ZitatOriginal von Loran
Das konnte ich eh nicht glauben.
Mopo halt... ![]()
Aber gut, dass das Gerücht so schnell vom Tisch ist. ![]()
ZitatOriginal von Loran
Das konnte ich eh nicht glauben.
Mopo halt... ![]()
Aber gut, dass das Gerücht so schnell vom Tisch ist. ![]()
ZitatOriginal von Tobi75
selbst wenn man die Verhandlungen nicht unterbindet (das, was die Spielerberater den ganzen Tag machen, kann man ja eh nicht kontrolliern), so wäre der positive Effekt doch der, dass nicht 2 Jahre vor Vertragsende der neue Vertrag publik wird. Die Unruhe, die gerade beim Vfl bzgl. Sigurdsson ist, oder in MD oder seinerzeit der Wechsel von Bitter oder Alfred oder auch Lundt, die könnte man im abgebenden Verein vermeiden, wenn man erst 6Monate vor Vertragsende verhandeln darf - vorher kann es ja auch kein Ergebnis geben.
Die Unruhe kommt doch nicht dadurch in den Verein, dass ein Wechsel bekanntgegeben wird. Unruhe entsteht meistens jedenfalls dadurch, dass es eben keine konkrete Aussage gibt, was denn Sache sei. Gerade das eröffnet doch sämtlichen Spekulationen Tür und Tor, zumal wenn die Medien mitmachen und quasi täglich neue Informationen verkünden wollen.
Wenn es eine solche sechsmonatige Frist geben würde, hätte der Spieler letztlich den Schwarzen Peter in der Hand...
ZitatReporter: "Herr X, haben Sie bereits Ihren Vertrag verlängert?"
Spieler X: "Dazu möchte ich an dieser Stelle nichts sagen."Reporter: "Herr Manager, hat der Spieler X, dessen Vertrag in sieben Monaten ausläuft, bei Ihnen schon verlängert?"
Manager: "Nein, wir haben ihm ein Angebot unterbreitet, aber er hat uns bisher noch nichts dazu gesagt. Von uns bekommt er kein besseres Angebot und ich weiss nicht, was er sich erhofft von anderen Vereinen. Wir haben ihn immer fair behandelt und wenn er sich jetzt uns gegenüber so verhält, kann ich persönlich das nicht nachvollziehen."
So ähnlich geschehen bei Michael Ballack vor knapp zwei Jahren, als ein gewisser Herr Hoeness Ballack als "Verräter" hingestellt hatte, weil der es doch wagte, sich nicht sieben Monate vor Vertragsende auf eine Vertragsverlängerung einzulassen, sondern erst einmal abwarten wollte. Diese Unruhe hat dann dem FC Bayern fast die Meisterschaft gekostet (was mich nicht gestört hätte, aber das nur am Rande...). Und Handball-Manager werden nicht viel anders agieren, gerade wenn die Medienvertreter sich die Klinke in die Hand geben und genau solche Interviews provozieren.
Was ich allerdings noch als viel stärkeres Gegenargument sehe gegen eine sechsmonatige Frist, ist das Interesse des Spielers, das einer solchen Frist ebenfalls entgegensteht.
Wenn ich weiss, dass ich nur etwa 15 Jahre Geld mit meinem Sport verdienen kann, werde ich doch alles daran setzen, dieses auch auszureizen. Ich würde mich freuen, wenn ein Verein mir ein Angebot macht, dass ich auch in zwei, drei oder vier Jahren noch so viel Geld verdienen kann, um meine Familie zu ernähren. Wenn es mir verboten würde, länger als ein halbes Jahr im voraus zu planen, wenn ich nun einmal nicht beim gleichen Verein unterschreiben will, wäre das doch kontraproduktiv: Bei der kleinsten Verletzung steht meine Karriere, mein Einkommen und damit meine Familie auf dem Spiel. Also spiele ich vor Abschluss eines neuen Vertrages nicht mit so viel Einsatz, wie ich könnte, aus Angst, dass ich mich verletze und meine Zukunft bzw. die meiner Familie riskiere.
Eine sechsmonatige Frist wär für die Vereine positiv, die zufällig gerade einen interessanten Spieler in den eigenen Reihen stehen haben, aber weder für den Spieler noch für Vereine, die zukunftsorientiert planen wollen bzw. müssen.
