Sportstadt München - Alles Außer Handball?!

  • Vorweg.. Ja ich weiß es geht doch bisschen um Handball. Aber ich wusste nicht in welches Forum das ganze sonst passt. Falls das hier falsch ist bitte ich darum es zu verschieben.



    Aber es geht um den Sportstandort München. Viele sagen auch die Sporthauptstadt Deutschlands. Es gibt keine Stadt in Deutschland die da annähernd mithalten kann. Im Profifußball ist der FC Bayern Rekordmeister und aktuell auch Serienmeister und Tripplesieger. Dazu gibt es mit 1860, Türkgucu und Unterhaching 3 weitere Vereine im Profifußball.


    Im Basketball gehört der FC Bayern auch zu den besten 3 der BBL und war in Deutschland und Europa in den letzten Jahren sehr erfolgreich.


    Und im Eishockey ist der EHC RedBull auch ein Topteam und hat viele Erfolge in den letzten Jahren gesammelt. War sogar als erstes Deutsches Team im Champions League Finale. Die erfolgsliste ist also lang... Nur im Handball?! ..Nichts.


    Zwar gibt es vom FC Bayern auch eine Handballabteilung, die spielt aber lediglich in der Bezirksoberliga. Der höchstklassigste Verein aktuell ist der HT München in der Bayernliga. Woran liegt es, dass ausgerechnet die 2. beliebteste Sportart Deutschlands in München überhaupt nicht zündet? Und welches Potenzial seht ihr da für die Zukunft?

  • Handball ist ja dort schon 2x in den 80er und 90er Jahren gescheitert mit Schwabing und Milbertshofen. Wahrscheinleich auch weil man jedes mal von einem Großsponsor abhängig war. Der Schweizer Zondler bei Schwabing und danach ein Herr Backes bei Milbertshofen. Es gab damals auch die berühmte Kuhstallaffäre mit dem TV Großwallstadt (die älteren hier werden sich noch erinnern)
    Basketball ist in München doch auch nur so stark weil Ulli Hoeneß Gefallen daran gefunden hat.

    th

  • München ist wie keine andere Stadt dieser Größe erstmal eine Fußballstadt. Selbst Amateurvereine erregen hier überproportional viel Aufmerksamkeit. Ich habe davor in Frankfurt gewohnt, da ist die Eintracht zwar auch omnipräsent, aber es ist wahrlich nicht mit München vergleichbar. Da haben es natürlicherweise andere Sportarten schwer, und die Eishockey und Basketball Jungs haben eben große Geldgeber. Dann geht das schon, ohne so einen wird das schwer in München..

  • Wenn die Sportstadt München so geographisch ungenau definiert wird (Unteraching gehört nicht zu München und der HT München ist in ebenfalls Unterhaching und Taufkirchen angesiedelt, somit nicht direkt in München) sollte aber auch der TUS Fürstenfeldbruck dazugenommen werden.


    Ich denke, das auch der Großraum München für ein erst- oder zumindest hochklassiges Handballteam bereit oder geeignet wäre, allerdings fehlt m.E. bis auf die emsigen Fürstenfeldbrucker ein geeigneter Macher. Der bayerische Handballverband, der das auch gerne hätte, bringt hier nahezu keine Unterstützung, der Präsident sonnt sich in irgendwelchen Erfolgen und bremst mehr als er bewegt und auch der Versuch, mit dem farblosen Dominik Klein
    den Boden zu bereiten, scheint eher für Dominik Klein ein benefit zu sein als für den bayerischen Handball. Hier fehlt ganz klar eine Konzeption und noch mehr die Umsetzung


  • Ich denke, das auch der Großraum München für ein erst- oder zumindest hochklassiges Handballteam bereit oder geeignet wäre, allerdings fehlt m.E. bis auf die emsigen Fürstenfeldbrucker ein geeigneter Macher. Der bayerische Handballverband, der das auch gerne hätte, bringt hier nahezu keine Unterstützung, der Präsident sonnt sich in irgendwelchen Erfolgen und bremst mehr als er bewegt und auch der Versuch, mit dem farblosen Dominik Klein
    den Boden zu bereiten, scheint eher für Dominik Klein ein benefit zu sein als für den bayerischen Handball. Hier fehlt ganz klar eine Konzeption und noch mehr die Umsetzung


    Die Äußerungen zum bayerischen Verband kann ich nicht einschätzen und bewerten.


