Beiträge von immerweiter

    Ich wiederhole mich gerne, aber wir haben dann alles richtig gemacht wenn ganz Handball Europa von unserem Trainer, unserem Manager & diversen Spielern träumt, aber das ist nicht MEHR !!! so.

    Da sind wir m.E. an dem Punkt, wo die Erfolge der Vergangenheit zur Belastung werden, weil sie zu unrealistischen Erwartungen führen. Klar kann und muss sich der THW ambitionierte Ziele setzen. Nur muss man dabei gleichzeitig auch akzeptieren, dass man auf dem Weg dorthin erst einmal kleinere Brötchen backen muss. Wenn die dann eines Tages wieder etwas größer werden sollen, müssen über mehrere Jahre Entscheidungen sehr gut passen. Und dazu gehört neben Kompetenz auch eine gehörige Portion Glück. Anders gesagt: Für den THW wäre es ein großer Schritt nach vorne, wenn er in der nächsten Runde wieder ernsthaft um die CL-Plätze mitspielen könnte - selbst wenn das nur zeitweilig und am Ende auch erfolglos wäre. Aber darauf ließe sich dann weiter aufbauen - wenn alle Beteiligten die nötige Geduld mitbringen und die Fans dann nicht immer mit „Aber wir waren mal die besten der Welt“ ums Eck kommen.

    Ich würde dir beim Großteil deines Statements zustimmen aber dieses ständige "ihr könnt es ja selbst auch nicht besser" darf meiner Meinung nach kein Argument sein.

    Oh, da hast du mich missverstanden. Ich glaube nicht, dass hier jemand sich selbst als besseren Trainer ins Spiel bringen will. Aber hier wird ja teilweise der Eindruck erweckt, dass Jicha wahlweise zu doof/zu alt/zu limitiert/zu fantasielos/zu eingefahren/zu stur oder was weiß ich ist, um selbst offensichtliche Defizite zu erkennen. Und daran glaube ich einfach nicht. Auch er sieht ja, mit welchen Mitteln andere Teams gerade erfolgreich sind. Da es ihm punktuell auch immer wieder gelingt, seine Abwehr top auf diese Mittel einzustellen, scheint er die Gegner ja auch ganz gut analysieren zu können.

    Dass er selbst womöglich eine andere Spielidee präferiert, ist gut möglich. Dass ihm derzeit der Nachweis fehlt, mit seiner Idee erfolgreich sein zu können: geschenkt. Dass er mit daran schuld ist, dass ihm für ein anderes Spiel die passenden Spieler fehlen, weiß ich zwar nicht, ist aber mindestens wahrscheinlich.

    Das alles wären schon Argumente, über eine Trennung nachzudenken. Aber dass beim THW alles besser wird, wenn Jicha erst mal weg ist, dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Da halte ich es für wahrscheinlicher, dass es auch mit Jicha in der nächsten Saison besser läuft. Warum? Weil der Kader - eine gute Form der momentan Verletzten vorausgesetzt - um Längen besser ist als aktuell. Auch wenn die Angst bei einigen tief sitzt, dass der Trainer auch die besten Spieler schlechter machen könnte. 😉

    Also ich muss ja mal als Außenstehender auch meinen Senf dazu geben. Der Frust ist groß im THW-Fanlager und das ist nur verständlich angesichts der Ergebnisse in der jüngsten Vergangenheit und mehr noch der Art und Weise, wie sie erzielt worden sind. Da ist es auch wie immer: Wenn der Erfolg fehlt, fehlen dir auch alle Argumente.

    Trotzdem finde ich die Kritik an Jicha mindestens im Tonfall deutlich drüber. Einige User hier erwecken ja den Eindruck, als hätte sich ein völlig ahnungsloser Tennistrainer zufällig zu einem Handballteam verirrt. Ich persönlich jedenfalls würde mir nicht anmaßen, mir jemals selbst mehr Sachverstand als einem Jicha zu attestieren - genau das tut man aber implizit, wenn man ihm ständig vorwirft, selbst einfache Zusammenhänge nicht zu sehen, die Entwicklung im Handball völlig verschlafen zu haben, etc. etc.

    Das ist mir halt zu eindimensional angelegt. Der THW hat doch eine ganze Reihe von Problemen, von denen der Trainer möglicherweise eines ist. Kader(Planung), Vereinsstrukturen, finanzielle Bedingungen, Verletzungspech spielen da aber auch mit rein. Dazu das „Traditionsverein-Dilemma“: Die Zeiten haben sich geändert, aber die Ansprüche stammen noch aus der goldenen Ära. Was ich damit sagen will: Ich sehe die einfache Lösung Trainerwechsel und alles wird gut nicht. Um auch nur annähernd an alte Erfolge anzuknüpfen, muss der Verein in meinen Augen an viel mehr Stellschrauben drehen. Und ist dabei noch darauf angewiesen, dass in der selben Zeit andere wieder mehr Fehler machen.