Um jetzt mal ein ganz aktuelles Beispiel zu nehmen: Die meisten Spieler beim WHV haben nur noch bis zum Ende der Saison einen gültigen Vertrag. Nach dieser Idee dürfte keiner dieser Spieler vor dem ersten Januar aktiv werden. Da Vertragsverhandlungen auch nur selten in ein, zwei Tagen über die Bühne gehen, würden erst im Februar viele Spieler wissen, ob sie anderswo unterkommen, wohin sie umziehen müssten, ob sie sich auf geringere Einkommen einstellen müssten oder zum Arbeitsamt gehen dürften. Das kann es doch nicht sein, dass dann die Spieler und ihre Familien darunter leiden, dass Vereine nicht früher an sie herantreten dürfen. Da ist man doch nicht frei im Kopf! Darunter leidet die eigene Leistung und letztlich auch der Verein, der aktuell den Spieler im Kader hat.
ZitatOriginal von Wöller
Da bin ich aber sowas von auf Deiner Seite!!!
Das macht aus Sicht eines Vereines sicherlich Sinn. Allerdings ist es für den Spieler ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn er weiss, dass auch in zwei oder drei Jahren jemand seinen Lebensunterhalt bezahlt. Insofern sind langfristige Verträge in dieser Hinsicht für den Spieler positiv und wenn man ihm untersagt, einen eventuell besser dotierten Vertrag bei einem dritten Verein zu unterzeichnen, greift man damit in seine Freiheit ein, den für ihn passenden Vertrag aussuchen zu können und finanzielle Sicherheit zu bekommen.
ZitatOriginal von Lelle1605
hmm scheint so, als ob Herr Tej am Donnerstag nicht auflaufen wird.Beim CL-Spiel gegen Constanta war er ebenso nicht im Kader...
Das wäre im Sinne einer Deeskalation eigentlich nur wünschenswert. Dadurch würde ein beträchtlicher Teil an "Gift" im Vorfeld aus dem Spiel genommen.
Zitat
Diese Aussage fand ich auch völlig unverständlich. Das klingt so als hätte da jeder Schiedsrichter spielen dürfen, der gerade mit einer Pfeife im Mund in der Halle stand.Bleibt nur zu hoffen, dass das IOC als unabhängiges Gremium etwas gegen diese Machenschaften unternimmt.
Liegt das viellicht daran, dass bei einem Quali-Turnier des asiatischen Handballverbandes ein dort lizenzierter Schiri pfeifen darf, der nicht notwendigerweise auch beim IHF zugelassen sein muss? Oder sind die Kriterien für international einsatzberechtigte Schiris allgemeinverbindlich und werden von der IHF festgelegt (was nur sinnvoll wäre...)?
ZitatOriginal von Rentner
Im Stadtrat wurde ein 75-seitiges Hallenkonzept vorgestellt. Eine Vierergruppe mit Gummersbachs OB Frank Helmenstein und den VfL-Aufsichtsräten Jochen Kienbaum, Wolfgang Dondorf (Ex-Boss von Pfeiffer Vacuum) und Marc Schröder (Schrödahl Arapp GmbH) bastelt an der geplanten Ballsportarena. Geplanter Fertigstellungstermin: August 2010. Und VfL-Trainer Alfred Gislason steht vor der Vertragsverlängerung.
Wenn das realisiert werden würde, wäre es denke ich der richtige Schritt. Und sowohl für die Stadt als auch für den Verein wichtig, dass die Wurzeln im Bergischen Land bleiben. Gratulation nach Gummersbach! ![]()
ZitatOriginal von Felix0711
Dass Korea Einspruch eingelegt hat und auf ein Wiederholungsspiel drängt, dass die Japaner dieses Gesuch unterstützen und das IOC deswegen "schwer aktiv" ist. Nach Einschätzung von Nick sei es aber so, dass eher der HSV Meister wird als dass Korea bei den Olympischen Spielen 2008 aufläuft.
Heisst das im Umkehrschluss, dass wenn Korea (wider erwarten) doch noch zu Olympia in Peking fahren darf der HSV dann auch Meister wird? ![]()
Den "Knopf im Ohr" wird er wahrscheinlich nur bedingt gebraucht haben, aber dennoch genommen haben, um sich abzusichern, damit er nicht wegen irgendeiner Äußerung, die vielleicht missverständlich sein würde, unter Beschuss gerät.
Was da aber bei der asiatischen Quali gelaufen ist... skandalös³. Solange solche Vetternwirtschaft im IHF und dem asiatischen Verband herrschen, kann es kaum aufwärts gehen mit dem Handball in diesen Regionen.
