Handball-Verband Sachsen setzt Spielbetrieb im Amateurbereich aus

  • Leider sehr ärgerlich. Aber was soll man machen? Die "4. Welle" hat voll zugeschlagen und kräftig Infektionen ausgelöst. Besonders Bayern, Sachsen und auch Thüringen können da ein Lied singen. In Bayern haben ja viele Landkreise bei der 7-Tage-Inzidenz die 1000 Marke durchbrochen. Auch in Sachsen ist das der Fall. Da ja in Bayern die Situation auch nicht besser sein dürfte, müsste eigentlich auch dort demnächst die Einstellung des Spielbetriebes kommen.


    Aber man darf sicher auch gespannt sein, was bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz kommen wird. Die ist am Donnerstag.

    Einmal editiert, zuletzt von Funkruf ()

  • "aber was soll man machen?"


    das wäre einfach- bei einem verhältnis von 9 zu 1 von ungeimpften zu geimpften auf den intensivstationen,
    braucht man da doch eigentlich nicht lange zu überlegen.

  • Das ist wirklich worst case für die Kinder und Jugendlichen. Aber wenn ich sehe, wie lachs bei den "Dorfvereinen" die Regeln kontrolliert werden, war es mit Ansage. Von mir aus sollen sie 2G+ machen und zur Not auch ganz ohne Zuschauer, die Kinder unmittelbar vor dem Spiel testen, dann wäre es evtl. zu verantworten und alle Male besser, als die Nachwuchssaison schon wieder abzubrechen...


    Für immer erster deutscher Championsleaguesieger!


    Magdeburg ist Handball, Handball ist Magdeburg. So ist das! (J.Abati)

  • Und der nächste: Der Thüringer Handball-Verband hat erstmal den Spielbetrieb im Erwachsenenbereich eingestellt. Allerdings nur bis Jahresende, der Spielbetrieb beim Nachwuchs wird unter den aktuellen Bedingungen (aktuell: 3 G) fortgesetzt. Ein Alternativspielbetrieb, an dem alle spielwilligen Mannschaften teilnehmen können, richtet sich nach der Entscheidung der Thüringer Landesregierung am 24.11.2021.
    Thüringer Handballverband setzt Spielbetrieb im Erwachsenenbereich aus (handball-world.news)

  • Auch wenn es sich boshaft und sarkastisch anhört:


    Die Entscheidungen der LV Thüringen und Sachsen sind korrekt, denn die Krankenhäuser dort haben derzeit keine Kapazitäten, um schwere Verletzungen oder zusammengebrochene Zuschauer angemessen zu versorgen.
    Ich weiß, ist schon zynisch, aber wohl leider die Realität.

    Es wäre das Paradies auf Erden, wenn jeder die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt! (Ortega y Gasset)
    Wer sich nicht an die Gesetze halten will, muss die Gegend verlassen, in der sie gelten. (Goethe)
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  • Michelmann und Hanning haben sich ja heute sehr massiv auf die Situation des Jugendhandballs in Pandemie-Zeiten aufmerksam gemacht.
    Hier ist der Link zur Kolumne von Bob Hanning im Tagesspiegel.


    Ich erlebe es so, wie Bob Hanning es beschreibt und finde es sehr gut, dass er seine Bekanntheit und seinen Einfluss nutzt, um auf das Problem aufmerksam zumachen. Wir verlieren gerade eine ganze Generation von Handballerinnen und Handballern, und dieses Problem hat Handball und der Sport nicht alleine, sondern zum Beispiel auch der Bereich Musik und Kulturelle Bildung.


