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1

Monday, December 18th 2017, 9:57am

Wahl "Sportler des Jahres 2017" - Kritik erlaubt?

Irgendwie habe ich so meine Probleme mit den Sportlern des Jahres 2017. Eine Ausnahme: Die Mannschaft des Jahre, da bin ich schon zufrieden, wenn es keine Fußballmannschaft ist, wie dieses Jahr. Das Handballer bzw. Handball-Mannschaften es nach ganz oben schaffen, ist möglich, aber nur bei "höchsten Weihen". Das wissen die Forum-Mitglieder zur genüge. So dass man aus dieser Sicht nicht "wettern" kann. Obwohl ich ein Wintersport-Fan bin, sehe ich diese Wahl kritisch, in Oberhof zum Biathlon bin ich als Thüringer in der Regel selbstverständlich vor Ort. Mein Ansatz der Kritik: Anzahl der Titel bei einer WM gibt den Ausschlag. Da haben aber die Juroren eines nicht berücksichtigt, dass im Wintersport, u. a. wegen des erheblichen organisatorischen Aufwandes das Programm "künstlich aufgebläht" wurde. So konnte der Speerwerfer Johannes Vetter (welcher mein persönlicher Favorit war) es ja gar nicht schaffen "Sportler des Jahres" zu werden. Im Speerwerfen gibt es nur eine Möglichkeit eine Medaille zu gewinnen, es gibt nicht mit noch Disziplinen "Kurz-Speer", "Speerwurf gegen den Wind", "Speerwurf mit den Wind", "Speerwurf mit verschobenen Schwerpunkt über 50 %", usw., ich habe mit Speerwurf-Varianten übertrieben, das war auch gewollt. Auch in der Nordischen Kombination ist die Vielfalt an neuen Formaten mehr unsinnig, denn es handelt sich doch explizit nicht um andere Disziplinen, es sind in der Regel die gleichen Athleten vorn. Auch wurde nicht berücksichtigt in wieviel Ländern eine Sportart betrieben wird. Für mich ist die "Nichtwahl von Johannes Vetter" doch ein kleiner Skandal. Eine Verneigung vor dem Quoten bringenden Wintersport.
Instinkt ist Intelligenz, die unfähig ist, sich ihrer selbst bewusst zu werden.
(John Sterling)

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2

Monday, December 18th 2017, 10:25am

Nun, Johannes Rydzek Und Laura Dahlmeier haben eine phantastische Saison gehabt, in der sie ihre Sportarten dominiert haben. Vor allem Rydzek ist der erste Kombinierer seit 2005 der diese Auszeichnung bekommt, obwohl es in der Zwischenzeit mit Eric Frenzel durchaus einen weiteren Kandidaten dafür gegeben hätte. Frodeno hat in auch "nur" wegen seiner Erfolge in der Disziplin Ironman bekommen.

Dann gucke ich auf deine Forderung Einzeldisziplinen zu würdigen:
Von 2012-2014 hat Robert Harting als Diskuswerfer diesen Titel erhalten, bei den Frauen haben wir 2015 mit Christina Schwanitz eine Kugelstoßerin und mit Obergföll 2013 eine Speerwerferin. Man kann daher eher sagen das Wurfdisziplinen ziemlich überrepräsentiert sind, auch im Vergleich zur restlichen Leichtathletik und den dortigen deutschen Leistungen.

Man kann sich vielleicht streiten inwiefern dieser Preis sinnvoll ist und auf jeden Fall über die Kategorie Mannschaft des Jahres. Bei den Einzelauszeichnungen scheint es mir aber sehr abwechslungsreich zuzugehen. Man muss zudem auch berücksichtigen das Deutschland im Wintersport natürlich eine sehr große Anzahl von sehr guten Wintersportlern hat. Das ist schließlich der Teil des Sportes wo Deutschland auch mal den Medaillenspiegel bei Olympia anführen kann. Das wird eben dann auch berücksichtigt.

