffhexe

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21

Sonntag, 15. Juli 2012, 13:20

Das Problem ist doch:
Waren die zwei betroffenen Geldgeber vorher als nicht 100% zuverlässig bekannt, dann ist es ein Managementfehler, so nach dem Motto: Wir brauchen Geld, egal woher!

Wenn ein Geldgeber nach sicheren Erkenntnissen zu 100% zuverlässig erscheint und diese dann nicht zahlen können, kann man dass dem Management nicht zwangsläufig anlasten.

Die Wahrheit werden wir als Normalo-Fan eh nicht erfahren.

22

Dienstag, 17. Juli 2012, 22:17

Das klingt mir ein wenig zu einfach. Ist es "Schicksal", dass es Lemgo getroffen hat oder stehen dahinter Fehler im Management?


Meiner Meinung nach ist es ein Fehler im System. Ehemalige Handballer, die Management-Posten besetzen, sind nicht unbedingt erfahrenene Kaufleute. Da erkennt man den Nigeria-Scam halt nicht, wenn er von Schlitzäugigen vorgeführt wird.

23

Dienstag, 17. Juli 2012, 22:31

Glaubt man der Handballwoche, dann ist die Sache in Lemgo noch lange nicht durch.

Jaydeeblue

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24

Mittwoch, 18. Juli 2012, 02:53

Was sich die HBL aber schon irgendwie vorwerfen lassen muss ist die Häufigkeit der Probleme. Ja das mag in anderen Ländern auch so sein, aber wenn man mal den Quervergleich zu Fußball Bundesliga zieht, dann scheint da einfach besser gearbeitet zu werden.
Auf mich wirkt jedenfalls das Lizenzensierungsverfahren irgendwie albern. Ich glaube das wird schon seriöse Geldgeber abschrecken. Man könnte fast anschließen und meinen, dass es kein Wunder sei, dass man Toyota als Hauptsponsor verloren hat.

25

Mittwoch, 18. Juli 2012, 07:35

Was sich die HBL aber schon irgendwie vorwerfen lassen muss ist die Häufigkeit der Probleme. Ja das mag in anderen Ländern auch so sein, aber wenn man mal den Quervergleich zu Fußball Bundesliga zieht, dann scheint da einfach besser gearbeitet zu werden.
Auf mich wirkt jedenfalls das Lizenzensierungsverfahren irgendwie albern. Ich glaube das wird schon seriöse Geldgeber abschrecken. Man könnte fast anschließen und meinen, dass es kein Wunder sei, dass man Toyota als Hauptsponsor verloren hat.


Das ist ein Äppel mit Birnen-Vergleich.
Beim Fußball leben die Vereine zum größten Teil von den Fernsehgeldern und haben im übrigen viel mehr Vereine, die viel mehr Schulden haben.
Beim Handball ist der Verein auf große Sponsoren angewiesen, wenn er Erfolg haben will.
Wenn Bayern der Hauptsponsor wegbricht, wird da kurz geschluckt, aber es stehen schon 10 Neue vor der Tür, die ähnliche finanzielle Mittel zum Sponsoring im Fußball haben.
Wenn beim THW die Provinzial plötzlich den Abflug macht, weiß man auch nicht wie schnell sich da etwas neues findet?
Es stimmt schon, dass das tatsächlich jede Handballmannschaft treffen kann. Denn kein Verein steckt in der Firmenpolitik seiner Sponsoren. Und wenn diese die Grätsche machen, kann das im Handball kein Verein wuppen. :verbot:

Crusty

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26

Mittwoch, 18. Juli 2012, 08:02


Es stimmt schon, dass das tatsächlich jede Handballmannschaft treffen kann. Denn kein Verein steckt in der Firmenpolitik seiner Sponsoren. Und wenn diese die Grätsche machen, kann das im Handball kein Verein wuppen. :verbot:
Es kann jede Handballmannschaft unterschiedlich hart treffen. Die mit einem breiten Sponsorenpool können das leichter wuppen, als die mit wenigen oder einem Mäzen. RNL, Kopenhagen und viele Beispiele aus der Vergangenheit belegen das.

