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Tuesday, August 18th 2015, 6:24pm

Der TuS Nettelstedt-Lübbecke-Thread

Ich hatte - auch weil es in Rostock keine freien Hotelzimmer mehr gab - am Wochenende etwas Zeit, meine Gedanken zur bevorstehenden TuS-Saison mal grob zusammenzufassen...

Quoted

Das verflixte siebente Jahr - Der Versuch einer Einschätzung vor Beginn der 26. Bundesligasaison des TuS Nettelstedt-Lübbecke

Länger als sieben Jahre konnte sich der TuS Nettelstedt-Lübbecke bislang nie in der Bundesliga halten. In den Spielzeiten 1982/1983 und 2000/2001 musste der Verein am Ende des "verflixten" siebenten Jahres der Zugehörigkeit zur ersten Liga absteigen. 2015/2016 ist das siebente Spieljahr nach dem Wiederaufstieg 2009.

Wie sind die Chancen, erstmals in der Klubgeschichte das achte Bundesliga-Jahr in Folge zu erreichen?

Zunächst zum Formalen: Die Sondersituation der vergangenen Saison ist bereinigt. Die Liga startet wieder mit 18 Mannschaften. Am Ende steigen die drei Letzten der Tabelle ab. Eine Relegation gibt es nicht. Sollte ein Verein, der nicht zu den sportlichen Absteigern gehört die Lizenz nicht erhalten, steigen neben diesem nur der Vorletzte und Letze ab.

Oder kurz: Wer "drin" bleiben will, muss drei Mannschaften hinter sich lassen und nicht mehr vier, wie zuletzt.

Wie ist der "Status-Quo" beim TuS Nettelstedt-Lübbecke?

Der neue Trainer Goran Suton hat einen Kader mit 14 Profis zur Verfügung. Das bedeutet einerseits, dass sämtliche Spieler auch auf den Spielbericht kommen und sich der Trainer "keinen Kopf" machen muss, wer hinter der Bank bleiben muss. Andererseits aber auch einen gewagt kleinen Kader.

Schließlich ist der TuS in der vergangenen Serie verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht einmal komplett gewesen. In der Vorbereitung war zu sehen, dass zu viele Ausfälle nicht kompensiert werden können.

Welche Risiken birgt der Kader?

Der TuS hat mit Tim Suton (19) und Vuko Borozan (21) den jüngsten linken Rückraum der Liga – im Schnitt 20 Jahre alt. Beide Halblinken verfügen über jeweils etwa ein halbes Jahr Erstligaerfahrung; zweifelsohne aber auch über ein großes Entwicklungspotenzial.

Das Risiko liegt auf der Hand, aber auch die Chance. Risiko und Chance sind ohnehin die Kehrseiten derselben Medaille. Spieler wie Pieczkowski, Schöngarth, Langhans, Tauabo etc. haben einen riesigen Leistungssprung nach vorne gemacht, als sie Spielzeit in der ersten Liga bekamen. Zudem ist Niklas Pieczkowski auch im linken Rückraum Position einsetzbar, sodass Goran Suton nicht vollständig auf die „Jungspunde“ angewiesen ist.

Mit Vuk Lazovic wurde die zentrale Deckungsposition neu besetzt. Zwar muss Lazovic noch die deutsche Sprache lernen und sich in einem neuen Umfeld zurecht finden; aber immerhin ist auch in hektischen Spielsituationen die Kommunikation mit den Torhütern möglich. Ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden darf, wie man zu Beginn der vergangenen Saison mit bekanntem Ergebnis in Minden gesehen hat.

Ob sich Lazovic im Angriff körperlich gegen die im Regelfall sehr robusten Innenverteidiger der Konkurrenz durchsetzen kann, wird sich zeigen. Die in der Vorbereitung gezeigten Ansätze lassen auf ein sehr gutes Sperre-Absetz-Verhalten des Neuzugangs hoffen.

Zudem sollte Christian Klimek nach einer auch verletzungsbedingt „unrunden“ Premierensaison in dieser Spielzeit den Durchbruch schaffen können.

Der Trainer

Bei der Auflistung der ins Auge fallenden Risiken darf auch die Besetzung des Trainerpostens nicht unerwähnt bleiben. Goran Suton verfügt als Trainer über ein knappes Jahr Bundesligaerfahrung, die er in der Saison 2009/2010 mit einer zugegebenermaßen nicht konkurrenzfähigen Mannschaft der HSG Düsseldorf sammelte.

Goran Suton präsentierte sich in seinen ersten Wochen in Lübbecke als sehr offen, sympathisch, überaus kommunikativ, gut über seine neue Heimat informiert, ehrgeizig, zuversichtlich, zielstrebig, hoch motiviert und wirkte unverbraucht. Das kann zu einer großen Stärke werden.

Goran Suton legt sehr viel Wert darauf, dass die Mannschaft zusammenwächst und sich – anders als zuletzt - über die gesamte Saison als Mannschaft präsentiert. Mit eben aufgeführten Eigenschaften des Trainers steigen die Chancen, dieses Ziel zu erreichen; ähnlich wie in Lemgo in der Saison 13/14 als Niels Pfannenschmidt mit ähnlichen Eigenschaften dort Trainer einer - so wie er selber - recht unerfahrenen aber am Ende die Fans begeisternden Mannschaft wurde.

