Das ganze ist doch eher amüsant: "Schumi der Held" oder "Schumi der Anti-Held". Sich deswegen so groß zu echauffieren und von Beleidigung oder Ähnlichem zu sprechen, ist ein, zwei Nummern zu groß... 
Ad 1: Für die einen wird er Held bleiben, für die anderen eben ein Armleuchter. Oder was auch immer.
Ad 2: Was hat er denn gemacht? Viel anderes, als in Mannschaftssportarten an jedem Spieltag getan wird? Wenn ein Spieler unfair zu Werke geht, wird er / die Mannschaft bestraft. In der Formel 1 nicht anders. Nur dass bei Schumis Vergehen halt immer gleich zig Fernseh- und Radiostationen davon berichtet haben, ganz zu schweigen von der Presse (Schummel-Schumi u.a.), nicht zuletzt weil eben ein Fahrer im Mittelpunkt steht. Er hat manchmal Mist gebaut und wurde dafür bestraft. Genau wie Senna, Prost, Mansell, Villeneuve und, und, und. Nur bei Schumi ist genau dieses immer stärker ins Gewicht gefallen als bei anderen Fahrern.
Ja, er polarisiert. Ihn jetzt aufgrund seiner Regelverstöße, die adäquat geahndet wurden, als "bösartig" oder "charakterlich mies" hinzustellen, ist meiner Meinung nach deutlich übertrieben. Er hat nicht das Image eines Mika Häkkinen oder eines Ayrton Senna. Muss er auch nicht, er hat sieben WM-Titel geholt. Und davon nur einen - seinen ersten gegen Damon Hil - unter Umständen, die mehr als zweifelhaft waren. Dass er es nicht allen recht machen konnte - wen interessierts in 10 Jahren?
Ad 3: Schumacher ist nun einmal nicht ein Mensch, der in der Öffentlichkeit große Emotionen zeigt, anders als viele andere Fahrer. Deswegen wurde und wird er vielfach als "unterkühlt" angesehen. Das ist nun einmal seine Art. Davon jetzt aber darauf zu schliessen, dass er "eiskalt" oder "berechnend" sei, dürfte ebenfalls zu weit hergeholt sein. Wahrscheinlich werden ihn nur sehr wenige Menschen emotional wirklich kennengelernt haben.
Übrigens soll es Leute geben, die sich darüber beschweren, wenn sich jemand ständig und immer und überall in den Vordergrund drängelt und eine Show aus seiner Person macht. Das geht Schumi auch ziemlich ab. Es sind halt in den letzten Jahren ständig Kameras bei dem Sportler Nr. 1 in Deutschland (geht man von Einnahmen aus) dabei gewesen, so dass er kaum einen Schritt in der Öffentlichkeit unbeobachtet machen konnte. Aber er hat sich nicht groß aufgespielt oder anderen die Show gestohlen (außer durch Leistung).
Ad 4: Der Unterschied zu den Ackermänenrn dieser Welt ist der: Ein Michael Schumacher entscheidet nicht mit einem Federstrich über zigtausende Familien, ein Ackermann schon. Wenn irgendein Top-Manager beschliesst, dass etwas mehr Unternehmensgewinne nötig sind, wird dies vielfach dadurch zu erreichen versucht, dass Mitarbeiter entlassen werden oder zumindest ihre Arbeitsverträge negativ geändert werden (Kurzarbeit, 1-Euro-Jobs, etc.). Und wenn dann besagter Manager eben wegen dieser gesteigerten Gewinne - und damit verbundener Kurs-Steigerungen - eine Prämie von einer Mio. Euro bekommt, ist das aus Sicht vieler Menschen extrem zynisch. Und deswegen besteht da ein großer Unterschied.
P.S.: Ackermann ist hier nur als Beispiel genannt, es gibt noch viel zu viele andere Manager, die ähnlich denken (müssen, da sie sonst selber ersetzt werden...).
Zitat
Original von Magnus
Ich lege auch noch einen drauf:
Hat dieser "Sport" in unserer heutigen Zeit noch seine Daseinsberechtigung???
Erwachsene Männer rasen wie Wahnsinnige 60 oder 70 mal im Kreis einen Kurs ab und bespritzen sich anschließend mit Champagner, und das nachdem diese Herren für diesen Unfug hunderte von Litern Triebstoff verballert haben.
Welche Daseinsberechtigung haben dann Sportarten wie Handball (14 + 2 Verrückte rennen dauernd auf einem Spielfeld hin- und her und versuchen, einen einzigen Ball in ein Tor zu werfen, wo doch jeder einen eigenen nehmen könnte...), Radfahren (hunderte Verrückter strampeln erst einen Berg hoch, um ihn dann wieder runterzufahren, anstatt dass sie drumrumfahren oder ein Auto nehmen), Marathon, Fußball, sonstwas...
Sieh es mal sorum: Solange dadurch, dass 22 Fahrer für etwa vier bis fünf Stunden (mit Vorberichterstattung, Quali, Rennen und der nachträglichen Zusammenfassung) mehrere hunderttausend Asphaltjunkies von der Straße und vor den Fernseher bringen, ist das doch gerechtfertigt: Deutlich weniger Spritverbrauch, deutlich weniger Raser auf den Straßen... 
Ernsthaft, die Frage nach dem Sinn eines Sports kann man immer stellen. Aber auch hier gilt: Wems gefällt... Für manche ist es eben der Kick schlechthin, Formel 1 zu sehen. Was ich auch nicht nachvollziehen kann. 