Der Fall Lemgo scheint mir allerdings etwas anders gelagert zu sein. Der Abgang des Hauptsponsors stand lange fest und doch hatte man bis dato keinen neuen präsentiert. Wenn ich böse wäre, würde ich spekulieren, dass man die beiden neuen Sponsoren (die man ungenannt läßt) für die Lizenz dringend gebraucht hat und ansonsten auf das Wohlwollen der Freunde und Gönner (in Flensburg tut man das auch gerne) vertraut hat....aber ich bin ja nicht böse....

In jedem fall scheint es für den Beobachter von Außen, als hätte man da in Lemgo ein wenig gepennt, bzw. nicht ordentlich gearbeitet. Man möge mich korrigieren.

27

Mittwoch, 18. Juli 2012, 08:43


In jedem fall scheint es für den Beobachter von Außen, als hätte man da in Lemgo ein wenig gepennt, bzw. nicht ordentlich gearbeitet. Man möge mich korrigieren.


Das mag so sein.
Man steckt da ja auch leider nicht so drin! (Oder auch Gottseidank!)

Es bleibt zu hoffen, dass Lemgo aus dieser Sache mit einem blauen Auge herauskommt und im Moment sieht es ja danach aus.
Ansonsten könnte man sich ja mal beim VFL Gummersbach erkundigen, wie man so etwas meistert! :P

28

Mittwoch, 18. Juli 2012, 09:10


In jedem fall scheint es für den Beobachter von Außen, als hätte man da in Lemgo ein wenig gepennt, bzw. nicht ordentlich gearbeitet. Man möge mich korrigieren.


Das mag so sein.
Man steckt da ja auch leider nicht so drin! (Oder auch Gottseidank!)

Es bleibt zu hoffen, dass Lemgo aus dieser Sache mit einem blauen Auge herauskommt und im Moment sieht es ja danach aus.
Ansonsten könnte man sich ja mal beim VFL Gummersbach erkundigen, wie man so etwas meistert! :P


Aus der Handballwoche:
Trotz gegenteiliger Bekundungen scheint die Lage in Lemgo immer noch nicht stabil. Weiteres Ungemach droht nämlich durch das Finanzamt. Wie schon vor einem Jahr bekam der Klub Besuch von der Steuerfahndung. Laut Zerbe geht es immer noch um geldwerte Vorteile, die VIP- Kartenbesitzer angeblich nicht versteuert haben. "Da weiß offenbar die rechte Hand nicht, was die linke Hand tut", kritisierte Zerbe die Bielefelder Finanzbehörde. Auch in diesem Punkt hatte sich Haverkamp getäuscht. Anfang Mai hatte der Beiratschef noch über " sehr ausgewogene Gespräche " mit den Finanzbehörden berichtet, das Finanzamt habe " Verständnis " für den Klub entwickelt. Auch hier war er offenbar falsch informiert.

29

Mittwoch, 18. Juli 2012, 12:28



Aus der Handballwoche:
Trotz gegenteiliger Bekundungen scheint die Lage in Lemgo immer noch nicht stabil. Weiteres Ungemach droht nämlich durch das Finanzamt. Wie schon vor einem Jahr bekam der Klub Besuch von der Steuerfahndung. Laut Zerbe geht es immer noch um geldwerte Vorteile, die VIP- Kartenbesitzer angeblich nicht versteuert haben. "Da weiß offenbar die rechte Hand nicht, was die linke Hand tut", kritisierte Zerbe die Bielefelder Finanzbehörde. Auch in diesem Punkt hatte sich Haverkamp getäuscht. Anfang Mai hatte der Beiratschef noch über " sehr ausgewogene Gespräche " mit den Finanzbehörden berichtet, das Finanzamt habe " Verständnis " für den Klub entwickelt. Auch hier war er offenbar falsch informiert.