Sehr spannend zu beobachten wird aber sein, wie Goran Suton in der Liga mit der weltweit größten Leistungsdichte damit umgeht, über die Einsatzzeiten seines Sohnes Tim zu entscheiden. Die Konstellation „Vater trainiert Sohn“ birgt auf diesem hohen sportlichen Niveau im Innen- und Außenverhältnis schon aus der Natur der Sache heraus viel Konfliktpotenzial für den „Betriebsfrieden“ innerhalb einer Profimannschaft; erst recht, wenn es im Laufe einer Saison mal nicht so laufen sollte wie gewünscht oder (vom Umfeld) erwartet.
Das könnte ein ständiger „Ritt auf der Rasierklinge“ werden, der eigentlich nur mit dem „gepolsterten Sattel“ Erfolg bequem werden kann.

Die Stärken des Kaders?

Zweifelsohne die Mitte und der rechte Rückraum. Niclas Pieczkowski hat sich trotz eines Drago Vukovic auf seiner Position in seinem ersten Jahr beim TuS zum Nationalspieler entwickelt und auch im Trikot des DHB überzeugende Leistungen gezeigt. „Pietsche“ ist auch in der Abwehr eine Bank und nicht nur auf den Halbpositionen, sondern auch im Deckungszentrum einsetzbar. Mit Benni Herth konnte ein sehr erfahrener und von Dr. Rolf Brack taktisch hervorragend ausgebildeter Spieler für diese Position hinzugewonnen werden. In der Mitte ist der TuS überdurchschnittlich gut besetzt.

Wie auch im rechten Rückraum, wo sich Jens Schöngarth und Gabor Langhans prima ergänzen. Platt gesagt: Ein „Shooter“ und ein „Wühler“ mit Auge, der auch dann noch sehr gefährlich ist, wenn er „festgemacht“ scheint: Das hat längst nicht jeder Konkurrent aufzubieten, erst recht nicht, weil beide auch in der Lage sind, in der Deckung ordentlich zu agieren.

Auch die linke Außenposition ist mit Tim Remer und Jens Bechtloff sehr ordentlich besetzt.

Das realistische Ziel?

Das realistische Ziel kann in meinen Augen nur Klassenverbleib heißen.

Warum? Nun, aus der Erfahrung und der TuS-Historie in diesem Jahrtausend muss nüchtern festgestellt werden, dass der TuS – egal unter welchem Trainer und mit welcher Mannschaft – in der ersten Liga immer mindestens sechs Punkte unter den realistischen Möglichkeiten geblieben ist und über Gebühr leichtfertig Spiele abgeschenkt hat. Die Gründe hierfür sind scheinbar noch nicht gefunden und damit auch nicht beseitigt worden. Demnach ist es keine Schwarzmalerei - sondern vielmehr realistisch -vorerst davon auszugehen, dass dem TuS dieses Mysterium erhalten bleibt.

Aber selbst wenn man diesem „historischen Ansatz“ nicht folgen will und nur auf das „Jetzt“ schaut, fällt auf:

Die eine oder andere personelle Entscheidung war sehr mutig, alle aber durchweg sympathisch und sicher auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet.

Der TuS verfolgt sein Konzept, wenn machbar auf junge Spieler zu setzen, auch in dieser Saison konsequent weiter. So gibt es die Grundlage für eine höhere Toleranzgrenze im Umfeld und bei den Fans. Voraussetzung ist allerdings, dass die Mannschaft vor allem bei den Heimspielen entsprechend auftritt. Dann werden Fehler leichter verziehen werden und die Geduld bei allen Beteiligten wird größer.

Mannschaft und Trainer haben allerdings unter der Bürde der unsäglichen Heimauftritte der vergangenen 18 Monate zu leiden. OK, das ist wieder ein Blick zurück. Allerdings ist dieser notwendig, weil aus diesem eine ganz konkrete Auswirkung auf die Gegenwart folgt: Der u.a. in Heimspielen wie Emsdetten, Minden, Berlin, Hamburg, Gummersbach und Balingen leichtfertig verspielte Kredit muss jetzt zurückgewonnen werden. Das Auftaktprogramm macht das nicht leichter. Von einem guten Start in Eisenach und Magdeburg wird also viel abhängen.

Wer sind die Konkurrenten?

Letztlich scheint die Liga in dieser Saison noch ausgeglichener zu sein, als in der abgelaufenen Runde. Oben wie unten. So ist es sehr wahrscheinlich, dass am Ende Kleinigkeiten und so genannte „weiche Faktoren“ für den Erfolg ausschlaggebend und entscheidend sein werden. Im Letzteren war der TuS - diplomatisch ausgedrückt - in der Vergangenheit nicht unbedingt Marktführer.

Neben den drei Aufsteigern aus Stuttgart (= Bittenfeld), Leipzig und Eisenach dürfte auch für Lemgo, Wetzlar, den Bergischen HC und Balingen das oberste Ziel Klassenverbleib heißen.

Oft rutscht noch eine Mannschaft ab, mit der im Vorfeld in diesen Tabellengefilden nicht unbedingt zu rechnen war.

Die Chancen

Im Kern wird es darum gehen, möglichst schnell 24 Punkte auf die Habenseite zu bekommen und – das ist leicht gesagt – in kritischen Saisonphasen die Geduld zu behalten.

