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Sunday, November 7th 2021, 9:31am

erfahrene Schiedsrichter bei E-Jugend Spielen

Hallo zusammen,

Schiedsrichterbeobachter gerade in der E-Jugend gefordert!
Meiner Meinung nach sollten erfahrene Schiedsrichter gerade in der E-Jugend eingesetzt werden, da junge Schiedsrichter oft mit Situation überfordert sind.
Den Kindern werden daduruch die falschen Werte und Spielweisen beigebracht!

Z.B. bei einem Spiel der E-Jugend Köln/Rheinberg 202122/ Kreisliga Meisterrunde
Zuerst wird schöner Handball gespielt, ohne große Fouls oder dergleichen. Es steht nach ca. 15 min. 8.3 für die Heimmannschaft.
Nach der ersten Auszeit der Gastmannschaft wird das ganze Spiel plötzlich aggressiver. Es wird geschubst und gefoult. Das erste Kind der Heimmannschaft geht weinend vom Platz.
zur Halbzeit steht es 8:8.
Die Schiedsrichter pfeifen keine gelben Karten und keine 2 Minuten. lediglich gibt es hier und da Freiwürfe.
Es geht so weiter, dass die besten 4 Kinder der Heimmannschaft mit Schmerzen vom Platz gehen und nicht mehr mitspielen können.

Wie das Spiel ausgeht brauche ich nicht mehr zu erwähnen.
Das kann doch nicht begründet werden mit dem Spruch: " Handball ist eine Kontaktsportart".
Das ist Judo auch; dort gibt es auch Regeln die beachtet werden müssen.

Meiner Meinung nach kann das doch nicht wahr sein, dass in der E-Jugend so eine Spielweise belohnt wird (durch den Sieg fühlen sich die Kinder ja noch bestätigt in Ihrer Spielweise).

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2

Sunday, November 7th 2021, 9:52am

Im Idealfall sollten erfahrende Schiedsrichter überall eingesetzt werden. Jede Altersklasse hat ihre Besonderheiten, insbesondere auch die E-Jugend, wo Manndeckung gespielt wird.

Ein wesentliches Kriterium gerade bei Jugendspielen ist der Einfluss von Trainer und Eltern. Bei den Trainern gibt es schwarz-weiß gesagt, diejenigen, die in erster Linie ihre Spieler:innen entwickeln wollen und das Erlebnis Handball hochhalten und zum anderen die, die ggf. nicht errungene eigene sportliche Meriten mit denen der von ihnen trainierten Mannschaft kompensiert werden. Des Weiteren hat man oft auch fachfremde Eltern, die ihrerseits Druck auf die Entscheidungen des Schiedsrichters ausüben wollen und alles, was rund um ihre Kinder passiert, entsprechend fehlinterpretieren und bewerten.

Grundsätzlich fände ich gut, wenn man die E-Jugend nutzt, um junge Schiedsrichter:innen heranzuführen und diese aber am Anfang entsprechend durch Mentor:innen begleitet werden.

Abschließend muss sich jedoch auch der jeweilige Verband fragen lassen, wie er generell Schiedsrichter:innen und auch junge Schiedsrichter:innen schützt und unterstützt.

Ronaldo

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3

Sunday, November 7th 2021, 10:10am

Ein Ansatz könnte auch sein, dass in der E-Jugend nur erfahrene Spieler eingesetzt werden - das würde den unerfahrenen Schiedsrichtern extrem helfen.

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4

Sunday, November 7th 2021, 10:14am

Ein Ansatz könnte auch sein, dass in der E-Jugend nur erfahrene Spieler eingesetzt werden - das würde den unerfahrenen Schiedsrichtern extrem helfen.
Das halte ich für keine Idee, da erfahrene Spieler mitnichten auch gute Schiedsrichter sind und die wenigstens Spieler parallel auch pfeifen. Oftmals bringen diese dann eigene "Erfahrungswerte" ein, die mit der Schiedsrichtersicht herzlich wenig zu tun haben.

5

Sunday, November 7th 2021, 10:16am

Es geht in erster Linie um die Kinder, denen sportlicher Ehrgeiz mit den falschen Mitteln vorgelebt und für gut befunden wird.
Das kann es doch meiner Meinung nach nicht sein!


