Nachdem das Magazin hier ein zweigeteiltes Echo hervorgerufen hat und von den Kritikern vor allem die "Zerstückelung" eines Spiels bzw. das vermutete Ausbleiben von Live-Übertragungen bei NDR und WDR negativ vermerkt wurde, möchte ich einmal zu bedenken geben, dass wir bereits jetzt doch recht viele Spiele live und in Farbe empfangen können:
- Das DSF zeigt knapp 30 Spiele diese Saison (Bundesliga und DHB-Pokal)
- Eurosport wird wohl mindestens 15 CL-Begegnungen zeigen
- das Final Four wird voraussichtlich (...) auch wieder komplett live gezeigt werden (also 3 Spiele)
- ich kann mir gut vorstellen, dass der NDR den letzten Spieltag - wie in der vergangenen Saison - live überträgt
In der Summe sind das knapp 50 Spiele, die man sich live ansehen kann, noch nicht die EM 2008 mit einberechnet. Das ist sicherlich noch kein Vergleich zum Fußball, aber es sind immerhin 50 Spiele. Mit den Spielen, die HBL.tv bringt, kommt man auf deutlich über 200 (!). Wenn ich mir überlege, was vor 4-5 Jahren zu sehen war, ist der Fortschritt sehr deutlich zu erkennen. Da halte ich ein regelmäßiges Magazin für bedeutsamer als drei, vier Spiele mehr pro Saison, die man sich ansehen kann.
Das Format ist für Handballkenner vielleicht nicht optimal, aber für den durchschnittlichen Konsumenten (nein, ich rede nicht von der kleinen Gemeinde derer, die Handball zu einem Bestandteil des eigenen Lebens gemacht hat) sind solche kleinen Ausschnitte ausreichend denke ich. Sicher geht viel von der Dynamik eines Spiels verloren. Aber wenn allwöchentlich die Helden der WM zu sehen sind, steigert diese TV-Präsenz einerseits den Bekanntheitsgrad einiger Spieler und erhöht andererseits das Interesse am Sport insgesamt, mit all den Folgeerscheinungen: Größeres Sponsorenaufkommen, mehr "Eventbesucher" bei vielen Vereinen, mehr mediales Interesse auch außerhalb der Handballhochburgen. Insgesamt sehe ich die Chancen, die sich durch das Magazin ergeben, recht positiv und glaube auch nicht, dass es zum Scheitern verurteilt ist. Zumal, wie Arcosh schon gesagt hat, erst im Laufe der Saison die kleinen und größeren Geschichten um Spieler und Vereine interessant werden.
Jedenfalls kann man nicht nach dem ersten Mal gleich sagen: "Das Format ist gescheitert."