Das Potenzial dafür ist vorhanden; es braucht aber auch das Glück des Tüchtigen. Zwei längerfristige Verletzungen könnten schon das Genick brechen. Ebenso wie das Scheitern des Versuchs, eine geschlossen auftretende Mannschaft zu formen, in der jeder Einzelne nicht nur mit Spaß seinen Job macht, sondern sich mit dem Lübbecker Land und Leuten hier identifiziert und zwar auch dann noch, wenn ggf. ein Wechsel zu einem Konkurrenten feststehen sollte.

Geht man davon aus, dass verletzungsmäßig alles im Rahmen verläuft, wird der TuS mindestens drei Mannschaften hinter sich lassen. Dafür ist die individuelle Stärke der einzelnen Spieler im Vergleich z.B. zu den Aufsteigern zu groß. Wenn - und das war beim TuS leider oft das Wenn: Wenn man sich im Laufe der Saison nicht selbst ein Bein stellt…

Der Wunschgedanke

So wie oft eine Mannschaft in den Abstiegsstrudel gerät, mit der an dieser Stelle nicht zu rechnen war, so überrascht meist auch ein Team positiv, das vorher als abstiegsgefährdet eingestuft worden ist.

Dieses Überraschungsteam könnte ja in diesem Jahr ausnahmsweise einmal der TuS sein?!

Dann würde aus dem „verflixten“ ein „vergnügtes“ siebentes Jahr, dem dann auch das achte in der Bundesliga folgt.

Meinetwegen gerne!

This post has been edited 1 times, last edit by "Lothar Frohwein" (Aug 18th 2015, 6:24pm)


Beuger

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Tuesday, August 18th 2015, 7:05pm

Sehr informativ!

Tus-N-L

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Wednesday, July 19th 2017, 12:53pm

Wie man auf der Tus Homepage erkennen kann, intensiviert die Heinzig Group aus Rahden sein Engagement und ist nun künftig auch einer der Hauptsponsoren.

Super!

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Sunday, August 13th 2017, 7:12pm

Nach dem Schock gegen Melsungen (-14), haben wir gegen Lemgo unentschieden gespielt und gegen Minden mit einem verloren.

Auch wenn es Vorbereitungsspiele sind, sind es doch erste echte Gradmesser!

Trotz des 4. Platzes hat mir die Einstellung an beiden Tagen gut gefallen. Vor allem freut es mich, dass Bagaric sich bisher wirklich gut in die Mannschaft eingefügt hat. Man hat auch gesehen, wie wichtig er diese Saison noch für uns werden wird.

Insbesondere die Abwehr, noch ohne Grabarczyk, hat mir richtig gut gefallen. Im Angriff ist noch zu viel Sand im Getriebe. Aber ich glaube da kommen uns die Spiele zu Beginn gegen Flensburg und Kiel gerade recht. Man hat nichts zu verlieren und kann sich weiter einspielen.

Ich denke, dass wir so weit nicht von unseren OWL Nachbarn entfernt sind. Das macht mich momentan vorsichtig optimistisch, dass wir diese Saison eine konkurrenzfähige (und vor allem junge und entwicklungsfähige) Mannschaft sehen werden, mit der der Klassenerhalt gut gelingen wird.

This post has been edited 1 times, last edit by "Tus-N-L" (Aug 13th 2017, 7:12pm)


Tus-N-L

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Thursday, August 17th 2017, 12:05pm

Der TuS trennt sich mit sofortiger Wirkung von Ramon Tauabo!

Sensationelle Entscheidung! Auch wenn ich nicht weiß, was vorgefalen ist, aber der TuS zeigt in der Hinsicht Konsequenz!

Mich hat seine Art, z.B. in Interviews schon immer ein wenig gestört, wenn ich ehrlich bin.

Es wird schon seine Gründe haben...

TuS N-Lübbecke trennt sich von Ramon Tauabo « TuS N-Lübbecke

6

Thursday, August 17th 2017, 12:45pm

Sensationelle Entscheidung! Auch wenn ich nicht weiß, was vorgefalen ist, aber der TuS zeigt in der Hinsicht Konsequenz!

Mich hat seine Art, z.B. in Interviews schon immer ein wenig gestört, wenn ich ehrlich bin.



Hatte sich denn so etwas abgezeichnet? Kommt ja eher selten vor, dass sich ein Verein von einem Spieler (mit der Begründung zumindest) trennt. Er war immerhin 4 Jahre bei euch.

Tus-N-L

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Thursday, August 17th 2017, 12:54pm

Nö keine Ahnung! Er war seit eine paar Wochen verletzt... ?(

Aber so etwas macht selbst der TuS ja nicht ohne Grund.
Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass er nochmal in den Urlaub gefahren ist oder so...

Wenn man einfach nur einen neuen "besseren" Spieler in die Mannschaft reinbauen wollte, dann würde man
Tauabo nicht einfach so seine nahe Zukunft verbauen!

rein subjektiv hat er auf mich in vier Jahren immer leicht phlegmatisch, unmotiviert bzw. unsicher gewirkt...
Vielleicht eine Mischung aus allem.

Aber ich bin auch nicht nah an der Mannschaft dran. Vielleicht hat das auch ganz andere Gründe!

