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Freitag, 14. August 2015, 09:58

Tibiakopfabscherfraktur mit Impression

Hallo zusammen,

Ich wollte mich hier mal mit meiner aktuellen Verletzung vorstellen. Vielleicht hat ja jemand ähnliches erlitten und möchte seine Erfahrungen teilen, oder mir noch einige Tipps zur Regeneration auf den Weg geben.

Ich bin 36 und spiele seit 27 Jahren Handball und befürchte nun dass das Karriereende nicht mehr so weit entfernt ist.

Im Februar diesen Jahres hat bei der Landung nach erfolgreichem Torabschluss unter freundlicher Mithilfe des gegnerischen Abwehrspielers (Stoßen in der Luft, Schiri hat nix gesehen) mein rechter Tibiakopf nachgegeben.

Diagnose: laterale Tibiakopfabscherfraktur mit leichter Impression.

Operation: Das Schienbein wurde mit einer Platte wieder zusammengeschraubt und das Tibiaplateau wieder angehoben.

Nach der langsamen Aufbelastungsphase über 11 Wochen durften Anfang Mai die Krücken endlich in den Keller. Mein damaliger Orthopäde meinte ich solle dann noch 2 Monate normal belasten und dürfte ab Anfang Juli mit leichtem joggen wieder etwas mehr belasten.

Anfang August war an joggen nicht zu denken. Selbst nach kurzen Spaziergängen hatte ich schon leichte Schmerzen.

Also habe ich den Arzt gewechselt. Der neue Orthopäde hat dann erstmal ein CT machen lassen.

Diagnose: Das Tibiaplateau ist leider wieder abgesackt und Knorpel ist an der betroffenen Stelle fast nicht mehr vorhanden.

Zitat: "Da muss was neues rein"

Wie dieses "Neue" nun aussieht erfahr ich in 2 Wochen, da hab ich den ersten Termin in der BGU in Duisburg.

Lord Vader

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Freitag, 14. August 2015, 17:36

Glücklicherweise habe ich damit keine eigenen Erfahrungen - aber Dir wünsche ich eine gute Genesung
Platz



Möge die Macht mit Euch sein

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Donnerstag, 27. August 2015, 18:32

Hallo Sosias
Deine Verletzung geht natürlich über die normalen Sportverletzungen deutlich hinaus.
Du hattest auch wohl Zeit dich mit dem Thema auseinander zu setzen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SLN!« (27. August 2015, 18:32)


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Donnerstag, 27. August 2015, 18:36

bekomme den gesamten Text irgendwie nicht rein. Probiere es später nochmals

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Mittwoch, 9. September 2015, 18:30

Hallo Sosias
Deine Verletzung geht natürlich über die normalen Sportverletzungen deutlich hinaus.
Du hattest auch wohl Zeit dich mit dem Thema auseinander zu setzen.
Ich gehe deshalb gleich ins Detail. Mit 36 Jahren sollte man die Implantation einer Knieprothese tunlichst vermeiden, da in deinem Alter trotz guten Standzeiten (94% haben ihre Prothese noch nach 15 Jahren; vielleicht x% auch 20-25 Jahre; auch Unterschiede nach Prthesentyp ) der jetzigen Knieprothesen eine Wechseloperation mit Sicherheit gerechnet werden muss (36+ ~20=56 Jhre). Nur die Wechselopertion hält auch nicht ewig (Zeit:?, von vielen Faktoren abhängig)s. Die CT ist aber nicht das Diagnostikum um andere Kniebinnenschäden (Meniskus?) oder die Knorpeldicke zu beurteilen. Da sollte du ein MRT mit guter Auflösung machen machen. Auch im Hinblick, ob dir eine Arthroskopie auch noch helfen könnte. Aufgrund der Verletzung mit Höhenverlust aussen, ändert sich auch die gesamte Beinachse in ein "X- Bein". Der Zusammenhang aus dem Lot des Körpergewichts und der Beinachse sollte zwingend Beachtung finden. Natürlich spielt hier dein Gesamtkörpergewicht mit rein. Deshalb ist eine Ganzbeinaufnahne von Nöten um diesen Wichtigen Faktor besser zu beleuchten. Kleiner achskorrekturen könnten mit schuheinlagen, grössere mit eine Achskorrektur- OP versorgt werden. Manchmal wird auch die Arthroskopie mit einer Achskorrektur verbunden, wenn neben dem Binnenschaden auch die Beinachse als Einfluss gesehen wird. Eine Achskorrektur hilft dir meist so 10 Jahre bis dann eine Prothese fällig wird. Rechnung: 36+10+ ~20=66 Jahre.
Ohne deine genauen Grundlagen zu wissen, solltest du in deinem Niedren Alter die nichtoperativen Lassnahmen voll! ausschöpfen. Das heisst Druck vom Gelenk nehmen (Gewichtsreduktion, Beinachse mit Einlage korrigieren, Verbesserung Dehnungszustand, und freie Gelenkbeweglichkeit). spitzenbelStungen nehmen Mit dämpfendem Schuhwerk. Viele berichten, dass Ihnen eine weiche, elastische Knie Bandage gut hilft. Diese sollte aber keine mechanischen Teile enthalten, da diese Muskulatur kosten. Einnahme von Chondroprotektiva können den Restknorpel unterstützen/ unterhalten. auch kann man Hyalurosäure oder Wachstumsfaktoren ins Gelenk spritzen. Wenn du schlank bist, könnten auch lokale Salben helfen. Kurzzeitige Stosstherpie mit entzündungshemmende Tabletten für ca. 3 Wochen.und natürlich Physiotherapie. Auch Akupunktur kann hier weiter helfen. Und jetzt kommts, nicht kleckern sondern klotzen! D.h. alle Massnahmen gleichzeitg durchführen. Die Kombinationstherapie erhöht deine Chancen auf Schmerzreduktion massiv!!!
Eigenständige Wärme oder Kälte, z. B. Preiswerte RotlichtlMpe ausprobieren. Auch ein Stromgerät , z. B. Panasonic EW 6021, kann hilfreich sein. Letztere kannst du auch täglich zu Einsatz bringen.
Gut Besserung SLN

