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Sonntag, 12. November 2017, 23:18

Wieder zurück ins Tor nach Bänderriss

Hallo zusammen!

Ich habe hier mal eine Frage bezüglich dem Wiedereinstieg nach einem Bänderriss. Ich habe mir da leider einiges futsch gemacht und konnte daher erst nach 6 Wochen die Krücken in die Ecke stellen. Ich bin jetzt fleißig an der Physio dran, aber mache mir etwas Sorgen, wie das danach wird. Ich habe es dabei wirklich nicht sonderlich eilig, mir ist es nur wichtig die alte Sicherheit zurückzubekommen.

Ich habe mir die Bänder gerissen, indem ich auf einen Aufsetzer getreten bin. Davor hatte ich immer Glück und habe mich nie verletzt, obwohl ich häufiger mal auf einen Ball getreten bin. Jetzt habe ich Angst, dass ich im Tor dann irgendwie gehemmt bin von der Angst, dass ich wieder drauf stehe umd dann wieder alles von vorne anfängt. Was kann ich außer Physio und anfangs einer Bandage machen? Wie habt ihr nach einer Verletzung zu alter Sicherheit zurückgefunden? Erstmal ruhig machen geht im Tor ja nicht so leicht. Ich habe einfach Angst, dass ich nach der Verletzung nicht mehr reinkomme.

Ich freue mich über alle Tipps! Tipps zu Bandagen, Übungen, Gedankenspielchen, etc.
Liebe Grüße und Vielen Dank,
Anna

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Montag, 13. November 2017, 11:00

Welche Bänder sind betroffen, Knie oder Oberes Sprunggelenk?
Gibt es ein MRT mit genauer Beschreibung der Verletzungen, denn 6 Wochen Stöcke klingt nach einer Beteiligung der Knochen?

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Montag, 13. November 2017, 12:01

Welche Bänder sind betroffen, Knie oder Oberes Sprunggelenk?
Gibt es ein MRT mit genauer Beschreibung der Verletzungen, denn 6 Wochen Stöcke klingt nach einer Beteiligung der Knochen?
Für mich klang es nach Sprunggelenk - quasi nach dem 0815 Handballbänderriss.

Also generell würde ich sagen, langsam anfangen..
Fitness, Kraft und Stabilität wieder aufbauen. Dadurch bekommt man von alleine schon wieder etwas Vertrauen ins Gelenk und dann sich (in dem Fall) TW spezifisch rantasten.
Also einfache Torwartübungen machen, in die Bewegungsabläufe wieder rein kommen ohne groß Bälle aufs Tor zu bekommen.
Und sobald man da dann irgendwann die Konzentration wieder voll auf das TW-Spiel lenken kann, dann ist man soweit, dass man das nicht mehr im Kopf hat und wieder Vollgas geben könnte.
Wichtig immer, in den Körper reinhorchen und gucken wie es geht.
Wäre so eine schnelle Einschätzung, besonders wenn man sich unsicher fühlt.

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Montag, 13. November 2017, 15:37

Und zur eigenen Sicherheit im Kopf kannst Du ruhig weiter die Übungen machen, die Du vom Physio gezeigt bekommen hast. Bitte denke daran, dass Du auf beiden Seiten gleich trainierst. Ein gut trainierter Muskelapparat rund um das entsprechende Gelenk schützt besser als jede Bandage.
Die Orthese, die Du wahrscheinlich bekommen hast, solltest Du auch wirklich tragen. Nicht auf die Idee kommen, nur weil dei Schmerzen nicht sofort auftreten, benötigst Du diese nicht mehr.
Ansonsten viel Stabi-Übungen machen, ruhig zwischendrinn immer mal Punkt-Massagen mit einem Monkeyball oder ähnlichem.

Toi,toi,toi, dass Du zur alten Form zurückfindest.
Licht ist schneller als der Schall - Deswegen glaubt man bei manchen Menschen sie wären ganz helle, bis sie den Mund aufmachen! :cool:

5

Dienstag, 14. November 2017, 10:04

Danke und weitere Fragen

Welche Bänder sind betroffen, Knie oder Oberes Sprunggelenk?
Gibt es ein MRT mit genauer Beschreibung der Verletzungen, denn 6 Wochen Stöcke klingt nach einer Beteiligung der Knochen?
Oh, da habe ich wohl ein paar relevante Informationen vergessen. Es handelt sich bei mir um zwei gerissene Außenbänder im Sprunggelenk. Die langsame Heilung hat glaub verschiedene Gründe: zum einen wurde anfangs ein Bruch vermutet und der Fuß war die erste Woche eingegipst, dadurch hat er enorm an Beweglichkeit verloren. Zum anderen sind bei dem Heftigen Umknicken glaub vielen "Nebenverletzungen" aufgetreten, z.B. ist auch das Syndesmoseband betroffen. Einen Riss konnte man gott sei dank ausschließen, aber "gestresst" ist es trotzdem.

@villaiN lag also mit der Vermutung 0815 Handballerbänderriss nicht weit daneben :). Ansonsten vielen Dank für deine Tipps, das mit den zahlreichen trockenen Übungen bis man wieder auf Bälle umsteigt, gefällt mir gut!