TCLIP

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8

Thursday, August 17th 2017, 2:57pm

also selbst für mich weit entfernt wohnenden...na gut...25 km....
war schon mehrfach zu hören, dass er kein vorbild als leistungssportler war
und es deshalb zu differenzen gekommen ist....
da war nicht nur von einem zu hören, dass private eskapaden nicht nur einmal
vorkamen und auch in der szene bekannt waren...
ich hatte aber auch letztes jahr sowas nicht mehr vernommen und deshalb gedacht,
dass sich dies gelegt hätte...

aber...applaus tus......
viele vereine nehmen leider zu oft in kauf, dass ihnen der sportliche wert verlustig
geht...

Tus-N-L

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9

Thursday, August 17th 2017, 4:46pm

Ich kriege sowas gar nicht mit!
Schade drum.... :P

10

Thursday, August 17th 2017, 11:41pm

Erstaunlich, denn jedes Mal wenn ich ihn habe spielen sehen, fielen mir seine durchaus ordentlichen Fähigkeiten ins Auge. Für mich vom Talent her ein Mann für ein Team unter den ersten Zehn der Tabelle, wenn auch als zweiter Mann.

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Friday, August 18th 2017, 9:37am

Das Talent hat er sicherlich. Aber wenn ich mich jetzt z.B. an die letzte Erstligasaison erinnere, war das schon auch eine halbe Katastrophe, die er zusammengespielt hat (Gut, das war ja bei fast allen so).

Jetzt möchte ich mal spekulieren:
Die Nachricht ist aus dem Westfalenblatt vom 03.08

»Ramon Tauabo hat sich im Training eine noch nicht endgültig diagnostizierte Schulterverletzung zugezogen und ist deshalb nicht dabei. Er ist krankgeschrieben und wird auch beim Spielothek-Cup ausfallen«, erklärt Trainer Aaron Ziercke.


Was bedeutet denn "noch nicht endgültig diagnostizierte"? Heißt das, dass Tauabo privat zum Arzt gegangen ist, und sich einen gelben Schein hat geben lassen? So wäre ja z.B. noch eine Woche Malle drin gewesen... Oder war das Trainingslager in Rotenburg mit Aaron Ziercke doch zu stressig?

12

Friday, August 18th 2017, 11:02am

Was die Verletzung betrifft, so tippe ich auf klassische Fake News des Vereins. Ist ja nicht das erste mal, dass der TuS sowas macht.

War eh verwundert, dass er nicht bei Spielocup anwesend war. So eine "Schulterverletzung" ist ja nicht gerade ansteckend und hält einen ja nicht davon ab bei der Mannschaft zu sein.
They do their best, they do what they can
They get them ready for Vietnam
From old Hanoi to East Berlin
Commando - involved again

13

Friday, December 15th 2017, 1:48pm

Ich denke, man wird an der weiteren Handlungsweise beim TuS sehen, wohin die Verantwortlichen wollen/können.

1. Wenn man die Chance auf den Klassenerhalt erhöhen will, wird man sich im Winter mit einer guten Nachverpflichtung beschäftigen. Ein RR für einfache Tore oder ein richtig torgefährlicher Mittelmann (Was macht eigentlich Manojlovic? Auch 2016 nicht durchgehend überzeugt; aber wäre vllt einer...). Das wird aber alles von der Merkur-Sonne abhängen.
2. Man wird unverändert in die Rückrunde gehen und darauf hoffen, dass es reicht.

Ist jedoch ein Rattenschwanz. Was machen Spieler (speziell Bechtloff, Birlehm) mit Vertragsende Juni 2018 ohne Gewissheit auf Liga 1?

Auf Sicht sehe ich das Personal so:
Tor
Bin ein Fan von Joel. Herzblut pur. Halten!
Tatai ist ein Guter. Was jedoch absolut nervt, ist seine Art. Undiszipliniert! Ich könnte mir vorstellen, dass das auch die Mannschaft (auch in den Trainingseinheiten) nervt.
Rückraum links
Lukasz Gierak
Für mich ein kleines Rätsel. Ich kann momentan nicht sagen, warum Michael Biegler ihn zum polnischen Nationalspieler berufen hat. Und auch gleichzeitig nicht, warum der TuS ihn geholt hat. In der 2.Liga nicht aufgefallen. In der 1.Liga einfach zu schwach. Bisweilen arrogantes Auftreten. Ich gehe davon aus, dass er einer der Topverdiener ist. Also klar: Geld sparen und weg!
Marko Bagaric
Ich sehe ihn auf einem gar nicht so schlechten Weg. Die Trefferquote könnte sicher besser sein. Ich halte ihn aber für relativ spielstark (Pässe aus dem Sprung auf Außen; Anspiele an den Kreis).
Rechtsaußen
Rene Gruzska sehe ich als Backup hinter einen guten Nr.1. Ob Rackovic die sein kann, bezweifel ich. Da gibt es sicherlich bessere für das gleiche Geld. Siehe seinerzeit Dennis Wilke. Handlungsbedarf!
Linksaußen
Es wird die wichtigste Aufgabe sein Jens Bechtloff zu halten. Er macht aber gerade auf sich aufmerksam... Zusammen mit Tim halte ich das Gespann für erstligareif.
Kreis
Defensiv sind Torbrügge und Schade erstligareif. Vllt lohnt es sich hier auf einen Dritten (rein offensivstarken) zu setzen. Format Löke wird schwer zu bekommen sein. Aber das wäre so ein Beispiel für einen offensivstarken.
Rückraum rechts
Zetterman stößt körperlich an seine Grenzen. Da sollte man ggfs die vorliegenden Angebote prüfen. Genz kann sich gut hinter einem treffsicheren erfahrenen RR entwickeln. Den gibt es nicht. Auf RR sind wir zu jung und zu grün.
Mitte
Auf Hövels würde ich weiter setzen. Gute Ballverteilung. Hier und da ein gelungener Schlagwurf. Macht es gut. Kann aber halt noch nicht der Leader sein. Ante Kaleb ist für mich neben Gierak das andere Rätsel. Als Mordstalent geholt, bekommt er jedoch relativ wenig Spielanteile und lässt nur selten etwas aufblitzen. Uns fehlt ein Leader. Der könnte ja auch gerne gehobenen Alters sein und durch Kenji Hövels wunderbar entlastet werden. Handlungsbedarf!