Es ist ganz simpel. Zuerst ging es um die Sponsoren und Werbekunden, d.h. um die in den Paketen enthaltenen Tickets.

Nun geht es um den Kreis Lippe, Eigentümer der Lipperlandhalle, und momentaner Gläubiger, der Hallenmiete stundet.
Der Kreis Lippe ist ´Besitzer´ einer VIP-Loge mit 15 Tickets. Und um deren Nutzung und evtl. geldwerte Vorteile geht es nun.
Dass es sich hier um eine merkwürdige Konstruktion handelt, von der die Bürger Lippes überhaupt nichts haben, ausser dem
Verlust aus der Nicht-Vermietung, ist nun ein politisches Thema, und zu recht. Die kursierende Unterstellung einer Gutsherrenmentalität des Landrates scheint mir hier durchaus angebracht.

30

Mittwoch, 18. Juli 2012, 22:58


In jedem fall scheint es für den Beobachter von Außen, als hätte man da in Lemgo ein wenig gepennt, bzw. nicht ordentlich gearbeitet. Man möge mich korrigieren.


Das mag so sein.
Man steckt da ja auch leider nicht so drin! (Oder auch Gottseidank!)

Es bleibt zu hoffen, dass Lemgo aus dieser Sache mit einem blauen Auge herauskommt und im Moment sieht es ja danach aus.
Ansonsten könnte man sich ja mal beim VFL Gummersbach erkundigen, wie man so etwas meistert! :P
.

das würde aber ordentlich was kosten. ;)

Highness

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31

Sonntag, 22. Juli 2012, 10:31

Grundsätzlich ist es richtig, dass jeder Handballbundesligist in kurzfristige Schwierigkeiten gerät, wenn der Hauptsponsor aussteigt. Es ist auch richtig, dass Vereine, die ihr Sponsoring auf ein breiteres Fundament gestellt haben, diese Schwieirigkeiten besser meistern können als Vereine, die nur wenige - dafür aber zahlungskräftige Sponsoren - haben. Ein aktuelles Beispiel stellt Frisch Auf Göppingen dar: dort hat der bisherige Hauptsponsor EnBW relativ kurzfristig erklärt, dass der auslaufende Sponsoringvertrag (Volumen: ca. 500.000 Euro) nicht mehr verlängert wird. Frisch Auf hatte bis dahin eigentlich immer nur positive Signale seitens EnBW erhalten, von daher kam der Ausstieg doch überraschend. Die plötzliche Lücke konnte dennoch geschlossen werden, weil Frisch Auf eben ein breites Sponsorenfundament hat und einige Geldgeber bereit waren, ihre Sponsorships aufzustocken. Außerdem wurde ein zusätzlicher Trikotsponsor gefunden, der die Hälfte des bisherigen EnBW-Volumens übernimmt. Sollte nun auch noch ein zweiter Trikotsponsor gefunden werden, kommt Frisch Auf aus der Geschichte auch noch mit einem satten Plus raus.