Wenn man dann als Elternteil die Spielart der Gegner kritisiert, als der motzende Störfaktor wahrgenommen wird, kann ich das einerseits verstehen, allerdings finde ich das es sich die Beteiligten da zu einfach machen.
Handball ist ein Kontaktsport. JA. Allerdings gibt es auch hierbei Regeln, meine ich jedenfalls und die sollten gerade in der E-Jugen befolgt und geahndet werden.

- mir ist klar, dass der Schiedsrichter nicht viel dafür kann, wegen seiner Unerfahrenheit.
- der Schiedsrichter wäre allerdings der einzige der dem ganzen Einhalt gebieten könnte.

Nur als Unerfahrener junger Schiedsrichter ist man da einfach fehl am Platz.
Zu mindestens ein erfahrender Schiri sollte deswegen bei den E-Jugend Spielen dabei sein.

Ronaldo

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6

Sunday, November 7th 2021, 10:20am

Ein Ansatz könnte auch sein, dass in der E-Jugend nur erfahrene Spieler eingesetzt werden - das würde den unerfahrenen Schiedsrichtern extrem helfen.
Das halte ich für keine Idee, da erfahrene Spieler mitnichten auch gute Schiedsrichter sind und die wenigstens Spieler parallel auch pfeifen. Oftmals bringen diese dann eigene "Erfahrungswerte" ein, die mit der Schiedsrichtersicht herzlich wenig zu tun haben.


Das war ironisch gemeint - ich meinte, man solle nur erfahrene E-Jugend-Spieler einsetzen ;)

Es gibt nun mal keine fertigen, erfahrenen Schiedsrichter. Wo sollen die denn herkommen?

Wir haben ein Schiedsrichter-Nachwuchsproblem und nach meinem Eindruck sind da zu einem großen Teil die Eltern schuld. Was man gerade bei Jugendspielen als neutraler Zuschauer auf der Tribüne erleben muss - da wundere ich mich immer wieder, dass überhaupt ein Gespann noch zu einem zweiten Spiel aufläuft.

7

Sunday, November 7th 2021, 10:22am

Junge unerfahrene Schiedsrichter sind oft erst 14,15 Jahre alt. Wo bitte sollen die sonst eingesetzt werden als in der E/C/D-Jugend. Im Idealfall mit Begleitung durch einen erfahrenen Schiedsrichter, der das Spiel mit ihnen nachher durchspricht. Auch sonst stimme ich Spielmacher79 besonders hier voll zu:
Ein wesentliches Kriterium gerade bei Jugendspielen ist der Einfluss von Trainer und Eltern. Bei den Trainern gibt es schwarz-weiß gesagt, diejenigen, die in erster Linie ihre Spieler:innen entwickeln wollen und das Erlebnis Handball hochhalten und zum anderen die, die ggf. nicht errungene eigene sportliche Meriten mit denen der von ihnen trainierten Mannschaft kompensiert werden. Des Weiteren hat man oft auch fachfremde Eltern, die ihrerseits Druck auf die Entscheidungen des Schiedsrichters ausüben wollen und alles, was rund um ihre Kinder passiert, entsprechend fehlinterpretieren und bewerten.

8

Sunday, November 7th 2021, 10:29am

Hallo Ronaldo,

ja, da hast du wirklich Recht, dann sag mir doch mal wie soll man reagieren bei einem Beispiel wie ich es oben beschrieben habe?
- Die besten Kinder werden der Reihe nach rausgefoult.
- das Spiel wird überhart geführt und keiner reagiert darauf?
- soll man ruhig sein und so etwas hinnehmen, ist das im Interesse des Handballsports?

Ich meine, das nicht die Schiedsrichter was dafür können, sondern eher die Trainer, die unfaire Spielarten vermitteln.