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14

Friday, December 15th 2017, 3:42pm

Ich denke, man wird an der weiteren Handlungsweise beim TuS sehen, wohin die Verantwortlichen wollen/können.

1. Wenn man die Chance auf den Klassenerhalt erhöhen will, wird man sich im Winter mit einer guten Nachverpflichtung beschäftigen. Ein RR für einfache Tore oder ein richtig torgefährlicher Mittelmann (Was macht eigentlich Manojlovic? Auch 2016 nicht durchgehend überzeugt; aber wäre vllt einer...). Das wird aber alles von der Merkur-Sonne abhängen.
2. Man wird unverändert in die Rückrunde gehen und darauf hoffen, dass es reicht.

Ist jedoch ein Rattenschwanz. Was machen Spieler (speziell Bechtloff, Birlehm) mit Vertragsende Juni 2018 ohne Gewissheit auf Liga 1?

Auf Sicht sehe ich das Personal so:
Tor
Bin ein Fan von Joel. Herzblut pur. Halten!
Tatai ist ein Guter. Was jedoch absolut nervt, ist seine Art. Undiszipliniert! Ich könnte mir vorstellen, dass das auch die Mannschaft (auch in den Trainingseinheiten) nervt.
Rückraum links
Lukasz Gierak
Für mich ein kleines Rätsel. Ich kann momentan nicht sagen, warum Michael Biegler ihn zum polnischen Nationalspieler berufen hat. Und auch gleichzeitig nicht, warum der TuS ihn geholt hat. In der 2.Liga nicht aufgefallen. In der 1.Liga einfach zu schwach. Bisweilen arrogantes Auftreten. Ich gehe davon aus, dass er einer der Topverdiener ist. Also klar: Geld sparen und weg!
Marko Bagaric
Ich sehe ihn auf einem gar nicht so schlechten Weg. Die Trefferquote könnte sicher besser sein. Ich halte ihn aber für relativ spielstark (Pässe aus dem Sprung auf Außen; Anspiele an den Kreis).
Rechtsaußen
Rene Gruzska sehe ich als Backup hinter einen guten Nr.1. Ob Rackovic die sein kann, bezweifel ich. Da gibt es sicherlich bessere für das gleiche Geld. Siehe seinerzeit Dennis Wilke. Handlungsbedarf!
Linksaußen
Es wird die wichtigste Aufgabe sein Jens Bechtloff zu halten. Er macht aber gerade auf sich aufmerksam... Zusammen mit Tim halte ich das Gespann für erstligareif.
Kreis
Defensiv sind Torbrügge und Schade erstligareif. Vllt lohnt es sich hier auf einen Dritten (rein offensivstarken) zu setzen. Format Löke wird schwer zu bekommen sein. Aber das wäre so ein Beispiel für einen offensivstarken.
Rückraum rechts
Zetterman stößt körperlich an seine Grenzen. Da sollte man ggfs die vorliegenden Angebote prüfen. Genz kann sich gut hinter einem treffsicheren erfahrenen RR entwickeln. Den gibt es nicht. Auf RR sind wir zu jung und zu grün.
Mitte
Auf Hövels würde ich weiter setzen. Gute Ballverteilung. Hier und da ein gelungener Schlagwurf. Macht es gut. Kann aber halt noch nicht der Leader sein. Ante Kaleb ist für mich neben Gierak das andere Rätsel. Als Mordstalent geholt, bekommt er jedoch relativ wenig Spielanteile und lässt nur selten etwas aufblitzen. Uns fehlt ein Leader. Der könnte ja auch gerne gehobenen Alters sein und durch Kenji Hövels wunderbar entlastet werden. Handlungsbedarf!
Du wirfst hier mehrere Sachen durcheinander: Es gibt nur 4 Leute, die momentan einen Vertrag haben, der über die Saison hinaus geht und das sind Birlehm, Tatai, Bagaric und Schade. Dementsprechend kann man keine "Angebote prüfen ". Es ist aufjedenfall auffällig, dass bisher keiner verlängert oder seinen Wechsel bestätigt hat. Das spricht eigentlich dafür, dass das Team intakt ist.

