Ahoi zusammen... 
Nachvollziehen kann ich beide Argumentationsstränge. Auf der einen Seite ist es undankbar, für beide Seiten, wenn ein Spiel wie etwas das der Zebras in Balingen nach 12 Minuten quasi entschieden ist, weil es 12:2 steht (oder so ähnlich...). Das macht dem Normalzuschauer keinen Spaß und auch die Teams werden sich denken "Wie lange dauert das denn noch?" Die Konzentration lässt nach und dadurch auch die Gefahr von Verletzungen. Auf der anderen Seite hofft jeder "Kleine" auf die Sensation. Diese Saison sind mehrere Spiele sehr knapp ausgegangen und es gab im Pokal zumindest eine Überraschung, als Düsseldorf in Nordhorn gewinnen konnte. Und genau das macht die HBL so spannend und zur ausgeglichensten Top-Liga. In der Asobal spielen die Top-Teams die Spiele gegen die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte fast durchgehend mit der Zweitbesetzung und gewinnen immer noch zweistellig.
Was ist zu tun, was ist realistisch? Eine Reduzierung der Liga auf 16 Teams steht - wie fast immer - zur Debatte. Es wurde schon mehrfach darauf hingewiesen, dass dadurch einerseits Einnahmen wegfallen würden und zum anderen 4 Spiele weniger keine so umfassende Reduzierung der Gesamtspielzahl sind.
Überzeugender ist die Argumentation, dass die Top-Clubs (bzw. die Vereine, die sich dafür halten) dann doch ganz einfach eine Art "zweite Mannschaft" auflaufen lassen können, also Spieler mit Zweitspielrecht bei einem anderen Verein oder, im Optimalfall, bei der eigenen "U23"-Mannschaft wie etwa in Magdeburg oder bei den Kröstis. Wenn Kiel diese Saison einen bis auf die Torhüter-Position derart dünnen Kader hat, dass man vom ersten Spieltag an quasi bei jeder Verletzung davon redet, man habe zu wenig Spieler bis hin zu Aussagen wie "Und wenn wir mit 0:10 Punkten starten"... Das sind hausgemachte Probleme. Niemand zwingt Kiel, keinem Spieler des TSV Altenholz oder eines Oberliga-Vereins ein Zweitspielrecht zu bewilligen. Sogar der HSV Hamburg hat einige Spieler mit Zweitspielrecht ausgestattet, die auch regelmäßig Spielzeit in der Bundesliga bzw. international erhalten und dort auch zu überzeugen wissen (Jan Schult, auch für den AMTV Hamburg spielend, erzielte etwa in Zaporoshije 3 Tore und wird jetzt durch die Verletzung von Pommes auch in der Bundesliga eingesetzt werden).
Wohin führt es denn, wenn die Liga verkleinert wird, etwa auf 12 Clubs, und einige Teams sich derart konzentrieren, dass sie nur international erfahrene Spieler im Kader haben? Die Ansprüche werden immer höher, sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Vereinserfolge; die Ausgaben für den Kader steigen immer mehr an; das Gefälle zwischen Top-Clubs und den "Anderen" wird immer größer; die Event-Zuschauer, von denen nicht wenige Vereine leben, gerade die mit größeren Hallen bzw. Arenen, bleiben mangels Spannung in vielen Spielen aus; nur maximal zwei Verletzungen können aufgefangen werden; die Ausbildung und Heranführung an internationale Standards der deutschen Nachwuchsspieler bleibt auf der Strecke bzw. an den kleineren Vereinen hängen. Wahrscheinlich könnte man das noch so fortsetzen...
Auch wenns schön wäre, so ist eine Halbierung der Anzahl der großen Meisterschaften wohl kaum realisierbar. Dazu sind die Interessen zu unterschiedlich, denn solche Probleme wie Deutschland haben nur noch sehr wenige andere Länder (Spanien, Frankreich, Slowenien... wer noch? Hmm...). Was eher machbar ist, wäre eine Reduzierung der Länderspiele "zwischendurch". Obwohl diese wohl nötig sind, um sich einzuspielen. Insofern: Wohl auch unrealistisch.
Insofern bleibt als einzige gangbare Möglichkeit, dass die Top-Clubs mit einer "zweiten Mannschaft" auflaufen würden, zumindest eine dabei hätten, Zwar würde auch das sicherlich den Unmut nicht weniger Gegner mit sich bringen frei nach dem Motto "Wir werden hier nur verarscht". Aber dadurch werden eben jüngere Spieler an die Liga bzw. letztlich ans intertanionale Niveau herangeführt. Und vielleicht kommt so auch mal ein echtes Spiel zustande anstelle eines Abschlachtens. Oder wird das über kurz oder lang dazu führen, dass die Top-Clubs quasi zweieinhalb bis drei (annähernd) gleichwertige Feldmannschaften im Kader haben, so dass jede Position letztlich dreifach besetzt ist? Würde zwar den Etat etwas erhöhen, wäre jedoch aus meiner Sicht nicht unrealistisch...
Mal schauen, was die Zukunft bringt... 