Meiner Meinung nach sollten gerade im E-Jugend Bereich die Kinder den Spaß am Handball und Fairness und sportliches Verhalten im Vordergrund stehen; nicht das ergebnisorientierte "festmachen/foulen -neu ordnen- Freiwurf- festmachen/foulen- neu ordnen- Freiwurf- Ballgewinn und Tor"

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9

Sunday, November 7th 2021, 11:15am

Ein Ansatz könnte auch sein, dass in der E-Jugend nur erfahrene Spieler eingesetzt werden - das würde den unerfahrenen Schiedsrichtern extrem helfen.
Das halte ich für keine Idee, da erfahrene Spieler mitnichten auch gute Schiedsrichter sind und die wenigstens Spieler parallel auch pfeifen. Oftmals bringen diese dann eigene "Erfahrungswerte" ein, die mit der Schiedsrichtersicht herzlich wenig zu tun haben.


Das war ironisch gemeint - ich meinte, man solle nur erfahrene E-Jugend-Spieler einsetzen ;)

Es gibt nun mal keine fertigen, erfahrenen Schiedsrichter. Wo sollen die denn herkommen?

Wir haben ein Schiedsrichter-Nachwuchsproblem und nach meinem Eindruck sind da zu einem großen Teil die Eltern schuld. Was man gerade bei Jugendspielen als neutraler Zuschauer auf der Tribüne erleben muss - da wundere ich mich immer wieder, dass überhaupt ein Gespann noch zu einem zweiten Spiel aufläuft.
Meine Strategie, wenn es mir als Schiedsrichter mal wieder zu viel wird, weil die Eltern bis ins Beleidigende hinein kommentieren und lamentieren. Ich spreche mich mit dem Trainer ab, dass dieser "seine" Eltern zur Vernunft bringt, da ich das sonst im Spielbericht vermerken werde und zum anderen biete ich den Eltern die Möglichkeit an, gerne nach dem Spiel ins Gespräch zu kommen. Sollte beides nicht fruchten, darf der Schiedsrichter auch das Spiel unterbrechen und die Fortführung dessen solange auszusetzen, bis das entsprechende Elternteil die Halle verlassen hat. Allein der Hinweis darauf genügt, dass diese Personen nicht die entsprechende Peinlichkeit auf sich nehmen wollen, vor ihren Kindern des Platzes verwiesen zu werden.

Was ich nicht leiden kann, dass immer alles mit "Emotionen" begründet wird und angeblich nicht so gemeint sei. Das mag in Teilen wirklich zutreffen, bei Trainern akzeptiere ich das noch eher, weil man sich nach dem Spiel austauscht, aber gerade bei nichtfachfremden Eltern zieht diese Begründung nicht, weil diese bewusst versuchen, zu beeinflussen und das als Kavaliersdelikt sehen.

Schlussendlich ist es die Aufgabe des Schiedsrichters, das Spiel zu leiten. Gerade Jungschiedsrichter sollte man dabei nach Kräften unterstützen. Das ist auch eine Form des Respekts und der Wertschätzung, die in unserer Gesellschaft wohl generell zunehmen nur noch eine Worthülse bildet und oftmals nicht wirklich ernst gemeint ist.

10

Sunday, November 7th 2021, 11:17am

Die besten Kinder werden der Reihe nach rausgefoult.

Meiner Meinung nach sollten gerade im E-Jugend Bereich die Kinder den Spaß am Handball und Fairness und sportliches Verhalten im Vordergrund stehen; nicht das ergebnisorientierte "festmachen/foule
Dir fällt der Wiederspruch in deinem Text auf?

Selbstverständlich sollte ein Spiel nicht so Hart geführt werden das die Kinder nicht mehr spielen können.
Aber wie Ronaldo schon geschrieben hat ,wo sollen die "erfahrenen Schiedsrichter " her kommen wenn die jungen Leute nicht E-Jugend leiten sollen/können? Und auch da hat Ronaldo recht,was sich die jungen Leute zum Teil von der Elternschaft anhören müssen ist mehr wie unter der Gürtellinie,ich jedenfalls lasse mir das nicht mehr gefallen und greife mir diese Leute und die fliegen im Zweifelsfall auch aus der Halle.