This post has been edited 1 times, last edit by "Paul Jonas" (Dec 18th 2017, 10:34am)


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Monday, December 18th 2017, 10:55am

Ich kann Kritik am Trend Wintersportarten gewaltig aufzublähen absolut nachvollziehen und teile das auch. Aber ich finde nicht, dass man das bei einer Sportler des Jahres-Wahl anführen sollte, weil die Sportler dafür ja schließlich nichts können. Auf die Wahl bezogen, unterstreicht es für meinen Geschmack sogar die Dominanz einzelner Sportler, was durchaus Wahlkriterium sein könnte und sollte.
Aber diese Wintersportwochenenden, wo es morgens um 08.00 Uhr im TV losgeht und dann bis 17.00 Uhr von einem Weltcup zum nächsten geschaltet wird, brauche ich auch absolut nicht
Der Kritiker ist der wahre Optimist. Zitat: Jaron Lanier!
Die Verklärung der Wirklichkeit gilt als größte Stärke des Optimisten!

4

Monday, December 18th 2017, 11:51am

Die getroffene Wahl geht absolut in Ordnung....Laura Dahlmeier hat so nebenbei übrigens auch noch den Gesamtweltcup gewonnen, darüber hinaus überzeugt sie durch unglaublich symphatisches, bodenständiges Auftreten

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Monday, December 18th 2017, 7:24pm

Nun, Johannes Rydzek Und Laura Dahlmeier haben eine phantastische Saison gehabt, in der sie ihre Sportarten dominiert haben. Vor allem Rydzek ist der erste Kombinierer seit 2005 der diese Auszeichnung bekommt, obwohl es in der Zwischenzeit mit Eric Frenzel durchaus einen weiteren Kandidaten dafür gegeben hätte.

...

Johannes Rydzek??? Hat er der Gesamt-Weltcup gewonnen? Nein! Er hatte eine super WM. Aber diese WM war deshalb so super, durch die "aufgeblähte Anzahl von Disziplinen", ansonsten hätte er bei der "nordischen Ski-WM" die Disziplin "nordische Kombination" gewonnen. Quasi war nach der "nordischen Ski-WM" schon klar, "Sportler des Jahres 2017" kann nur Johannes Rydzek werden, denn dies kann nicht übertroffen werden.

Objektiv messbare Leistungen, die konstant erbracht werden und keine "Eintags-Fliege" sind (ich bringe wieder Johannes Vetter ein), zählen m. E. wenig. Ich wünschte mir (aber wer bin ich schon?) eigentlich ein Wahl der Sportler des Jahres nach den "Kriterien der früheren DDR" und nach den "Kriterien des vereinten Deutschlands". Quasi: 50 % trägt das "gemeine Volk" und 50 % tragen die Sportjournalisten zum Gesamtergebnis bei. Aber das geht in einem Land, sowieso nicht, wo "Profi-Fußball" Religion ist. Ich habe mit den Sportjournalisten so meine Probleme: Bei der hohen Spezialisierung dieser Personen, glaube ich, dass weniger als die Hälfte den Überblick haben, dieses „gesamte Feld“ einigermaßen objektiv beurteilen zu können. Ein Kriterium für letztere Aussage ist, dass Fußballmannschaften gewählt wurden, ohne dass es einen Anlass dazu gab.

Man kann sich vielleicht streiten inwiefern dieser Preis sinnvoll ist und auf jeden Fall über die Kategorie Mannschaft des Jahres. ...

Paul Jonas Aussage (fett gedruckt) kann ich nur bestätigen. ... wenn einem nichts einfällt nimmt man eine Fußballmannschaft. Ich probiere es einmal mit einer Voraussage fürs nächste Jahr in der Kategorie Mannschaft: Sollte Deutschland die Fußball-WM gewinnen, ist es die Fußball-Nationalmannschaft. Sollte sie nicht diesen Titel holen, wird es das Eiskunstlauf-Paar "Aljona Savchenko und Bruno Massot" sein, schließlich ist sind ja "Olympische Winterspiele" und im Eiskunstlauf wurde dort ja "lange nichts gerissen".
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6