So, Gummersbach, Kiel und Hamburg sind für die zweite Gruppenphase qualifiziert und haben jeweils noch gute Chancen auf den Gruppensieg. Einzig Flensburg muss noch zittern, ob es klappt. Alles hängt wohl vom letzten Spiel in Lubin ab (es sei denn, Drammen und Lubin spielen Unentschieden, während Flensburg bei Ciudad Real gewinnt...
).
Also können sich die Manager ihre Studie sparen und sollten stattdessen auf die Fans hören, sozusagen, und zusehen, dass sie einen Rahmenspielplan auf die Reihe kriegen, der folgendes beinhaltet:
- Regelmäßige Spieltage am Wochenende zu einheitlichen Zeiten (Problem: Internationale Wettbewerbe finden auch an Wochenenden statt)
- Begrenzung des Überangebots im Fernsehen (wenn man sowas noch vor zwei Jahren prognostiziert hätte, niemand hätte es verstanden...
)
- Insgesamt weg vom "Diktat der Fernsehanstalten" (HBL.tv sowie N3 / WDR3) hin zu einer echten Kooperation, von der nicht nur die Liga etwas hat, sondern auch die Vereine.
Solange der Posten der Einnahmen durch Zuschauer bei den meisten Vereinen jedenfalls nicht viel kleiner ist als der überregionaler Werbepartner, die auf Fernsehübertragungen angewiesen sind, muss man eigentlich auf die Ansprüche eben dieser potentiellen Zuschauer eingehen und auf eine stringente Spieltagsplanung hinwirken und nicht ein Terminwirrwar wie bei vielen Vereinen. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass man ähnlich wie im Fußball nationale Spiele am Wochenende, internationale Spiele unter der Woche stattfinden lässt. Nur dann beklagen sich wieder einige Fans, die nicht auf Auswärtsfahrten am Mittwoch mitreisen können bzw. die Amateur-Vereine in vielen europäischen Ländern klagen darüber, dass bei ihnen Spieler berufliche Verpflichtungen hätten, die mit den Terminen kollidieren. Ein Teufelskreis... ![]()
Ich fürchte, dieser Tanz um das Goldene Kalb wird noch ein Weilchen so weitergehen. Und solange es dieses Hickhack gibt, wird es auch keinen solchen Boom geben, wie manche es sich vorgestellt hatten nach der WM.
ZitatOriginal von horny01
Irgendjemand hier hat für die Hamburger Deckung mal den Namen "Klammeraffen Hadnball" benutzt. Denke, dass trifft es ganz gut. Die Deckung spielt HH ja nun aber nicht erst seit gestern und,wenn es von den Schiedsrichtern nicht abgepfifffen wird, gibt ihnen der Erfolg ja Recht.
Was ist das Ziel bei Deckungsarbeit? Den Gegner am Torerfolg zu hindern. Wenn ein Deckungsspieler seinen Gegner beim ersten Ballkontakt festmacht, ist das Ziel erreicht. Nichts anderes hat der HSV über weite Strecken versucht und meist auch erfolgreich und mit fairen Mitteln geschafft.
Wenn sich die Kieler Spieler bzw ihr Trainer nicht flexibel genug zeigten, um ein adäquates Gegenmittel zu finden, ist es doch nicht Schuld des HSV. Wir spielen doch hier kein Hallenhalma...
![]()
Ein Interview der Welt am Sonntag mit Stefan Kretzschmar.
Der Vollständigkeit halber auch hier noch einmal, damit nicht lediglich in diesem Thread über Randaspekte des Interviews bzw. das, was der Focus draus gemacht hat, diskutiert wird...
ZitatAlles anzeigen"Die Lage im Handball ist alarmierend"
Der SC Magdeburg, einziger Ostklub in der Handball-Bundesliga, darbt auf Rang elf und musste zuletzt auch noch mit einer Etatunterdeckung von 800.000 Euro kämpfen. Die Hoffnungen ruhen auf Stefan Kretzschmar. Der 34-Jährige war Spieler, ist Sportdirektor und nun auch noch Interimstrainer.
WELT ONLINE: Macht Ihnen der Job in Magdeburg überhaupt noch Spaß, Herr Kretzschmar?