In Lemgo erscheint mir das allerdings alles etwas anders zu sein. So wie sich die Sache darstellt, stinkt da einiges gewaltig zum Himmel. Meines Erachtens existierten die beiden Sponsoren, die jetzt einen kurzfristigen Absprung gemacht haben, nur auf dem Papier, um die Lizenz zu erhalten. Der finanzielle Engpass war schon vorher existent. Dass man jetzt auch noch sehr kurzfristig einen Sponsor präsentiert, der eine Million Euro bringen soll, ist doch Augenwischerei. Seriöse Vereine brauchen Monate, manchmal sogar Jahre, bis sie einen Sponsor in dieser Größenordnung akquiriert haben. Und in Lemgo soll das innerhalb von Tagen funktionieren? Sehr seltsam! Ebenfalls unseriös ist das Geschäftsgebahren des TBV in Sachen Spielerverpflichtung: da wurden Spieler zu einem Preis verpflichtet, den sich andere Vereine nicht leisten können. Und dann dürfen diese Spieler gleich zu Beginn ihres Enagagements erst einmal auf 10 bis 15 Prozent ihres Gehalts verzichten. Wenn die anderen Vereine 10 bis 15 Prozent mehr Gehalt geboten hätten, hätten sich diese Spieler eventuell für den anderen Verein entschieden. Und zuguterletzt: dem TBV werden nun einfach so mal 220.000 Euro an Hallenmiete geschenkt. Geht es den Kommunen in Ostwestfalen so gut, dass man sich solche direkten Subventionen einfach so leisten kann? Von dem Geld hätte man beispielsweise auch fünf Kindergärtnerinnern für zwei Jahre einstellen können. Auch hier hat das alles einen seltsamen Nebengeschmack. In Lemgo muss man sich aber auch nicht wundern, wenn man einen Mann wie Fynn Holpert in der Geschäftsführung sitzen hat. Spätestens nach der verpatzten Immobiliengeschichte, bei dem einige Handballer große Summen verloren haben, müsste dieser Mann im deutschen Handball eigentlich verbrannt sein. Dass er dennoch eine entscheidende Funktion ausüben darf, ist wohl nur in Lemgo möglich.

Arcosh

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32

Montag, 23. Juli 2012, 00:39

So wie sich die Sache darstellt, stinkt da einiges gewaltig zum Himmel. Meines Erachtens existierten die beiden Sponsoren, die jetzt einen kurzfristigen Absprung gemacht haben, nur auf dem Papier, um die Lizenz zu erhalten. Der finanzielle Engpass war schon vorher existent. Dass man jetzt auch noch sehr kurzfristig einen Sponsor präsentiert, der eine Million Euro bringen soll, ist doch Augenwischerei. Seriöse Vereine brauchen Monate, manchmal sogar Jahre, bis sie einen Sponsor in dieser Größenordnung akquiriert haben. Und in Lemgo soll das innerhalb von Tagen funktionieren? Sehr seltsam!

Wo steht, dass ein Sponsor allein eine Million aufgebracht haben soll? In der lokalen Presse war letzte Woche von zehn Geldgebern die Rede.
(Solange die Namen der säumigen Sponsoren nicht genannt werden, bleiben zumindest Zweifel an dieser Geschichte ...)

Ebenfalls unseriös ist das Geschäftsgebahren des TBV in Sachen Spielerverpflichtung: da wurden Spieler zu einem Preis verpflichtet, den sich andere Vereine nicht leisten können. Und dann dürfen diese Spieler gleich zu Beginn ihres Enagagements erst einmal auf 10 bis 15 Prozent ihres Gehalts verzichten. Wenn die anderen Vereine 10 bis 15 Prozent mehr Gehalt geboten hätten, hätten sich diese Spieler eventuell für den anderen Verein entschieden.

Teuere Neuverpflichtungen? Lemgos Neuzugänge sind Hendrik Pekeler (Bergischer HC), Timm Schneider (TV Hüttenberg), Patrick Zieker (SG Bietigheim), Dennis Doden (Wilhelmshavener HV), Max Hörning (ASV Senden), Arjen Haenen (eigene 2. Mannschaft) und Finn Lemke. Das liest sich eher nach zurückhaltener Einkaufspolitik - auch wenn Pekeler und Schneider sicherlich von mehreren Vereinen umworben wurden.


Bezüglich der geschenkten Hallenmiete seitens der Kommune stimme ich dir zu. Allerdings sind Subventionen aus öffentlicher Hand für den Profisport ein weites Feld. Ebenso könnte man das Sponsoring seitens (Teil-)staatlicher Unternehmen wie auch EnBW oder die allerorten präsenten Sparkassen in Frage stellen bzw. sich Fragen wo die Grenze verläuft zwischen branchenüblichem Sponsoring mit Mehrwert für den Sponsor und mehr oder weniger verdeckten Zuschüssen aus öffentlicher Hand.