Monday, December 18th 2017, 7:41pm

also ich finde die aufspaltung in den disziplinen durchaus positiv-
ich möchte halt zb beim biathlon nicht immer nur den massenstart sehen-
und die spannung ist dann doch oftmals eine andere

udn wenn selbst bei der aufspaltung oftmals die gleichen vorne dabei sind- das wären sie noch mehr,
wenn es nur eine disziplin gäbe-siehe zb. gerade wurfdisziplinen leichtathletik - ich finde gerade durch die
verschiedenen formate werden mehr nobodys mal die chance haben, vorne zu landen.

ob insgesamt soviel wettbewerbe sein müssen, dass ist eine andere frage.
gleichfalls der sportsonntag- klar, im winter ist das nun mal so bei so viel verschiedenen wintersportarten-
aber wer interessiert sich schon für alle wintersportarten ?
für mich zb. war der sonntag mit doppelpass-biathlon-handball von 11 bis 18 h (und nur wenig auf fussball gezappt) absolut ok-
man muss ja nicht alles sehen- und es sollte sogar für mal ne halbe stunde an der frischen luft reichen..

die wahl selbst fand ich absolut ok-
insbesondere das eben nicht der fussball da oben so oft vertreten ist..
obwohl ich ja auch sky-fussball sehen kann...

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Monday, December 18th 2017, 8:20pm

Laura Dahlmeier als Gesamtweltcupsiegerin finde ich schon gerechtfertigt. Bei den Mannschaften bin ich immer froh, wenn es keine Fußballer sind. Bei den Männern ist für mich auch ok, wenngleich ich die Kritik von Graphitteller mit den aufgeblähten Diszipline durchaus teile, gerade im Biathlon (den ich super finde und früher kaum ein Rennen verpasst habe...) Gerade bei Olympia kommen mir da andere Wintersportler zu kurz, zB Rennrodler/Bobpiloten - die müssen 4 Topläufe runterbringen, um eine Medaille zu holen. Beim Biathlon genügt eine Topleistung (Sprint), um unter glücklichen Umständen 2 Medaillen (Verfolgung) zu gewinnen. Auch die Alpinen haben ja viele Chance, aber zumindest noch spezilisierte Fahrer. Hat mit der Sportlerwahl jetzt aber nichts zu tun.

Für immer erster deutscher Championsleaguesieger!

Magdeburg ist Handball, Handball ist Magdeburg. So ist das! (J.Abati)

8

Monday, December 18th 2017, 8:24pm

Johannes Rydzek
Johannes Rydzek??? Hat er der Gesamt-Weltcup gewonnen? Nein! Er hatte eine super WM. Aber diese WM war deshalb so super, durch die "aufgeblähte Anzahl von Disziplinen", ansonsten hätte er bei der "nordischen Ski-WM" die Disziplin "nordische Kombination" gewonnen. Quasi war nach der "nordischen Ski-WM" schon klar, "Sportler des Jahres 2017" kann nur Johannes Rydzek werden, denn dies kann nicht übertroffen werden.



Das hat nichts mit aufgeblähten Disziplinen zu tun. Es gab im Nordischen Kombinationssport seit ich das das erste mal verfolgt habe immer eine Normalschanze und eine Großschanze. Das ist halt so, genau wie es 200m und 100m für die Stadionsprinter gibt. Die Distanzen haben sich über die Jahre variiert, aber das sind die beiden Weltmeistertitel die man in der Kombination alle zwei Jahre gewinnen kann. Wenn man das schafft dann hat man etwas erreicht worauf jeder einzelne Sportler in diesem Sport hinarbeitet. Zusätzlich ist er zweiter im Gesamtweltcup hinter Frenzel geworden, jemand der diesen Sport wie kaum ein anderer dominiert (und daher im übrigen absolut ein Kandidat in den vorherigen Jahren mal zu gewinnen). Ich verstehe nicht wie du das so abwerten kannst. Weißt du wie schwer das ist Doppelweltmeister zu werden (verwechsel das auch nicht mit Biathlon, wo man das jährlich schaffen könnte)? Wie schwer es ist zweiter in einem Gesamtweltcup zu werden, was er zum wiederholten male geschafft hat? In welchem Universum ist er eine Eintagesfliege? Guck dir doch mal seine Karriere an.

