ZitatOriginal von SilverSurfer
ich meine, aus der geschichte haben wir doch gelernt, dass nicht unbedingt alles, was irgendwo steht, auch definitiv so abgelaufen ist ...
Viele Leute lesen doch, was sie lesen wollen bzw. interpretieren das Gelesene so, dass es in ihr Weltbild passt. Und sei es noch so verzerrt.
Da wird dann Schwenker ganz schnell ein Ehrenwort unterstellt - das aber kein Journalist im Wortlaut wiedergeben kann, weil es nur Hörensagen von Herrn Matheis war. Da wird Herrn Rudolph unterstellt, seine "belastende Aussage" gegenüber Schwenker beeiden zu wollen - während er lediglich eine Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft gemacht hat. Da wird Herrn Matheis unterstellt, er habe den ominösen Brief an die Medien lanciert - aber nemand hat auch nur den geringsten Beweis dafür.
Das eigentlich schlimme ist, dass diese Unterstellungen und Falschmeldungen vielfach von "den Medien" wiederholt und blind übernommen werden. Wenn THW-Fans oder RNL-Fans mit Vereinsbrille hüh oder hott glauben wollen, ist das ja in Grenzen verständlich. Aber wenn nicht wenige, eigentlich der Objektivität und Sachlichkeit verpflichtete Journalisten derart gefärbte Berichte und Meldungen veröffentlichen, dass die Öffentlichkeit sich nurunter Mühen ein objektives Bild machen kann, läuft etwas falsch, grundlegend.
Wer Transparenz einfordert, muss auch dafür sorgen, dass objektiv und sachlich berichtet wird. Unsauberer Journalismus ist in dieser Hinsicht mindestens ebenso negativ wie das Verbreiten von Lügen und Halbwahrheiten, das eine der beiden Parteien betreibt (oder beide? Oder keine?). Die Notwendigkeit, Auflage zu erzielen, scheint mittlerweile nicht mehr nur die Blätter zu betreffen, von denen man eh der Meinung ist, dass sie für eine reißerische Überschrift auch schon mal die Wahrheit etwas zur Seite drängen. Mittlerweile sind auch als seriös geltende Zeitungen davon betroffen. Und für den Leser wird immer schwieriger, sich durch den Wust an Informationen hindurchzukämpfen und das herauszufiltern, was ohne eubjektive Wertung verfasst wurde. Und selbst das ist oftmals noch nicht genug.