Beiträge von capitano19

    Ich finde generell auch, dass man immer alles aus zwei Blickwinkeln betrachten muss. Ich finde auch, dass man nicht immer gut finden muss, dass man politisch eventuell unkorrekt ist, wie man es heutzutage ausdrückt. Nur darf sexuelle Orientung kein Ausschlusskriterium dafür sein, ob jemand Delegierte ist oder nicht. Da sollte alleine die Kompetenz ausschlaggebend sein. Zumal man ja dazu sagen muss: Sollen dann bei der Hälfte der Teams ein Viertel des Kaders auch ausgeschlossen werden? Allerdings, das sei dazu gesagt, es ist bisher nicht nachgewiesen, dass in ihrer sexuellen Orientierung der Grund für ihre Nichtnominierung liegt. Kann sein, ist wahrscheinlich, muss aber nicht.

    @TLLIP: Ich habe doch meine, wie Du es nennst, Stammtischparolen, mit sachlichen Argumenten unterlegt. Soll ich da noch eine Doktorarbeit drüber schreiben? ;)

    Schmidt und Musche sind aber nicht mal im 28er-Kader. Zudem ist Schmidt in seiner Entwicklung stehengeblieben, seitdem er beim HSV spielt. Und bei Sellin glaube, dass es für ihn über ein gewisses Niveau nicht hinausgeht. Gensheimer und Groetzki sind schon die besten Außen, die wir haben, wobei ich auch Reichmann ziemlich stark finde. Spieler, die auch im Verein auf Top-Niveau unterwegs sind, wie die Genannten, kennen auch den Wettkampf in höchsten Drucksituationen. Sie haben sich dort auch schon bewiesen. Sie kennen auch die Torhüter, die bei solchen Turnieren dann auch dabei sind. Klar, hat alles Vor- und Nachteile, aber nicht ohne Grund fordern Nationaltrainer ja immer, dass die Nationalspieler bei Topclubs spielen. Tun das Musche, Schmidt oder Schiller? Tun das Sellin und Allendorf? Hmm...

    Eines finde ich auch immer wieder interessant, gerade auch bei der Debatte um Gensheimer und Groetzki, was die wichtigen Dinger angeht. Man sagt bei Thierry Omeyer ja auch gerne, dass er in der wichtigen Phase da ist. Auch hier ist Handball aber ein Spiel der Statistik. Wenn Omeyer nur einen Ball in der Schlussphase hält, sonst aber nix, dann bringt das auch wenig. Entscheidend ist doch am Ende des Tages die Gesamtquote im Spiel. Wenn ein Außen dann 9 von 10 trifft, aber den in der Crunchtime verwirft, hat er dann nicht ausreichend gut gespielt? Glaube ich nicht...

    TCLIP: Nationalspielerinnen zu nominieren, die in der 2. Liga spielen, ist kompletter Quark. Die Gründe dafür sind extrem vielschichtig, da brauchen wir glaube ich nicht drüber zu diskutieren. Wenn man eine Woltering oder Nadgornaja nominiert, wenn sie beim Mittelfeldteam Borussia Dortmund spielen, dann ist das auch durchaus nachvollziehbar. Das sind etablierte Spielerinnen mit internationalem Format. Aber selbst die würde ich nicht nominieren, wenn sie in der 2. Liga aktiv sind.

    Aber eine Franziska Müller zum Beispiel ist 25 Jahre alt. Die hat quasi die Hälfte ihrer Karriere schon gespielt, war bisher nie bei einem Spitzenclub und soll dann für die kommenden Jahre die Lösung auf Linksaußen sein? Ernsthaft? Wenn sie doch so gut wäre, warum spielt sie dann nicht auf höherem Niveau beim THC, in Leipzig oder Metzingen? Und nein, ich mache ihr das nicht zum Vorwurf, das ist ja ihre freiwillige Entscheidung. Aber ihr maximales Leistungsvermögen wird sie in Blomberg nie abrufen können, weil das tägliche Training mit den Mitspielerinnen sie weniger fordert als bei Spitzenteams. Das wird Dir jeder Sportler so bestätigen.

    Und ich bin, bei aller Liebe, sicherlich kein Friede-Freude-Eierkuchen-Fragensteller, im Gegenteil. Man sollte aber auch den Respekt bewahren. Das heißt nicht, dass man keine kritischen Fragen stellen kann. Wenn man auch mal zwischen den Zeilen hört, dann lege ich Dir das Interview mit Jens Pfänder nach dem Auftaktspiel der WM gegen Frankreich nahe. Da lasse ich anklingen, dass man im Prinzip gar keine Lösungen hatte und ein extrem mieses Bild abgegeben hat.

    Und jetzt mal die Frage: Welche Spielerin außer Franziska Müller spielt denn nicht bei einem Spitzenteam und war bei der WM dabei? Aha, keine, außer Woltering. Lone Fischer lasse ich jetzt mal außen vor, denn der BSV war jahrelang ein Spitzenteam und hat einen Durchhänger.

    Bevor man also anderen vorwirft, dass sie Schwachsinn von sich geben, sollte man lieber mal die Faktenlage überprüfen. ;)

    Wo hier von schlechter Personalpolitik gesprochen wird... Der Abgang von Huhnstock tut immens weh, denn ich glaube mit ihm hätte man dieses Spiel wohl gewonnen. Er hat sich sehr gut mit Gustavsson ergänzt, da meist einer der beiden immer gut bis sehr gut gespielt hat. Das war eine klare Fehlentscheidung, noch dazu verbunden mit der Art und Weise...


    Hinze: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber in der einen Phase aber keinen kühlen Kopf behalten"

    Föste: "Wir feiern jetzt erst einmal Weihnachten und spielen dann Kiel. Danach ist eine lange Pause." Und in der werde man in alle Richtungen überlegen."

    Ein gutes Spiel hat man dann gemacht, wenn man entweder gegen ein Spitzenteam so ein Ergebnis erzielt oder wenn man Punkte holt. Bei einem direkten Konkurrenten nach Führung in der Schlussphase zu verlieren hat, das ist für mich kein gutes Spiel. Erklärungen gibt es dafür ja nur zwei: Entweder fehlen die Kräfte, dann wäre die Frage, welche Grundlagen man in der Sommervorbereitung geschaffen hat (wenige). Oder es gelingt in der Crunchtime nicht die richtigen taktischen Maßnahmen zu treffen. Da es nun schon vermehrt vorkam, dass gerade in der Schlussphase viele Fehler gemacht wurden, tippe ich auf Letzteres. Denn unfit wirken die Spieler nicht, auch wenn der Kader nicht so breit ist. Aber ich halte Hinze nicht für einen guten In-Game-Coach. Da trifft er nicht immer gute Entscheidungen. Ich glaube, dass er das Kiel-Spiel noch bekommt und sich dann doch die Wege trennen.