Original von Kasselerin66
Handball – HSG Wetzlar
Wechseltheater um Michael Allendorf
18.02.2010 11:10 Uhr - WETZLAR
Von Jürgen Heide
Am 20. Januar gab die HSG Wetzlar die vorzeitige Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2012 mit Linksaußen Michael Allendorf bekannt. "Es ist schön zu wissen, dass ich auch in den kommenden beiden Spielzeiten das Trikot der HSG Wetzlar tragen werde", wurde der 23-Jährige in der Pressemitteilung des Handball-Bundesligisten zitiert. Genau vier Wochen später meldet Wetzlars Ligakonkurrent MT Melsungen die Verpflichtung des zweifachen Nationalspielers, der beim Tabellen-13. einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2012 unterschrieben hat.
"Die Absicht, ihn längerfristig an den Club zu binden, gelang Wetzlars Verantwortlichen offenbar nicht in die Tat umzusetzen", verkündete der direkte Tabellenhintermann der HSG süffisant in seiner Pressemitteilung, was die Wetzlarer bestreiten. "Wir hatten Michaels mündliche Zusage", sagte Manager Rainer Dotzauer, was auch dessen Berater Björn Schulz, "Michael wurde von der HSG das Vertragswerk ausgehändigt", bestätigte.
"Ein mündlicher Vertrag zählt in unserer Branche nicht. Auch die DHB-Spielordnung schreibt die Schriftform vor. Dass Wetzlar keinen schriftlichen Vertrag hat, ist nicht mein Problem", sagte Melsungens Sportlicher Leiter Alexander Fölker, während die HSG aufgrund der mündlichen Einigung einen gültigen Vertrag hat und so noch auf eine Ablöse hoffen kann, wobei sie nicht auf Vertragserfüllung durch Allendorf pochen wird. "Dann soll er eben gehen", sagte Dotzauer, während Melsungen für den Ex-Wallauer keine Ablöse zahlen will. "Wetzlar soll keine große Welle machen. Sie sollen erst einmal ihre Spieler bezahlen, die schon drei Monate kein Geld bekommen haben und auch so aus ihrem Vertrag herauskommen könnten", sagte Fölker. "Er soll sich um Melsungen kümmern. Die Spieler haben die Dezembergehälter bekommen und die Januargehälter sind angewiesen", sagte Dotzauer, was Sascha Schnobrich bestätigte. Wieso der neue HSG-Geschäftsführer, der die Vertragsgespräche mit Allendorf und Schulz führte, den Spieler nicht sofort einen schriftlichen Vertrag unterzeichnen ließ, ist nicht nachvollziehbar und ließ Allendorf erst die Möglichkeit offen, das besser dotierte Angebot des Ligakonkurrenten anzunehmen.
Gute Gründe habe der als Untermieter von HSG-Urgestein Wolfgang Klimpke in Dutenhofen wohnende Allendorf nach Melsungen zu wechseln, war aus dem Umfeld des gestern nicht erreichbaren Ex-Wallauers zu hören. Schon vorher war kolportiert worden, dass dieser sich mit den HSG-Verantwortlichen nicht auf die Höhe seines Gehalts im zweiten Vertragsjahr hatte einigen können.
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