Mich hat im ersten Film die Figur Mey auch tierisch aufgeregt weil sie für mich eine Saalfeld Kopie war. Im laufe der Folge wurde sie aber immer mehr von Steier entzaubert und verlor dadurch auch ihre Souveränität. Nicht wie in Leipzig "Ich bin geil und gut" sondern "Ich bin geil aber ganz schön naiv".
Davon ist in der folge leider gar nichts mehr zu sehen und ganz im gegenteil wird ihre Schwäche auch noch als Stärke verkauft (Blowjob, etc). Steier läßt sich zudem auch noch von Dr Psycho helfen (im ersten Film als Wolf im Schafpelz einfgeführt jetzt wohl doch ganz ok?). Das geht in die Richtung Mey hat mit ihrer Art ja doch recht und Steier ist halt doch n knorriger Alter ohne Prinzipien.
Mir hat es gefallen, dass die Rollen sich entwickeln im Lauf der ersten beiden Folgen und dass nicht an Steretypen festgehalten wird. Die gabs beim Tatort schon oft genug. Nein, gerade weil sich Conny Mey als hartnäckig etc. erweist und auf ihren Kollegen Steier zugeht, dessen Theorie sie eigentlich ausschließt, während Steier seinerseits in ihr eine Partnerin findet, die zu ihm hält, hat mir der Tatort gefallen. Auch die Episode mit dem Therapeuten fand ich gelungen. Der innere Konflikt von Steier wurde sehr gut dargestellt.
Da blicke ich auch über einige Dinge hinweg, wie die von Tix dargestellten Fehler. Mir sind die beiden sympathisch, weil es "menschelt", nicht nur zwischen ihnen, sondern auch zum Ende des Falles hin. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich die Moral von der Geschichte so übernehmen kann, aber ich kann immerhin nachvollziehen, wie man dahin kommt, so zu entscheiden.
Genau diese Deckung, dieses Ende fand ich sehr mau. Dazu noch die Geschichte um den Tod des Polen, der auch einfach so im Raum, ungeahndet bleibt.
Was ich nicht verzeihen kann, ist das "offene" Ende. Gut, die Feldpolizei ermittelt auf Bundesgebiet. Ob das so möglich ist, weiß ich nicht, stört mich aber in dieser Hinsicht nicht wirklich. Es ging dabei auch mehr um die gegensätzlichen Aspekte, einerseits das zwischenzeitliche Ausschalten von Conny Mey durch dein einen Soldaten, andererseits die Avancen durch den Vorgesetzten.
Womit ich aber ein Problem habe, ist die Art und Weise wie mit dem Fiasko bei der Festnahme des verdächtigen Polen umgegangen wurde. Warum war der Einsatz so lange hinausgezögert worden? Gabs da noch irgendein Nachspiel mit den Verhafteten oder den (zögerlichen) Kommandokräften? Da gebe ich Ulf Recht, das war sehr mau. Wenn das als Cliffhanger gedient haben sollte und im nächsten Tatort aus Frankfurt etwas nachkommt, würde ich meine Meinung revidieren, aber bis dahin halte ich das Ende für sehr unschön.