    Allerdings kann ich nachvollziehen, dass ein bayerischer Verband gern ein hochklassiges Team hätte. Allerdings stelle ich ernsthaft die Frage, wie denn die richtige Unterstützung aussehen müsste? Es kann nicht die Aufgabe eines Verbandes sein aktiv einen Bundesligastandort aufzubauen.


    Dafür braucht es letztlich eine der folgenden Konstellationen:
    * Geldgeber, der einen möglichst hochklassigen Verein (Fürstenfeldbruck?) "nach oben finanziert" und dafür einen "Macher" engagiert.
    * Einen "Macher" der Zugang zu Geldgebern hat oder diesen eine Perspektive bietet.
    * Einen "Platzhirsch" aus Fußball oder Eishockey, der "Spielgeld" für den Start und vor allem politische und wirtschaftliche Kontakte mitbringt.


    In so einer Konstellation kann dann der Verband unterstützen, gerade auch in Person von Dominik Klein.

  • Fussballhauptstadt.


    Kurz gegoogelt.
    Wenn man die größten Mannschaftssportarten nimmt (Fußball, Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball) und die deutschen Meister der letzten 20 Jahre nimmt, ist Berlin 1. (21), dann München (20) und 3. ist Kiel (13).
    Bei den Männern.


    Wenn man alle nimmt, wird es wohl erst recht Berlin sein.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Ein Verein aus dem Münchener Raum wäre kein Problem, genauso wie jeder andere verein aus Deutschland, wenn er nicht als "Spielzeug" irgendeines Mäzens eingesetzt wird. Wo das hinführt hat man in Hamburg gesehen ( und Kopenhagen, ...). Wenn es ein bestehender Verein ist, der die entsprechende Basis hat (sowohl Sponsoren als auch Zuschauer), warum nicht.
    Wenn z. B. Hamburg es jetzt schafft aufzusteigen wäre es für mich OK, weil sie diese Basis haben und "aus eigener Kraft" dort stehen, auch wenn sie natürlich z. T. noch von den "alten Zeiten" profitieren.

  • Zu erwähnen sind die Bemühungen des TSV Allach. Die spielen glaube ich die zweite Saison Jugendbundesliga und wenn ich es richtig in Erinnerung habe gingen von dort auch schon die ersten Talente Richtung höherklassige Vereine. Ich meine, dass FFB sich dort bedient.
    Hatte in der SZ im Regionalteil mal was dazu gelesen. Allerdings wird so etwas ja erst nachhaltig, wenn du ein Sportgymnasium da anschließen kannst. Ist glaube ich in Allach nicht gegeben. Deshalb fehlt aus meiner Sicht die Grundlage. Ich meine mich zu erinnern, dass es in Allach (wie so oft) an ein paar positiv Verrückten hängt.


    Das weibliche Pendant wäre Gröbenzell. Die haben doch auch ne gute Jugendarbeit (?).

  • Zwei bayrische Verein (wenn auch in Franken gelegen) spielen in der ersten Liga. Das Saarland, Thüringen oder Brandenburg haben nicht mal einen Erstligisten. Ich sehe übrigens auch nicht, warum man München als die Sporthauptstadt Deutschlands sehen könnte.

    Hamburg hat auch keinen Erstligisten, noch nicht mal im Fußball ;)

  • Ich habe noch nie verstanden warum es wichtig ist in Berlin, Hamburg oder München bzw. in diesen Großstädten zwingend Vereine jeglicher Art zu haben. Wenn sie da wachsen und gedeihen wie die Füchse warum nicht, aber was ist der allgemeine Nutzen davon? Marketing? Davon profitiert maximal der Club selbst. Der sogenannte Glanz? Braucht man das?
    Wie anfangs aufgezählt hat man in München ja sportlich ein exzellentes Angebot, sehe nicht warum da zwingend was dazukommen muss.

  • Der sogenannte Glanz? Braucht man das?


    Großstädte haben in der Regel auch große Hallen. Die wollen gefüllt sein. Dazu braucht es zugkräftige Verein. IN D bleiben nur BBL, HB, Eishockey.


