Und ich halte die Kritik für mehr als berechtigt und angebracht und möchte das auch genauer darlegen.
1.) Ich nenne hier mal zwei Spielerinnen, die sich (aus unterschiedlichen Gründen) beim gleichen Verein massiv zurückentwickelt haben. Das sind Svenja Huber und Nadja Mansson. Letztere hat in der Champions League beim Thüringer HC teilweise überragende Leistungen gezeigt und war eine internationale Spitzenspielerin. Vielleicht gehörte sie nicht zu den fünf besten Spielerinnen der Welt auf ihrer Position, aber weit entfernt war sie davon nicht. Schon vor ihrer Schwangerschaft hat sie aber nicht mehr das Niveau erreicht wie zu ihrer THC-Zeit. Bei Svenja Huber ist es meiner Meinung nach so, dass sie beim THC weit über Wert gespielt hat, was mich direkt zu Punkt 2 führt.
2.) Das Training bei einigen Bundesliga-Clubs ist laut Aussage derjenigen, die es beurteilen können, teilweise nicht auf dem Level, das man benötigt, um Spielerinnen richtig gut zu machen. Wie viele gute und dauerhaft wirklich erfolgreiche Trainer haben wir denn in der Bundesliga? Es gibt den über allen stehenden Herbert Müller und Dirk Leun, der gerade ganz junge Talente gut heranführt. Und dann??? Was kommt denn dann? Machen wir uns nichts vor, da hapert es massiv.
3.) Es ist schön, dass Trainingsinhalte von Michael Biegler bei manchen Bundesligisten übernommen wurden, aber da muss erst Biegler kommen, der zuvor nur im Männerhandball unterwegs war, damit man innovativ denkt oder in andere Richtungen als zuvor? Nun kann man sagen, dass dies für die HBF-Trainer spricht und sie sich diesen Dingen gegenüber offen gezeigt haben. Ich sehe es aber eher kritisch, denn im Frauenhandball, bei dem andere Lösungen her müssen als bei den Männern, sollten sie Biegler gegenüber an inhaltlichem Wissen klar voraus sein.
4.) Die vier genannten Vereine stellen übrigens wie viele Spielerinnen des Kaders, der gegen Dänemark auf der Platte stand? Da sind aus Buxtehude Bölk und Gubernatis, aus Thüringen Wohlbold (und Eckerle), aus Metzingen Loerper und Behnke sowie aus Bietigheim exakt keine. Na das ist ja mal eine richtig starke Quote. Bölk und Loerper waren vor dem WM-Start verletzt, Wohlbold steht vor dem Ende ihrer Karriere und ist auf ihrer Position im Verein auch nur zweite Wahl, wenn alle fit sind. Behnke hat noch nie ein Spiel in der Champions League absolviert und Gubernatis ebenso, sie ist zudem erst zuletzt auf den WM-Zug aufgesprungen...
5.) Wer war denn in dem Spiel gegen Dänemark richtig gut? Woltering, die jahrelang auf dem höchsten Level gespielt hat und während ihrer Zeit in Montenegro mit vier Teilnahmen am CL-Final 4 in Serie unzählige Partien auf Topniveau absolviert hat, sowie Smits, die im Ausland spielt und auch in der CL aktiv ist.
Was sagt uns das? Die Bundesliga ist zu schlecht. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Es geht los mit den finanziellen Mitteln, es hat zu tun mit zu wenig professionellen Bedingungen sowie nicht ausreichend ausgebildeten Spielerinnen oder Trainern. Das Aus im Achtelfinale kam unter Experten keinesfalls überraschend. Vielmehr wäre überraschend gewesen, wenn man es ins Halbfinale geschafft hätte.