Stefan Kretzschmar, 34: Na ja, Spaß ist ja relativ, es macht auf jeden Fall noch Sinn. Natürlich ist das hier nicht gerade die tollste Situation, und wir liegen uns nicht alle ständig in den Armen. Aber die ersten Trainingseinheiten mit der Mannschaft nach der Suspendierung von Trainer Bogdan Wenta waren okay. Man merkt, dass sich kein Spieler querstellt, sondern alle konstruktiv mitarbeiten, um das Schiff aus dem schweren Gewässer zu bringen.
WELT ONLINE: Hilft es Ihnen, kurzerhand den Job am Schreibtisch mit dem des Trainers getauscht zu haben – in der Sporthalle sind Frust und Ärger schließlich besser abzubauen?
Kretzschmar: Hilfreich ist das für mich persönlich nicht. Interimstrainer ist alles andere als meine Idealvorstellung. Es war aber klar, dass ich helfen muss, wenn ich gefragt werde. Ich kann ja nicht sagen, dass ich hier beim SCM Verantwortung übernehme, und dann ziehe ich den Schwanz ein, wenn so eine Bitte kommt.
WELT ONLINE: Normalerweise hat man als Neuling im Beruf Gelegenheit, um sich einzugewöhnen und zu lernen. Sie dagegen mussten bereits nach fünf Monaten als Sportdirektor den Klubruin befürchten und die Entlassung eines Trainers mitverantworten.
Kretzschmar: Das, was manche in fünf Jahren erleben, habe ich hier im Crashkurs im halben Jahr mitgemacht. Völlig extrem. Auf einer Skala von eins bis zehn ist das die Zehn. Das ist in einigen Bereichen schwerwiegend und menschlich brutal. Man muss sich das so vorstellen: Da rauscht ein D-Zug an dir vorbei, und du musst lernen aufzuspringen, mitzufahren und die Erfahrungen zu verarbeiten. Ich lerne hier in der ersten Zeit sehr viel, gerade was menschliches Verhalten und Psychologie angeht. Klar war ich in die Handballwelt involviert, aber wie die geschäftliche Welt abgeht, war mir ja fast unbekannt.
WELT ONLINE: Klingt, als seien Sie bisweilen zu naiv an den Job gegangen.
Kretzschmar: Mich überrascht keine geschäftliche Härte, sondern nur Falschheit. Da habe ich eine andere Berufsauffassung.
WELT ONLINE: Nämlich?
Kretzschmar: Vor allem Ehrlichkeit. Nehmen Sie Spielerverhandlungen: Da sitzt du mit manch einem zusammen, und der erzählt dir das Blaue vom Himmel, nächste Woche unterschreibt er dann aber woanders. Auch innerhalb meiner Stadt sind Intrigen im Gange.
WELT ONLINE: In welche Richtung?
Kretzschmar: Dazu sage ich nichts, denn da sind noch Verfahren anhängig.
WELT ONLINE: Ziel sollen Sie, aber auch Manager Holger Kaiser und Präsident Rolf Oesterhoff sein. Wie ist Ihr Verhältnis untereinander?
Kretzschmar: Auch dazu sage ich nichts.
WELT ONLINE: Was genau war dem entlassenen Trainer Wenta vorzuwerfen?
Kretzschmar: Ich will im Nachhinein keine schmutzige Wäsche waschen. Nur so viel: Wenta hat sich mit dem Gewinn des EHF-Cups einen Platz in der Geschichte des SC Magdeburg gesichert. Dass es nun zu einer Entlassung gekommen ist, ist schade. Aber ich habe diese Entscheidung mitgetragen.
WELT ONLINE: Gestaltet sich die Nachfolgesuche schwierig, weil ob der finanziellen Lage keine namhafte Lösung drin ist?
Kretzschmar: Die Lösung, die es geben wird, ist namhaft.
WELT ONLINE: Also steht der Nachfolger schon fest?
Kretzschmar: Wir haben seit geraumer Zeit Gespräche mit Kandidaten geführt, alles Trainer, mit denen wir uns eine sehr gute Zusammenarbeit vorstellen können.
WELT ONLINE: Sie haben also schon vor Wentas Entlassung mit Nachfolgern verhandelt?
Kretzschmar: Nein, wir haben mit den Trainern nicht über eine sofortige Anstellung gesprochen, sondern Konzepte für die nächsten Jahre erörtert. Um zu hören, wie sich andere den SC Magdeburg vorstellen.
WELT ONLINE: Wird der Neue ein deutscher oder internationaler Trainer sein?
Kretzschmar: Beides möglich.
WELT ONLINE: Die Fans würden sicher eine Rückkehr des ehemaligen Kielers und jetzigen Trainers von Hammarby, Staffan Olsson, begrüßen.
