Das 22:41-Debakel von Hypo war auf internationaler Ebene das wohl schlimmste der Klubgeschichte. Möglicherweise konnten die Südstädterinnen die gute Form in der Vorbereitung nicht halten, der 28:18-Heimsieg gegen Tecton Atzgersdorf am 1. Oktober deutet darauf hin.
Gegen Györ spielten die Hypo-Damen ohne brauchbare Defense; möglich, dass das Konzept, mit 6:0-Deckung zu beginnen, ein falsches war. Hypo stand auch in Folge einfach zu weit weg von der Gegnerin, störte kaum in Aufbau und Rückraum. Fazit: Bulatovic und in der zweiten Hälfte Soos hatten viel Platz und Zeit, aus der Distanz anzuvisieren. Györ konnte auch viele schöne Spielzüge verwirklichen. Bei fehlender Deckungsarbeit war Babi Arenhart oft ohne Abwehrchance; bei Olga Sanko war zu merken, dass sie noch nicht an ihre einstige Form anschließen konnte.
Im Angriff hatte Hypo gegen die gewohnt stark agierende Györ-Deckung nur selten Gelegenheit, unbedrängt abzuschließen. Die Würfe aus dem Zentrum (von Acimovic, teilweise auch von Cavaleiro) waren meist mittig und relativ leicht zu parieren. Acimovic traf überhaupt nur ein einziges Mal, sonst wurden alle ihre Würfe gehalten. Nur Simona Spiridon, die Györ am Kreis einiges aufzulösen gab, und Ale Nascimento brachten an diesem Tag normale Leistungen. Alle anderen Feldspielerinnen waren schwach, einige sogar katastrophal. Möglich, dass auch mentale Probleme mit im Spiel waren.
Ob Hypo in der CL noch eine Wende schafft? Offen gestanden, ich weiß es nicht. Coach Morten Soubak steht vor einer Situation, die keineswegs leicht zu lösen sein wird.