@waylander: Ich habe leider noch keine Übungen von der Physio (außer 2 Dehnübungen), da wir aktuell noch damit beschäftigt sind meinen Fuß halbwegs wieder locker zu kriegen. O-Ton: "betonhart". Das wird mit der Zeit dann aber kommen - danke für den Hinweis mit den zwei Seiten! Hast du denn Lieblingsübungen? Was hälst du vom Wackelbrett, sollte man sich sowas zulegen? Und was ist ein MonkeyBall und welcher Punkt soll damit massiert werden?
Eine Orthese habe ich übrigens nicht bekommen. Das war ein etwas längerer Leidensweg, über Gipsschiene, dann ein paar Tage ein völlig falscher Riesen Achillissehnenschuh bis ich dann bei einem Sportmediziner eine Bandage (levamed active) mit Gurtsystem verschrieben bekommen habe. Die ist natürlich ivel weicher als eine typische Aircast-Orthese. Das macht mir bei Unebenheiten auf der Straße auch aktuell zu schaffen.
Meintest du damit eig, dass man eine solche Orthese auch beim Sport tragen sollte? Nein, oder? Zwei Mitspielerinnen haben mir diese Bandage von Rehband empfohlen: 301 Moved Permanently.

Vielen Dank euch allen für die Tips! :)

HendrikS

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6

Mittwoch, 15. November 2017, 14:36

Bevor Du Dich wieder ins Training wirfst ist es wichtig, dass Du an der Stabilität des Gelenks arbeitest. Ziel sollte es eigentlich sein, dass Du die Orthese, die Du am Anfang sicher tragen solltest irgendwann auch wieder weglassen kannst.
Die von Dir verlinkte Orthese hatte ich auch und kann sie sehr empfehlen.

Was mir beim Wiedereinstieg immer geholfen hat war zunächst "Trockenübungen" ohne Ball zu machen. Damit kommen die typischen Bewegungsabläufe erst mal wieder zurück und es ist schon die erste Überwindung überhaupt wieder voll die betroffene Fußseite zu belasten. Das gilt für alle Abwehrbewegung auf diese Seite. Ich habe dann auch immer recht lange gebraucht dem Fuß zu vertrauen und eine flache Ballabwehr wirklich voll durchzuziehen.
Die Intensität dieser Übungen kannst Du dann steigern, indem zu zunächst mit leichten Bällen übst, so dass die Belastung des Fußgelenks kontinuierlich gesteigert wird und Dein Kopf sich immer mehr freimachen kann von der schmerzhaften Erfahrung. Wichtig ist, es am Anfang nicht zu übertreiben und immer ausgewogen (also beide Seiten) mit trainieren.
Zum "Schluss" habe ich dann teilweise ganz bewusst immer wieder die eine Seite trainiert, weil es einfach etwas länger braucht die gleiche Sicherheit wie auf der anderen Seite zu erreichen.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg und drück Dir die Daumen, dass Du schnell wieder fit wirst.

7

Mittwoch, 15. November 2017, 15:43

die orthese solltest du auf jeden fall in training und spiel noch 6 monate tragen. bei stabilisierenden übungen kannst du sie weglassen.

außerdem solltest du mal auf beiden seiten zumindest einen knee-to-wall-test durchführen. mit 10 cm abstand solltest du das auf beiden seiten schaffen. außerdem sollte der unterschied zwischen beiden seiten nicht zu groß sein.

selbiges gilt für einen 3er-hopp-test. mit dem kannst du ebenfalls feststellen ob beide beine bereits wieder auf ähnlichem niveau sind.

nimm dir da mal maximal 10 % differenz als hausnummer.

sollte das nicht der fall sein, ist die gefahr groß, dass du kompensierst und damit dein wiederverletzungsrisiko erhöhst.

