Zitat
Original von Mister Bösi
Ich sehe die Meldung heute absolut positiv. Das bei Astana gedopt wird, war ganz klar. Und wenn nun ein Fahrer gepackt wird, der ganz vorne bei der Tour dabei ist, nicht "nur" ein drittklassiger Fahrer, der vermutlich nicht solche Möglichkeit hat, wie Vino, zeigt das doch, dass das "neue" Sytem funktioniert.
Was daran positiv ist, musst Du mir erst einmal zeigen. Dass das "neue System" funktioniert, kann daraus nicht geschlußfolgert werden. Eher dass es Fahrer gibt, die zu doof sind, um unbemerkt zu dopen (anders als Armstrong...
). Vielleicht funktionieren jetzt auch die Möglichkeiten, das Doping zu vertuschen, nicht mehr so gut wie noch vor einem Jahr. Jedenfalls ist der Schritt von Astana der einzig mögliche gewesen, da der namensgebende Sponsor in Kasachstan sitzt und das Team um Vinokurov herum aufgebaut hat. Ohne ihn zu fahren, ist für das Teams Astana faktisch nicht möglich. Ich behaupte, wenn ein Klöden mit Doping aufgefallen wäre, hätte Astana sich nicht zu dem Schritt entschlossen.
T-Mobile sehe ich auch nicht mehr als Sponsor im nächsten Jahr, vermutlich schon nicht mehr ab dem nächsten Wochenende. Sie werden noch so fair sein und ihrem Team das Geld weiter überweisen, aber nicht mehr den Namen hergeben wollen. Vielleicht fahren dann die Fahrer des ehemaligen Team T-Mobile als "Anti-Doping-Team" oder so, ähnlich wie die Fußball-Mannschaft von Barcelona einige Spiele Werbung für Unicef gemacht hatte.
Gerolsteiner traue ich hingegen zu, dass sie sich aktiv für einen sauberen Radsport engagieren werden, sofern es ein schlüssiges Konzept gibt. Und da muss dann das Team halt versuchen, mittels dieser Anti-Doping-Initiative sich von den anderen Teams abzugrenzen. Die Chancen stehen gut, sofern konsequent gehandelt wird und etwa die Rennen boykottiert werden, an denen spanische und italienische Teams teilnehmen, die sich nicht dieser Initiative angeschlossen haben. Allerdings darf dann auch wirklich nichts mehr passieren.
Zur Tour: Wer nimmt Rasmussen und Contador noch ernst? Der eine ist "versehentlich" nicht erreichbar, der andere hat Kontakte zu Doping-Ärzten. Und die Fahrer dahinter fallen leider derzeit auch in den Generalverdacht, der wohl nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Leider, leider. Auch wenn ich bei Evans, Leipheimer und Co gerne glauben würde, dass sie nicht dopen. Doch gerade Leipheimer mit dem Discovery-Rennstall von Bruyneel ist mir da sehr suspekt. Dennoch werde ich mir morgen wohl die Etappe ansehen. Alleine um mitzubekommen, wie die Eurosport-Kommentatoren die ganze Situation analysieren. Das ist einer der wenigen Lichtblicke dieser Tour.