    Ich stecke nun weder beim THW noch bei einem anderen HBL-Verein tiefer drin, aber ich kenne ein paar Entscheider in Profivereinen aus anderen Sportarten. Die haben und hatten erfolgreiche und desaströse Entscheidungen zu verantworten, personelle Glücksgriffe und Fehlschläge - das ganze bunte Sammelsurium halt. Was ich von allen sagen kann: Niemand von denen hat sich seine Entscheidungen leicht gemacht, niemand hat sie nicht nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, niemand war nicht zu irgendeinem Zeitpunkt überzeugt, das Richtige zu tun. Und vor allem kenne ich keinen, der völlig blind für sportliche, wirtschaftliche und sonstige Entwicklungen war. Nur zu den möglichen Lösungen gibt es meist mehrere Meinungen - und hinterher ist man immer schlauer.

    Der GF, der in der Vergangenheit offenbar nicht immer richtig lag, hat für die nächste Zukunft einige vielversprechende Transfers eingetütet. Manchen sind die nicht gut genug, weil andere Vereine sich gerade in noch höheren Regalen bedienen (wollen), aber ob er überhaupt bessere Optionen gehabt hätte vermag ich nicht zu beurteilen. Der Trainer, dem viele gar nichts mehr zutrauen, hat es entgegen allen Prognosen ja doch geschafft, das Juwel Ankermann sukzessive besser einzubauen. Gleichzeitig konnte er die schwachen Leistungen zuletzt nicht verhindern. Er muss aber auch damit zurecht kommen, dass gerade die Spieler ausfallen, die für einen „moderneren“ Handball geeignet wären. Wie schon ein Vorredner festgestellt hat: Im letzten Spiel war der Leipziger Rückraum personell besser aufgestellt als ihre Pendants beim THW. Nur von wegen, dass man dieses Spiel immer und jederzeit gewinnen muss.

    In jedem Fall müsste ein neuer Trainer (und ein neuer GF) erst einmal gefunden werden. Das ist natürlich per se unmöglich, aber die mittlerweile hier mehrheitlich vertretene Meinung, dass jede Lösung besser wäre als die aktuelle teile ich ausdrücklich nicht. Zumal ich fürchte, dass sich der THW derzeit auch bei diesen Personalien nicht wie früher aus dem obersten Regal bedienen kann.

    Kurz: Ein bisschen mehr Gelassenheit

    Aber zum eigentlichen Thema: Frisch Auf ist momentan wieder mal ein Beleg dafür, dass Erfolg einen langen Atem braucht. Wenn man bedenkt, wie oft Matschke hier die Fähigkeit abgesprochen wurde, die Mannschaft positiv zu entwickeln (war ja auch eine ganze Weile wenig davon zu sehen)…
    Dazu kommen mehrere gute/glückliche Personalentscheidungen, zuvorderst Newel und Buchele, vielleicht auf Sicht auch Pregler, auch wenn er das gestern nicht zeigen konnte.

    Das Wichtigste ist m.E. dabei, dass die Mannschaft mit ihrer starken Abwehr und zahlreichen Eigengewächsen die Fans wieder komplett hinter sich versammelt hat. Bei allem Stolz auf die Hölle Süd und so vergisst man nämlich leicht, dass der Schwabe an sich ein Bruddler ist und kein Euphoriker 😉

    Super Spiel, das hat riesengroßen Spaß gemacht. Vielen Dank für die abendliche Unterhaltung (um Klassen besser als die beiden DFB-Pokal-Halbfinalspiele).:lol:

    Ach komm, mir hat’s noch zur zweiten Halbzeit im Fußball-Landesderby vor den Fernseher gereicht und da hat sich die gute Unterhaltung aus der EWS durchaus fortgesetzt. 😉

    Da ich kein DYN habe, schaue ich nur gelegentlich Bundesligahandball. Jetzt haben sich zufällig kurz hintereinander zwei Spiele ergeben, und was soll ich sagen: Das waren scheinbar zwei verschiedene Spielklassen. Eisenach will ich da keinen Vorwurf machen, aber dass Kiel den beiden Spitzenteams so weit hinterherhinkt, hätte ich nicht gedacht (auch wenn der Tenor hier in der HE da ja eindeutig ist). Fürs neutrale Auge war da nicht viel. Die wenigen geilen Aktionen gingen fast alle auf das Konto von Skippy, während man die im Spitzenspiel zeitweise im 30-Sekunden-Takt auf beiden Seiten sah. Das war schon ernüchternd.

