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Dienstag, 24. Februar 2015, 17:26

Spielen nach Rotatorenmanschettenruptur/SLAP-Läsion?

Hallo,

vor 2 Wochen wurde ich an der rechten Schulter operiert. Die lange Bizepssehne wurde mit einem Anker befestigt, ein Schleimbeutel entfernt und noch eine Sehne wurde genäht (mittels Arthroskopie). Mein Arzt hat sich bisher nicht getraut eine Prognose zu veräußern, wann ich in der Lage sein könnte wieder Handball zu spielen (klar - ist ja auch noch frisch). Da ich keinerlei Erfahrungswerte habe, würde ich gerne wissen, ob es in der Community Spieler gibt, die ebenfalls mit einer solchen Verletzung zu kämpfen hatten/haben.
Wie lange hats gedauert bis zum Wiedereinsatz? Gabs beim spielen irgendwelche Einschränkungen/Blockaden? Ist eine erneute Verletzung aufgetreten?
Alles rund um das Thema interessiert mich brennend.

Schonmal vielen Dank im Voraus!
Beste Grüße
Holle (21) :)

Zwetschge

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2

Mittwoch, 25. Februar 2015, 10:54

Hallo Holle,

bei mir wurde auch die lange Bizepssehne mit einem Anker befestigt und auch ein kleiner Riss geflickt.
Mein Arzt hatte mir vorher gesagt, dass ein halbes Jahr Pause bevorsteht. So ungefähr ist es dann auch eingetreten. Habe lange nichts gemacht (Außer Krankengymnastik) und als das go vom Doc kam angefangen zu laufen und mit dem Theraband was für die Schulter zu machen. Bin dann nach einem halben Jahr wieder ins Balltraining eingestiegen und nach einiger Eingewöhnungszeit ging es auch wieder super. Hat bei mir auch zeitlich insofern gepasst, dass ich im Januar operiert wurde und dann zun Beginn der Vorbereitung wieder mitmachen konnte und die Schulter so auch langsam wieder ans Handball gewöhen konnte, weil Spiele da ja noch Mangelware sind.
Habe dann 1-2 Jahre so gut wie schmerzfrei gespielt, bis es wieder los ging. Ein MRT hat gezeigt, dass sich in der Schulter Zysten gebildet haben, was laut Doc aber bei sehr vielen Schulterpatienten vorkommt. Ist mal besser mal schlechter, aber ordentlich Finalgon und dann geht das schon ;) Doc meinte, da ich mich damit arrangiert habe wird da nichts dran gemacht. Wäre wieder ein recht großer Eingriff bei dem eigenes Knochenmaterial eingefüllt wird etc.
Wenn auch wieder Außenrotation erlaubt ist (bei mir nach 6 Wochen) kann dir empfehlen die krankengymnastischen Übungen auch daheim zu machen so weit möglich, um die Beweglichkeit der Schulter zu verbessern. Habe das etwas vernachlässigt und so früh wie möglich wieder angefangen zu arbeiten und das war dann nicht so förderlich.
Hoffe ich konnte dir ein bissche weiterhelfen.

3

Freitag, 6. März 2015, 10:39

Hi Holle

Für die Frage der Prognose ist es wichtig zu wissen, was passiert ist und was genau gemacht wurde.
- In Deinem Alter wird wahrscheinlich ein Unfall Ursache für die Schäden sein?
- Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Sehnen (Subscapularis vorne, Supraspinatus oben, Infraspinatus oben-hinten, Teres minor hinten).
Welche Sehne war kaputt, wieviel müsste gemacht werden (kompletter Abriss, wieviele Anker für diese Sehne?)?
- Würde die lange Bizepssehne direkt am Ursprung vernäht (=SLAP-Repair) oder am Oberarmkopf (Tenotomie und Tenodese) befestigt?
- Würde zusätzlich eine Acromioplastik (Abfräsen des Knochens am Unterrand des Schulterdachs) durchgeführt oder nur der Schleimbeutel entfernt?

Gruss SLN

4

Sonntag, 8. März 2015, 23:11

Hi SLN, :hi:

die Schmerzem kamen schleichend, mein Arzt meinte, es wäre eine Verschleißerscheinung (beginnt auch schon auf der Gegenseite). Die Verletzung blieb auch mehrere Jahre unentdeckt, was natürlich zu einer Verschlimmerung geführt hat.
Ich weiß nur, das die Bizepssehne verankert wurde und so wie ich das verstanden habe auch verlagert wurde (?!). So 100%ig habe ich das auch nicht verstanden ?( . Habe am Dienstag nochmal einen Termin und werde da nochmal nachharken.
Der Schleimbeutel wurde nur entfernt, nichts abgefräst.