33

Montag, 23. Juli 2012, 07:58

Und zuguterletzt: dem TBV werden nun einfach so mal 220.000 Euro an Hallenmiete geschenkt. Geht es den Kommunen in Ostwestfalen so gut, dass man sich solche direkten Subventionen einfach so leisten kann? Von dem Geld hätte man beispielsweise auch fünf Kindergärtnerinnern für zwei Jahre einstellen können. Auch hier hat das alles einen seltsamen Nebengeschmack.

"Wer im Glashaussitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!"
Diese ständige Debatte über Subventionen geht langsam auf den Senkel. Man sollte sich endlich bewusst werden, dass JEDER Verein im Spitzensport nun mal vom Staat Geld erhält. Nicht direkt, aber eben über verschiedene Kanäle. Und das bei einem Verein zu kritisieren, aber selber auch aus einem Millionentopf profitiert zu haben, halte ich für sehr heuchlerisch.
Man muss auch erstmal die Struktur kennen, um festzustellen, wohin die Hallenmiete eigentlich fließt. Diese fließt an den Betreiber der Lipperlandhalle. Und neben dem Kreis Lippe, ist auch der TBV hier Teilhaber. Am Ende soll die Halle Gewinn abwerfen. Heißt, bei einem Erlass von 220000Euro an Hallenmiete, wird der öffentlichen Staatskasse wohl am Ende maximal 110000 Euro fehlen. Und das ist schon sehr sehr hoch gegriffen.
Viele Grüße
:hi:

Highness

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34

Montag, 23. Juli 2012, 11:42

"Wer im Glashaussitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!"

Auch außerhalb des Glashauses sollte man nicht mit Steinen werfen, sondern eher mit Argumenten überzeugen.

Diese ständige Debatte über Subventionen geht langsam auf den Senkel. Man sollte sich endlich bewusst werden, dass JEDER Verein im Spitzensport nun mal vom Staat Geld erhält. Nicht direkt, aber eben über verschiedene Kanäle. Und das bei einem Verein zu kritisieren, aber selber auch aus einem Millionentopf profitiert zu haben, halte ich für sehr heuchlerisch.

Natürlich kann man auch kritisieren, dass öffentliche Gelder zum Ausbau der ehemaligen Hohenstaufenhalle verwendet wurden. Dafür bekam Göppingen aber auch eine schmucke Veranstaltungshalle mit integrierter Schulsporthalle. Man könnte das also auch als Investition in die kommunale Infrastruktur bewerten. Aber kritisieren kann man das natürlich schon. Dennoch macht es schon einen Unterschied ob öffentliche Gelder für eine infrastrukturelle Maßnahme fließen, von dem ein seriös geführter Verein wie Frisch Auf Göppingen (und auch andere Göppinger Vereine) profitieren oder ob die Kommune auf viel Geld verzichten muss weil der orstansässige Bundesligaverein über seine Verhältnisse gewirtschaftet hat und das Geschäftsgebahren dieses Vereins weder seriös noch professionell genannt werden kann.

Man muss auch erstmal die Struktur kennen, um festzustellen, wohin die Hallenmiete eigentlich fließt. Diese fließt an den Betreiber der Lipperlandhalle. Und neben dem Kreis Lippe, ist auch der TBV hier Teilhaber. Am Ende soll die Halle Gewinn abwerfen. Heißt, bei einem Erlass von 220000Euro an Hallenmiete, wird der öffentlichen Staatskasse wohl am Ende maximal 110000 Euro fehlen. Und das ist schon sehr sehr hoch gegriffen.