    Die Diskussion findet man doch immer wieder. Siehe FFM.


    Große Halle->großer VIP-Raum->viel Platz für Sponsoren.


  • Großstädte haben in der Regel auch große Hallen. Die wollen gefüllt sein. Dazu braucht es zugkräftige Verein. IN D bleiben nur BBL, HB, Eishockey.


    Die Diskussion findet man doch immer wieder. Siehe FFM.


    Große Halle->großer VIP-Raum->viel Platz für Sponsoren.


    Ja, das verstehe ich. Aber das ist halt eine Position von Geschäftsleuten. Legitim.


    Mir scheint aber immer wieder das auch von Fans sowas kommt, der Thread startet ja so...und mir entzieht sich genau diese Logik.

  • saarland- thüringen - brandenburg.....
    verfügen mit verlaub auch nicht über die grösseren städte...


    und wie alter sack schon schrieb :
    heutzutage muss man wirtschaftlich denken, hallennutzung ist da ein stichwort-
    die hallengrösse ist für eine wirtschaftlichkeit und mögliche nutzung entscheidend- somit auch mind. 2 sportarten neben events,
    klappt nicht überall, aber ermöglicht ja nun wie man zb. in köln sehen kann, ein viertel drumherum mit geschäften
    für gastronomie, fanartikeln, riesigen parkhäusern oder tiefgaragen die auch tagsüber genutzt werden können- besser gehts kaum.
    bodenrichtwert in lippe....ca 150 euro/ qm......bodenrichtwert köln....ca.1500 euro/ qm


    wollte man nicht ulli h schon mehrfach den handball ans herz legen ?
    bevor er den grossen einstieg mit halle etc. bei den basketballern vorzog ?

  • Wenn man von der rein männlichen Betrachtung wegkommt, hat Thüringen immerhin den Thüringischen HC, nicht die schlechteste deutsche Adresse im Damen-Handball.


    Das Saarland hatte früher Vereine wie TV Niederwürzbach. Jetzt hält Saarlouis die Fahne in Liga 3 hoch. In Brandenburg ist die Nähe zu Berlin (1. VfL Potsadam) oder Provinz. In DDR-Zeiten waren die Damen aus Frankfurt/Oder über die Grenzen hinaus bedeutsam, 2004 sogar noch Meisterinnen, heute auch nur noch in Liga 3 aktiv.


    Hinsichtlich des steuerhinterziehenden Bayern-Ullis, der jetzt seine Weisheiten als TV-Experte über "Die Mannschaft" preisgibt, lässt sich nur sagen, dass Basketball vereinsintern eine andere Tradition und einen anderen Zugang brachte. Die Vision vom Ulli war ja ein Großverein a la Barcelona oder Madrid, die auch in anderen Mannschaftssportarten erfolgreich sind. Die griechischen und türkischen Großclubs funktionieren da ja ähnlich, in Portugal haben zumindest Porto und Benfica mittlerweile den Handball für sich entdeckt. Allerdings haben die Basketballer der Bayern auf europäischem Niveau bislang noch keine Bäume ausgerissen. Ansonsten gab es ja nach dem TSV Milbertshofen in München nichts mehr Namhaftes in Sachen Handball.

  • man wird evtl. so einen "spinner" wie hoenss brauchen, damit man so ein projekt anschiebt.
    und die basketballer- na ja-, man hört zumindest von denen relativ viel, hallenneubau etc. inbegriffen-
    also für die trotzdem kurze anlaufzeit lässt sich das ergebnis eigentlich sehen...


    milbertshofen war spätestens tot, als der weltklassehandballer nicht mehr da war...war er nicht einer der ersten bei barca...ich glaube es
    zumindest....

  • und mir entzieht sich genau diese Logik


    Dann verstehe ich nicht Deine Logik. Großstädte heissen so weil dort viele Leute sind. Viele Leute-mehr Handballinteressierte(in München auch durch Zuzug)-wollen nicht nur Sagosen im Fernsehen sehen-fragen in der Handballecke nach den Gründen.