    Allerdings ist mir die reine Politikschelte zu einfach. Ich finde, dass auch die Verbände und ihre Unterorganisationen keine allzu gute Rolle spielen, wenn sie mit Verweis auf die allgemeine Corona-Lage den Jugendpielbetrieb aussetzen mit dem lapidaren Zusatz, über den Trainingsbetrieb können dann ja die Vereine entscheiden - und dann schauen wir mal, ob es wieder besser wird. Das ist auch zu wenig. Mir fehlt da die Perspektive, wie denn in naher und mittlerer Frist mit der Situation umgegangen werden soll, wie also der Vereinssport und und der Jungendspielbetrieb pandemiesicherer aufgestellt werden kann. Klar hat da niemand schon ein Patentrezept, für das man eine Glaskugel bräuchte. Aber es wäre schon wichtig, Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Spielbetrieb zum Beispiel in den Sommer zu verlagern. Sich schon jetzt um mehr Beach- und Open-Air-Turniere zu Bemühungen. Handreichungen für 2G-Konzepte im Spiel- und Trainingsbetrieb zu erarbeiten. Es ist mir eigentlich egal, was genau - irgendetwas, mit dem man kommuniziert, dass man etwas ändern wird und ändern muss, dass man sich Gedanken macht, wie es mit der Sportart weitergeht, und nicht einfach weitermacht, bis der Spielbetrieb dann wieder unterbrochen wird, wenn die Situation es erfordert. Ob diese Saison zu Ende geführt wird? Ungewiss! Die Jungen und Mädchen wollen aber spielen, Meisterschaften gewinnen, Erfolge haben. Haben sie dazu keine Möglichkeit, werdenn sie keine Motivation mehr haben und wegbleiben. Und das können wir uns wirklich nicht leisten.

  • Da gebe ich dir bezüglich der Verbände recht. Meine E- Jungs hatten zB kein Spiel im September, eins im Oktober und sollten nun ab Mitte November bis an Weihnachten ran durchspielen :wall: da habe ich mich schon im August gefragt, was das soll. Die Hinrunde hätte längst erledigt sein können und mit verlängerter Winterpause wäre eine vollständige Saison absolut realistisch gewesen, so sieht es schon wieder verdammt mau aus. Weiter oben schrieb ich schon, dass die Vereine auch nicht ganz schuldlos sind. Man muss ja nicht alles ausreizen, was gesetzlich (gerade noch) möglich ist. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen, im wahrsten Sinne des Wortes.


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    Magdeburg ist Handball, Handball ist Magdeburg. So ist das! (J.Abati)

  • Das ist bestenfalls eine naive Einlassung. Der Handball wird in zwei, drei, maximal fünf Jahren aus der Breite bis auf wenige Inseln verschwunden sein. In den kommenden Jahren wird das öffentliche Leben im Winter in Deutschland teilweise oder vollkommen still stehen. Für eine Sportart, in der sich 14 oder 28 Menschen auf engstem Raum ins Gesicht husten, ist da kein Platz. Das gilt auch für die anderen Indoor Teamsportarten.


    Ein ausweichen in den Sommer? Viel Spaß damit, dann wird in Deutschland alles „voll“ sein, denn es gilt ja, die „Winterruhe“ auszugleichen. Bund, Länder, Städte, Gemeinden und Kommunen haben zudem monströse Schulden aus ihrer Coronahandlungen generiert, die in den nächsten Jahren bei sicherlich nicht besserer ökonomischer Lage abgebaut werden müssen, Die öffentliche Sportinfrastruktur, allen voran die Schwimmbäder, aber auch die Sportstätten und die Unterstützung des Breitensports, werden da ganz oben auf der Liste stehen.


    Die Belange von jungen Menschen - nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Studenten oder ganz generell die „jüngere“ Generation - haben bislang in der deutschen „Corona-Politik“ keine Rolle gespielt. Warum sollen sie das auf einmal tun? Reflexartig wird zuerst in dem Bereich restriktiv agiert, in dem am wenigsten epidemiologisches Risiko besteht. Aber eben auch am wenigsten politisches Risiko.


    Wer als Verein in den kommenden Jahren nicht etwas Leistung anbieten kann, damit es „um etwas geht“ und Kinder / Jugendliche / Eltern „trotzdem“ mitmachen, wird genauso verschwinden wie alle anderen Institutionen, Gruppen, Strukturen in der deutschen Gesellschaft, die sich mit dem Zusammenkommen von Menschen befassen und darin engagiert sind.

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