Vor allem deinen Gegenentwurf des Speerwurfweltmeisters. Ja, das ist eine phantastische Leistung, aber Werfer können sich bei dieser Wahl wie ich dir aufgezeigt habe wirklich nicht beschweren. Sie sind auch was die Teildisziplin Leichtathletik angeht bei dieser Wahl überrepräsentiert. Was sollen denn die ganzen tollen Kanuten und Ruderer sagen die immer nur auf den Plätzen landen? Wenn du den Speerwurf dieses Jahr am tollsten fandst, dann ist das eine Meinung die offenbar viele Fachleute teilen, wie sein dritter Platz beweist. Zu behaupten sie wäre messbar besser als Rydzeks bzw. das dessen Leistung nicht absolut phantastisch wäre, halte ich allerdings einfach nur für das Eingeständnis das dieser Sport nicht interessiert. Mich übrigens auch nicht wirklich (auch wenn ich ihn früher zu Ackermanns Zeiten geguckt habe und daher beurteilen kann, was dort gute Leistungen sind), ich finde Leichtathletik interessanter, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Überhaupt ist das mit Titeln für meine Begriffe sowieso eine Sache. Die tollste sportliche Leistung die ich dieses Jahr im Fernsehen gesehen habe, ist der 3000m-Hürden Lauf von Gesa Krause. Was hat sie da im Ergebnis erreicht? Einen neunten Platz, was nicht einmal ihre beste Leistung bei einer WM war. Aber wer das Rennen gesehen hat, der hat puren Kampfgeist und puren Sport erlebt. Wenn du dich also ärgerst das Leistungen nicht objektiv abgebildet werden, fände ich sowas besonders Schade. Dann würde die Dame nämlich gar nicht gewürdigt werden, so hat sie es mit dieser Leistung zu Recht in die Top 10 der Wahl geschafft.

kuestentanne

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9

Monday, December 18th 2017, 10:09pm

Diese Sportlerwahlen sind ja immer höchst subjektiv, wie sollte es auch anders sein. Und wahrscheinlich gibt es in Deutschland in irgendeiner Sportart, die so Randsportart ist, dass nicht mal Lokalmedien darüber berichten, Sportler, die nach bestimmten objektiven Kriterien noch besser waren, als die Preisträger. Aber die kennt halt kein Schwein.

10

Monday, December 18th 2017, 10:42pm

Objektiv messbare Leistungen, die konstant erbracht werden und keine "Eintags-Fliege" sind (ich bringe wieder Johannes Vetter ein), zählen m. E. wenig. Ich wünschte mir (aber wer bin ich schon?) eigentlich ein Wahl der Sportler des Jahres nach den "Kriterien der früheren DDR" und nach den "Kriterien des vereinten Deutschlands". Quasi: 50 % trägt das "gemeine Volk" und 50 % tragen die Sportjournalisten zum Gesamtergebnis bei.


ich glaube aber sehr stark, dass johannes vetter dann noch weniger chancen gegen johannes rydzek gehabt hätte. im übrigen, wäre rydzek bei 4 rennen "nur" einmal weltmeister geworden und dann sporler des jahres würde ich dir recht geben, dann wäre vetters leistung wahrscheinlich tatsächlich die bessere - aber rydzek hat 4 von 4 rennen gewonnen und das ist halt nochmal objektiv eine bessere leistung. soweit ich das errinnere hatte vetter über die saison gesehen keine derartige erfolgsserie aufzuweisen.

