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alter Sack

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Sunday, January 10th 2016, 10:42pm

Der politische Diskussionsthread zur aktuellen Lage

Ich hatte hier ja ab und an auch mal einen Thread zu politischen Themen eröffnet. DA unter Zwischenüberschrift zu diesem Unterforum auch "Weltpolitik" steht, heute mal wieder ein kleiner Einwurf. Dass sich Parteien ändern und die gleichen Politiker ihre Meinung ändern halte ich für einen normalen politischen Prozess. Normalerweise braucht das aber immer ein paar Jahre. Mittlerweile beobachte ich jedoch, dass die Regierungspartei unter dem Druck der Tagespolitik nicht mehr nur Zick-Zack fährt, sondern wie in einem Autoscooter kurvt.

Jüngstes Beispiel: Die SPD Spitze befürwortet eine Residenzpflicht für Flüchtlinge. Vor gerade einmal 15 Monaten feierte die SPD die Abschaffung dieser.
hier

Ich halte das für sehr bedenklich und für einen Grund der Politikverdrossenheit sowie der aktuellen Polarisierung in unserer Gesellschaft. Mittlerweile liegt die SPD bei 23 Prozent. In ach Wochen sind Landtagswahlen in drei Bundesländern. Mir schwant nichts Gutes.

P.S. Ich will hier gar nicht die Frage pro und contra Residenzpflicht diskutieren, da die Gefahr besteht, dass wir dann wie so oft bei politischen Themen in Schlammschlachten abgleiten.
Aber teilt ihr auch das Gefühl, dass die Politik der vermeintlich etablierten Parteien immer mehr zwischen Euphorie und Panikbutton agiert? Woran kann das liegen?

This post has been edited 2 times, last edit by "alter Sack" (Mar 15th 2016, 8:53pm)


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Sunday, January 10th 2016, 11:17pm

Unabhängig davon was in der Flüchtlingsfrage die richtige Politik ist, fällt die Schwäche der SPD eben hier schon stark ins Gewicht. Im Grunde ist sie aber schon seit Jahren und bei jedem Politikfeld ein Problem für unsere Demokratie. Denn die funktioniert nun einmal mit zwei Volksparteien, die links und konservativ abdecken und jeweils von Juniorpartnern noch in die eine oder andere Richtung gezogen werden. Zwei Machtalternativen. Spätestens seit 2009 scheint das aber vorbei zu sein.

Das Problem dabei ist eben das sich das mittlerweile auch so niederschlägt, dass die SPD selbst auch programmatisch diese Rolle nicht mehr annimmt. Sie ist jetzt keine starke Gegenstimme zur CDU/CSU in der Flüchtlingsfrage mit eigenen vielleicht besseren oder vielleicht schlechteren Vorschlägen. Das war sie auch schon in anderen wichtigen Fragen in den letzten Jahren nicht. Grüne und Linke sind nicht stark genug im diese Rolle einzunehmen.

Ironischerweise haben die Leute die sich beklagen keine Wahlalternativen mehr zu haben daher schon einen Punkt, auch wenn so mancher sich dabei auf eine Alternative rechts von der CDU bezieht. Das Hauptproblem ist aber eher das die Stelle links von der CDU quasi leer ist. Die Kanzlerin muss sich nicht mehr wirklich fürchten demokratisch abgewählt zu werden, maximal parteiintern kann das passieren. Das ist eben nicht gut für eine Demokratie unabhängig von der eigenen politischen Einstellung. Man braucht mindestens zwei Optionen was die Regierung angeht.

Beuger

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3

Sunday, January 10th 2016, 11:24pm

Die SPD hat nach den Ereignissen in Köln auch gefordert, "endlich" die Gesetze zum Abschieben straffällig gewordener Flüchtlinge zu verschärfen. Populistisch wie sonstwas. Was die SPD braucht, ist ordentliches, progressives Personal. Weg vom konservativen, wirtschaftsfreundlichem Union-Light.

