Beiträge von capitano19

    Wie breits gesagt: Inhaltlich hat Sigurdsson natürlich recht.

    Aber mal taktisch auf diese Situation bezogen: Welcher Sportler kann nach einer Hochleistung und der Dusche sofort ins Bett gehen und schlafen? Da steht man doch noch eine ganze Weile unter Strom, spielt das Spiel nach und denkt über seine Fehler und guten Aktionen nach. Wenn die Kroaten das berücksichtigen und nicht erst wieder ins Hotel fahren, sondern sich direkt nach dem Spiel in den Bus setzen und losfahren, dann wird die Anspannung auf der Busfahrt abgebaut uns es geht nur ganz wenig Schlaf verloren. Sie haben bis ca 20:00 Uhr gespielt. Dann könnten Sie um 21:00 Uhr im Bus sitzen und 01:00 Uhr nachts (4 Stunden später) in Herning sein und sich dort gut ausruhen. Vielleicht hätten die Kroaten das so machen können. Dann stände der Folgetag voll zur Verfügung.

    Es gibt zwei Punkte, die dagegen sprechen. Erstmal wussten sie vorher gar nicht, ob sie weiterkommen. Und zweitens obliegt diese Planung mit den Fahrten der EHF. Fraglich, ob die dem mal so eben zugestimmt hätten. Sinnvoll wäre es definitiv gewesen.

    Die Kroaten sollen mal ganz leise sein. Bei der WM 2009 in Kroatien mussten die Teams 5 Spiele in 6 Tagen bzw. 8 in 11 Tagen absolvieren und natürlich hatte der Gastgeber sein Auftaktspiel bereits einen Tag früher. Erst vor dem Halbfinale gab es dann zwei Tage am Stück frei.

    Das ist 17 Jahre her. Damals war Sigurdsson gefühlt noch Spieler. Der Vergleich hinkt auch wirklich maximal. Der Zeitplan war maximal schlecht, Dagur liegt inhaltlich komplett richtig. Alles glänzt nach Außen, aber einige Dinge passen eben nicht. Ich finde es gut, dass er sich dazu so geäußert hat. Denn nur so (leider) kann man Dinge anstoßen. Richtig wäre gewesen, dass sie in Schweden zwei Tage früher anfangen. Dann hätte man dieses Problem nicht gehabt.

    Ich bewerte doch aber beim täglichen EM-Podcast nicht die anderen Trainer, sondern es geht größtenteils um das deutsche Team. Die reinen Zahlen zum Wechsel Wolff/Späth und das Argument dazu von Gislason zeigen doch eindeutig auf, dass seine Begründung inhaltlich einfach falsch ist. Er hätte auch sagen können, dass es sein Bauchgefühl war und er es für unwahrscheinlich hält, dass Wolff im Spiel danach direkt wieder so hält. Das wäre nachvollziehbarer gewesen als die Nummer mit den dänischen Abschlüssen aus dem Rückraum. Was die Spieler angeht, die angeschlagen waren, sagte ein Betroffener (Mertens) selbst, dass er hätte spielen können. Beide Themen machen mich in Bezug auf Gislasons Aussagen dann doch stutzig. Ist das für Dich nicht nachvollziehbar?

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    Ich mag seinen Handball nicht!! Trotzdem habe ich bei der Auszeit so fett für ihn gefreut, denn am Ende steht da auch immer noch ein feiner (!!!!) Mensch am Rand. Die Reaktion auf der Trainerbank (Wuttke) war fast genauso klasse wie der Sieg!

    Ich glaube niemand hier behauptet, dass Alfred kein feiner Kerl sei. Es geht hier immer nur um die Bewertung der sportlichen Leistung. Das war vom deutschen Team natürlich ein sehr starker Auftritt und man muss auch immer einordnen, dass es nur eine kleine Phase gab, in der es zu kippen drohte. Sonst war das eine sehr souveräne und tolle Leistung, der Sieg ist hochverdient. Das Argument, dass Frankreich nur einen guten Torwart vom Sieg entfernt war, kann ich nicht verstehen. Wolff und Späth haben nur jeweils vier Paraden und insgesamt zwei weniger als die Franzosen.

    Das mach alles richtig sein. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass ein System, für das Bennet Wiegert mehr als eine volle Spielzeit brauchte, ehe es funktionierte, auf die deutsche Nationalmannschaft 1:1 angewendet werden kann und ich wüßte auch nicht, wer denn dies den Spielern so vermitteln könnte.

    Wiegert kann das spielen, weil er nach und nach seinen Kader so zusammengestellt hat. Schau Dir nur mal an, wie der Kader bei seiner Amtsübernahme ausgesehen hat. In Deutschland gibt es Spieler für dieses System (wenn auch aktuell nicht auf dem dänischen Level). Aber ich denke schon, dass man in diese Richtung noch etwas verbessern kann. Das beziehe ich auf die aktuelle Truppe und auch auf die generelle Ausbildung in der Jugend.

    Man könnte auch einfach mehr Hallen anmieten und für die "schwächeren" Spiele in kleinere Hallen ausweichen. Beispiel bei einer EM in Deutschland: Schweiz gegen Georgien in Göppingen, Holland gegen Italien in Lingen und Polen gegen Montenegro in Dresden. Wo ist das Problem? Das Handball Feeling würde sich viel mehr aufs ganze Land verteilen.

    Höhere Ausgaben für die Ausrichter. Jeder Standort kostet Geld, aus unterschiedlichen Gründen.

    Sowohl bei Magdeburg als auch im DEN-Team sind es nicht allein Einzelkönner, sondern der Rückraum passt und spielt einfach zusammen. Damit kann Saugstrup (dem Meister der Sperren, s.o.), in Magdeburg in exakt dem System spielen, das er auch in DEN spielt: Sperren für die Halben setzen, wenn die aus einem Wackler oder schnellen Kreuzbewegungen heraus entweder selber gehen oder den jeweils andern Halben einsetzen können. Und da bist du in der Deckung einfach überlastet, wenn du helfen musst und der Balls auch noch superschnell gepasst wird. Gidsel hat den Ball teils schon weitergespielt, noch bevor er ihn in der Hand hat. Und da der Deckungsspieler auf 2 bzw 5 so oft schieben und helfen muss, gibts für die Außen dann reichlich Platz.

    Und bei so einem System hilft ein Lichtlein, der das in Berlin spielt, auf Sicht mehr als Knorr (auch wenn der tolle Fähigkeiten hat).