Beiträge von capitano19

    Morgen wird es nur eine kurze Episode mit Christian Stein geben, mehr eine Art News-Sendung mit einem kleinen Ausblick auf die Rückrunde. Aber ab kommender Woche starten wir komplett durch. Dann mit Stefan Flomm von der Handballwoche, einem weiteren Kollegen und Tobias Reichmann, den ich in Kielce besuchen werden. Dazu gibt es eine Sondersendung, so halbwegs unter dem Motto "Handball in den Printmedien", mit Arnulf Beckmann vom Handball-Magazin und Erik Eggers. Dort steht aber der Veröffentlichungstermin noch nicht fest. Wer Fragen hat, gerne her damit!

    Das wäre in der Tat schön. Leider sind der neue Modus in der CL ab der kommenden Saison und diese halbe Wild Card für den Gastgeber des EHF-Pokals wenig erfreulich. Besser wäre eine reduzierte CL, vielleicht mit angepasstem Modus. Dann wäre auch die sportliche Qualität und somit auch Attraktivität im EHF-Pokal wieder automatisch höher. Und auch, wenn es hart klingt: Kleinere Nationen mit durchzuschleppen ist im Handball halt finanziell nicht drin. Der Fußball wirft einfach deutlich mehr Geld ab. Es gibt ja Gründe, warum deutsche Clubs tendenziell ungerne im EHF-Pokal spielen. Auch eine Gruppenphase im EHF-Pokal finde ich furchtbar.

    Hier ist das kurze Spezial zum All-Star-Game aus Nürnberg:

    Kreis Ab – Spezial - All-Star-Game 2015

    Zu Gast:

    • Erik Schmidt (TSG Friesenheim)
    • Jens Schöngarth (TuS N-Lübbecke)
    • Nikolas Katsigiannis (HC Erlangen)
    • Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar-Löwen)

    Themen (u.a.):

    • Stimmen aus der Mixed Zone

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    Das Beispiel Djordjic ist doch super. Lebt seit Ewigkeiten in Deutschland, spricht fließend die Sprache, ist komplett integriert und hat nie für ein anderes Land gespielt. Da sehe ich es ein, wenn er einen deutschen Pass bekommt und dann für Deutschland spielt. Das sage ich nicht, weil ich ihn unbedingt im DHB-Team sehen will (seine Entwicklung stagniert ja auch ein wenig). Von daher betrachte ich das schon objektiv.

    Bei Petar Djordjic ist die Lage doch eine völlig andere und eher die von mir angedeutete. Der Junge spielte bereits in frühen Jugendzeiten bei Wallau in den Jugendmannschaften. Daher hier grünes Licht von meiner Seite aus. Ist ja eine vergleichbare Situation wie die von Karabatic mit Frankreich, nur dass er viel früher einen französischen Pass hatte.

    Deine Sichtweise kann ich nachvollziehen, keine Frage. Ich selbst habe mich auch im Vorfeld persönlich mit der Geschichte Katars auseinander gesetzt. Ich habe auch viel gelesen rund um die Vergabe der WM und der Fußball-WM an das Land Katar. Die Frage ist dann, inwiefern auch meine Gesprächspartner immer dazu bereit sind über diese Thematik zu sprechen bzw. wie genau sie darüber informiert sind. Es gibt Kollegen, die sich auch während der WM mal mit der Kultur auseinander gesetzt haben, zum Beispiel die Kollegen Eggers und Wilkening. In meinem Rückblick habe ich aber die Kollegen Beckmann und Bendig zu Gast. Die hatten dafür eher weniger Zeit. Daher überlege ich mir dann genauer, ob sie dann dazu befragt werden sollen oder eben nicht. Es ist ja auch nicht so, dass ich keine Lust habe, mich mit dieser Thematik zu befassen. Meine Prioritäten sind eben andere. Vielleicht ist hier eine Sondersendung eventuell aber zielführender.

    Bitte nicht meine Grundhaltung missverstehen. Ein Sahin, die Altintops oder Özil hätten gerne auch für die Türkei spielen können, da habe ich kein Problem mit. Aber bitte nicht erst für Deutschland, dann für die Türkei und dann wieder für Deutschland. Und nochmal das Beispiel Rutenka herangezogen: Was hat der für eine Bindung zu Slowenien und Spanien? Im Gegensatz zu den Beispielen aus dem Fußball ist er weder in dem einen, noch in dem anderen Land aufgewachsen!

    Nur mal so als Randnotiz, wenn man da schon den Fußball heranzieht (in Klammern der Geburtsort):

    Sami Khedira (Stuttgart)
    Mesut Özil (Gelsenkirchen)
    Jerome Boateng (Berlin)
    Shkodran Mustafi (Bad Hersfeld)

    So viel also zu dem Thema. Die Herren Klose und Podolski sind mit sehr jungen Jahren nach Deutschland gekommen. Bei ihnen mag man das noch diskutieren. Aber das oben genannte Quartett ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Für welches Land sollten die also spielen, wenn nicht für Deutschland? Wenn ein Özil nun sportlich nicht die Qualität gehabt hätte und dann sagt, gut okay, ich spiele für die Türkei, für mich auch noch in Ordnung. Aber dann muss es auch gut sein. Das Beispiel Rutenka ist hier wohl das beste. Warum in Gottes Namen soll der bitte für Slowenien oder Spanien auflaufen dürfen, mit welcher Berechtigung? Das sehe ich übrigens nicht als nationalistisch an. Ansonsten können wir ja auch gleich alle Regeln und Grenzen über den Haufen werfen und jeder spielt einfach für das Land, was am meisten Kohle auf den Tisch legt. Das ist nicht im Sinne des Sports.