Das Argument ist schon deshalb hinfällig weil es auf einem fehlerhaften Gedankengang beruht. Es gibt keine, und ich wiederhole: keine (!) Sporthalle in Deutschland, die Gewinn abwirft. Infolgedessen ist auch die Halbierung des Gewinns eine Milchmädchenrechung. Aber in Gummersbach nimmt man es mit Rechnungen ja auch nicht so ernst.

Ich bleibe dabei: bei der ganzen Sache stinkt es gewaltig zum Himmel und es würde mich nicht wundern, wenn wir in dieser Saison noch häufiger über die wirtschaftlichen Probleme des TBV sprechen müssen.

TBV Phil

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35

Montag, 23. Juli 2012, 12:45

Natürlich kann man auch kritisieren, dass öffentliche Gelder zum Ausbau der ehemaligen Hohenstaufenhalle verwendet wurden. Dafür bekam Göppingen aber auch eine schmucke Veranstaltungshalle mit integrierter Schulsporthalle. Man könnte das also auch als Investition in die kommunale Infrastruktur bewerten. Aber kritisieren kann man das natürlich schon. Dennoch macht es schon einen Unterschied ob öffentliche Gelder für eine infrastrukturelle Maßnahme fließen, von dem ein seriös geführter Verein wie Frisch Auf Göppingen (und auch andere Göppinger Vereine) profitieren oder ob die Kommune auf viel Geld verzichten muss weil der orstansässige Bundesligaverein über seine Verhältnisse gewirtschaftet hat und das Geschäftsgebahren dieses Vereins weder seriös noch professionell genannt werden kann.
@highness... was ist die Lipperlandhalle denn bitte für eine Halle?! Dort finden keine Veranstaltungen und Schulsport statt??? Man sollte sich erstmal Informieren... Und Lemgo kauf Spieler für viel Geld?!?! Hast du die Auszüge der Ablösezahlungen gesehen oder woher dein wissen? :pillepalle: :pillepalle: :pillepalle:
** Keine Sonne lacht... nur für den "Rentner" ;) **

36

Montag, 23. Juli 2012, 13:04

Es geht hier immernoch nicht um Subventionen an einen Verein! Des weiteren habe ich geschrieben, dass "die Halle am Ende gewinn abwerfen soll". Heißt nicht, dass sie dies auch tut. Trotzdem können Hallen auch profitabel betrieben werden. Die Einnahmen von den Hallenbetreibern setzen sich aus Sponsering, Einnahmen durch Vermietung und Catering, sowie Fördermittel durch öffentliche Stellen (meist Kreis) zusammen. Durch Einnahmen alleine sind positive Ergebnisse nicht einzufahren. Die Praxis zeigt auch die von dir angesprochenen Verluste sämtliche Hallen in Deutschland.
Um jetzt mal die Einzelposten etwas aufzudröseln: Neben der direkten Mitfinanzierung einer Halle durch direkte Förderung (Zuschuss) zahlt der Kreis auch für Breitensport und Schulsport. Das hat man in sämtlichen Kommunen so. dazu werden - so zum Beispiel in Gummersbach - durch den Schulsport der FH noch Mittel vom Land NRW abgegriffen. Hier darf man aber nicht von einem Zuschuss, sondern von einer Miete sprechen.
Die von dir angesprochenen 220000 Euro fehlen natürlich dem Betreiber der Lipperlandhalle. Hier aber zu 100% entgangene Gelder für die Kommune zu sehen, ist schlichtweg falsch. Und ich habe NIEMALS von einer Halbierung des Gewinns geredet! Sondern vom Fehlbetrag, der dann wohl dem Steuerzahler wohl zusätzlich in Rechnung gestellt würde.