8

Donnerstag, 16. November 2017, 17:24

Wenn dir ein Orthopäde oder Traumatologe 6 Wochen Stöcke "aufbrummt" steckt meistens mehr dahinter. Häufig kommt es Knochenkontusionen (Quetschungen) mit Bone bruise (Flüssigkeit im Kochen) die solch eine längerfriste (6 Wochen) Teilbelastung nötig machen. Für die Bänder ist dies nicht nötig. So oder so verkürzen bei längeren Ruhigstellungen auch andere Kapselbandstrukturen, aber auch die Unterschenkelmuskeln. In den ersten 6 Wochen bildet sich ein "lose" Narbenstruktur um die gerissen Bänder. Ein Ausstrecken des Fusses (Plantarflexion) ist hier fatal, da es zu einem Aufspannen des Bandes und damit zu einem "Ausleiern" kommt
Diese Verkürzungen/ passiven Bewegungseinschränkungen gilt es primär zu beheben, damit das Gelenk frei Laufen kann. Die Narbe beginnt sich entsprechend der Belastung mit der Ausrichtung und Aushärten seine Faserstrukturen und ist demnach noch nicht belastungsstabil für stärker Belastungen. Alltagstauglich schon. Es sollte deshalb für Sport noch mit Orthesen gegen Überbelastungen geschützt werden. Zudem gesellt sich ein Muskelaufbau für den gesamten Unterschenkel insbesondere der Peonealsehnen, welche den Fuss seitlich anheben und damit vor einer erneuten Supination schützen. Unter der Orthese (auch schon direkt nach Trauma) kann mit elastischem Kinesiotape gearbeitet werden, welche genau entlang der Bandfunktion unter Spannung geklebt werden, damit es Bandenden mehr nähern und der Talus (Knochen für unteren/distalen Ansatz des vorderen Aussenbandes) vor einen Herausdrehen schützen.
Bänderriss ist nicht gleich Bänderriss. Ist ein oder sind zwei Bänder gerissen, ist die vordere Syndesmose beteilig, ist die vordere Kapsel eingerissen, hat sich ein Bonebruise eingestellt, Knorpelschäden??. Ist es das erste Mal oder schon öfters? All diese Parameter spielen ein Rolle, so dass es kein allgemeingültiges Schema gibt. Richtlinien schon.
Nach 6 Wochen Stöcke sind bei Dir wohl erst einmal weitere 3-6 Wochen zur Rückgewinnung der passiven Beweglichkeit, Gewichtsbelastung Aufbau axial/Gangschule und Muskelaufbau undleichte Stabiübungen primär ohne starke Gewichtsbelastung nötig. Dann zunehmend Aufbelasten und Stabiübungen steigern. Danach können Sportspezifische Test über dein Wettkampftauglichkeit Auskunft geben.
Mein Sohn hatte beide Aussenbänder, die gesamte vordere Gelenkkapsel und eine Quetschung des Innenbandes erlitten als er nach ein Sprung auf dem Fuss eines Gegenspieler gelandet ist. Nur leichter Bonebruise im Talus. Er konnte nach dem schwereren Bänderriss nach 6 Wochen mit Training und Orthese in der Halle beginnen. Haben in dieser Zeit schon unter strenger Kontrolle der Bandlänge! (orthopädisch Nullgradposition; allgemeine Betrachtung 90°Stellung) mit einem schmerzfreien! Belastungs- und damit unspezifischen Muskelaufbau begonnen. Er war nach 8 Wochen mit anliegender Sportorthese wieder wettkampffähig. Hat aber unter Belastung noch weitere 6 Wochen leichte Beschwerden, welche ich mit Leukotape als Endbegrenzer und Kinesiotape zur dynamischen Unterstützung auffangen konnte. Hast Du diese Möglichkeit nicht, dann die Orthese lieber länger tragen. Hierunter aber zwingend Stabilisierungsübungen weiterführen.
Gute Besserung! SLN

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Donnerstag, 11. Januar 2018, 21:28

Hallo ihr Lieben!

Nach einer längeren Zeit mal wieder ein Update von mir. Die Prüfungsphase hat mich vom Training eh lange ferngehalten, aber jetzt will ich wieder richtig durchstarten. Der Bänderriss ist nun 3.5 Monate her. Die größten Probleme habe ich noch mit der Beweglichkeit. Von der Alltagsbelastung her bin ich ohne Bandage eig beschwerdefrei. Ich kann auch 8h stehen, laufen und Kellnern, ohne schmerzen zu bekommen. Ich mache jetzt auch vermehrt Stabi-/Kraft und Dehnübungen.

Gestern war ich das erste Mal wieder im Handball-Training. Der Co-Trainer hat mit mir zunächst Sachen an der Koordinationsleiter gemacht und danach auch paar Trockenübungen im Tor. Ich mache alles noch langsamer und muss mich teilweise selbst ermutigen es zu probieren, da die Angst mitmacht. Ich hatte noch meine Levamed an, die mir aber gar nicht getaugt hat. Die Kompression kann ich einfach gar nicht mehr haben. Ich habe das Training (sehr locker) aber gut/besser ohne absolvieren können. Heute kam aber auch die Rehband Orthese an, die ich nächstes Mal ausprobieren werde. Bei einer klassischen Torwartvewegung nach außen achte ich extrem darauf, dass die Fußspitze zur Auslinie zeigt. Dann habe ich auch keine Sorge umzuknicken. Bei einer Übung an der Koordinationsleiter ist es mir ein wenig in den Fuß gezogen (bei einem seitlichen absprung). Zudem gehen so Sachen wie einbeinig Hüpfen noch nicht sonderlich gut. Aber ich glaube ich bin auf dem richtigen Weg. Und zumindest, wenn ich richtig Torwartübungen mit Torwartbewegung mache, sollte ich die neue Orthese nehmen. Im Alltag und bei anderer normaler sportlicher Belastung fühle ich mich ohne besser.

Sorgen macht mir wie gesagt nur die Beweglichkeit. Ich habe nur noch 2x Physio (MT). Und auch wenn ich dehne, sehe ich nicht so große Erfolge. Mal einen Tag nichts gemacht und man ist auf dem level von davor.

Was war eure liebste, vllt auch eure verhassteste (welche ja bekanntlich am besten wirken) Übung?

Vielen Dank nochmal für eure ganzen Beiträge und Glückwünsche.

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