Beiträge von immerweiter

    Spieler mit dieser Verletzungsgeschichte sind immer ein gewisses Risiko. Spieler ohne große Vorgeschichte aber auch. Ich denke da z.B. an Oscar Carlén.

    In jedem Fall hätten die RNL heute keine Chance, Heymann zu verpflichten, WENN er verletzungsfrei geblieben wäre UND die Hoffnungen erfüllt hätte, die man zu Recht in ihn gesetzt hatte.

    Insofern hat der Transfer angesichts von Heymanns Leistungen bei der EM allemal das Zeug, ein echter Volltreffer zu werden. Wäre ihm und den RNL zu wünschen.

    Deine Aussage liest sich so, als wäre die Trefferquote etwas, was man von der Gut-Schlecht-Diskussion ausklammern kann oder was zumindest von untergeordneter Bedeutung ist.

    Was gibt dir die Sicherheit, dass in diesen Spielen eine höhere Trefferquote im Bereich des Möglichen gewesen wäre? Also nicht hypothetisch, sondern wie begründest du die schlechten Quoten und welche Anhaltspunkte siehst du, dass wir da genauso gut hätten haushohe Siege der Deutschen sehen können?

    Wenn man hätte deutlich gewinnen können, warum hat man es dann nicht einfach getan?

    Dass eine bessere Trefferquote grundsätzlich möglich ist, beweisen die Spieler Woche für Woche in der Liga. Und da steht ihnen ja auch kein Fallobst als TW gegenüber.

    Woran die verheerende Quote in diesen Spielen liegt, weiß ich ehrlich gesagt aber nicht - mal abgesehen von dem Umstand, dass die gegnerischen TW jeweils herausragend gespielt haben. Du hast natürlich völlig recht, dass sich diese Quote nicht losgelöst von der Qualitätsfrage betrachten lässt. Auch wenn vielleicht mangelnde Konzentration die Hauptursache war, ist ja auch das ein Aspekt von Qualität. Dazu kommt, wie schon ein anderer User schrieb, dass die deutsche Mannschaft dazu tendiert, in solchen Phasen die Brechstange auszupacken und in Hektik verfällt, anstatt seriös auf die Dinge zu setzen, die man gut beherrscht. Das ist dann ein Problem der Spielsteuerung und damit auch wieder eine Qualitätsfrage, aber angesichts des Alters zentraler Akteure auch irgendwie nachvollziehbar. Den eigentlichen Akt des Verwerfens sehe ich dagegen nicht als Altersproblem, schließlich haben mit Kastening, Dahmke, Mertens, Kohlbacher und Golla auch durchaus gestandene Spieler zuviel liegen gelassen.

    Mein Einwand bezieht sich im Grunde genommen darauf, dass du, wenn du einen Spieler in eine freie Wurfposition bringst, in diesem Angriff sozusagen 90% richtig gemacht hast. Der Wurf am Ender der Handlungskette kann reingehen oder nicht. Aber wenn man so etwas wie die Expected-Goals-Statistik beim Fußball erstellen würde, hätten wir beide Spiele klar gewinnen müssen.

    In jedem Fall ist einer der Punkte, die fürs Halbfinale skeptisch stimmen, natürlich der Umstand, dass Dänemark gleich zwei TW hat, die zu einer ähnlichen Performance wie Möstl und Kuzmanovic fähig sind. Wir werden heute sehen, wie sich das entwickelt.

    Andi.Waffen57

    Dass nicht jede Kritik per se Miesmacherei ist, da bin ich bei dir. Die deutsche Mannschaft hat nun mal keinen makellosen Durchmarsch hingelegt, der jede Kritik ins Leere laufen ließe. Da bleiben konträre Einschätzungen der (bisher) gezeigten Leistungen nicht aus. Ob sie bei einem anderen Modus vorzeitig raus gewesen wäre, bleibt spekulativ, genauso wie die Frage, ob sie gegen Kroatien gewonnen hätte, wenn das nötig gewesen wäre.

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie nur gegen Frankreich die eindeutig schwächere Mannschaft war. Die Spiele gegen Österreich (da trotz einer insgesamt schwachen Leistung) und Kroatien hätte sie allein mit einer halbwegs ordentlichen Trefferquote recht deutlich gewonnen. Das ist insbesondere gegen Kroatien nicht selbstverständlich.