Kretzschmar: Wäre keine schlechte Geschichte.
WELT ONLINE: Bis wann wollen Sie eine Entscheidung treffen?
Kretzschmar: So rasch wie möglich.
WELT ONLINE: Das erscheint notwendig, schließlich plagt Magdeburg ein handfestes Imageproblem: Erst beendete mit Ihnen der Star der Branche die Karriere, dann wurde die Etatunterdeckung bekannt, und schließlich musste auch noch der Trainer gehen.
Kretzschmar: Wir müssen gar nicht national oder international denken, wir müssen erst einmal unsere Fans hier in der Region zurückgewinnen. Wir haben ein massives Problem mit sinkenden Zuschauerzahlen, weil die Identifikation mit der aktuellen Mannschaft noch nicht so vorhanden ist. Die großen Stars wie Abati, Kuleschow, Stiebler, Kretzschmar haben aufgehört. Jetzt kommt eine neue Generation. Und man darf nicht vergessen: Auch unsere Mannschaft brauchte damals Jahre, um erste Titel zu gewinnen.
WELT ONLINE: Bedeutet das für die künftige Ausrichtung: Die Stars wandern woanders hin, der SCM dagegen muss auf seine starke Jugendarbeit setzen?
Kretzschmar: Hier geht es ja zunächst einmal um Identifikation und nicht um Titel. Wir wollen eine Mannschaft mit Gesicht in der Bundesliga etablieren. Danach erst müssen wir versuchen, den finanziellen Rückstand aufzuholen, um wieder konkurrenzfähig zu sein. Das wird irre schwer, ist aber möglich.
WELT ONLINE: Das ist offenbar das Leid der Ostklubs, dabei ist Magdeburg doch lange Zeit eines der letzten erfolgreichen Überbleibsel aus dem DDR-Mannschaftssport gewesen. Haben Sie zwischenzeitlich um die Existenz des Vereins gezittert?
Kretzschmar: Elf Jahre lang gab’s hier für mich keine Existenzsorgen, und auf einmal bangt man Tag für Tag ums Überleben. Die finanzielle Seite war aber nie mein Metier. Das ist Sache des Präsidenten und des Managers. Wenn Oesterhoff und Kaiser mir sagen, dass sie die Sache jetzt im Griff haben, kann ich ihnen nur glauben und vertrauen.
WELT ONLINE: Dabei reden alle von einem Handball-Boom nach der WM. Ist der an Magdeburg vorbeigegangen?
Kretzschmar: Sagen Sie mir, wo der Boom in der Liga zu sehen ist. Jeder Verein – bis auf Kiel – hat rückläufige Zuschauerzahlen in dieser Saison. Das ist alarmierend. Es gab kürzlich eine Konferenz der Manager, in deren Verlauf eine Studie in Auftrag gegeben wurde, die den Trend aufklären soll.
WELT ONLINE: Dabei vermeldeten Liga und Verband doch, der Interessenzuwachs verschaffe ihnen neue Sponsoren.
Kretzschmar: Alles Augenwischerei. Die Liga hat ein Namenssponsoring abgeschlossen – mit einem sehr geringen Nutzen für die Klubs. Da bringt uns jedes regionale Autohaus als Werbepartner mehr ein.
Quelle: Welt online
ZitatOriginal von Attac
Wenn in einer Mannschaft keine lokalen Heroes sind, ist die Idendifikation natürlichnicht so groß. Wenn natürlixh gar keine Deutschen mehr in einer Mannschaft spielen, da muß man ja schon fast Fanatiker sein, um da noch hin zu gehen. Insofern gebe ich Brand absolut recht, wenn er mindesten 5 Spieler mit einem deutschen Pass pro Spiel fordert.
Da ist aber die Argumentation mit den fehlenden "local heroes" nur bedingt zutreffend. Denn in Kiel und Flensburg, zwei der meistgenannten Beispiele für Mannschaften mit vornehmlich ausländischen Spielern, kommen die local heroes aus Schweden und Dänemark und werden tatsächlich - jedenfalls teilweise - als solche betrachtet, da eben die Affinität zu den skandinavischen Ländern gerade in den beiden Städten und Vereinen besonders groß ist.
ZitatOriginal von Yvonne
Kretzsche sollte sich mal um das Chaos in seinem Verein kümmern - und nicht über die Liga als solche herziehen... Aber das ist natürlich immer einfacher, als sich an die eigene Nase zu fassen.