Brummsel

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11

Tuesday, December 19th 2017, 8:09am

Ích halte eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Sportarten für sehr schwierig. Gerade bei den Wurfdisziplinen in der Leichtathletik ist es ja auch so, dass ein "Glückswurf", bei dem mehr oder weniger zufällig alles stimmt, über Gold und Blech entscheidet. Es gab bei der WM drei deutsche Speerwerfer, die alle realistische Chancen auf Gold hatten. Es hängt halt davon ab, bei wem die Bedingungen passen, so dass er einen "raushaut".
Leistungen in der Nordischen Kombination oder im Biathlon - unabhängig vom Aufblähen der Sportarten, was vor allem den Verbänden durch Werbeeinnahmen nützt - sind da schon anders zu bewerten. Sicher, es muss auch alles stimmen, nicht nur in der Loipe, sondern auch beim Springen respektive Schießen. Nur wenn jemand in vier von vier Läufen jedes Mal gewinnt, jedes Mal zu 100 % da ist, ist das eine Qualität, die ein Johannes Vetter nicht zeigen kann. Da es eben nur einen Wettkampf für ihn gibt.
Dennoch muss man beide Leistungen wie sie sind respektieren und würdigen. Und wer vier von vier Wettbewerben lang die Konkurrenz teilweise dominiert, ist eben in den Augen vieler Zuschauer und Journalisten "würdiger" als jemand, der "nur" einen Wurf raushaut. Wobei man natürlich auch argumentieren kann, dass er es gerade deswegen verdient hätte, da er nur diese eine Chance hatte. Insofern kommen wir wieder dahin, dass es subjektiv ist, wer diesen Titel holt.

Vielleicht sollte man auch eine "Sportler des Jahres"-Wahl in verschiedene Disziplinen unterteilen. Damit jeder Sportler entsprechend gewürdigt werden kann. :irony:
Wobei ich denke, dass es für die Sportler weniger relevant ist, wer einen solchen Titel bekommt, als für Zuschauer und Journalisten.
“A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. LLAP.” - Leonard Nimoy (1931-2015)

12

Tuesday, December 19th 2017, 9:24am

Irgendwie habe ich so meine Probleme mit den Sportlern des Jahres 2017. Eine Ausnahme: Die Mannschaft des Jahre, da bin ich schon zufrieden, wenn es keine Fußballmannschaft ist, wie dieses Jahr. Das Handballer bzw. Handball-Mannschaften es nach ganz oben schaffen, ist möglich, aber nur bei "höchsten Weihen". Das wissen die Forum-Mitglieder zur genüge. So dass man aus dieser Sicht nicht "wettern" kann. Obwohl ich ein Wintersport-Fan bin, sehe ich diese Wahl kritisch, in Oberhof zum Biathlon bin ich als Thüringer in der Regel selbstverständlich vor Ort. Mein Ansatz der Kritik: Anzahl der Titel bei einer WM gibt den Ausschlag. Da haben aber die Juroren eines nicht berücksichtigt, dass im Wintersport, u. a. wegen des erheblichen organisatorischen Aufwandes das Programm "künstlich aufgebläht" wurde. So konnte der Speerwerfer Johannes Vetter (welcher mein persönlicher Favorit war) es ja gar nicht schaffen "Sportler des Jahres" zu werden. Im Speerwerfen gibt es nur eine Möglichkeit eine Medaille zu gewinnen, es gibt nicht mit noch Disziplinen "Kurz-Speer", "Speerwurf gegen den Wind", "Speerwurf mit den Wind", "Speerwurf mit verschobenen Schwerpunkt über 50 %", usw., ich habe mit Speerwurf-Varianten übertrieben, das war auch gewollt. Auch in der Nordischen Kombination ist die Vielfalt an neuen Formaten mehr unsinnig, denn es handelt sich doch explizit nicht um andere Disziplinen, es sind in der Regel die gleichen Athleten vorn. Auch wurde nicht berücksichtigt in wieviel Ländern eine Sportart betrieben wird. Für mich ist die "Nichtwahl von Johannes Vetter" doch ein kleiner Skandal. Einer Verneigung vor dem Quoten bringenden Wintersport.


Für mich war ein Skandal, dass ein gewisser M. Schumacher (mehrfach) Sportler des Jahres in D, EU und der Welt wurde. Dagegen ist die Wahl JRs für doch beinahe salomonisch.

13

Tuesday, December 19th 2017, 9:34am

Ich möchte hier Brummsel zustimmen..letztlich ist das doch alles eh nur eine grosse Show Veranstaltung bei der sich Müller-Tiefenstein dann mal möglichst "elegant" präsentieren darf..nach ein paar Tagen gerät das Ganze dann eh völlig in Vergessenheit und wer kann sich heute noch aus dem Stehgreif erinnern wer die letzten Jahre da gewonnen hat??