    Mir hat das Team über weite Strecken Spaß gemacht, Haareraufen bei einigen Aktionen inklusive. Das liegt an teilweise recht ansehnlichen Angriffsaktionen und einer insgesamt sehr ordentlichen Abwehr, vor allem aber auch daran, dass die Mannschaft ein gewisses Versprechen auf die Zukunft darstellt. Der Großteil der Spieler hat, wenn keine größeren Verletzungen etc. dazwischen kommen, seinen Zenit noch nicht erreicht. Von daher bin ich für kommende Turniere vorsichtig optimistisch. Was das genau bedeutet? Nun, am Ende ein ähnliches Abschneiden wie jetzt. Einen ähnlich dominanten Kader wie Dänemark oder Frankreich werden wir wohl auf Jahre hinaus nicht haben. Aber vielleicht ein Team, das auf Sicht immer ums Halbfinale spielen kann, und wenn man das erreicht, ist auch eine Medaille drin.

    Die Mannschaft hat in meinen Augen bisher weder unter- noch überperformt. Wenn das so bleibt, werden wir als 4. rausgehen, wenn das Team jetzt noch einen raushauen kann, reicht es sogar für mehr. Und das wäre dann schon ein Riesenerfolg. Und wenn schon einen Vergleich mit dem Fußball, dann doch bitte mit den Italienern. Wie oft haben die sich schon durch die Vorrunde „gemogelt“, um dann hinten raus zuzuschlagen. Sollte uns das genauso gelingen, dann kann über verdient oder unverdient philosophieren wer will 😉

    Man muss aber auch sagen, dass Kohlbacher in seinen wenigen Einsatzzeiten nicht unbedingt geglänzt hat. Wenig Anspiele, aber die hat er auch in bei ihm ungewohntem Ausmaß verdaddelt. Zwei oder drei mal Ball nicht gefangen, den einen oder anderen Fehlwurf. Da haben (bis auf das letzte Spiel) Golla und Fischer besser abgeliefert.

    Konnte Sigurðsson gar nicht anders als genau diese Spieler zu nominieren bzw. nachzunominieren?

    Die genauen Entscheidungsprozesse kannte ich damals nicht und kann das nicht wirklich beurteilen. Beide waren positionsgetreue Nachnominierungen nach Verletzungen von Weinhold und Dissinger. Kai war damals bester Feldtorschütze in der HBL, von daher sicher eine naheliegende Option. Angesichts der zunächst gewählten Weinhold und Wiede aber auch nachvollziehbar, dass er nicht von Anfang an nominiert war.

    Bei Julius habe ich die Diskussion nicht mehr präsent. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass die Nominierung von Fäth und Dissinger größere Unruhe ausgelöst hätte. Auch Kühn war in der Torschützenliste sehr gut platziert, von daher vermutlich der natürliche Nachrücker.

    Weil die Qualität des 2016er Kaders im Vergleich zu heute hier ja auch schon Thema war: Man sollte sich schon noch mal bewusst machen, dass zwar im Vorfeld Weinhold und Gensheimer die einzigen deutschen Weltklassespieler waren. Dass aber Dissinger und Wiede ein gewaltiges Versprechen auf die Zukunft gaben, das die beiden verletzungsbedingt nie einlösen konnten. Wiede konnte mit der Wahl ins Allstar-Team 2019 seine großen Möglichkeiten noch mal andeuten.

    Es schien jedenfalls 2016 nicht abwegig, dass wir auf Sicht mit Wolff, Gensheimer, Dissinger, Strobel, Pekeler, Wiede und Reichmann (dessen sensationelle Performance in Polen so auch nicht unbedingt zu erwarten war), eine erste 7 haben würden, die auf fast jeder Position zumindest an der Weltklasse kratzt. Bitte noch mal auf der Zunge zergehen lassen: Weinhold wäre nicht zwingend die Nr 1 auf seiner Position gewesen. Und als Nr 3 steht der beste Feldtorschütze der Bundesliga parat. Nur so als Gedächtnisstütze für diejenigen, die beide Kader für vergleichbar halten 🙂

    Also sind wir aktuell erfolglos? Und sollen trotzdem ausgerechnet die an der Spitze der Verantwortung stehende Person nicht diskutieren?

    Da hast du mich erwischt. Evtl ein Freud‘scher Versprecher 🤷‍♂️

    Nun, super erfolgreich sind wir seit 2016 nicht mehr. Da hatte ich auch die Hoffnung auf mehr, zumal mir der Unterschied zu den Topnationen in Sachen Spielerqualität schon mal geringer schien als derzeit.