11

Sunday, November 7th 2021, 1:48pm

Ein altbekanntes Problem, im Grunde ist es wie beim Trainer, die besten Trainer und Schiedsrichter gehören in die Jugend.
Mangels Masse ist dies aber nicht zu bewerkstelligen und es kommt schlichtweg kein Nachwuchs nach, ich habe dieses Jahr 4 Anwärter im Lehrgang gehabt, letztes Jahr 5. Das reicht nicht mal ansatzweise aus,um den altersbedingten Abgang auszugleichen.
Betreuung wäre für die JungSR auch sehr wichtig, auch hier: Von wem ? Es gibt keine Leute, die das machen könnten.
Das größte Problem im Kinder- und Jugendhandball sind überehrgeizige Eltern und Trainer, wenn es nach mir ginge, dürften diese Spiele nur noch ohne Eltern ausgetragen werden. Die Trainer kriegt man noch in den Griff.

Die jungen SR sind zwischen 14 und 16 Jahre alt, die haben einen Lehrgang gemacht und das wars. Für die Ausbildung von Spielern sind von den Minis bis zur A-Jugend 12 Jahre vorgesehen, für die JungSR habe ich drei Wochen Zeit und dann sollen das gestandene Persönlichkeiten mit 20-jähriger Erfahrung und 100%iger Regelkenntnis sein, so offensichtlich die Erwartungshaltung der Eltern und Trainer. Das kann nicht funktionieren.
Die Vereine sind daher gefordert, von sich aus Einfluss auf die Eltern zu nehmen und auch ihre Trainer entsprechend einzubremsen, leider sind auch letztere nicht immer Leute mit Erfahrung sondern diejenigen, die gerade Zeit haben.
So, wie es derzeit an der Basis läuft, steuert der Kinder- und Jugendhandball geradewegs auf eine Katastrophe zu.
Am besten wäre es, wenn sich interessierte Eltern selbst zu einem Lehrgang anmelden und dann Spiele im Kinder- und Jugendbereich leiten, es ist immer was anderes, ob da ein fast Gleichaltriger oder ein Erwachsener als SR steht.
Es wäre das Paradies auf Erden, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt! (Ortega y Gasset)
www.volksverpetzer.de

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12

Sunday, November 7th 2021, 2:17pm

Pfeifen als Schiedsrichter ist eben wie Autofahren im Straßenverkehr.

Das Bestehen der Prüfung ist das eine, lernen, tut man nur durch Erfahrung.

Benson

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13

Sunday, November 7th 2021, 3:14pm

Meiner Erfahrung nach sind erfahrene (ambitionierte) Schiedsrichter meist auch gar nicht so daran interessiert, E-Jugend Spiele zu pfeifen. Denn in der E-Jugend geht es weniger um die strikte Regelanwendung, dort muß man eher gut mit Kindern umgehen können und viel mit ihnen kommunizieren.

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14

Sunday, November 7th 2021, 3:28pm

Meiner Erfahrung nach sind erfahrene (ambitionierte) Schiedsrichter meist auch gar nicht so daran interessiert, E-Jugend Spiele zu pfeifen. Denn in der E-Jugend geht es weniger um die strikte Regelanwendung, dort muß man eher gut mit Kindern umgehen können und viel mit ihnen kommunizieren.
Es ist pädagogisches Pfeifen. :)

15

Sunday, November 7th 2021, 3:35pm

Wenn ich es erlebe, weise ich Trainer darauf hin, dass ich es extrem respektlos finde, als Erwachsener junge Schiedsrichter verbal anzugehen. Außerdem thematisiere ich gerne den Vorbildcharakter als Trainer gegenüber seinen Schützlingen. Ob es geholfen hat? Einmal ja, er hat sich bei den SR sogar entschuldigt. Ich mache es trotzdem, steter Tropfen höhlt den Stein. Was hab denn ich zu verlieren?

16

Monday, November 8th 2021, 8:22am

Die besten Kinder werden der Reihe nach rausgefoult.

Meiner Meinung nach sollten gerade im E-Jugend Bereich die Kinder den Spaß am Handball und Fairness und sportliches Verhalten im Vordergrund stehen; nicht das ergebnisorientierte "festmachen/foule
Dir fällt der Wiederspruch in deinem Text auf?