Die Beweglichkeit wird immer besser. Nur das Impingement-Syndrom/schmerzhafter Bogen, so mein Physio, macht mir sehr zu schaffen. Er meinte, das es bei mir zwischen 90° und 110° hapert. Deshalb fallen mir die Übungen auch echt schwer und die Motivation läuft gegen null.

Gruß,
Holle

5

Dienstag, 10. März 2015, 16:57

Hi Holle
mit 21 Jahren sind altersbedingte Degeneration eigentlich nicht möglich/sehr selten. Wahrscheinlich war in Deinem Alter kombiniert mit Handball die Ausgangsdiagnose ein inneres/internes Impingement. Hier kommt es durch eine leichte innere Kapselverkürzung durch repititive Microtraumen (Werfen) zu einer minimalen Hemmung der Beweglichkeit (Theorie 1) oder zu einem "Ausleiern" der Kapsel an einer anderen Stelle (Theorie 2). Dies genügt jedoch dass beim Wurf die Inneren Sehnenansätze des Supraspinatus gegen den Bizepsansatz (Ansatz der langen Bizepssehne/LBS im Gelenk) schlagen. Es kann aber auch der Subscapularis gegen die vordere Gelenklippe schlagen.
Hier musst du mal nachfragen, welche Ausgangsdiagnose genau bestanden hat und was genau gemacht wurde. Am Besten Kopie des OP-Berichts geben lassen.
Zwar wird mit der OP der Schaden dieser Bewegungshemmung behoben. Wird beim Eingriff die Gelenkkapsel als den Auslöser nicht mit einbezogen, sollte diese postoperative aufgearbeitet werden. (hier später noch weiter(*)). Die Fixationsstelle des Bizeps ist eine entscheidende Frage für die Rehabilitationszeit. Wenn der Arzt von einer leichten Verkürzung spricht, dann ist dies nur mit Fixation am Oberarmkopf (LBS- Tenotomie und Tenodese) möglich, da eine direkte lokale Refixation (SLAP-Repair) die Orginallänge der Sehne beibehält. Der direkte SLAP- Repair benötigt bis zur Rückgewinnung der Sportfähigkeit länger. Die Fixation am Oberarm geht für die Sportfähigkeit meist kürzer, kann aber länger direkte lokale Probleme machen, wenn grosse Fixationsschrauben zum Einsatz (Tenodese-Schraube) kommen. Eine Ankerfixation ist auch möglich, hält etwas weniger fest als die Schraube, macht aber auch weniger Probleme.
Im Allgmeinen benötig die LBS 6 Wochen bis zur Einheilung (relative Ruhigstellungszeit). Bei Schraubenrefixation gesteht Dir dein Orthopädie vielleicht schon mehr Mobilität zu.
Junge Patienten haben meist wenig Probleme mit der Ruhigstellung des Gelenks -im Sinne einer Einsteifung des Gelenks. In der Zeit nach der OP wird versucht durch passive (der Therapeut bewegt den Arm, nicht Du selbst) den zu bewegen, damit dieser nicht einsteift. Nach ca. 6 Wochen (Sehneneinheilung) erfolgt dann neben der passiven und die aktive ( Du darfst nun selbst mit Deinen eigenen Muskeln den Arm bewegen) die Mobilisation des Armes mit sukzessiver Belastungssteigerung. Dann zunehmender Muskelaufbau.
(*) Der Muskelaufbau ist zentrierend, d.h. die Sehnen der Rotatorenmanschette werden allesamt trainiert, damit der Oberarmkopf in allen Lebenslagen mittig in der Pfanne gehalten wird (Grundkonzept auf allen Schultererkrankungen, auch Theorie 2). Gerade bei Handballern sollte dann auch kleinste Einschränkungen der passiven Beweglichkeit konsequent aufgearbeitet werden, damit der Arm frei bewegen kann. Damit dieser nicht irgendwo weiter fixiert ist und damit der Arm wieder in falsche Bahnen gelenkt wird (gegen Theorie 1) . Diese passiven Einschränkungen (Physiotherapeut sagt Kapselmuster) sind genau die Probleme warum so ein Internes aber auch äussere (anderes Thema) Impingement entstehen können. Der zweit -schon genannte- Grund liegt in einer schlecht zentrierenden Muskulatur (Rotatorenmanschetten Defizite). Dies stellt auch die Prävention für deine andere Schulter dar: Zentrierender Muskelaufbau (auch Schulterballstabilisierer), Erarbeiten einer freien passiven Beweglichkeit und auf eine gute Dehnungsfähigkeit der grossen Muskeln wie Pectoralis und Latissimus achten.
Die genaue Rehabilitationszeit hängt von der Grunderkrankung und dem definitiven Eingriff ab. Aber drei Monate kann das schnell mal gehen. Dann ist diese Saison eh schon gelaufen und Du kannst die Schulter ohne Zeitdruck voll wieder aufarbeiten. Der wichtigste Mann/Frau ist nun Dein Physiotherapeut(in).
Gruss SLN

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