Sonst reicht es die Spieler zu nennen, die eine ordentliche/gute Saison spielen: Birlehm/Tatai und Bechtloff. Das war es und da muss man ehrlich sein.
Der Trainer ist auch diskutabel bspw hat Grabarczyk mmn nichts mehr auf dem Feld zu suchen. Er ist viel zu langsam, kaum Beinarbeit, keine Souveränität, verdichtet nicht, verliert jeden Zweikampf und kriegt dann folgerichtig 2 Minuten.
Dann kommt die Personalie Zetterman, der gefühlt die ersten 15 Spiele durchspielen durfte, trotz teilweise miserabler Leistungen und Leute die keine Ahnung haben, sagen dann auch noch, dass er überlebenswichtig für Nettelstedt ist. Mitlerweile sieht man mal, was Genz an Potential hat, nicht nur im Angriff, sondern auch in der Deckung, da ist viel mehr möglich, als bei Zetterman.
Bechtloff spielt auch erst regelmäßig, seitdem sich Remer verletzt hat. Sonst hat Remer fast immer gespielt bzw zumindest den Großteil. Nichts gegen Tim Remer, der wirklich immer alles gibt, aber man fragt sich schon "Warum?" , wenn man sieht, was Bechtloff in den letzten Wochen für Leistungen gezeigt hat.

Gierak und Kaleb sind weit davon entfernt, Leader zu sein und genau so einer fehlt Nettelstedt im Angriff. Unverständlicherweise machen beide viel viel viel zu viele technische Fehler. Sie wirken generell sehr verunsichert. Auch vom Kreis kommt fast gar nichts. Ich stimme dir absolut zu, dass Torbrügge und Schade zwei super Deckungsspieler sind, allerdings ist das im Angriff viel zu wenig. Wobei man Schade gar nicht richtig beurteilen kann bspw hat gestern fast nur Torbrügge im Angriff gespielt(bis auf 3-4 Minuten) und das obwohl seine Leistung vorne, indiskutabel war.
Das hatte nichts mit Bundesliga Niveau zu tun.

Aaron Ziercke hat eine wirklich gute Deckung hingestellt, da kann man nichts gegen sagen. Beide Torwarte spielen eine gute Saison und harmonieren gut mit der Defensive, aber man hat keine Chance Spiele zu gewinnen, wenn man im Schnitt 22 Tore wirft. Sicherlich ist der Kader nicht herausragend, aber so beschissen ist er auch nicht. Das muss man ganz klar sagen und da kommt vom Trainer zu wenig. Da ist keine Kreativität im Angriff und wenn Bagaric spielt, dann gibt es sowieso nur hopp oder top. Ausserdem gibt es immer die gleichen, zähen Auftakthandlungen und vorallem entwickelt sich das Angriffsspiel nicht zum Positiven.
Ich bin gespannt was passiert, aber ich bin auch der Meinung, dass irgendetwas passieren muss. Schließlich steigen nur 2 Mannschaften ab, das ist eine unglaubliche Gelegenheit. Ich vermisse diesen kleinen Funken, der einem Hoffnung gibt, dass die nächsten Wochen besser werden, aber davon war bisher im Angriff nichts zu sehen, der ist und bleibt eine einzige Katastrophe.

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15

Friday, December 15th 2017, 8:08pm

ich habe den tus ja letztes jahr auch oft gesehen-
ich glaube, dass das manko daran liegt, dass sich einige spieler seit letztem jahr nicht weiterentwickelt haben
bzw. eben nicht den sprung in liga 1 geschafft haben.
die rolle die zettermann letztes jahr gespielt hat, kann er logischerweise in liga 1 nur weiterführen, wenn auch
der rest mitzieht. was bringt es, wenn man einen shooter (mit teilweise guten leistungen) hat auf halb und gleichzeitig
die andere halbposition gar nicht ins spiel kommt. dies liegt aber nicht daran, dass zettermann nicht "will" - schlicht
und einfach fehlt da die qualiät auf den anderen positionen. wenn ich sehe, wie oft der kreisläufer den weg auf hl zustellt
und damit dem hr den raum nimmt (klar.auf der anderen halbposition ist das für den shooter richtig wenn er über die
sperre / den block dann wirft, aber einem starken 1 . 1 spieler auf halb fehlt dann automatisch der raum. gleichzeitig tendiert
der aussen dann noch zu oft nach innen-alles zu !
wenn eine qualitativ so überschaubare mannschaft sich dadurch noch berechenbarer macht- was will man dann erwarten ?
in liga 2 wurde das gut umgesetzt- viel raum für den hr- der auch oft genug durch scorerpunkte zur geltung kam, wenn sich
die deckung zu sehr auf ihn eingestellt hat.
besserung seh ich durch hövels, der durch sein spiel etliche freiräume schafft von der mitte wenn er auf halbpositionen wechselt-
allein die fehlende technische qualität am kreis beraubt den tus bei etlichen anspielen dann einer möglichen chance.
gierak udn kaleb haben sich eher noch zurückentwickelt, sie haben ihr spiel nicht auf 1.liga umgestellt-somit zu schwerfällig-
durchschaubar und höchstens "auffüllspieler" eines unteren teams.
bechtloff wie eh und jeh- durch jetzt auch andere position noch mehr mit drang zum tor und durch sein tolles 1 : 1 oftmals
auch durch sehenswerte aktionen- aber eben auch viele viele einzelaktion nötig, damit sein spiel zur geltung kommt und auch gestern
mehrfach zu sehen, wie ihm mitspieler im weg standen. ausserdem kam er noch mehr von aussen paralel zur grundlinie und nicht wie
ein eigentlicher hr frontal auf die abwehr.
genz war gestern auffällig...? hab ich nicht so gesehen.
tw-leistungen für den tabellenstand sehr gut- allein tatai geht seinen eigenen mitspielern wie deutlich zu sehen war oftmals durch
sein verhalten auf den keks - und 2 min in so ein phase zu bekommen für meckern....toll
er muss sich aber steigern - birlehm noch sehr sehr jung, erinnert mich stark an den jungen maier- aber der fiel nach sehr gutem anfang
danach auch in ein längeres leistungsloch-klar bei dem alter- dann braucht der tusn tatai.
wenn der tus seine normalen punkte gegen die mitaufsteiger holt, bleiben sie in der liga- der ein oder andere punkt dazu und es
wird eine schwierige saison mit glücklichem ausgang- für mich spielen die anderen aufsteiger viel kraftraubender- denen geht die
puste aus.
ich halte auch ziercke für den richtigen trainer für den tusn-
sicher kann auch er nicht alles richtig machen-aber viele sachen sind dem mageren kader geschuldet.

