Beiträge von capitano19

    Wenn hier schon so fundiert diskutiert wird, dann möchte ich einen neuen Modus in den Raum werfen. Mir geht der neue nämlich nicht weit genug. Ich würde die Liga ganz radikal auf acht Teams verkleinern und eine Doppelrunde einführen. Meinetwegen können die ersten Vier noch Playoffs spielen, aber grundsätzlich bin ich dagegen. Den. Spielplan würde ich nur für die erste Doppelrunde komplett festzurren, bis auf den Punkt Heimspiele/Auswärtsspiele. Das muss man ja schließlich. So könnte man im Spielplan der zweiten Doppelrunde berücksichtigen, wer wo in der Tabelle gelandet ist und beispielsweise die Duelle Erster gegen Zweiter recht spät in die Saison legen, um die Spannung er erhalten. Der Letzte würde in einer best-of-three-Serie gegen den Meister der zweiten Liga um den Klassenerhalt spielen.

    In der Folge liste ich auf, warum ich die einzelnen Punkte so sehe:

    1.) Was soll es bringen, wenn so wenige Teams in der Liga spielen? Zunächst mal werden dann tendenziell nur Vereine in der ersten Liga spielen, die eine gewisse Ambition und den finanziellen Background haben. Außerdem sind so die Spielerinnen häufiger in Spielen auf höherem Niveau gefordert. Bietigheim oder Thüringen bringen Spiele wie die gegen Neckarsulm oder Waiblingen einfach nichts. Durch die regelmäßig höhere sportliche Herausforderung lernen die Spielerinnen sich häufiger in engen Spielen zu messen und an ihre Grenzen zu gehen (das ist auch unabhängig vom Niveau, sondern gilt generell).

    2.) Warum kein direkter Absteiger? Weil man so verhindert, dass ein Aufsteiger in die Liga kommt, der sportlich nicht mithalten kann. Wenn ein Zweitligist sehr ambitioniert ist, dann darf er gerne aufsteigen, gar kein Problem. Die Bedingungen dafür müssen aber stimmen. Ansonsten kann so mancher Zweitligist, der aktuell noch in der ersten Liga spielt, Talenten mehr Spielzeit geben. Man kann außerdem darüber nachdenken, ob die zweite Liga wieder geteilt wird. Einige Clubs haben mit den weiten Reisen enorme Probleme. Andererseits könnte man bei der Erstellung des Spielplans genauer darauf achten, dass weite Auswärtsfahrten dann stattfinden, wenn beispielsweise Feiertage oder Ferien anstehen.

    3.) Welche Vereine könnten sich dann noch die erste Liga leisten? Natürlich wenige, aber genau das soll helfen dauerhaft das Niveau wieder zu heben. Vereine, die in der Lage sind zu investieren, können sich auch bessere Spielerinnen leisten. Außerdem verteilen sich die guten deutschen Spielerinnen auf weniger Vereine. Das wird automatisch dafür sorgen, dass die deutschen Spielerinnen besser werden. Entweder, weil sie mehr spielen, oder weil sie sich im Training täglich verbessern.

    4.) Was passiert mit Vereinen, die nun urplötzlich absteigen müssen? So hart es klingt, will man wirklich vorwärts kommen und entschiede sich für so eine radikale Reform (würde nie passieren, da dann die halbe Liga gegen den Abstieg spielt und das käme sowieso nicht durch), dann wäre das eben so. Auf Dauer bringt es meines Erachtens die Sportart und den deutschen Frauenhandball nach vorne. Eine Quote deutscher Spielerinnen im Kader, die über das A-Jugend-Alter hinaus sind, müsste man eventuell diskutieren.

    5.) Welche Vereine sind denn perspektivisch überhaupt in der Lage dazu mitzuhalten? Das sind dann bald Ludwigsburg, Thüringen, Bensheim, Oldenburg, Metzingen, Dortmund, Buxtehude und Blomberg zu nennen (Reihenfolge willkürlich). Eventuell wäre es noch nötig eine gewisse Anzahl deutscher Spielerinnen im Kader festzulegen. Ich glaube aber nicht, dass das auf Dauer nötig ist. Und ja, ein Verein wie Leverkusen fehlt. Das ist jetzt aber nur ein Beispiel. Es geht um die generelle Idee. Am Beispiel Leverkusen kann man allerdings auch aufzeigen, dass ein "Abstieg" nicht unbedingt schlecht sein muss. In der zweiten Liga kann man mit dem richtigen Konzept durchstarten, Talente entwickeln, hat geringere Kosten und spielt trotzdem oben mit. Da kommen nicht unbedingt weniger Leute in die Halle als aktuell. Sind die "Absteiger" nicht mehr ambitioniert, dann erledigt sich das von selbst. Was wir aber, rein sportlich, in Leverkusen in Zukunft oder in Neckarsulm oder Bad Wildungen aktuell sehen, bringt den Sport nicht weiter.