4

Sunday, January 10th 2016, 11:35pm

Quoted

Die SPD hat nach den Ereignissen in Köln auch gefordert, "endlich" die Gesetze zum Abschieben straffällig gewordener Flüchtlinge zu verschärfen. Populistisch wie sonstwas. Was die SPD braucht, ist ordentliches, progressives Personal. Weg vom konservativen, wirtschaftsfreundlichem Union-Light.

Die Gesetze existieren. Der Polizei muss endlich der Maulkorb abgenommen werden und Angie muss nach der Silvesterschande zurücktreten, um Platz für einen wirklichen Neuanfang zu machen. Der Polizeichef ist nur ein Bauernopfer für eine verfehlte Politik (Stellenabbau,...)
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Beuger

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5

Sunday, January 10th 2016, 11:48pm

Merkel ist kein Diktator und somit nicht allein für alles verantwortlich zu machen. Typisch für patriarchalisches, rechtes Denken, im Kanzler einen Alleinherrscher zu sehen.

alter Sack

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6

Sunday, January 10th 2016, 11:56pm

@paul Jonas Da hast Du schon recht. Mein Gefühl sagt mir, dass wir im März in der Hinsicht eine Zäsur erleben werden. Fraglich ob es in den drei Ländern für stabile Regierungen unter SPD/CDU Führung kommen wird.
Meine Theorie ist aber auch, dass die Neuen Medien diese Politik der zittrigen Hand befeuern. Mittlerweile werden ja nach jedem Ereignis Umfragen von Instituten durch die Bevölkerung gejagt und zwei Tage später mit deren Auswirkungen auf die Prozentzahlen der Parteien veröffentlich. Ahnlich wie Aktiengesellschaften von Quartal zu Quartal zittern die Parteiführungen vor diesen Zahlen. Da haben Denker/Visionäre/Strategen einfach keinen Platz mehr.

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Monday, January 11th 2016, 12:05am

Ich glaube ,dass die SPD einfach kaum eigene Positionen mehr hat für die sie wichtig wäre.
Links von ihr gibt es genug Wahlmöglichkeiten und rechts von ihr hat die Merkel-CDU für sich "genug Gelände" vom ehemaligen SPD-Hohheitsgebiet übernommen.
Dazu kommt der permanente Wechsel zwischen Sprunghaftigkeit und Verweigerungshaltung der SPD in ihren Positionsaussagen und ihre Versuche sich bei der Wirtschaft anzubiedern.
Problematisch sehe ich allerdings auch, dass durch den Linksruck der Merkel-CDU konservative Wähler keine seriöse Wahlmöglichkeit, quasi keine Heimat mehr haben .Und konservativ oder nationaler Denkende entweder zum Nichtwählen oder zum Protestwählen tendieren könnten.

Dass die Merkel-CDU so stark nach links gerückt ist stört mMn das Gleichgewicht.
Ob das insgesamt gut für Deutschland ist darf bezweifelt werden.

This post has been edited 1 times, last edit by "stürmerfoul" (Jan 11th 2016, 12:05am)


alter Sack

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Monday, January 11th 2016, 12:12am

Also ich sehe aktuell schon, dass die AfD unter Petry sich zu einer dauerhaften konservativen Alternative entwickeln kann und den Status der Protestpartei verlässt. Die Geisterfahrer (Höcke) werden distanziert und die Frau hat Charisma ohne in in den rechten Sumpf abzugleiten. Und .... Nein. Ich bin kein AfD-Wähler oder Sympathisant.
Speziell in Sachsen-Anhalt bin ich gespannt in welcher Konstellation man die AfD raushalten wird. Dort könnte es selbst für schwarz-rot eng werden.
Vielleicht wird der März für die CDU auch so desaströs, dass die rumorenden CDU-Basis Angela Merkel stürzt und Seehofer die Führung übernimmt. Ich denke, dass wir selbst mit einer sich beruhigenden Weltpolitik (welche ja leider nicht abzusehen ist) 2016 ein innenpolitisch heisses Jahr erleben werden.

9

Monday, January 11th 2016, 6:07am

Quoted

Merkel ist kein Diktator und somit nicht allein für alles verantwortlich zu machen. Typisch für patriarchalisches, rechtes Denken, im Kanzler einen Alleinherrscher zu sehen.