Das ist ein Bruchteil von dem, was passieren würde, wenn durch 220000 Euro der TBV Pleite geht, und somit auch der Gesellschafter für die Halle, somit auch DER Hauptmieter, dessen ausbleibende Zahlungen ein viel viel größeres Minus in die Staats/Kommunal-Kasse reißen würde.
Und warum lässt man einen Bundesligaverein nicht gerne am Land pleite gehen? Da werden in Lemgo die gleichen Argumente zählen wie in Gummersbach: Aushängeschild für die Region, Werbung für den Wirtschaftsstandort, Werbung für den Breitensport.

Übrigens wohl die gleichen Argumente, die in Göppingen, wenn es drauf ankäme, zählen würden. Auch solltest du mal drauf achten, welche öffentliche Töpfe beim Verein Frischauf angezapft werden könnten. Und sei es nur Geld aus öffentlicher Hand für den Breitensport und Jugendförderung.
Viele Grüße
:hi:

Highness

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37

Montag, 23. Juli 2012, 13:57

@highness... was ist die Lipperlandhalle denn bitte für eine Halle?! Dort finden keine Veranstaltungen und Schulsport statt??? Man sollte sich erstmal Informieren... Und Lemgo kauf Spieler für viel Geld?!?! Hast du die Auszüge der Ablösezahlungen gesehen oder woher dein wissen? :pillepalle: :pillepalle: :pillepalle:

Auch drei :pillepalle: machen das Argument nicht besser.

Im Göppinger Beispiel geht es um eine infrastrukturelle Investition (Summe x für den Bau einer Veranstaltungs- und Schulsporthalle). Im Lemgoer Beispiel um den Verzicht auf Mieteinnahmen, die in die Betriebsgesellschaft zur Deckung der Betriebskosten fließen. Das ist nicht nur bilanziell ein großer Unterschied.

Zumindest in zwei Fällen aus der Vergangenheit (Galia/Kraus) kenne ich die Zahlen sehr genau. Und das waren definitiv teure Spieler. Und auch aktuell kostet Pekeler (ein angehender deutscher Nationalspieler) nicht nur ein paar Groschen. Der hatte im Übrigen auch Angebote anderer Vereine vorliegen, die allerdings nicht so lukrativ waren wie das Lemgoer Angebot (wenn man allerdings die 10 bis 15% Gehaltsverzicht abzieht wären auch die anderen Angebote eine echte Alternative gewesen).

Nochmals: dass ein Sponsor sich finanziell zurückzieht ist darstellbar. Dass es aber gleich zwei Sponsoren sein sollen, die ihre angeblichen finanziellen Zusagen wieder zurückziehen ist schon sehr verdächtig. Ich bleibe dabei: diese "Sponsoren" existierten nur auf dem Papier damit man die Lizenz bekommt.

38

Montag, 23. Juli 2012, 15:23

Du solltest Deine Gedanken mal sortieren, Your Highness, da fehlt der chronologische Faktor.
Was hat die heutige Krise in Lemgo damit zu tun, dass man vor vier und drei Jahren unsinnige Summen - davon 700.000 Euro für Galia in Richtung Göppingen - für Wunschspieler ausgegeben hat, nur weil das Geld zur Verfügung stand? Gut dass das heute nicht mehr so ist. Du scheinst aber deswegen irgendwie noch gekränkt zu sein. Freu Dich doch, beide Spieler waren das Geld nicht wert, das Göppingen dafür bekommen hat.
Zu der Hallenmiete ist mein Wissensstand, das die Summe gestundet ist. Was immer das in der Zukunft wert ist.
Und in dem jetzigen Kader sehe ich eher den Wunsch verwirklicht, mit einem geschrumpften Etat das Bestmögliche zu bewegen als ´teure Neuverpflichtungen´.
Wo ich Dir voll zustimme, das ist Fynn Holpert. Der war ja schon bei Provital angestellt, und sie haben ihn mit dem Ende des großen Engagements zurückentsorgt, als Verpflichtung für Lemgo im Zusammenhang mit dem auslaufenden reduzierten Sponsoring. Dafür ist sicher ein Zeitrahmen festgelegt, und ich behaupte, er wird keinen Tag länger hier sein.