Die Worte von Kretzschmar, die der Focus da kommentiert, sind aus einem längeren Interview, das in der Welt am Sonntag gedruckt und bei Welt online zu lesen ist. In dem Interview geht es in erster Linie um den SCM und nur ganz am Ende wird die Situation angesprochen, die offenbar beim Focus im Mittelpunkt steht. Dass es als "Lästern" verkauft wird, ist lediglich Polemik seitens des Focus. Und was Kretzschmar darstellt, sind wohl auch lediglich Tatsachen.
Also, bevor man Kretzschmar an den Pranger stellt für sein Interview, erst einmal das Interview lesen. Anschließend motzen. ![]()
Edit: Für die Leute, die nicht das ganze Interview nach der Passage durchsuchen wollen, habe ich einmal die beiden Fragen/Antworten kopiert:
ZitatWELT ONLINE: Dabei reden alle von einem Handball-Boom nach der WM. Ist der an Magdeburg vorbeigegangen?
Kretzschmar: Sagen Sie mir, wo der Boom in der Liga zu sehen ist. Jeder Verein – bis auf Kiel – hat rückläufige Zuschauerzahlen in dieser Saison. Das ist alarmierend. Es gab kürzlich eine Konferenz der Manager, in deren Verlauf eine Studie in Auftrag gegeben wurde, die den Trend aufklären soll.
SchlagworteWELT ONLINE: Dabei vermeldeten Liga und Verband doch, der Interessenzuwachs verschaffe ihnen neue Sponsoren.
Kretzschmar: Alles Augenwischerei. Die Liga hat ein Namenssponsoring abgeschlossen – mit einem sehr geringen Nutzen für die Klubs. Da bringt uns jedes regionale Autohaus als Werbepartner mehr ein.
ZitatOriginal von Tester
Kyung-Shin Yoon wird sich morgen beim NDR-Sportclub um 22:45 zu den Vorfällen äußern. Ich glaube übrigens nicht, dass man unbedingt Bilder vom Spiel gesehen haben muß, denn die koreanische Sichtweise ist ja von unbeteiligter Seite (japanische Medien) bestätigt worden.
...zumal die Japaner und Koreaner nicht in dem Verdacht stehen, miteinander allzu gut befreundet zu sein. Es wird sicher interessant, was Yoon im Sportclub zu sagen hat. Und ob man da vielleicht auch bewegte Bilder des Spiels sehen kann, um das es eigentlich geht.
Die Einschätzung von Che trifft es weitgehend, auch wenn Werder und Schalke durchaus auch mal dreifach punkten dürfen. Nürnberg ist noch zu grün, um auf internationaler Ebene ein solches Spiel nach Hause zu bringen, zumal die Franken auch nicht gerade in Bestform spielen, ebenso Stuttgart. Leverkusen kann auswärts in Moskau auch mal verlieren. Enttäuschend war für mich das Unentschieden der Bayern. Nachdem Ribery und Poldi zwei Tore erspielt hatten, hält der Trainer es für angemessen beim Stand von 2:1 diese beiden Spieler auszuwechseln und für Stuttgart zu schonen. Das ist arrogant. Und wurde zurecht wie ich meine bestraft. Schade, dass man den Wurst-Uli danach nicht noch vor der Kamera gesehen hat. Das wäre sehr interessant geworden... ![]()
Überraschend fand ich in der Hamburger Gruppe das Unentschieden der Bergener in Frankreich. Aus Hamburger Sicht ist dieser Spieltag fast optimal verlaufen. ![]()
ZitatOriginal von Ché Guevara
Was ist eigentlich mit Jan Schult? Bleibt der beim HSV?
Er hat jedenfalls noch Vertrag bis 2010. Daher gehe ich mal davon aus, dass der HSV noch eine Weile mit ihm plant. Und er bekommt auch Einsatzzeiten, wenn auch derzeit noch eher gegen Cottbus im DHB-Pokal als gegen den THW. Wie das allerdings wird, wenn Niemeyer nächste Saison in Hamburg spielt, sei dahingestellt.
ZitatOriginal von wintermute
Hammarby : Kiel zur Pause 22:21
Sehr schönes schnelles Spiel.
Spielen da keine Torleute mit? ![]()
ZitatOriginal von Tobi75
ich glaub da vergleichst Du Äpfel mit Birnen, auch wenn sie in der selben Kiste liegen/lagen...
