Hamburger Abendblatt
Super! Cup für den HSV
Handball: Die Hamburger besiegten Meister Flensburg-Handewitt 25:24
Dessau - Der HSV Handball kann sich seinen ersten Pokal in die Vitrine stellen. Die Hamburger besiegten in Dessau im Superpokalspiel den deutschen Meister und Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt vor 2512 freundlich-interessierten Zuschauern nach ständiger klarer Führung mit 25:24 (15:10). "Darauf können wir stolz sein", freute sich HSV-Manager Dierk Schmäschke über den ersten Titelgewinn des Vereins.
Dass die Flensburger, in der vergangenen Saison die überragende Mannschaft der Bundesliga, der Beihilfe verdächtigt werden konnten, schmälerte die Zufriedenheit von HSV-Trainer Bob Hanning nach dem Erfolg nicht: "Das war Leidenschaft pur! Die Jungs haben gekämpft, Biss gezeigt und kaum Fehler gemacht. So will ich die Mannschaft sehen. Flensburg hat erkennen müssen, dass 80 Prozent der normalen Leistung gegen uns nicht genug sind. Sie müssen sich ans Verlieren gewöhnen." Mit Spielmacher Joachim Boldsen (verletzt) und dem kroatischen Olympiasieger Blazenko Lackovic (Knie), er wurde geschont, fehlten zudem zwei Stammkräfte der besseren Art.
Sollte dieses Spiel auf Grund genannter Einschränkungen dennoch eine Aussagekraft haben, dann vielleicht diese: Matthias Rauh, Matthias Flohr und Sebastian Opderbeck, die neuen Nachwuchskräfte der Hamburger, könnten vielleicht schon in dieser Saison über den Status eines Talentes hinauswachsen. Das junge Trio erwies sich als bundesligatauglich, weitere Bewährungschancen, versprach Hanning, werden folgen, die nächsten wohl bereits beim Bundesligaauftakt an diesem Sonnabend in Lübbecke.
"Es könnte uns schwerfallen, den Hebel vom Test- auf den Ernstfall umzulegen", hatte der Coach nach der langen Saisonvorbereitung vor der Begegnung befürchtet. Die Bedenken erwiesen sich als grundlos. Seine Mannen machten von Beginn an ernst, sie standen in der Deckung konsequent an ihren Gegenspielern und ließen auch im Angriff weder Konzentration noch Präzision vermissen. Bereits in der Halbzeit hatte der wortgewaltige Trainer sein Urteil in den Ausdruck seines Erstaunens komprimiert: "Unfassbar!" Denn sein HSV krönte den kompromisslosen Einsatz mit spielerischen Glanzstücken. Die beste Szene: Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang Guillaume Gille mit einem Kempa-Trick (direkt verwandeltes Anspiel im Kreis) der schönste Treffer des unterhaltsamen Abends.
"Wir gehen optimistisch in die Saison", sagte HSV-Nationalspieler Torsten Jansen hinterher, "dieses Spiel hat uns in der Einschätzung bestärkt, dass wir wie in der vergangenen Serie hinter den vier großen Clubs um Platz fünf mitwerfen können."
Tore für Hamburg: Belaustegui 7, G. Gille 7, Jasnsen 4 (1 Siebenmeter), Siniak 3, Knorr 1, Opderbeck 1, Rauh 1 (1), B. Gille 1. leo