Typisch für linkes Denken, in jeder anderen Meinung rechtes Denken zu wittern... Und ich bin weder AFD- noch Protestwähler.

Sie ist dafür verantwortlich, da sie beständig die falschen Entscheidungen trifft. Sie ist für den Stellenabbau bei der Polizei verantwortlich und hat sich auch erst auf Druck der Medien zum Silvesterdisaster geäußert, was sie endgültig untragbar macht.
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10

Monday, January 11th 2016, 9:00am

Meiner Meinung nach ist Gabriel nicht in der Lage die SPD zusammenzuführen. Niemand außer Willy Brandt war dazu in der Lage. Gerhard Schröder konnte diie SPD ja auch nur mit der Basta Politik führen. In der SPD sind regelmäsig Grabenkämpfe zwischen dem linken und dem konservativen Flügel zu sehen. Es war extrem lachhaft als man 2013 einen konservativen Kandidaten mit einem linken Programm ins Rennen schickte. Das konnte von Anfang an nicht gut gehen. Wenn man sich die Wahlbeteiligung anguckt, wird einem klar wie groß die Verdrossenheit ist. Die Parteien sollten sich reformieren um für die Menschen wieder attraktiver zu werden. Merkel hinterlässt mit ihrer Politik nun einmal ein Vakuum für eine konservative Partei. Ob das die AFD ist werden wir sehen.

This post has been edited 1 times, last edit by "TalantGuy96" (Jan 11th 2016, 9:17am)


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Monday, January 11th 2016, 9:15am

Ich glaube ,dass die SPD einfach kaum eigene Positionen mehr hat für die sie wichtig wäre.
Links von ihr gibt es genug Wahlmöglichkeiten und rechts von ihr hat die Merkel-CDU für sich "genug Gelände" vom ehemaligen SPD-Hohheitsgebiet übernommen.


Genau das ist ja im Grunde das Problem. Die linken Parteien die klassische linke Positionen einnehmen sind beide nicht stark genug den alten Platz der SPD einzunehmen. Gabriel und diverse Mitglieder der SPD-Führung scheinen anzunehmen das die Lösung der Parteikrise ein Ruck in die Mitte oder sogar nach rechts ist, wie man an den jüngsten Äußerungen von Gabriel wieder einmal ablesen kann. Ich will abermals nicht sagen was hier die richtige Politik ist, aber dadurch macht sich die SPD aus deren Perspektive glaube ich Illusionen. Denn wenn man Mitte bzw. Mitte-rechts ist, dann wird man niemals SPD wählen.

Im Gegensatz zum derzeitigen Eindruck in den Medien verteilt sich die Wählerschaft aber recht gleichmäßig auf links und rechts (bzw. bürgerlich/konservativ damit man das jetzt nicht falsch versteht), was aber eben durch die Schwäche der SPD auf drei verschiedene Parteien verteilt wird, von denen zwei zerstritten sind. Das wird sich nicht ändern solange die SPD in solchen Fragen wie jetzt der CSU nachläuft, weil dann Grüne und vor allem Linke den berechtigten Punkt haben sich unter diesen Umständen auf ein Bündnis nicht einlassen zu können.

Faktisch bedeutet das eben das die CDU 2017 zwischen Juniorpartnern Grün, SPD, eventuell wieder FDP und perspektivisch AFD auswählen kann. Der Wähler legt dann im Grunde nur noch den Koalitionspartner der CDU-Kanzlerschaft fest.

12

Monday, January 11th 2016, 9:21am

Ein in meinen Augen passendes Beispiel für die Entfernung der bekannten Parteien (besonders der SPD) vom Wahlvolk stellt die Abstimmung über die Olympischen Spiele in Hamburg da. SPD, CDU, FDP und Grüne habe sich für die Bewerbung ausgesprochen. AfD, Linke und NPD dagegen. Schlussendlich gab es eine Mehrheit dagegen.
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13

Monday, January 11th 2016, 10:02am

Das gesamte System krankt an einem grundsätzlichen Problem: Die vermeintliche Notwendigkeit, sich ständig in Umfragen zu messen. Auf diese Weise wird auch in den nächsten Jahren keinerlei nachhaltige Politik mehr gemacht werden können, da die Tagespolitik, die für den Ausgang der Umfragen relevant ist, langfristige politische Planungen und Reformen von vornherein zunichte macht.