Selbstverständlich sollte ein Spiel nicht so Hart geführt werden das die Kinder nicht mehr spielen können.
Aber wie Ronaldo schon geschrieben hat ,wo sollen die "erfahrenen Schiedsrichter " her kommen wenn die jungen Leute nicht E-Jugend leiten sollen/können? Und auch da hat Ronaldo recht,was sich die jungen Leute zum Teil von der Elternschaft anhören müssen ist mehr wie unter der Gürtellinie,ich jedenfalls lasse mir das nicht mehr gefallen und greife mir diese Leute und die fliegen im Zweifelsfall auch aus der Halle.
Hallo,
tatsächlich kann ich in meinem Text keinen Widerspruch entdecken.
Das Problem ist doch folgendes:
- Die Gastmannschaft foult die besten Kinder der Heimmannschaft nach und nach raus.
zum Schluss können 4 Kinder (nebenbei die besten Spieler) der Heimmannschaft nicht mehr mitspielen wegen Verletzungen.

Die Schiedsrichter pfeifen "nur" Freiwurf.

Meiner Meinung nach sind die Jugendschiedsrichter einfach überfordert bei so einem hart geführten Spiel.

Deshalb muss ein erfahrener Schiedsrichter dabei sein, der so eine Spielweise unterbindet.

Es müssen ja nicht nur die Schiedsrichter vor solchen Situationen geschützt werden, auch die Kinder, die auf dem Platz stehen müssen geschützt werden und haben ein Anspruch auf Schutz.

Besipiel: Kind A foult Kind B; Kind B liegt am Boden und weint. Trainer von Kind A sagt zu Kind A: " Das hast du gut gemacht" so, dass die ganze Halle es hören kann.
Keiner reagiert, die Situation ist völlig in Ordnung?!

Nordischbynature

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17

Monday, November 8th 2021, 8:53am

Ich verstehe die Problematik. Habe Kinder in mehreren Altersklassen und es gibt auch hier oben im Norden dieses Phänomen.
Allgemein heißt es ja: In der F- und E-Jugend wird körperlos gespielt. Ob das jetzt toll für das Spiel ist, soll jetzt gar nicht Thema sein. Hier geht es ja um die Durchsetzung dieser Regeln.

Auch ich konnte im Laufe der Jahre feststellen, dass es eher die Jüngeren unter den Schiris sind, die das so laufen lassen. Ein älterer Kollege gab auch schonmal Gelb und dann Rot in der F da wohl trotz netter Ermahnung weiter heftig im Gesicht des Gegenspielers gearbeitet wurde.

Die von Dir beschriebene „Taktik“ wenden leider immer wieder Trainer an. Im Nachgang ist es dann immer schwer, da was zu verbessern - als (meist) Unterlegener haftet einer Nachfrage oder Beschwerde immer das Nachtreten eines schlechten Verlierers an.

Bei meiner Nichte hatte sich mal ein Vater beim Kreisverband beschwert. In dem Spiel (E-Jugend) hatte die Trainerin für alle sichtbar schon vor dem Spiel ihre Kinder instruiert, in die Innenseite der Oberarme zu kneifen und in die Hacken zu treten. Werfen und Fangen konnten die alle nicht, aber Dank Schubsen und Ziehen ging das Spiel dann irgendwie 7:4 aus. Zum Ende wurde noch einer gerade hingeschubsten Spielerin ins Gesicht getreten und das weinende Kind von den Zuschauern ausgebuht. Der vereinseigene jugendliche Schiri machte nichts. Wurde auch immer von der Bank instruiert. Kann sich ja jeder vorstellen, was da los war auf der Tribüne.

Diese Beschwerde hatte allerdings keine Konsequenzen, denn es geht da oft eher den Schutz der Schiedsrichter. Schwierig, verstehe beide Seiten. Traurig, wenn der Handballsport seine hässlichen Seiten zeigt.

Was soll man machen? Jeder Schiri ist wichtig und die Jugendlichen pfeifen oft Heimspiele ihres Vereins und oft ihrer eigenen Trainer aus der Kindheit. In dem Alter ist das schwer, da absolut fest und neutral zu sein.
EIne Maßnahme wäre, ab und an mal einen Beobachter einzusetzen. Habe ich erst einmal in 10 Jahren gesehen. Aber die pfeifen ja selbst, da kommt wieder der Personalmangel.

