Hamburger Abendblatt
Vier Millionen Schulden
Das dunkelste Kapitel der jungen Vereinsgeschichte der HSV-Handballer wurde gestern mittag endgültig geschlossen. Die Gläubigerversammlung der Omni Sport GmbH & Co. KG stimmte vor dem Insolvenzgericht in der Weidestraße der Betriebsübertragung an die HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH zu. Sie übernimmt damit alle Rechte. Die Omni Sport, bis zum 30. Juni offiziell wirtschaftlicher Träger der Hamburger Handballer, befindet sich seit dem 1. Juli im Insolvenzverfahren. HSV-Anwalt und -Aufsichtsrat Thomas Poullain (Mönning & Partner) begleitet als Geschäftsführer die Abwicklung.
Insolvenzverwalter Dr. Gideon Böhm verlas im Verhandlungszimmer 218 die Forderungen der 68 Gläubiger. Sie summieren sich auf 4 069 667,07 Euro. Davon wurden von Böhm bisher Forderungen in Höhe von 2 870 300,45 Euro anerkannt. Die restlichen in Höhe von 1 199 366,62 Euro bestritt er. Größter Gläubiger ist das Finanzamt mit Forderungen über 1,3 Millionen Euro (nicht gezahlte Lohn- und Umsatzsteuer).
Mit welcher Quote die Gläubiger rechnen dürfen (in den meisten Fällen sind es weniger als zehn Prozent), wird sich erst im weiteren Verlauf des Verfahrens zeigen, wenn Böhm die Masse exakt ermittelt hat. Für die Betriebsübertragung zahlte der HSV eine sechsstellige Summe im unteren Bereich an die Omni Sport. Die hat zudem Forderungen gegenüber der (Schwartauer) Vorgängerfirma Handball 2002 Vermarktungsgesellschaft mbH, deren Insolvenz im direkten Anschluß verhandelt wurde.
Bei einem ist auf jedem Fall nichts mehr zu holen: Winfried M. Klimek. Der wegen Untreue und Betruges im Zusammenhang mit seiner Firma Galaxis AG zu fünf Jahren Haft verurteilte ehemalige Omni-Sport-Geschäftsführer und HSV-Patron hat einen Insolvenzantrag für sein Privatvermögen gestellt.