Die SPD hat dies schmerzhaft mit Schröders Agenda 21 aufgezeigt bekommen, die zwar nicht fehlerfrei war, jedoch grundsätzlich einige positive Entwicklungen angestoßen hat. Und genau diese Agenda 21 war die letzte große Reform einer Regierung, deren Haltbarkeitsdatum nicht mit der nächsten Wahl, egal ob auf Landes- oder Bundesebene, abgelaufen war. Und weil innerhalb der SPD der Streit um die Agenda 21 mehr oder weniger offen ausgetragen wurde, hat die SPD die nächsten Wahlen verloren, bis hin zur Bundestagswahl 2005. Dadurch setzte innerhalb der SPD die Entwicklung zur 25-%-Partei ein: Interne Kämpfe zwischen dem linken und dem rechten Flügel, die Führungslosigkeit der Partei, eine fehlende Konzeption der SPD-Politik (und all das schön breitgetreten in den Medien), kurzum: Die SPD hat sich selber demontiert.

Die CDU hat in ihrer gesamten Geschichte in der Regierung keine relevante Reform angestoßen, da wird lieber ausgesessen und dann mit so wenig Änderungen wie möglich versucht, auf die Tagespolitik zu reagieren. Um bloß niemanden zu verschrecken, immerhin könnte man ja durch zu große Änderungen in irgendeinem Bereich jemanden vor den Kopf stoßen und dadurch Wähler verlieren.

Und auch die Zeiten sind vorbei, in denen ein Umdenken in der gesamten Politik stattgefunden hat, wie etwa in den 80er und 90er Jahren, als Umweltpolitik durch die bloße Existenz der Grünen bzw. später Bündnis 90 / Die Grünen in jeder Partei plötzlich ein Thema wurde. Die sogenannten Kleinen Parteien achten auch (zu) sehr auf die Umfragewerte, anstatt programmatisch voranzugehen. Selbst die FDP, die zuletzt bei der Bundestagswahl dramatisch abgestraft wurde, vermag sich nicht dazu zu überwinden, sich programmatisch neu aufzustellen, sondern macht mehr oder weniger weiter wie bisher und versucht lediglich, das vorhandene Profil zu "verschärfen", was immer das auch heißen mag.

Die Politikverdrossenheit rührt daher, dass die Parteien und deren Hörigkeit gegenüber Umfrageergebnissen eine ernstzunehmende Politik verhindern. Es gibt keine Reformeh mehr, es gibt nicht einmal mehr langfristig angelegte Politik. Der Souverän fühlt sich nicht mehr ernstgenommen und sieht die Politik als einen Ort an, an dem wie unter einer Glaskuppel re(a)giert wird: Fast ohne Bezug zur Außenwelt. Wenn die Spaltung zwischen Wahlvolk und Politik bzw Parteien nicht ganz bald endet, wird sich die Politikverdrossenheit - die eigentlich eine Parteienverdrossenheit ist - nicht geben, sondern verstärken.
“A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. LLAP.” - Leonard Nimoy (1931-2015)

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Monday, January 11th 2016, 10:16am

Neben der bereits angesprochenen "Informationsüberflutung" durch immer währende Umfragen etc. würde ich noch 2 Punkte aufwerfen wollen, die mMn ein sinnvolles Reagieren/ langfristige Positionen & Strategien verhindern:

1.) Parteischarmützel und "Abstecken" politischer Positionen. Wenn man sich mal die Debatten & Reden im Bundestag anschaut, dann wird kaum über wirkliche Lösungen oder Probleme (sachlich) gesprochen. Es geht eigentlich nur darum den Redner oder die Partei zu diskreditieren mit allen schmierigen Mitteln. Und da nehmen sich idR. alle Parteien nichts. Dann ist man eben auch gezwungen später bestimmte Positionen abzulehnen, weil man sich vorher mal dagegen ausgesprochen hat. Und das obwohl man ggf. weiß, dass diese Lösung die vermeintlich Beste sei. Jedoch um der "Konkurrenz" keinen Erfolg zu gestatten, müssen dann neue Konstrukte her, die dann vielleicht etwas Ähnliches beschreiben, aber nicht im Detail genau so aussehen dürfen. Außerdem darf es natürlich auch nie so heißen.

