Beiträge von BUMM

    Zitat

    Original von jochenj

    Deine Beispiele zeigen nur, daß Du Dich auch nicht eine Sekunde wirklich mit dem Thema beschäftigt hast.

    Städten wie Köln, Nürnberg oder Frankfurt deren über 40-jährige Eishockeytradition abzusprechen und ehemaligen Hochburgen deren finanzielle Misswirtschaft zu verschweigen ist eine Sache. Einer nordamerikanische Sportart vorzuwerfen zu amerikanisch oder zu kanadisch (Thema Spitznamen) zu sein, ist aber doch arg lächerlich.

    Fehlende Indentifikation ist ein Ergebnis einer Entwicklung und ist nicht definiert durch Maßnahmen A oder B, die einem persönlich nicht passen. Weiterhin sollte man auch klar zwischen Nationalmannschaft und Club trennen. Gerade hier gleichen sich Handball und Liga, da beide getrennt voneinander wahrgenommen werden. Auch wenn sich die Eishockey-Nationalmannschaft sehr schwach präsentiert, hat sich die Liga zu zweitstärksten Mannschaftssportliga hinter der Fußball Bundesliga entwickelt. Ich bezweifle, dass ein solcher Erfolg nur mit oberflächlichen Event und Kommerz erzielbar ist.

    EDIT: Um das verständlicher zu schreiben: Identifikation geht nicht verloren, weil man nun z.B. plötzlich rosa Fanschals für weibliche Fans verkauft. Das mag manchen Fans missfallen.Aber wenn es 10000 Fans gibt und 5 davon gefällt das nicht, ist das schon verlorene Identität? Identität ist Abgrenzung zu etwas anderem und nicht determiniert durch Einzelmeinungen.


    10000 verkaufte rosa Schals verschaffen aber noch lange keine Identität sondern allenfalls 10000 Leute mit identischen Schals, die einem cleveren Verkäufer eine gute Rendite bringen.........!

    Wie der Handball bei der weiteren Kontrollübernahme durch Selbstdarsteller und Profilneurotiker einmal aussehen wird, kann man bei Betrachtung der deutschen Ergebnisse bei der Eishockey-Weltmeisterschaft (die hat tatsächlich letzte Woche statt gefunden, auch wenn es den meisten entgangen sein wird!) sehr gut nachvollziehen.

    Auch hier wurde eine in bestimmten Gebieten tief verwurzelte und populäre Sportart von der gleichen Gilde von Zeitgenossen zerstört, die jetzt auch im Handball mehr und mehr an Einfluss gewinnt.
    Auch hier wurden Hochburgen wie Rissersee, Bad Tölz, Landshut, Bad Nauheim usw. von der Landkarte gelöscht und neue gesichtslose Eishockeymetropolen mit „Lions“, „Ice-Tigers“, „Haien“ usw. geschaffen, deren Akteure dann nur noch hin- und herverschachert werden und keiner mehr wirklich weiß, wer denn augenblicklich für wen auf dem Spielfeld steht und der Sport nur noch als Fassade für einen unglaublichen Werbe-Kommerz verkommt

    Gummersbach ist ja wohl auch nicht gerade eine "Großstadtmetropole"....! Ich hatte das Wort Provinz übrigens bewusst in "" gesetzt, da meine Kernaussage "die gewachsenen Handballmetropolen" waren. Wenn dies in einer Großstadt möglich ist - kein Problem- Nur hat bis jetzt keiner dieser "Großstadt-Möchtegerne" wirklich wirtschaftlich etwas entsprechendes auf die Beine stellen können und ich bezweifele, dass es jemals jemandem gelingen wird, weil es halt nicht zum Handball passt und diese Sportart einfach ihren Erfolg aus der persönliche Nähe und Verbundenheit zwischen Spielern, Zuschauern und Verein schöpft. Dies geht aber leider bei den kurzfristigen Höhenflügen der "Überflieger" verloren und schadet den anderen in einer Weise, dass man irgendwann einmal Szenarien befürchten muss, bei denen nur noch 3 gesichtslose Konzernclubs mit Legionärsspielern in Playoff-Runden 6 mal gegeneinander antreten und das Ganze dann auch nur noch per Pay TV verfolgt werden kann.

    Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch die Überflieger und Selbstdarsteller aus Mannheim und Hamburg möglichst bald scheitern, damit das oft propagierte "Produkt Handball" wieder auf soliden Füßen dahin kommt wo es jahrzehntelang erfolgreich war, in den gewachsenen Handballmetropolen "der Provinz"!

    Es geht hier wirklich nicht mehr um das Überleben eines Handballvereins sondern die Zukunft und die Glaubwürdigkeit des Handballs schlechthin.
    Wenn Profisport nicht mehr die Spitze einer Pyramide darstellt die aufgebaut und getragen wird aus Leistungsförderung, Breitensport, Nachwuchsarbeit und somit als Vorbildcharakter für die Jugend dient, hat Sport seinen über Generationen aufgebauten Stellenwert in unserer Gesellschaft verloren und dient ausschließlich nur noch dem Kommerz so wie es in einigen Sportarten bereits leider schon geschehen ist.

    Gerade hier haben sich die jetzt so mit heftig Kritik um sich werfenden Funktionäre einiger Emporkömmlinge im deutschen Handball an die eigene Nase zu fassen!
    Ich kann das Gerede vom „Produkt Handball“ mit dem Anspruch „professioneller Vermarktungsmöglichkeiten“ nicht mehr hören. In Wirklichkeit geht es vielen der betreffenden Personen doch nicht um die Sportart oder den Verein sondern um reine Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung.

    Natürlich kann man sich einer Professionalisierung im Sport nicht gänzlich verschließen und so lange die bereits erwähnten Attribute erfüllt werden, ist dies auch zu unterstützen; wie aber soll man Vereine wie Magdeburg, Eisenach, Kiel, Minden, Wetzlar, Hüttenberg usw. weiterhin motivieren, Nachwuchsarbeit zu betreiben und Profi-Mannschaften im Rahmen selbst erwirtschafteten Geldes zu unterhalten, wenn nur noch Selbstdarsteller die Szene bestimmen, die sich im Handballsport mit vergleichsweise moderaten Summen (im Vergleich zum Fußball!) Macht und Ansehen erkaufen können und dann bei ausbleibendem Erfolg ihr Engagement einfach wieder beenden und die hieraus resultierenden Kunstvereine auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

    Das Problem ist zwar derzeit für alle in der höchsten deutschen Spielklasse sichtbar, der eigentliche Niedergang des Breitensports Handball wird aber eher in den unteren Spielklassen deutlich aus denen in der Vergangenheit sowohl Spieler- als auch Zuschauerpotenzial rekrutiert wurde.
    War es früher nahezu undenkbar, dass Mannschaften auf den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse verzichteten (siehe vorstehend angeführte Pyramide), so ist dies heute Alltag für die jeweiligen Klassenleiter in den Spielklassen der Lokalverbände.
    Hierdurch verlieren viele den Spaß an diesem Sport, was sich zum einem in rückläufigen Zuschauerzahlen dokumentiert und zum anderen auch in stark rückläufigen Aktivenzahlen und Mannschaften ausdrückt.
    Dies führt wiederum zu einer enormen Ausdünnung der Leistungsbreite und wir haben in den unteren Männerklassen bereits Verhältnisse wie vor Jahren bei den Frauen, wo man durch das Zukaufen von 2 -3 höherklassigen Akteuren den Durchmarsch bis in die Regionalliga schaffen kann.

    Der Handball läuft derzeit Gefahr durch hemmungsloses Machtstreben einzelner eine ähnliche Blase zu erzeugen wie wir es derzeit an der Börse erleben und die Anzeichen für ein baldiges Platzen sind auch hier bereits mehr als deutlich!