    Es wird vermutlich immer mehr Richtung NBA gehen wo es einfach ein Unterhaltungs Business ist und die Spieler sich wie "Profi Sportler" verhalten und ihren Job da machen wo sie am besten bezahlt sind und die höchsten Erfolgsaussicht haben.

    Du hast grundsätzlich wohl recht, aber dein Vergleich hinkt etwas. Im US-Profisport kann nur ein sehr kleiner Teil der Sportler seinen Arbeitgeber selber wählen. Die meisten können jederzeit ohne eigenes Mitspracherecht verkauft werden. Ich hoffe doch sehr, dass solche Zustände im Handball nie einkehren werden.

    Eine Frage an die Regelkundigen: Ist eine Spielerin beim 7m-Werfen raus, wenn sie bei Spielende noch eine Zeitstrafe verbüßt? Polsz hat nicht geworfen, obwohl sie in der regulären Spielzeit ihre fünf 7m sehr souverän reingefackelt hat.

    War diese Entscheidung nicht spätestens mit dem Punktverlust für Hüttenberg klar (auch wenn hier verschiedentlich geunkt wurde, dass die HBL ein Hintertürchen finden könnte)?

    Aus meiner Sicht ist auch keine andere Entscheidung möglich, unabhängig davon, wie man die Regel findet. Es wurde ja schon von anderen darauf hingewiesen, dass ein Spieler schon immer als eingesetzt gilt, wenn er auf dem Spielberichtsbogen auftaucht. Unabhängig von seinen tatsächlichen Minuten auf dem Feld.

    Dennoch gibt es einfach bessere Umfelder für Entwicklung als unter Jicha in Kiel.

    Der Meinung kann man sicher sein. Ich kann das letztlich von außen nicht beurteilen. Dennoch finde ich es ein wenig, nun ja, befremdlich, wie du versuchst, diese Vertragsverlängerung irgendwie mit deiner Einschätzung von Trainer/Manager zusammenzubringen. Im Grunde sagst du ja, dass Ankermann und sein Umfeld vor lauter Glück, in Kiel spielen zu dürfen, leider nicht erkannt haben, dass sie eigentlich woanders spielen müssen. Findest du das nicht ein wenig arrogant? Oder anders gefragt, ist es denn völlig abwegig, dass er selbst mit seiner Entwicklung und den offenbar aufgezeigten Perspektiven ganz zufrieden ist, dass er gerne unter Jicha trainiert, und so weiter…? Kurz, dass Ankermann ernsthaft sportliche Gründe für seine Unterschrift gesehen hat?

    Bis es dem IOC zu blöd wird und der Eiskanal tatsächlich gestrichen wird (zu teuer, zu wenig Bahnen weltweit, zu wenig Länder, zu einseitige Ergebnisse). Und dann?

    In einem Interview mit dem Spiegel sagt sogar der Leiter des FES (das sind die, die seit Jahrzehnten die besten Bobs bauen), dass die deutsche Dominanz im Eiskanal aufgebrochen werden muss. Mit einer ähnlichen Begründung.

    Ich weiß ja nicht, ob das auch unter aufstrebend zählt, aber Kiesler, Langhoff und Schluroff sind nach dieser EM sicher auf vielen Zetteln, auf denen sie vorher nicht standen. Nicht im Sinn von möglichen Verpflichtungen, sondern im Sinn von die muss man beachten, wenn man gegen Deutschland spielt.

    Und Fischer hat seinen internationalen Durchbruch geschafft.

    Auf der anderen Seite war mir das wieder zu wenig Abwehr und zu viel "bloß nicht anfassen". Kaum Stoppfouls, um den Spielfluss der Dänen zu unterbrechen. Das scheint im deutschen Handball mitlerweile verpönt zu sein.

    Wobei das gegen Dänemark auch sehr schwer ist. In anderen Spielen konnte ich das nicht in der Häufung erkennen, dass ich da ein grundsätzliches Problem im deutschen Handball vermuten würde. Aber zu den auffälligsten Stärken der dänischen Überflieger (und auch zumindest zeitweilig der Isis) gehört, dass sie auch unter hohem Gegnerdruck, teilweise mit Kontakt von zwei Abwehrspielern, den Ball noch wegbekommen. Das eröffnet dann enorme Räume auf Außen oder der anderen Halbposition.

    Du würdest also sagen, dass Deutschland eins von fünf Spielen in Dänemark gegen Dänemark unter Wettkampfbedingungen gewinnt?

    Ich weiß nicht, was leonfl sagen würde, aber ich sehe die Chance, dass Deutschland genau dieses Spiel gegen Dänemark gewinnt, höher als bei allen anderen (Wettkampf-)Begegnungen. Deutscher Flow und dänische Nerven könnten für die Überraschung sorgen. Denn klarer Favorit bleiben die Dänen natürlich.