    6.) Was ist mit den Hallen? Von den genannten Teams haben Bensheim, Metzingen und Dortmund keine passende Halle, in Buxtehude kommt sie. Hieran muss gearbeitet werden und man kann sehr gut sehen, ob diese Vereine dauerhaft wirklich ambitioniert sind. Das ist ein ganz entscheidender Punkt.

    Es wird nicht so kommen, aber alleine an Hand der von mir genannten acht Clubs sehen wir sehr gut, wie viel hochwertiger die Spiele sofort werden werden. Das Argument, dass deutsche Spielerinnen dann zu teuer werden, sehe ich nicht. Fraglich, ob die im Ausland mehr bekommen. Der Mindesetat, den man leicht umgehen kann, muss zudem erhöht, und eine Mindestzahl an Vollprofis festgelegt werden, noch dazu mit einem Mindestgehalt. So kann es auf Dauer für Spielerinnen lukrativ genug werden in der ersten Liga zu spielen und sich zunächst auf den Handball zu fokussieren. Was das Problem an der Idee ist? Sie wird nicht umsetzbar sein. Zu viele eigene Interessen verhindern das einfach, weil jeder sein eigenes Süppchen kocht, was ich den Vereinen auch nicht verdenken kannt.

    Die Spielerinnen müssen mit Kritik leben. Sie haben sich auch freiwillig dazu entschieden, in der Handball Bundesliga zu spielen. Falls sie nicht damit umgehen können, sollen sie sich einen anderen Beruf suchen. Wenn ich meine Arbeit nicht richtig mache, werde ich auch kritisiert.

    Frag Dich mal wie viele HBF-Spielerinnen „Handball“ als Beruf angeben und dann reden wir nochmal.

    Ich sehe nicht, dass Knorr zum Stil von Krickau passt, zumindest nicht aktuell. Ob Knorr das lernen kann? Mit seinem Talent und Fleiß bestimmt, aber ich würde aus SG-Sicht eher einen Gröndahl verpflichten, weil er sich mit Pytlick, Möller, Smits und Mensah besser ergänzt.

    Hier ist die nächste Ausgabe:

    Kreis Ab – Episode 371

    Zu Gast in der aktuellen Ausgabe:

    • Thomas Rademacher (Solinger Tageblatt)
    • Youri Chevzov (SKA Minsk/Sowjetunion)

    Themen (u.a.):

    • Magdeburg und Berlin sind dem Rest voraus
    • Melsungen und Eisenach sind die Überraschungen (ab 7:50)
    • Unten wird die Luft verdammt dünn (ab 11:20)
    • BHC erlebt ganz wilde Achterbahnfahrt (ab 14:02)
    • Europameisterschaft löst noch keine Euphorie aus (ab 21:16)
    • Alte Zeiten sorgen für ein Schmunzeln (ab 27:17)
    • Youri Chevzov im Gespräch (ab 30:16)

    Das sind zumindest sehr valide Gründe. Ob sie gut sind, das kannst Du gerne selbst beurteilen. Es war in diesem Fall sicherlich keine leichte Entscheidung. Ich weiß nicht, ob sich beispielsweise auch Schweden beworben hatte. Das wäre die offensichtlichste Lösung gewesen. Einfacher wäre es für die Zukunft, wenn Team 1 automatisch als Gastgeber fungieren könnte. Wenn Team 1 nicht will, dann Team 2 und so weiter. Damit wäre die sportliche Rangfolge relevant und dafür ist am Ende jedes Team selbst verantwortlich. Ein Turnier in Japan, mit deutscher Beteiligung, hätte ich mir definitiv nicht entgehen lassen.