    Ich fordere auch gar nicht, dass Alfred unbedingt bleiben muss. Aber ich würde zum einen den weiteren Verlauf des Turniers abwarten. Noch bewegen wir uns in einem Korridor, der ein Abschneiden am oberen Limit möglich macht. Zum anderen erwecken viele Posts hier den Eindruck, als ob ein anderer Coach zwingend mehr Erfolg haben würde. Und genau davon bin ich nicht überzeugt.

    Mal eine vielleicht seltsame, aber ernstgemeinte Frage an die Leute, die im Leistungsbereich unterwegs sind/waren: Ist es im Spitzenhandball verpönt, dass z.B. ein RR einfach mal hinter dem VM diagonal einläuft, ohne dass das explizit angesagt wurde? Besonders wenn die Abwehr so weit rauskommt wie gestern.

    Wenn ich dran denke, wie viel Trainingszeit ich mit meinen Mädels dafür aufwende, denen solche Dinge beizubringen, den KL helfe, sich dann richtig zu positionieren, RM und RR zeige, wie sie dann gezielt weiterspielen können usw.

    Klar wird im Jugendbereich viel weniger auf gebundenes Spiel gesetzt, aber den Nationalspielern verbietet doch niemand, einfach mal „was zu machen“, wenn die einstudierten Dinge nicht laufen. Oder liege ich da falsch?

    Mich würde ernsthaft interessieren wer in diesem Forum A.Gislason noch und weiterhin für den richtigen Bundestrainer hält mit dem man den Vertrag verlängern sollte

    Soweit würde ich nicht gehen, aber ich warte mal den weiteren Verlauf der EM ab. Im Unterschied zu vielen (den meisten?) hier habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet.

    Bis ich mit meinen Wurstfingern einen Beitrag verfasst habe, geht die Debatte schon weiter.

    Er meint immer der grosse Star zu sein

    Ich habe dich schon mal kritisiert, weil du bei deiner Knorr-Kritik jedes Mal persönlich wirst. Vielleicht kennst du ihn persönlich und kannst das beurteilen, dann will ich nichts gesagt haben. Glaube ich aber nicht so recht dran.

    Du beziehst dich bei dieser Kritik auf einen klassischen BLÖD-Artikel, der im Fließtext die reißerische Überschrift nur bedingt widerspiegelt. Da würde ich zumindest kurz überlegen, bevor ich dem guten Knorr schon wieder charakterliche Mängel unterstelle.

    Mit der Glorifizierung von Dagur hab ich auch so meine Probleme. Der ist ohne Zweifel ein sehr guter Trainer. Aber nur zur Erinnerung: Er wollte weg, der DHB wollte ihn nicht loswerden. Und 2016? Da hatten wir in erster Linie mal das nötige Wettkampfglück, oder auch Fortune. Nicht unverdient, das haben wir uns damals auch erarbeitet. Aber erinnert euch: Dahmke schlug voll ein, nachdem unser seinerzeit scheinbar einziger Weltklassespieler Gensheimer verletzt nicht dabei war. Häfner und Kühn waren ebenso Volltreffer, vielleicht auch, weil die Gegner die nicht so auf dem Schirm hatten. Waren aber ursprünglich gar nicht nominiert. Mit Strobel hatte Dagur einen klassischen verlängerten Arm auf dem Spielfeld, der ähnlich wie weiland Baur taktische Vorgaben präzise umgesetzt und das Spiel entsprechend gesteuert hat. Wolff war bis zur EM ein guter BuLi-Torwart, zum großen bösen Wolf wurde er erst im Laufe dieses Turniers. Taktisch waren die meisten Gegner nicht gut auf das damals noch neue 7:6 eingestellt. Da kann man Dagur durchaus Innovationsgeist zubilligen. Und schlussendlich standen wir mehrfach am Rande des Ausscheidens, was wir mit Glück und Geschick vermieden haben.

    So läuft‘s eben, wenn eine Mannschaft die Welle trifft. Aber jetzt so zu tun, als man nur den Trainer auswechseln müsste und schon kehrt der Erfolg zurück ist doch fernab jeder Realität 🤷‍♂️

    Warum jammert Gislason eigentlich über Kraftprobleme wenn bei Österreich Hutecek und Bilyk das ganze Turnier durchspielen?

    Ich weiß, dass du Alfred für ungeeignet hältst, aber dabei verlässt du ganz gerne auch mal den Pfad des Sachlichen. Wo hat Alfred gejammert? Nach dem Spiel hat er genau das gleiche gesagt wie du: Wir reden über fehlende Kraft, aber Bylik und Huteczek gehen jedes Spiel über 60 Minuten. So korrekt sollte man das schon wiedergeben.