Ist nicht das ganze faule Obst aus dieser ominösen Kiste schon aussortiert? ![]()
Eine Rückkehr nach Magdeburg wäre für Gislason momentan kaum eine Perspektive, solange die Querelen um die Führung in Magdeburg nicht enden. Mir tut in Magdeburg Kretzsche leid, dem ich abnehme, für den Verein da sein zu wollen und der sich jetzt immer wieder mit diesem leidigen Thema konfrontiert sieht. Ob Biegler auf Dauer dort glücklich werden würde... ![]()
Mit Verlaub, liebes Zebra, diesen Dreikampf kann man auch völlig anders sehen, wenn man die direkten Vergleiche zu Rate zieht, was vor allem für den THW traurig ist... ![]()
Flensburg - Kiel 37:32
Hamburg - Flensburg 32:33
Kiel - Hamburg 30:31
Daraus ergibt sich folgende "nordelbische" Tabelle:
1. SG Flensburg-Handewitt 4:0 +6
2. HSV Hamburg 2:2 +/-0
3. THW Kiel 0:4 -6
Auch nur eine kleine Spielerei... ![]()
ZitatOriginal von Loran
Damit dürfte eine klare Ansage getroffen worden sein, wer für Niemeyer den HSV verlässt.
...zumal nach meinem Kenntnisstand die Verträge nicht nur von Souza sondern auch von Ursic (Kreis) auslaufen. Insofern "passt" die Verpflichtung von Arne und - wenn machbar - auch von Grundsten in die Planung für die nächste Saison.
Wenn Arne in Hamburg annähernd die Leistung bringt wie in dieser Saison in Minden, könnte er zu einer echten Alternative für Pommes werden, zumal er in der Deckung wohl auch stärker ist und auch offensiv flexibler eingesetzt werden könnte.
Dass der HSV zu viele Rechtshänder haben könnte in der nächsten Saison sehe ich nicht so, gerade vor dem Hintergrund, dass man immer damit rechnen muss, ein, zwei Spieler aufgrund von Verletzungen nicht einsetzen zu können. Kiel hatte nicht umsonst Pajovic nachträglich ausleihen müssen. Wenn ein dritter RL ins Budget passt, warum nicht? Dann könnte man ja auch mal rotieren oder so... ![]()
Die einzige Baustelle - jedenfalls in der Saison 08/09 - wäre dann noch RR, da Marcin Lijewski nach derzeitigem Stand erst 2009 nach Hamburg wechselt. Laut Hamburger Abendblatt wäre Flensburg bereit, Lijewski für 350.000 Euro nach der Saison ziehen zu lassen.
Interview des Handball-Magazins, publiziert bei [url=http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,515925,00.html]Spiegel-Online[/url]
"Wie ein Stück Fleisch behandelt"
Handballer sind harte Kerle. Aber manchmal ist es auch ihnen zuviel. Im Interview mit dem Handball-Magazin "HM" spricht HSV-Star Guillaume Gille über unmenschliche Belastungen, geldgierige Veranstalter und die Gründung einer Spielergewerkschaft.
Frage: Herr Gille, Sie klagen über die zu hohe Belastung für Handballprofis. Ist es wirklich so schlimm?
Gille: Wer bei einem Topverein und zudem noch für ein Nationalteam spielt, muss mittlerweile ein Pensum leisten, das auf Dauer einfach nicht mehr zu schaffen ist - zumindest nicht, ohne körperlichen Schaden zu nehmen. Die Verantwortlichen müssen bei der Terminplanung auch einmal an die Sportler denken und nicht zuerst ans Geld.
Frage: Davon kann man im Handballsport inzwischen eben eine ganze Menge verdienen.
Gille: Darüber freue ich mich natürlich, schließlich profitiere auch ich als Spieler davon. Aber Geld ist nicht alles. Es kann nicht sein, dass von allen Seiten an uns gezerrt wird und wirtschaftliche Interessen letztlich wichtiger sind als unsere Gesundheit. Man wird als Spieler oft wie ein Stück Fleisch behandelt.
Frage: Handballer gelten nun einmal als harte Kerle. Haben Sie keine Angst, durch Ihre Kritik plötzlich als Weichei dazustehen?