    Hier ist die nächste Ausgabe:

    Kreis Ab – Episode 370

    Zu Gast in der aktuellen Ausgabe:

    • Vincent Schuster (Dyn Media)
    • Markus Gaugisch (Frauen-Bundestrainer)
    • Lennart Wilken-Johannes (Dyn Media)
    • Sebastian Sander (SC Janus Köln))

    Themen (u.a.):

    • Göppingen schlägt Flensburg ein Schnippchen
    • Andler hat mal wieder keine Adleraugen (ab 11:16)
    • Gaugisch zwischen Frust und Zufriedenheit (ab 13:44)
    • Favoriten auf dem Weg ins Final Four (ab 27:09)
    • Löwen schlagen auf dem Transfermarkt zu (ab 41:11)
    • Sebastian Sander im Gespräch (ab 48:30)

    Lott 99, Antl 2000 und Thomaier 2000 sind in den gleichen Jahrgängen wie Housheer 1999, Van der Vliet 2000, Nüsser 2000 oder van Wetering 1999.

    Auch Leuchter ist weit weg von den den Top-Leuten im 2004/05er-Doppeljahrgang. Und Knieverletzung vor einer Wechselentscheidung ist auch schlecht.

    Leuchter ist wirklich so schlecht, die sollte die Sportart wechseln.......

    Ganz ehrlich, was hier teilweise vom Stapel gelassen wird, ist echt unfassbar. Leuchter hat mit 19 Jahren ein tolles Turnier gespielt. Und sie wird auch noch eine gute Karriere hinlegen.

    Und sorry, bei den Aussagen, auch in Bezug auf die Nummer mit Montenegro, kann ich nur mit dem Kopf schütteln und habe nach 20 Tagen beim Turnier auch irgendwann nicht mehr die Zeit, Muße und Lust so einen Schwachsinn zu kommentieren.

    Ich sagte es vor Monaten schon mal , die Frauen Nationalmannschaft muss erstmal liefern und dann kann sie Ansprüche stellen. Die vergangenen Turniere waren doch alle für die Tonne , u.a. ein Grund wieso die Öffis nicht übertragen . Kein Erfolg - keine Zuschauer. Und bei einer Randsport wie Damenhandball schon mal gar nicht.

    Es liegt an den Damen selbst , ob sie in Zukunft die TV - Präsenz bekommen oder nicht.

    Das ist mir zu einfach. Denn dann müsste man sich nur mal die vergangenen Turniere ansehen und die Frage stellen, warum die Männer nach der WM 2021 und der EM 2021 noch bei den ÖR laufen. Sportlich wäre das auch fragwürdig, seit dem super Jahr 2016 wurde nur noch ein Halbfinale erreicht, bei einem Turnier im eigenen Land.

    Ich kann hier nur für mich sprechen, weil ich das mit den Kollegen nie thematisiert habe, aber ich bin in Solingen groß geworden und trotzdem bin ich kein BHC-Fan. Ich freue mich aber natürlich, dass in meiner Nähe ein Bundesliga-Team spielt, klar. Das wäre aber auch so, wenn Hamm aufsteigen sollte.

    Mal nur zur Erklärung: Ob ein Verband ein Quali-Turnier ausrichtet hat zunächst mal nichts mit den Finanzen zu tun. Es kommt auch darauf an, ob ein Verband ein Turnier der Männer ausrichtet. Die IHF möchte generell nicht, dass ein Verband zwei Turniere ausrichtet. Sollte es also möglich sein dies zu vermeiden, dann wird das versucht. Bei den Frauen sind Verbände wie Dänemark, Schweden, Montenegro, Rumänien, die Niederlande, Slowenien und sogar Japan mögliche Kandidaten. Das sind viele und vor allem viele, die das Turnier der Männer alle tendenziell nicht ausrichten werden. Dazu kommen potenziell noch Ungarn und Spanien. Ich sehe nicht, dass Deutschland das Quali-Turnier der Frauen ausrichten wird.

    Hier ist die nächste Ausgabe:

    Kreis Ab – Episode 369

    Zu Gast in der aktuellen Ausgabe:

    • Maik Thiele (DAZN)
    • Christoph Stukenbrock (SID)
    • Christian Stein (Handball World)
    • Hans Finger (ehemals Eurosport)
    • Armands Uscins (Lettland)

    Themen (u.a.):

    • Gummersbach ist mehr als nur Durchschnitt
    • Wetzlar heiß auf Mappes und Schluroff (ab 8:53)
    • Deutsche Teams glänzen in der European League (ab 13:57)
    • DHB-Frauen träumen vom WM-Halbfinale (ab 19:35)
    • Podcast mittlerweile zehn Jahre alt (ab 38:57)
    • Armands Uscins im Gespräch (ab 1:04:53)