Es kann doch aber nicht sein, dass schon Grundschüler mit Bauchweh zu manchen Gegnern fahren, weil sie *sorry* wissen, gleich gibt es auf die Fr…e!?

Dazu muss ich leider auch zugeben, dass ich selbst keine Lust hätte, in der Altersklasse zu pfeifen. Das ist eine auch pädagogisch anspruchsvolle Aufgabe und die Eltern sind sehr emotional in dieser Phase, nicht nur was Fouls angeht.
Einer von uns beiden ist blöder als ich. ;)

alter Sack

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18

Monday, November 8th 2021, 4:54pm

Wichtiges Thema, welche ich als SR-Wart im Verein besonders im Blick habe. Es gibt hierbei zwei wichtige Aspekte:
a) Viele Eltern kommen in der E-Jugend zum ersten Mal mit Handball in Berührung. Da fehlt die Regelkenntnis und das Behütersyndrom, welches das eigene Kind vor Fouls schützen möchte bzw. im Falle eines Fouls und dessen Nicht-Andung schnell die Emotionen hochkochen lässt. Zumal bei der E-Jugend die Tribüne auch am besten gefüllt ist.
b) E-Jugend wird von jungen SR gepfiffen. In meinem Bezirk wird die Klasse im übrigen vom Verein gepfiffen. Hat den sehr großen Vorteil, dass man sehr gut im Auge behalten kann, welche SRs man einsetzt. Vorausgesetzt es gibt eine rührigen SR-Wart und einfach genug SRs, welche aus intrinsischer Motivation diese Spiele pfeift.
In meinem Fall haben wir zum Glück genügend „Willigige“ SRs. Auch der Bezirk bietet eigene Schulungen für E-Jugendspiele an.
So haben wir eigentlich kein Thema mehr damit. Es gab auch mal in früheren Jahren die Anweisung das „Pädagogische Pfeifen“ zu berücksichtigen. Dahinter stand die Message kein 2 Minuten zu geben.
Das hängt vielleicht mit dem Eingangspost zusammen. Wenn man so anfängt, werden auch Fouls nicht so geahndet. Aber es gibt in der E-Jugend Kids, die seit 4 Jahren Handball spielen (von den Super-Minis). Kommt immer auf den Fall an. Meine worst case Erlebnisse von der Seitenlinie war immer ein 70 jährigen Opa der freundlich lächelnd D-Jugendspiele ohne gelbe Karte pfiff. Da wusste man vorher immer schön, dass auf den Rängen die Emotionen nach 15 Minuten durchgehen.
Ein ganz wichtiges Thema aus meiner Sicht auch die vorgeschriebenen Deckungsvarianten. Oft hat man ja sehr klare Verhältnisse, in welchem der abgeschossene Gegner automatisch reinrückt. Da habe ich dann auch ab und an mal Mitleid. Bei einem gute BOL-Spiel (höchste Klasse) ist mir das sehr wichtig und ich bin der festen Überzeugung, dass nur mit Ahndung durch 7-M die Kids den Lerneffekt haben. Gibt ja auch Trainer die mir sagen „mehr als reinschreien kann ich nicht“.
Summa summarum pfeife ich recht gern E-Jugend, da man letztlich ja noch die reine Spielfreude sieht und die Hallen immer recht gut gefüllt sind. Bösartige SpielerInnen hab ich da auch noch nicht erlebt. Das kommt erst in C/B Jugend. Soviel meine 50 cent.
Positiv in meinem Bezirk, es gibt nur noch selten die ergebnisgetriebenen Trainer. Erlebe ich ab und an auf Fussballplätzen ganz anders.

19

Monday, November 8th 2021, 6:00pm

Die besten Kinder werden der Reihe nach rausgefoult.
Besipiel: Kind A foult Kind B; Kind B liegt am Boden und weint. Trainer von Kind A sagt zu Kind A: " Das hast du gut gemacht" so, dass die ganze Halle es hören kann.
Keiner reagiert, die Situation ist völlig in Ordnung?!

Das ist m.E. nicht das Problem eines jugendlichen Schiedsrichters. Wenn da keiner den Arsch in der Hose hat, den Trainer zur Rede zu stellen, dann gute Nacht Marie.