2.) Die Zunahme von "Parteikarrieren" und dem System der politischen Karrieren insgesamt. Wenn man sich immer nur Leute mit gleicher Anschauung reinholt, dann ist irgendwann auch klar, dass man sich nicht mehr hinterfragt. Und wenn mann dann immer nur die bequemen/ opportunistischen Ja-Sager nach oben befördert, dann ist auch klar, dass jeder sich mit dem Wind dreht..

15

Monday, January 11th 2016, 10:28am

Man kann Frau Merkel in einem Punkt nicht vorwerfen, sich nach Umfragen oder taktierend verhalten zu haben und das war der berühmte Satz "Wir schaffen das". Ob "wir" das schaffen, ist noch immer mehr als unklar und wen sie mit "wir" meinte, kann ich bis heute nicht nachvollziehen.

Und Schröder stolperte letztendlich auch über sein "Basta" zur Agenda 2010.

Von daher kann man den Politikern ja gar nicht unbedingt verdenken, daß sie situativ im Nachhinen anstatt vorwegschauend handeln und ihre Handlungen den Umfragen anpassen.

Die derzeitigen Verwerfungen, insbesondere das Erstarken der AfD, aber auch das Mißtrauen gegenüber der Presse ("Lügenpresse", "Systempresse") ist die Folge der Überforderung des Volkes mit den kurzfristigen und wenig durchdachten Handlungen der Politik einerseits aber auch die - wohl nicht immer unberechtigte - Frage , wie mit der Wahrheit in diesem Land umgegangen wird. Und zuletzt auch Äußerungen wie die von Frau OB Reker mit der "Armlänge", die ein Indiz auch für die heillose Überforderung der Politik im Umgang mit "ihrem" Volk darstellt.

Beuger

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16

Monday, January 11th 2016, 10:34am

Merkel ist doch immer noch konservativ. Wenn ihr konservativ so definiert, dass man gegen Ausländer ist, dann ist sie nicht konservativ, aber gerade in Sachen Außenpolitik (zB Waffenlieferungen) Homosexuellenrechte und Wirtschaftspolitik vertritt sie stark konservative Positionen.

17

Monday, January 11th 2016, 10:51am

Die Wahlen in Sachen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind in meinen Augen auch deswegen interessant, weil sich zeigen wird, ob die NPD von der aktuellen Stimmungslage profitieren kann, oder aber die AfD auch in diesen Ländern, wo die NPD bei den vergangenen Wahlen für ihre Verhältnisse recht viele Stimmen erhielt, der Gewinner sein wird.
Ich halte es für wahrscheinlich, dass die AfD ein Erstarken der NPD verhindern wird.
Easy, easy baby, es kommt meine Zeit!

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Monday, January 11th 2016, 11:37am

Wenn ihr konservativ so definiert, dass man gegen Ausländer ist


Das habe ich nie so gemacht. Bitte keine Unterstellungen !!!

Merkel hat die CDU sozialdemokratisiert und das Wahlprogramm der SPD teilweise kopiert. Der Mindestlohn ist doch das beste Beispiel. Bei dem Atomausstieg ist sie den Grünen beispielsweise in die Parade gefahren. Die CDU hat kein Programm mehr außer Merkel. Das ist nicht zu unterschätzen, da ein parteipolitisches Vakuum entsteht, welches nicht zwangsläufig von einer seriösen konservativen Alternative gefüllt werden kann, sondern auch von rechtsradikalen. Ich finde die Debattenkultur in Deutschland teilwiese unerträglich. Da wird nur noch emotional argumentiert. Sachliche Gesprächsrunden finden im TV nur noch im Presseclub statt. Wenn auf Facebook eine rechtsradikale Gruppierung wie Anonymous mehr als 1000000 likes hat ist das doch besorgniserregend. Warum ist das der Fall ? Meiner Meinung nach unterscheiden sich die Parteien in der Praxis kaum mehr voneinander. Das ist für jede Demokratie bedenklich