6

Montag, 19. September 2016, 15:13

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort SLN!

Es ist nun wieder ein gutes Jahr vergangen und da wollte ich mal ein kurzes update geben.

Nachdem ich noch eine weitere Klinik aufgesucht hatte, ging es dort wie folgt weiter:

Diagnostische Arthroskopie des rechten Kniegelenks mit Außenmeniskusteilresktion, Teilmetallentfernung, Mikrofrakturierung der lateralen Notchwange, Knorpelglättung retropatellar sowie laterales Gelenkkompartiment.

Jetzt stehe ich kurz vor der nun hoffentlich letzten OP, in kürze kommt das noch verbliebene Restmetall raus, dann kann auch endlich ein MRT gemacht werden um zu sehen, was die Mirkrofrakturierung gebracht hat. Ebenfalls bei diesem Aufenthalt im KH wird dann geklärt, ob eine Achsenkorrektur von nöten sein wird.

Hat jemand Erfahrungen, wie lange das dann in etwa noch dauern würde, wenn Achskorrektur-OP vorgenommen werden muss. Und muss das dann gemacht werden, oder hab ich da ne Wahl? Nur für´s Handball spielen leg ich mich dann nicht nochmal unters Messer, dann wechsel ich lieber auf die Trainerbank.

7

Montag, 26. September 2016, 13:20

Hallo Sosias

Nachtrag: wenn noch Metall drinnen ist, solltest Du keinen Strom anwenden.
Deine neuen Ausführungen gehen leider schon in Richtung "Arthrose" (habe da auch mal etwas dazu geschrieben).
Hier sind dann leider andere Faktoren als Handball wichtig:

1. Schmerz und Schwellung -> = Entzündungen und fordert den Knorpelabbau
2. Beinachse -> in deinem Fall X- Bein (laterale Tibiaplateauimpression) bringt mehr Druck auf Aussenseite und fördert damit den Abriss
3. Körpergewicht -> fördert Abrieb
4. Dehnungszustand das Muskulatur -> erhöht die Vorlast und fördert damit den Abrieb
5. Knorperreserve -> sieh man im MRI und vorallem in der Arthroskopie


ad. 1 So gut als Möglich keine Schmerzen haben und kein Schwellung provozieren!!!
ad. 2 Schuheinlage mit Innenranderhöhung verteilt Dein Gewicht mehr auf de Innenseite; OP macht Sinn, wenn die Achse zu schlecht ist, ev. die Einlagen ein(zu)wenig helfen und es Dir (bei Lat. Tibiakopffraktur) nur aussen schmerzt. Gegen die Schmerzen hinter der Kniescheibe hilft diese nicht so gut. Sind die Schmerzen auch auf der Innenseite, dann Vorsicht mit der X-Beinkorrektur.
Erste Knochenheilung 6 Wochen, Stöcke ca. 10-12 Wochen. Rauchen darfst du nicht. Auch nach der jetzigen OP nicht, da dies auf mehreren Wegen die Heilung verhindert!
ad. 3 Du weisst was zu tuen ist
ad. 4 Dehnen und leichtes Muskeltraining (Körpergewicht spielt dort keine Rolle) Schwimmen, Fahrrad ohne Schmerzen oder Schwellung aus zu lösen
ad. 5 ist wie es ist, wird leider nicht mehr besser. Man kann mit "Knorpelaufbau"- Tabletten vom Arzt und den o.g. Punkten vielleicht den Fortschritt aufhalten/reduzieren

Gute Besserung!

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