16

Wednesday, June 6th 2018, 3:35pm

Eine abermals (unnötig) vereimerte Erstligasaison in der Analyse des Westfalen-Blatts (Lübbecker Kreiszeitung) vom 06.06.18 - Die Veröffentlichung an dieser Stelle ist vom Verfasser genehmigt.

Quoted


TuS muss seine Personalpolitik hinterfragen
Was bei den Lübbeckern auffiel: Bankdrücker trotz neuen Vertrags – Tempospiel – taktische Disziplin

Volker Krusche

Lübbecke(WB). Nach dem feststehenden Abstieg aus der Handball-Bundesliga wird allerorten viel diskutiert und gerätselt, warum es den TuS N-Lübbecke denn erwischt habe. Gründe werden zuhauf ins Feld geführt, wobei möglicherweise jeder einzelne schon ausschlaggebend gewesen sein könnte, den Sturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern. Die LÜBBECKER KREISZEITUNG beleuchtet einige Dinge, die ihr vor und während der Saison 2017/2018 aufgefallen sind.

Personalpolitik 1
Ein Jahr lang war man beim TuS auf Suche nach einem geeigneten Halblinken, wollte sich unbedingt Zeit lassen, um dann den richtigen Mann präsentieren zu können. Herausgekommen ist ein Spieler aus dem »Mutterland« des Handballs, Katar. Die Bundesliga nur aus Erzählungen gekannt, sollte Marko Bagaric wohl angesichts seiner Größe von 2,02 Metern der neue Heilsbringer sein. Welch fataler Trugschluss. Seine Akklimatisierung, die noch von einer Verletzung »torpediert« wurde, dauerte lange, auch weil es ihm an Fitness und Wettkampfhärte fehlte. Das als Ergebnis einer mehr als einjährigen intensiven Suche.

Personalpolitik 2
Warum Lukasz Gierak einen neuen Vertrag erhielt, ist vielen Fans ein Rätsel. Wahrscheinlich um den allgemein recht unbekannten polnischen Landsmann am Kreis, Patryk Walczak, nach Lübbecke zu locken und ihn am Wiehen zu unterstützen. Da sich der TuS aber für Gierak und gegen Ante Kaleb entschied, war es umso unbegreiflicher, dass es der Kroate war, der in den entscheidenden Partien auf der Platte stand, während der Pole auf der Bank schmorte.

Personalpolitik 3
Um als Aufsteiger in der 1. Bundesliga bestehen zu können, muss schon Vieles passen. Zumindest aber muss man erwarten können, dass der eigene Rückraum, wenn man schon über insgesamt sieben Spieler für die drei Positionen verfügt, mehr Akzente setzen, als Fehler produzieren wird. Das konnte von der zweiten Reihe der Lübbecker allerdings überhaupt nicht behauptet werden. Durchschlagskraft, Chancenverwertung, Treffen richtiger Entscheidung, Ballsicherheit – alles Dinge, bei denen unübersehbare Schwächen die Aktionen bestimmten.

Personalpolitik 4
Schaut man sich bei anderen Bundesligisten, insbesondere den Topteams um, dann dauert es oftmals nur ein halbes Jahr, bis ausländische Spieler sich auf Deutsch verständigen können. Beim TuS ist es jedoch so, dass man auch nach fast zwei Jahren auf Spieler trifft, mit denen man Gespräche auf Englisch führen muss. Integration in eine Mannschaft und ein Umfeld muss vom neuen Mann betrieben werden. Allerdings fühlen sich Spieler auch seitens der Verantwortlichen etwas im Stich gelassen. Und hier gilt: Wer sich nicht wohlfühlt, bringt auch nicht seine beste Leistung. Vielleicht muss das Zusammenspiel Spieler-Verein außerhalb des sportlichen Sektors verbessert werden.

Kein schöner Handball
Am Ende würde es keinen kratzen, wenn eine Mannschaft keinen schönen, dafür aber einen effektiven Handball spielt. In etwa so, wie es der FC Schalke 04 in der abgelaufenen Saison in der Fußball-Bundesliga praktiziert hat. Beim TuS aber traf beides nicht zu. Der überforderte Rückraum humpelte auf der Platte herum, ohne erkennbar effektiv sein zu können. Zu viel spielte sich zwischen den beiden Halbpositionen ab, die Außen wurden nur selten, dann aber erfolgreich ins Spiel einbezogen. Eine spielerische Entwicklung war im Verlauf der Saison kaum feststellbar.