This post has been edited 1 times, last edit by "bernhard R." (Nov 8th 2021, 8:46pm)


Nordischbynature

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20

Monday, November 8th 2021, 8:36pm

Wichtiges Thema, welche ich als SR-Wart im Verein besonders im Blick habe. Es gibt hierbei zwei wichtige Aspekte:
a) Viele Eltern kommen in der E-Jugend zum ersten Mal mit Handball in Berührung. Da fehlt die Regelkenntnis und das Behütersyndrom, welches das eigene Kind vor Fouls schützen möchte bzw. im Falle eines Fouls und dessen Nicht-Andung schnell die Emotionen hochkochen lässt. Zumal bei der E-Jugend die Tribüne auch am besten gefüllt ist.
b) E-Jugend wird von jungen SR gepfiffen. In meinem Bezirk wird die Klasse im übrigen vom Verein gepfiffen. Hat den sehr großen Vorteil, dass man sehr gut im Auge behalten kann, welche SRs man einsetzt. Vorausgesetzt es gibt eine rührigen SR-Wart und einfach genug SRs, welche aus intrinsischer Motivation diese Spiele pfeift.
In meinem Fall haben wir zum Glück genügend „Willigige“ SRs. Auch der Bezirk bietet eigene Schulungen für E-Jugendspiele an.
So haben wir eigentlich kein Thema mehr damit. Es gab auch mal in früheren Jahren die Anweisung das „Pädagogische Pfeifen“ zu berücksichtigen. Dahinter stand die Message kein 2 Minuten zu geben.
Das hängt vielleicht mit dem Eingangspost zusammen. Wenn man so anfängt, werden auch Fouls nicht so geahndet. Aber es gibt in der E-Jugend Kids, die seit 4 Jahren Handball spielen (von den Super-Minis). Kommt immer auf den Fall an. Meine worst case Erlebnisse von der Seitenlinie war immer ein 70 jährigen Opa der freundlich lächelnd D-Jugendspiele ohne gelbe Karte pfiff. Da wusste man vorher immer schön, dass auf den Rängen die Emotionen nach 15 Minuten durchgehen.
Ein ganz wichtiges Thema aus meiner Sicht auch die vorgeschriebenen Deckungsvarianten. Oft hat man ja sehr klare Verhältnisse, in welchem der abgeschossene Gegner automatisch reinrückt. Da habe ich dann auch ab und an mal Mitleid. Bei einem gute BOL-Spiel (höchste Klasse) ist mir das sehr wichtig und ich bin der festen Überzeugung, dass nur mit Ahndung durch 7-M die Kids den Lerneffekt haben. Gibt ja auch Trainer die mir sagen „mehr als reinschreien kann ich nicht“.
Summa summarum pfeife ich recht gern E-Jugend, da man letztlich ja noch die reine Spielfreude sieht und die Hallen immer recht gut gefüllt sind. Bösartige SpielerInnen hab ich da auch noch nicht erlebt. Das kommt erst in C/B Jugend. Soviel meine 50 cent.
Positiv in meinem Bezirk, es gibt nur noch selten die ergebnisgetriebenen Trainer. Erlebe ich ab und an auf Fussballplätzen ganz anders.
Interessant, was Du schreibst! Bei uns im Verband spielt schon die F-Jugend Punktrunde. Dort haben wir immer die Diskussion, wie man pfeift. Manche lassen alles laufen (Schritte, zweimal prellen, 3 Sekunden Ball halten, Abstand Freiwurf, …) um das Spiel nicht zu verpfeifen. Andererseits sollen die Kids ohne Mini-Erfahrung das ja lernen und es ist wirklich putzig, wenn der Schiri mal ne Schleife bindet oder sich hinhockt und ganz liebevoll erklärt, dass das gerade 10 Schritte zuviel waren.
Es sind dort meist die erfahrenen Kollegen, die glänzen und die Balance finden. Aber es gibt auch einige Naturtalente beim Nachwuchs, freue mich immer wenn ein Spiel schön geleitet wurde.
Einer von uns beiden ist blöder als ich. ;)

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