  • Zum einen bin ich mir sicher ich, dass die aus der Taufe gehobene Profibasketballabteilung deswegen so erfolgreich ist, weil da Uli Hoeneß ganz persönlich hinter steht. Es dürfte es schon etwas ausmachen das Hoeneß einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hat wie Thomas Gottschalk oder die Bundeskanzlerin hat. Gerade in der Anfangsphase des Projektes wird es Eindruck gemacht haben wenn Uli Hoeneß vor dir steht, um dich als Chef eines mittleren Unternehmens für seine Basketballer als Sponsor zu werben. Zum anderen ist es ebenfalls gut möglich, dass Hoeneß bei Verhandlungen für die für die Fußballer ein paar Euro im vorbeigehen abstauben konnte (das meine ich jetzt gar nicht negativ), ohne das es irgendjemanden weh getan hat. Bei den Summen die beim FC Bayern (Fußball) im Umlauf sind kommt es pro Sponsor wohl nicht auf 100.000 € mehr oder weniger drauf an...


    In München gäbe es sicher ohne große Mühe - durch die ganzen "Exil-Handballer" - Potenzial für einen Zuschauerschnitt von oberhalb 3000, für eine Mannschaft in der HBL. Wobei ich mit München tatsächlich die Stadt in ihren politischen Grenzen meine. Bei den Vororten sehe ich das nicht so uneingeschränkt, es kommt dann zu einem ganzen Stück auf die Erreichbarkeit an.


    Was ich nicht sinnvoll finde: Auf blauen Dunst eine Halle zu bauen, in der Hoffnung das sich jemand erbarmt diese Halle mit einem Handballbundeslisten zu füllen. Das fand ich schon im Fußball beim Leipziger Zentralstadion nicht sinnvoll. Das wäre heute noch eine Investitionsruine, wenn sich Red Bull nicht erbarmt hätte. Aber ich denke das ist in München gar nicht das Problem. Es gibt die Olympiahalle die laut Internet bis 2020 modernisiert wurde, also auf dem Aktuellen Stand der Technik ist. München profitiert dem entsprechend indirekt heute noch von den Olympischen Spielen 1972. Ähnliches Phänomen übrigens auch in Berlin: Die Max-Schmeling-Halle wurde anlässlich der – letztlich gescheiterten – Olympiabewerbung für die Spiele 2000 errichtet.


    Die Füchse hatten dann sicher den Vorteil das sich mit Frank Steffel zwar mit seinen Ambitionen Regierender Bürgermeister zu werden im Jahr 2001 krachend gescheitert war, er aber als Politiker und Unternehmer ein prall gefülltes Telefonbuch hat, dass auf der Suche nach Geldgebern sicher nicht hinderlich war. Als Steffel 2005 Präsident der Füchse wurde, waren die in der unteren Tabellenhälfte der 2. Liga Nord, um dann 2007 fulminant aufzusteigen.


    Es kommt also zum einen drauf an, dass es vor Ort einen Macher gibt, aber auch das eine gewisse – von der HBL geforderte Mindestinfrastruktur – vorhanden sein muss. Letzeres ist aber in den meisten Städten kein Problem (so auch in München). Selbst "Dorfklubs" finden in der Umgebung eine passende Halle, wenn die plötzlich aufsteigen; wie in der Vergangenheit z.B. Hüttenberg gezeigt hat. So etwas wie in Nürnberg, wo 2019 ein Basketballzweitligist nicht aufsteigen konnte, weil die keine Halle haben die der BBL genehm ist (die Nürnberger Arena ist durch Eishockey und Handball ausgelastet), wird auch in Zukunft die absolute Ausnahme bleiben.
    Funfact am Rande: Dieses Jahr wird in Nürnberg die Halle für die Basketballer eröffnet und die Mannschaft kann dann einen neuen Versuch starten in die BBL zu kommen, nach dem 2019 auch die dortige Stadtpolitik wach geworden ist. Zwei Jahre Planung und Bauzeit dürfte seit der Wiedervereinigung Rekord für ein öffentliches Bauprojekt sein... :D


    Und ich bin viel länger in meinem Text als ich eigentlich sein wollte, ich hoffe ich konnte jetzt wenigstens ein bisschen was konstruktives zur Debatte beitragen.


    P.S: Der Text ist in allen Punkten meine Einschätzung als Laie aus der Distanz. Sollte man mich widerlegen können, nur zu. :)

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