Taktische Disziplin
Jetzt weiß man als Außenstehender natürlich nicht, was und wie die Mannschaft vor den Spielen in den Übungseinheiten trainiert. Fakt ist aber, dass Trainer Aaron Ziercke seine Mannen wohl stets auch eingehend und detailliert im taktischen Bereich auf den Gegner vorbereitet hat. Das jedenfalls bestätigten seine Jungs fast Woche für Woche. Das Problem nur: Sie setzten die im Training erarbeiteten Vorgaben in den Spielen nicht um.

Tempospiel – wo?
Immer und immer wieder forderte Aaron Ziercke das Tempospiel von seiner Mannschaft ein. Angesichts weniger Abwehr-Angriffswechsel sollten Ballgewinne umgehend durch Konter zu einfachen Toren genutzt werden. Hinzugesellen sollte sich eine deutlich verbesserte zweite und dritte Welle. Für ein Team, dass die schwächste Durchschlagskraft aller Bundesligisten besaß, war das angesichts einer sehr viel stabileren Deckung förmlich ein Muss. Nur gesehen hat man davon kaum etwas. Leichte Tore Fehlanzeige!

Zwei wichtige Eckpfeiler
Tim Remer ist ein Mann der offenen Worte. Er geht geradeaus. Und genau so ein Mann fehlte Lübbecke spätestens nach dessen Kreuzbandriss und dem zusätzlichen Ausfall von Jens Bechtloff. Trainer Ziercke suchte vergeblich nach einem Leader. Es waren einfach zu viele introvertierte Spieler im Kader. Keiner, der mal auf den Putz haute und die anderen mitriss. Ein Ergebnis der Zusammenstellung der Mannschaft.

Nicht genutzte Variante
Kenji Hövels verletzt, Ante Kaleb lange nicht in Form – da schien auch eine Besetzung der Rückraummitte mit Pontus Zetterman möglich. Doch der schnelle und technisch versierte Linkshänder kam nach seinem vergeblich forcierten Abgang Richtung Stuttgart nicht über das Bankdasein hinaus. Im rechten Rückraum fehlte ihm allerdings eindeutig die Erstligatauglichkeit.

Nur ein echter Gewinner
Es war nicht alles schlecht, was die Saison des TuS N-Lübbecke in der 1. Bundesliga ausmachte, wenngleich der Schatten gegenüber den lichten Seiten klar dominierte. Aus dem Drittligateam von GWD Minden durch Aaron Ziercke geholt, war Joel Birlehm der einzig wirkliche Gewinner im TuS-Team. Er trat in der Bundesliga auf, als wäre er sportlich nie woanders zuhause gewesen. Mit seinen gerade erst 21 Jahren dürfte er in den Fokus viele Erstligisten gerückt sein und könnte eine vielversprechende Zukunft haben. Auch Luka Rakovic spielte eine gute Saison, stieg er als »Nachrücker« doch ohne Saisonvorbereitung ein.

Erstes Kooperations-Ergebnis
Eigentlich hatte man damit gerechnet, mal ein Talent aus der Bundesliga-Jugend der JSG NSM-Nettelstedt als Perspektivspieler fest im TuS-Kader zu begrüßen. Stattdessen wurde aus der Not eine Tugend gemacht und von Kooperationspartner LiT NSM mit Jan-Eric Speckmann ein Spieler hochgezogen, der nach dem Ausfall von Tim Remer als Backup für Jens Bechtloff angesehen wurde. Nach kurzer Zeit musste der Oberligaspieler aber von Beginn an in der 1. Bundesliga ran. Trotz des Abstiegs der Lübbecker ging für »Specki« somit ein Traum in Erfüllung.

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17

Wednesday, June 6th 2018, 4:19pm

Aus meiner Sicht hat Volker es auf den Punkt gebracht.

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18

Friday, June 8th 2018, 1:04pm

Beim Tus bleibt alles beim alten.
Der Tus wird mit einem Etat von knapp 2,7 Mio wieder einmal der Krösus der 2. Liga werden.
Aber auch in Zukunft wird von den Automaten nicht mehr Geld zu erwarten sein.

Immerhin bemerkenswert, dass nun auch Feric unter "Beobachtung" gestellt wurde.
Mehr war glaube ich nicht zu erwarten.

TuS N-Lübbecke: Armin Gauselmann räumt Disharmonien ...

19

Friday, June 8th 2018, 1:11pm

Was mich gewundert hat war wie relativ emotionslos die Mannschaft die Niederlage in Lemgo und den Abstieg hingenommen hat..da war von grosser Enttäuschung wenig zu spüren, dem Gegner wurde artig gratuliert und dann ging man seiner Wege

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20

Friday, June 8th 2018, 1:14pm

:D das stimmt.

Das war aber bei den Fans nicht anders.

Es ist ja schon paradox. Aber es gibt nicht wenige Fans, die nächstes Jahr lieber wieder 2. Liga spielen wollten.

Nehmen wir mal das Minden-Spiel raus, dann hat Nettelstedt nächstes Jahr wieder einen besseren Zuschauerschnitt als dieses Jahr.

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