    Morgen nehme ich zusammen mit Christian Bendig (u.a. DHB.de) und Arnulf Beckmann (Handball-Magazin) die abschließende Sendung zur WM auf. Ich werde nicht alles fragen, weil sie ggf. nicht alles sagen wollen und ich die Kollegen nicht in eine Zwickmühle bringen möchte. Wenn ihr aber auch Fragen habt, die euch zum Beispiel zum Tickettheater interessieren oder zu den Leuten vor Ort, gerne. Stellt sie, ich werde sie weiterleiten.

    Was ändert sich denn jetzt in meinem konkreten Fall daran, wenn ich sage: Ja, ich bin eingeladen worden? Sind dann die Fragen, die ich den Spielern gestellt habe, anders einzuordnen? Ich denke nicht. Keine Frage wurde nicht gestellt, die ich ansonsten gestellt hätte. Oder umgekehrt. Nicht eine. Das kannst Du mir glauben. Es hört sich für euch vielleicht ein wenig unglaubwürdig an, aber mich interessiert dieser Fakt nicht. Ich arbeite genauso wie immer. Da habe ich mir nichts vorzuwerfen. Ich weiß auch, dass ihr das wisst.

    Ich gehe auch nicht in ein Interview am Medientag oder in der Mixed Zone und denke mir, mein Gott, jetzt muss ich aber aufpassen, was ich frage. Das ist gar nicht mein Charakter, könnte ich gar nicht. Ich glaube, dass das in den Sendungen auch immer so rüber kommt. :) Das ist auch die Erklärung dafür, warum ich dem nicht so viel Relevanz beigemessen habe. Denn ich für mich arbeite wie immer. Das als Erklärung dazu.

    Was die Kollegen angeht: Wir haben uns geäußert, sofern wir gefragt wurden, dazu gab es auch zur Mitte des Turniers einen Artikel der TAZ (der allerdings auch etwas scheinheilig war). Nur ständig dies und das nach Außen zu tragen, wem bringt das groß etwas? Das Thema kam doch nur auf, weil irgendjemand wieder etwas aufdecken wollte. Aber mein Thema ist der Sport, keine Nebenkriegsschauplätze. Mein Thema ist auch nicht, dass in Katar die Menschenrechte eventuell mit Füßen getreten werden. Ja, ich habe eine Meinung zu Politik oder Relegion. Aber die hat in einem Podcast über Sport nichts zu suchen. Meiner Meinung nach. Ich respektiere aber, wenn ihr das anders seht, es steht da auch jedem seine Meinung zu. :)

    Was das angesprochene Interview mit Patrick Groetzki angeht: Ich weiß, wie weit ich bei manchen Spielern gehen kann. Ich weiß auch, was mir gesagt wurde, als das Mikrofon aus war. Und ich weiß auch, dass sie mir teilweise nur dann das sagen, was sie wirklich denken und man etwas zwischen den Zeilen lesen muss, wenn sie gewisse Aussagen treffen. Ich glaube euch gerade zum Thema "Wer wird Weltmeister?" von den deutschen Spielern Aussagen geboten habe, die keine Interpretation offen lassen.

    Was die Fragen an die Funktionäre wie Bob Hanning und Bernhard Bauer angeht: Ich sehe die beiden ja am Freitag wohl wieder, da gehe ich mal von aus. Gerne stelle ich dann diese Fragen. Ich habe sie nicht gestellt, weil ich a) diese Frage nicht für so wichtig hielt bzw. b) die Antwort aus meiner Sicht auf der Hand liegt. Sie würden wohl sagen: Die Regularien sind so, Katar hat daher nichts getan, was nicht erlaubt war, wir haben das auch mal getan, wollen aber einen anderen Weg gehen, ggf. sollte man die Regularien überdenken.

    Aber: Ihr wisst ja, wenn ihr hier Fragen auflistet, dass ich sie gerne aufgreife. Sehr gerne sogar. Daher bitte ich auch um mehr Teilnahme in diese Richtung. Mich würde das freuen, denn so kann ich mehr Interaktivität bieten. Die Sendung mache ich schließlich für euch!

    Der Unterschied ist aber dass diese Spieler schon einige Zeit in Deutschland lebten und spielten bevor sie eingebürgert wurden....

    Da bin ich Hardliner und das macht es aus meiner Sicht auch nicht besser. Wer 18 Jahre alt ist, der ist alt genug zu wissen, für welches Land er spielen möchte. Klar, man kann mit gewissen Teams eben dann nichts erreichen, einen Andy Schmid würde ich auch gerne im DHB-Trikot sehen. Aber man sollte nur für sein Land auflaufen, das finde ich angebrachter. Wenn jemand als Kind oder Jugendlicher in ein anderes Land kommt, dann habe ich da absolut gar kein Problem mit, bin großer Freund von Integration. Aber nur des sportlichen Erfolges wegen bitte nicht.

    Meine Meinung zu dieser Thematik ist relativ klar. Ich bin komplett gegen diesen Einbürgerungswahn und wäre dafür, dass man die Regularien zumindest dem Fußball anpasst, eher noch strenger. Allerdings dürfen wir in Deutschland da nicht mit erhobenem Finger auf Katar oder andere Länder zeigen. Die Namen Petkevicius, Klimovets oder Wenta haben auch keinen deutschen Klang. Das ändert aber nichts daran, dass die Regel meiner Meinung nach zeitnah nicht zu kippen sein wird.