Auch ich habe durchaus einige positive Aspekte im Wetzlarer Angriffsspiel gesehen, dass es dennoch nicht zu einem Sieg am Ende gegen Melsungen langte, lag an mehreren Gründen.
Ich sehe den Trainerwechsel nach wie vor durchaus als sinnvoll und notwendige Maßnahme die HSG vor dem Abstieg zu bewahren. Allerdings mus Kai Wandschneider auch noch an sich selbst arbeiten und erkennen, dass es ein Unterschied ist ob man eine Mannschaft von Beginn einer Runde an trainiert und eventuell auch noch selbst an deren Zusammenstelllung gemäß eigener Spielvorstellung mit gewirkt hat oder aber ein Team mitten im Abstiegskampf übernimmt und das System dem zu Verfügung stehenden Spielermaterial anpassen muss.
Es ist zwar lobenswert, dass Steffen Fäth nun endlich mehr Spielanteile bekommt und auch nutzt. Ob es allerdings klug ist, den bis dahin auf dieser Position gesetzten Philipp Müller überhaupt nicht mehr im Angriff einzusetzen, ist doch mehr als fraglich.
Warum Adnan Harmandic, der in den 4 Angriffen in denen er in der 2. Hälfte eingesetzt war und hier plötzlich für neue Ideen im mittlerweile von der Melsunger Deckung gut kontrollierten HSG Angriff einbrachte, dann wieder gegen den an diesem Tag völlig blassen Timo Salzer ausgewechselt wurde, blieb dem Betrachter ebenfalls schleierhaft.
Auch eine sinnige Antwort darauf, warum der beste Angreifer der 1. Spielhälfte, Martin Valo, nach 2 verunglückten Aktionen in der 2. Spielhälfte dann für den gesamten Rest auf die Bank verbannt wurde und dann auch noch sein "Ersatz" Friedrich mit seinem Stürmerfoul und dem im nächsten Angriff kläglich vergebenen Wurfversuch von rechtsaußen die spielentscheidenden (Negativ-)Höhepunkte setzte, ist schwer zu finden.
Der Trick mit dem 7. Feldspieler funktioniert nur, wenn ihn die Mannschaft aus dem ff beherrscht so wie das seinerzeit in Dormagen und jetzt auch immer wieder in Balingen praktiziert wird.
Diese "Waffe" bleibt aber stumpf, wenn die Mannschaft durch diese Maßnahme eher verunsichert wird, so wie es in den letzten 30 Sekunden bei der HSG der Fall war und man den Ball viel zu statisch und mit zu viel Risikoangst so lange hin und her spielt bis die Zeit abgelaufen war und man den Ball nicht mal mehr aufs gegnerische Tor brachte.
Zum Schluss noch eine Kritik zum Deckungsverhalten:
Wenn ein 2 Mann-Angriff, wie ihn die Melsunger 50 Minuten praktizierten (Vasilakis und Sanikis), fast im Alleingang die HSG "erschießt und Vasilakis auch in den vergangenen Spielen der Melsunger der überragende Mann war, darf ich nicht erst nach 8! Vasilakis Toren die Abwehr umstellen und wenn, dann auch komplett im Verbund und nicht mit einer halbherzigen Manndeckung in der mehr das Abfangen des Balles als eine wirkliche Pressdeckung schon direkt zur Verhinderung des Anspiels im Vordergrund stand.
Dennoch:
Die HSG hat immer noch eine sehr gute Chance die Klasse zu halten, denn man sollte nicht nur die Pluspunkte in der Tabelle sondern auch die Minuspunkte betrachten. Hier hat man nämlich immer noch satte 7 Punkte weniger als TVH und BHC und selbst wenn die kommenden 3 Auswärtsspiele verloren werden und einer der beiden Mitkontrahenten 3 Spiele in Folge gewinnen sollte, bleibt die HSG mit 1 Punkt und einem klar besseren Torverhältnis auf einem Nichtabstiegsplatz!
Ich bin überzeugt davon, dass weder TVH noch BHC noch auf die jetzt schon auf der HSG Habenseite verbuchten 20 Punkte kommen wird. Selbst bei einem Punktabzug des Göppingenspiels sollte spätestens im letzten Heimspiel gegen Magdeburg noch ein Punktgewinn und damit der Klassenerhalt aus eingener Kraft machbar sein.
Aber:
Auch Kai Wandschneider muss seine Methoden noch etwas "nach justieren...." 