Entscheidend sind die sportlichen Events, wie Anfang nächstes Jahres die Olympischen Winterspiele..deshalb habe ich mir diese Show Veranstaltung erst gar nicht angetan und finde die ganze Diskussion eher bedeutungslos

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14

Tuesday, December 19th 2017, 6:24pm

Das hat nichts mit aufgeblähten Disziplinen zu tun. Es gab im Nordischen Kombinationssport seit ich das das erste mal verfolgt habe immer eine Normalschanze und eine Großschanze. ...


???
Zu Zeiten eines Georg Thoma, Ullrich Wehling oder Konrad Winkler ab es nur einen Titel, den in der Nordischen Kombination. Deshalb kennt man als Wintersport-Fan auch noch diese drei Namen, mit Sicherheit aber die ersten beiden.
Als nächste MÜSSEN Frauen in dieser Disziplin antreten, sonst ...??? Es gibt Sanktions-Androhungen des IOC gegenüber der FIS, dass sonst die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm gestrichen wird. Man kann es auch anderes drehen Frauen müssen starten, damit Männer dann drei oder mehr Goldmedaillen "holen" können. Man kann auch die Gleichberechtigung der Geschlechter im Sport übertreiben!!!
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(John Sterling)

15

Tuesday, December 19th 2017, 7:07pm

Das hat nichts mit aufgeblähten Disziplinen zu tun. Es gab im Nordischen Kombinationssport seit ich das das erste mal verfolgt habe immer eine Normalschanze und eine Großschanze. ...


???
Zu Zeiten eines Georg Thoma, Ullrich Wehling oder Konrad Winkler ab es nur einen Titel, den in der Nordischen Kombination. Deshalb kennt man als Wintersport-Fan auch noch diese drei Namen, mit Sicherheit aber die ersten beiden.
Als nächste MÜSSEN Frauen in dieser Disziplin antreten, sonst ...??? Es gibt Sanktions-Androhungen des IOC gegenüber der FIS, dass sonst die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm gestrichen wird. Man kann es auch anderes drehen Frauen müssen starten, damit Männer dann drei oder mehr Goldmedaillen "holen" können. Man kann auch die Gleichberechtigung der Geschlechter im Sport übertreiben!!!


Weißt du, ich bin zu jung um diese Namen wirklich zu kennen. Ich verbinde Ronny Ackermann, Sampa Lajunnen oder Felix Gottwald mit der Nordischen Kombination und jeder einzelne ein toller Sportler. So hat jeder seine Helden.

Ich habe deine Beispiele aber recherchiert und das sind in der Tat scheinbar tolle Athleten gewesen...aber weißt du was interessant ist...der letzte Weltmeistertitel der drei wurde von Konrad Winkler gewonnen. Weißt du wann? 1982. Warum ist das relevant...wenn ich jetzt die gleichen Maßstäbe anlege und mit "zu Zeiten von" anfange, dann haben wir witzigerweise die blöde Situation das man 1982 noch gar nicht Speerwurfweltmeister werden konnte. Der Leichtathletikverband hat nämlich erst 1983 die Wettbewerbe "aufgebläht" und eine WM gestartet. Von Elementen wie der Diamond League (oder wie sie auch gerade heißt) muss man gar nicht erst anfangen.

Ich meine das natürlich nicht ganz ernst, da ich es nach wie vor albern finde warum du überhaupt versuchst die Leistungen von Rydzek mit solchen Argumenten zu schmälern. Ein Weltmeistertitel ist nach wie vor unglaublich schwer zu gewinnen und nur weil es zwei Titel im Einzel gibt wird das nicht leichter. Warum gibt es aber zwei Einzeltitel? Auch das kann man leicht recherchieren. Früher gab es eben keine Großschanze. Als die im Skispringen aufkam, musste man in der Nordischen Kombination umdenken. Ähnlich wie beim Skispringen oder dem Langlauf (klassisch vs. skaten) wollte man das alte nicht aufgeben. Das führt zu zwei Disziplinen. Das ist kein aufblähen.

