Hamburger Abendblatt
HSV will Sarajevos Spielmacher Harmandic
HAMBURG -
Die Planungen für die nächste Saison seien abgeschlossen, hatte HSV-Präsident Andreas Rudolph zuletzt betont - bis er Adnan Harmandic spielen sah. Der Regisseur des bosnischen Meisters Sarajevo warf sich mit fünf Toren im Hin- und sechs im Rückspiel ins Blickfeld der Hamburger. Im VIP-Raum der Color-Line-Arena sprachen Rudolph und Sportchef Christian Fitzek den 23-Jährigen nach dem Halbfinale über einen Dolmetscher an. Harmandic reagierte auf die Kontaktaufnahme höflich: "Ich fühle mich geehrt, dass ein großer Klub wie der HSV Interesse an mir hat."
Harmandic steht in Sarajevo bis 2008 unter Vertrag, seine Freigabe dürfte 50 000 Euro kosten. Damit wäre seine sofortige Verpflichtung weit preiswerter als die Oleg Velykys. Der 29 Jahre alte deutsche Nationalspieler hat beim HSV einen Dreijahresvertrag vom 1. Juli 2008 an unterschrieben, für einen Wechsel schon in diesem Sommer fordert Bundesligakonkurrent Kronau/Östringen derzeit 500 000 Euro Ablöse. "Utopisch", beschied Rudolph.
Der 1,90 Meter große Bosnier bietet sich auf Velykys Position als Alternative an. "Er ist athletisch, schnell, wendig, hat einen guten Wurf und eine hervorragende Übersicht", stellte sein Trainer Halid Demirovic, zugleich Coach der bosnischen Nationalmannschaft, seinem Rückraumspieler ein blendendes Zeugnis aus. "Adnan ist ein Typ wie der kroatische Weltklassespieler Ivano Balic, und er hat noch sehr viel Potenzial."
In Sarajevo (Saisonetat: 350 000 Euro) verdient Harmandic rund 900 Euro im Monat, in Hamburg wäre für ihn das Zehnfache möglich. "Nicht das Geld ist entscheidend, für seine sportliche Entwicklung wäre ein Wechsel in die Bundesliga empfehlenswert", sagte Demirovic. Der 60-Jährige muss es wissen. Er arbeitete 25 Jahre lang als Trainer in der Schweiz.
erschienen am 2. April 2007