Beuger

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19

Monday, January 11th 2016, 11:41am

Wenn ihr konservativ so definiert, dass man gegen Ausländer ist


Das habe ich nie so gemacht. Bitte keine Unterstellungen !!!

Merkel hat die CDU sozialdemokratisiert und das Wahlprogramm der SPD teilweise kopiert. Der Mindestlohn ist doch das beste Beispiel. Bei dem Atomausstieg ist sie den Grünen beispielsweise in die Parade gefahren. Die CDU hat kein Programm mehr außer Merkel. Das ist nicht zu unterschätzen, da ein parteipolitisches Vakuum entsteht, welches nicht zwangsläufig von einer seriösen konservativen Alternative gefüllt werden kann, sondern auch von rechtsradikalen. Ich finde die Debattenkultur in Deutschland teilwiese unerträglich. Da wird nur noch emotional argumentiert. Sachliche Gesprächsrunden finden im TV nur noch im Presseclub statt. Wenn auf Facebook eine rechtsradikale Gruppierung wie Anonymous mehr als 1000000 likes hat ist das doch besorgniserregend. Warum ist das der Fall ? Meiner Meinung nach unterscheiden sich die Parteien in der Praxis kaum mehr voneinander. Das ist für jede Demokratie bedenklich

Deswegen habe ich ja geschrieben "wenn".
Der Mindestlohn ist ganz klar SPD-Programmpunkt gewesen, den Gabriel % CO in den Koalitionsverhandelungen durchgesetzt haben.
Der Atomausstieg war populistisch, um nicht noch mehr Wähler an die Grünen für die damals ausstehenden Landtagswahlen zu verlieren.
Anonymous hätte übrigens niemals so viele Likes, wenn sie nicht den Anschein erwecken würden, dass es sich um "Anonymous" handelt. Im Endeffekt ist es nur noch eine Werbeseite für das Naziblatt Compact und Gerüchte, dass zahlreiche Likes gekauft sind, gingen ja auch schon mehrfach rum.

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Monday, January 11th 2016, 11:53am

Deswegen habe ich ja geschrieben "wenn".
Der Mindestlohn ist ganz klar SPD-Programmpunkt gewesen, den Gabriel % CO in den Koalitionsverhandelungen durchgesetzt haben.
Der Atomausstieg war populistisch, um nicht noch mehr Wähler an die Grünen für die damals ausstehenden Landtagswahlen zu verlieren.
Anonymous hätte übrigens niemals so viele Likes, wenn sie nicht den Anschein erwecken würden, dass es sich um "Anonymous" handelt. Im Endeffekt ist es nur noch eine Werbeseite für das Naziblatt Compact und Gerüchte, dass zahlreiche Likes gekauft sind, gingen ja auch schon mehrfach rum.


Die Unterschiede beim Mindestlohn waren nur bedingt vorhanden. Der von der SPD war flächendeckend, der von der CDU war regional bedingt. Du hast recht, wenn du sagst, dass der Atomausstieg reine Wahltaktik war, aber hier schließt sich der Kreis. Welche Partei soll ein Mensch wählen, der für Kernkraft ist ? Die Parteien zeigen in diesem Fall keinerlei Unterschiede auf. Anonymous erweckt außerhalb des Namen und des Profilbildes nicht den Anschein, dass es sich um Anonymous handelt. Die Mehrheit liest sich schon ein paar Beiträge von der Seite durch, bevor sie diese liked. Ich glaube schon, dass die Mehrzahl Anonymous aufgrund ihrer politischen Ansichten geliked hat. Fakt ist, wir haben einen starken rechten Rand in Deutschland und dieser ist vor allem in den letzten beiden Jahren größer geworden.

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