Der Unterschiede von allen platzierten Mannschaften zum THW ist der, daß man nicht nach der Wahl die Leistungen der Konkurrenten madig macht. So hat der THW doch bewiesen, daß er nicht würdig gewesen wäre.
Sorry, aber das ist auch quatsch. Niemand hat beim THW Kiel die Leistungen anderer Mannschaften madig gemacht. Es wurden doch die Sportjournalisten kritisiert, nicht andere Teams (deren Platzierungen durchaus berechtigt sind, auch wenn man über die Reihenfolge streiten kann).
Es ging den Herren vom THW Kiel wohl eher darum, dass sie sich fragten, was sie bzw. ihr Verein noch hätten besser machen können und als Antwort "Nichts" fanden: Deutsche Meisterschaft "zu Null" gewonnen, Champions League souverän gewonnen, Deutschen Pokal gewonnen, Supercup gewonnen (ok, dessen Stellenwert lasse ich mal dahingestellt). Mehr geht einfach nicht. Und dann nur Platz fünf ist schon ein wenig dürftig.
Natürlich gibt es die Fokussierung auf die olympischen Spiele. Natürlich hat Fußball deutlich mehr Resonanz in den Medien. Aber solch eine Saison wie die des THW Kiel von Teilen der Sportjournalisten quasi zu ignorieren, ist aus meiner Sicht fragwürdig.
Mich würde mal interessieren, wie sich der Kreis der Sportjournalisten zusammensetzt, die dorr die Punkte vergeben. Sind das (zum Teil) "Fachidioten", die - als Beispiel - halt meistens vom Biathlon (im Winter) und Tennis (im Sommer) berichten? Haben diese Leute dann überhaupt die fachliche Befähigung, objektiv andere Sportarten zu bewerten? Oder sind alle Sportjournalisten per se so allgemeininteressiert, dass sie einen kompletten Überblick über alle deutschen Sportler und Mannschaften in allen Sportarten haben? Da könnte man vielleicht ansetzen und quasi das Publikum miteintscheiden lassen. Wie es bei einigen Preisen der Film- und Glitzerwelt ja bereits der Fall ist.
Was die Leistungen der anderen Teams keineswegs schmälern soll: Die Serie des Deutschland-Achter in den letzten Jahren war unglaublich und gab es meines Wissens vorher noch nie in dieser Art. Die Beach-Volleyballer waren zwar mit Chancen aufs Halbfinale gestartet, aber dass sie die internationale Konkurrenz teilweise dominieren würden, damit war nicht zu rechnen. Und wie die Hockey-Herren ihren Titel wiederholt haben, war höchst beeindruckend.
Die Tatsache, dass Dortmund vor dem THW landete, trotz internationalen Versagens (anders kann man das kaum bezeichnen), ist wohl allein der Tatsache geschuldet, dass der Fußball einen höheren Stellenwert hat als Handball.