Gille: Überhaupt nicht. Schließlich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Ich fordere ja nicht, dass wir während einer Partie weniger zupacken sollen. Natürlich ist Handball ein körperbetontes Spiel, das von Dynamik, Kampf und Leidenschaft lebt. Aber genau das ist doch der entscheidende Punkt. All diese Qualitäten leiden unter der Terminflut. Es gibt keine andere Sportart, in der die Top-Akteure so viele Spiele in so kurzen Zeitabständen machen müssen. Unsere Weltmeisterschaft dauert etwas über zwei Wochen, als Finalist spielst du in dieser Zeit bis zu zehn Matches. Das ist schlichtweg unmenschlich.
Frage: Was muss sich ändern?
Gille: Man darf die Turniere und Wettbewerbe nicht so aufblähen. Das gilt für WM und EM ebenso wie für die Champions League oder die nationalen Meisterschaften. Entscheidend ist, dass man die Anzahl der Spiele reduziert. Ein großer Schritt wäre es, den zeitlichen Zyklus bei internationalen Großveranstaltungen zu verändern. Warum spielen wir nicht alle vier Jahre eine WM und EM? Dann gäbe es alle zwei Jahre einen besonderen sportlichen Höhepunkt.
Frage: So wie bei den Fußballern.
Gille: Da funktioniert das wunderbar. Zumal es die Wertigkeit des WM- oder EM-Titels erhöht, weil man sich länger mit so einem herausragenden Erfolg schmücken kann. Jetzt ist es doch so, dass ein EM-Titel in Jahren, in denen auch um Olympisches Gold gespielt wird, schon nach ein paar Wochen kaum noch jemanden interessiert, weil jeder schon von dem nächsten Knaller spricht. Aber all diese Turniere bringen den Verbänden und Sponsoren viel Geld. Also will keiner darauf verzichten. Die Folge ist ein Terminplan wie in dieser Saison. Ligabetrieb, EM-Turnier, Europapokal, Olympisches Qualifikations-Turnier, Olympische Spiele und wieder Liga und dann im Januar 2009 die nächste Weltmeisterschaft. Wenn du das als Spieler alles mitmachst, bist du zwei Jahre fast ohne Pause auf dem Spielfeld.
Frage: Was sind die Folgen?
Gille: Als Spitzenspieler bist du fast ständig angeschlagen. Im Handball ist das besonders schwerwiegend, weil wir in unserer Sportart die Mentalität pflegen, kleinere Blessuren nicht auszukurieren, sondern einfach weiterzuspielen. Wenn man irgendwie laufen und werfen kann, dann geht das schon. Nur: Bei dem derzeitigen Programm ist natürlich die Gefahr extrem groß, dass du dich, wenn du eh nicht ganz fit bist, schwerwiegend verletzt und lange ausfällst. Möglicherweise ist das ein Punkt, an dem man ansetzen sollte. Ein verletzter Star bringt niemandem was.
Frage: Warum machen die Spieler das alles mit? Wenn es zuviel wird, könnte man als Aktiver doch auch einfach mal eine WM bestreiken.
Gille: Das sagt sich so leicht. Es ist das Größte für einen Sportler, für sein Land bei einer internationalen Großveranstaltung mitspielen zu dürfen. Für mich ist das eine Frage der Ehre. Aber genau das ist ein großer Teil der Problematik: Ich bin Berufssportler und verdiene meinen Lebensunterhalt mit Handball. Dazu muss ich meinem Club, der mich bezahlt, die bestmögliche Fitness bieten. Wie aber soll ich diese gewährleisten, wenn ich zwischen zwei Spielzeiten kaum Zeit habe zu regenerieren, weil ich fast immer für mein Land spiele? Es ist ein verdammter Spagat.
Frage: Kann man als Aktiver also gar nichts ändern?
Gille: Wir haben jahrelang gewettert, gebettelt und geschimpft, um den WM-Modus spielerfreundlicher zu gestalten. Herausgekommen ist ein freier Tag mehr. Das ist viel zu wenig.
Frage: Wie wäre es mit einer Art Spielergewerkschaft?
Gille: In Deutschland und Frankreich gibt es nationale Spielerorganisationen. Nur haben diese keinen großen Einfluss. Um die Terminproblematik in den Griff zu bekommen, müssten wir Aktive uns international organisieren. Und genau hier müssen wir Spieler uns auch selbst an die Nase fassen.
Frage: Inwiefern?
Gille: Diesbezüglich muss einfach mehr von uns kommen. Wenn wir geschlossener auftreten und öfter den Mund aufmachen, wird unsere Stimme auch besser gehört. Wenn wir aber bloß vor uns hinmurren und alles abnicken, können wir nichts verändern.
Die Fragen stellte Sebastian von Gehren