39

Montag, 23. Juli 2012, 17:06

Grundsätzlcih hat es immer ein kleines Geschmäckle, wenn Vereine ihren Spielern Gehaltsverzichte abringen müssen, dessen Höhe in etwa der Differenz zu dem nächstbesten Angeboten betragen, bzw. höher sind. Das Beispiel Pekeler war schon ganz passend. Noch perfider finde ich allerdings die Tatsache, daß so etwas immer erst dann geschieht, wenn die Saison kurz vor Beginn steht, wo die Vereine bis auf weniger Ausnahmen ihre Kaderplanungen abgeschlossen haben. So bleibt den Spielern der klammen Clubs meist nichts anderes übrig, als die Kröte Gehaltsreduzierung zu schlucken, da sie so kurzfristig keine adäquaten anderen Arbeitgeber mehr finden. Das gleiche hat Flensburg vor ein paar Jahren ja bekannterweise auf einem weitaus höheren Gehaltsniveau (und sportlichem Niveau) vorexerziert.

Im Übrigen war dort auch ein gewisser Fynn H. verantwortlich für die Situation. Zufall? :cool:

Trollinger

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40

Dienstag, 24. Juli 2012, 17:05

Hallenmiete hin, Spielergehälter her. Darüber lässt sich natürlich trefflich diskutieren, mir kommt dabei aber die "Auslösehandlung" etwas zu kurz und die lässt sich mit dem Wort "unseriös" schon ganz gut beschreiben.

Wenn man sich die Geschenisse in Lemgo mit etwas Abstand betrachtet, kann man die Puzzleteile doch fein säuberlich und ohne große Probleme zusammenfügen. Mein fertiges Puzzle sieht so aus:
Heristo steigt zum 30.06.2012 endgültig in Lemgo aus. Man reagiert darauf indem die Kosten für den Kader deutlich reduziert werden. Trotzdem geht man in ein gewisses Risiko, da man davon ausgeht dass man potente neue Sponsoren gewinnen kann, die einen Teil der entstehenden Lücke schließen können (oder noch besser die ganze Lücke).

Den agierenden Personen beim TBV gelingt es aber nicht so schnell wie erhofft die notwendigen Großsponsoren an Land zu ziehen. Das Lizenzierungsverfahren wartet aber nicht. Dem TBV gelingt es nun anscheinend rechtzeitig (heimlich, still und leise) zwei große Sponsoren zu finden, die eine Lizenzerteilung ohne Auflagen für die Saison 2012/2013 ermöglichen.

Das TBV Management sucht aber natürlich weiter fleißig nach Großsponsoren, müssen sie auch da die zwei "Luftnummern" ja nichts einbringen werden. Diese Akquise geht aber mächtig in die Hose, und man kann beim TBV zum Saisonbeginn keine Partner präsentieren die eine Lücke von 1,4 Millionen Euro schließen können. Damit ist man zum Saisonbeginn faktisch pleite!
Was jetzt folgt ist das "oberbergische Geschäftsmodell": Gib mir ganz schnell Geld, bzw. verzichte auf Dein Geld, sonst geht hier alles den Bach runter!

Dieses Modell hat Erfolg und alle sind glücklich...

Und sollte die Prognose von "research-it" richtig sein (hab sie unten noch mal als Zitat eingefügt), dann hat die ganze "Räuberpistole" für den TBV Lemgo am Ende vielleicht wirklich etwas gutes ;)


Wo ich Dir voll zustimme, das ist Fynn Holpert. Der war ja schon bei Provital angestellt, und sie haben ihn mit dem Ende des großen Engagements zurückentsorgt, als Verpflichtung für Lemgo im Zusammenhang mit dem auslaufenden reduzierten Sponsoring. Dafür ist sicher ein Zeitrahmen festgelegt, und ich behaupte, er wird keinen Tag länger hier sein.

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