So, zuletzt dein in meinen Augen nun völlig sinnloser Rant gegen die Frauen. Ich weiß in der Tat nicht wie da der Stand ist was Nordische Kombination angeht, aber Gleichberechtigung gehört nun mal zu den Grundsätzen des IOC und es gibt keinen Grund Frauen das zu verwehren. Langlaufen tun sie seit Ewigkeiten und Skispringen dürfen sie nun auch (nach einem langen Kampf, wo wirklich dumme Argumente angeführt wurden um das zu verhindern), eine Kombination dieser beiden sollte kein Problem sein. Es gibt keinerlei Argument womit du Frauen das verbieten kannst. "Man kann es mit der Gleichberechtigung auch übertreiben" ist da nun wirklich fehl am Platz. Es gibt auch kein gutes Argument die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm zu nehmen.

Echt mal...nur weil dein Speerwerfer nicht Sportler des Jahres wird machst du alle diese Fässer auf? ;)

Celje 2002

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16

Tuesday, December 19th 2017, 7:13pm

Wie albern diese Wahl geworden ist, hat man spätestens 2012 gesehen.
Kiel spielt die perfekte Saison, holt das Triple, in der Meisterschaft gelingt sogar der 68:0 Durchmarsch, und wo landete die Truppe bei der Wahl? Abgeschlagen auf Platz 5
Bundesgesundheitsminister Spahn:“ Wir sind gut vorbereitet“

17

Wednesday, December 20th 2017, 9:30am

Für mich war 2012 ebenfalls der endgültige KO für die Glaubwürdigkeit dieser Veranstaltung. Auch in diesem Jahr ist es in meinen Augen unerklärlich, dass sich keine Kieler Mannschaft unter den Top 10 befindet. Ich weiß, dass es für solche Veranstaltung schwierig ist objektive Bewertungsmaßstäbe festzulegen, allerdings kann ich es nicht nachvollziehen, weshalb ein Sieg im Confed Cup höher einzuordnen ist als der Aufstieg in die zweite Bundesliga und die darauf folgende sensationelle Herbstmeisterschaft der Kieler Störche.

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18

Wednesday, December 20th 2017, 9:45am

Der Kommentar aus der FAZ trifft es ganz gut:

„Sportler des Jahres“: Nur kein Fußball

Man hatte sich in einem Jahr ohne Fußball-WM oder EM und angesichts der vehementen und berechtigten Kritik an der alles überwältigenden Dominanz des Fußballs im Fernsehen wohl demonstrativ dazu entschlossen, einen weiten Bogen um den Volkssport Nr.1 zu machen. Vielleicht allzu demonstrativ, aber die Kicker werden es trotzdem verschmerzen...

19

Wednesday, December 20th 2017, 9:49am

Der Conferd Cup ist doch sportlich bedeutungslos und Deutschland trat dort mit einer B Elf an..sogesehen ist Platz 5 für mich sogar eine überraschend gute Platzierung in einem Jahr ohne grosses Turnier..RB Leipzig kam als Bundesliga 2. immerhin in die Top Ten....die Bayern hatten nur die obligatorische Meisterschaft geholt unnd auch das ohne jeden Glanz und sonst nichts, sogesehen ist es logisch dass es nicht für eine vordere Platzierung reichte..ich sehe den Fussball somit in keinem Falle "unterrepräsentiert", somit hat hier auch keiner einne "Bogen" darum gemacht sondern die Ergebnisse sind letztlich einfach nur konsequent

20

Wednesday, December 20th 2017, 11:19am

...allerdings kann ich es nicht nachvollziehen, weshalb ein Sieg im Confed Cup höher einzuordnen ist als der Aufstieg in die zweite Bundesliga und die darauf folgende sensationelle Herbstmeisterschaft der Kieler Störche

Sorry, aber das ist doch Quatsch. Wie weit willst du denn dann gehen?

Soll dann der FC Kleindödelhausen zur Mannschaft des Jahres gewählt werden, weil sie vorletztes Jahr Meister der Kreisklasse C waren, letztes Jahr Meister der Kreisklasse B waren und nun mit 32:0 Punkten Herbstmeister der Kreisklasse A wurden?

Man sollte doch mal den Maßstab nicht unberücksichtigt lassen!
Irgendwann ist auch mal Schluss!!!

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