Beiträge von Delta90

    Langsam, aber sicher, wird die Talentförderung in Deutschland immer mehr konzentriert. Und zwar auf die HBL-Vereine. Wo die Entwicklung hingeht, wird jetzt sogar erstmals öffentlich vorgetragen. Aus diesem Artikel ziehe ich folgende Schlüsse:

    - Ein talentierter Jugendspieler wird praktisch gezwungen, in einen HBL-Verein zu wechseln. Sollte die Neustrukturierung der A-Jugend kommen, sind 18 von 48 Plätzen für HBL-Nachwuchsmannschaften verplant (vgl. Entwurf Arbeitskreis Spielklassenstruktur Jugend). Diese müssen auch nicht in Qualifikationen. :respekt:

    - Genau diese Vereine bekommen noch ein eigenes Nachsichtungsturnier für den DHB. Packen Auswahlspieler also über die "normale" Sichtung nicht den Sprung, kann man sich durch einen Wechsel zu einem HBL-Verein noch einmal sichten lassen. :tschau:

    - Der DHB gibt langsam seine kompletten Aufgaben an die HBL ab. Jetzt gibt es schon Trainerseminare, die nur Bundesligavereine besuchen dürfen. Was macht der DHB denn noch für die Förderung der Jugendarbeit in der Breite ??? :schlaf:

    Aus meiner Sicht macht die HBL sehr gute Lobbyarbeit und schanzt ihren Vereinen (deren Vertreterin sie ja ist) immer mehr talentierte Nachwuchsspieler zu. Der DHB macht nichts, muss nichts machen oder ist sogar froh, dass jemand (die HBL) etwas macht. Nicht-HBL-Vereine haben immer mehr das Nachsehen, ihre talentierten Spieler werden abgeworben.

    Vielleicht sehe ich das zu pessimistisch, aber für mich wird so der Tod des Handballs in der Breite billigend in Kauf genommen. Wo setzt denn der DHB erkennbar Zukunftsvisionen um, z. B. bei den Themen Bevölkerungsentwicklung, Integration oder Schule & Verein. Sehen das noch Andere so, oder läuft das etwas erkennbar gegen die... :wall:

    Vielleicht gibt es auch noch ein anderes Problem...
    (Quelle: http://www.spiegel-online.de)

    In diesem Thread verliere ich das Ziel etwas aus den Augen. Worum geht es jetzt noch: ?(

    - Kritik am HBLZ und vor allem an F. H., der seine Funktion im DHB nutzt, um Jungs für das HBLZ anzuwerben :wall:

    - Kritik am HBLZ, weil sie die Satzung für sich optimal ausgelegt haben, was aber auch als Wettbewerbsverzerrung gesehen werden kann :mad:

    - Kritik am aktuellen LZ-Wahn (jeder Bundesligist will ein Internat) und Vereine bluten deshalb aus :tschau:

    - Kritik am DHB, weil er kein dauerhaftes Jugendkonzept hat und momentan mehr die Bundesligisten durch seine Arbeit als die Breite unterstützt :schlaf:

    Und vor allem - Wo ist der Gegenvorschlag zum jetzigen Modell ?

    Konzept ändern oder Konzept beibehalten und nur andere Personen ?

    Wer rettet uns aus der Verwirrung ? :Hail:

    Das Talente für ein Internat aus der ganzen Republik gesichtet werden und dann in ein Internat kommen, ist normalerweise üblich. Schaut euch mal beim Fussball um, wo dort die Jugendspieler herkommen. Ein bayerisches Handballinternat wird immer mit externen Spielern bestückt werden (müssen ?), genauso wie auch Magdeburg, Eisenach, u. a. immer Sichtungscamps haben, um die besten auszuwählen. Das ist der Sinn von Internaten, dass Spieler in einem guten Umfeld besonders geschult werden und sich auf die (sportliche) Ausbildung konzentrieren können und deshalb das Elternhaus verlassen. :tschau:

    Problematisch wäre ein Leistungszentrum dann, wenn dort ein DHB-Trainer arbeiten würde, der die Sichtung vom Umzug in ein Leistungszentrum abhängig macht und die Spieler dazu zwingt, ihre eigenen Vereine zu belügen, was ihre Zukunftplanung angeht. Hier ginge es dann nur um eigene Interessen. Aber so etwas würde doch sicher von einem gut geführten Verband unterbunden, oder ? ;)

    Aber es ist schlecht, wenn Spieler in ein Internat kommen sollen, dort aber kaum oder keine Betreuung haben. In einigen Handballinternaten haben 16-jährige ein Zimmer im Hotel und keinen Ansprechpartner. Hier werden Jugendliche vernachlässigt und dann wird zusammengekaufter Erfolg als Konzept vermarktet. :wall:

    Zumindest sollten Vereine eine pädagogische Begleitung bieten und an die Zukunft der Spieler denken, die nicht Profi werden. Gestern gab es bei Pro7 einen Bericht über das Fussballinternat des HSV, da wurde als Summer für einen Amateurvertrag 2000 - 3000 Euro genannt. Dass verdienen manche Handballer in der Bundesliga nicht. Die Vereine haben aus meiner Sicht die Pflicht, auch die berufliche Karriere vorantzutreiben, schließlich sind im Gegensatz zum Fussball die Sommercamps mit ehem. Profil auf Mallorca noch selten. ;)