Das Schwarz-Weiß-Denken scheint gerade sehr um sich zu greifen.
Darf man eine Mannschaft feiern, die eine gute Leistung abgerufen hat? - Grundsätzlich doch wohl ja. Unter welchen Umständen dieses zustande kam, ist dann die nächste Frage. Demzufolge sollte man gar nicht erst dem Spiel beiwohnen, um nicht in den Verdacht zu kommen, dieses Konstrukt (also den HSVH) in irgendeiner Weise zu unterstützen.
Darf man also dieses Spiel besuchen? - Jedenfalls nicht, ohne kritisch dazu zu stehen. Die Scheuklappen-Mentalität, die von einigen an den Tag gelegt wird, ist unangebracht. Hingegen wäre es sehr angebracht, wenn sich die Hamburger Fans bzw. Fanclubs zu den aktuellen Geschehnissen äußern, mit Spruchbändern oder wie auch immer.
Warum haben also über 9.000 Zuschauer das Spiel gesehen und vermutlich dafür bezahlt? Da kann ich nur spekulieren. Ein Großteil der Zuschauer dürfte der Ansicht sein, dass die Lichter in der Winterpause ausgehen. Derzeit wird noch im bisherigen "Augen zu und durch"-Modus weitergemacht, nach der EM ist es derzeit fraglich, ob überhaupt noch Spiele stattfinden werden. Insofern kann ich mir als Motivation für viele Zuschauer vorstellen, dass sie der Mannschaft als solcher nochmal danken wollen für viele Jahre voller emotionaler Momente. Unabhängig davon, wie diese letztlich finanziell zustande gekommen sind. Dass es abseits der Millionen von Rudolph nicht gut um den HSVH stand, war vielen bewusst. Wie schlimm es tatsächlich ist, wird nicht bekannt gewesen sein.
Aus meiner Sicht ist es nicht verwerflich, der Mannschaft insgesamt zu danken. Wer jedoch jetzt noch auf eine Fortsetzung durch weitere Finanzspritzen aus Rudolphs Schatulle hofft, ist mit dem Klammerbeutel gepudert. Da hab ich keinerlei Verständnis für.