In meinen Augen kommen in diesem Fall zwei Probleme sehr unglücklich zusammen: Die sportliche Zwangslage am Saisonende und die (wieder einmal) mangelhafte Kommunikationsleistung der HBL.
Zuerst ist ganz klar, dass der übliche Weg bei Spielausfall bzw. -abbruch aufgrund höherer Gewalt eine Spielverlegung bzw. -wiederholung ist. Diese Lösung wird aber am Saisonende oft schwierig bis unmöglich - eine Erfahrung, die im Übrigen viele auch schon in unterklassigen Ligen gemacht haben, wenn eine Mannschaft z.B. wegen einer späten Grippewelle nicht antreten konnte.
Da ist auch für die betroffenen Teams eventuell ein Abwägen von Aufwand und Nutzen zu treffen. Nagelt mich jetzt nicht fest, aber ich meine mich an Fälle in anderen Sportarten (Fußball?)zu erinnern, wo Mannschaften aus dem Urlaub zurückgeholt wurden, um z.B. Relegationsspiele zu bestreiten, die aus unterschiedlichen Gründen kurzfristig angesetzt wurden. Da es hier bei beiden Mannschaften um nichts mehr geht, wäre ein ersatzloses Streichen dieses Spiels mit geteilten Punkten sicher für alle Beteiligten, also auch für die anderen Mannschaften, vertretbar gewesen. In anderen Fällen müsste eine Entscheidung her - notfalls auf Kosten der Nationalmannschaftsvorbereitung oder des Urlaubs oder...
Sollten die Statuten eine solche Entscheidung nicht her geben - es wird ja, ob korrekt oder nicht, hier der Eindruck erweckt, als könne die HBL gar keine andere Entscheidung treffen als das Spiel zum ursprünglich terminierten Zeitpunkt durchzuführen - dann muss diese Lücke geschlossen werden. Solange die Regeln eine andere Lösung nicht hergeben, kann die HBL tatsächlich nicht anders entscheiden - wie zynisch oder ignorant das auch erscheinen mag. Wohlgemerkt, wenn es keine regelkonforme Möglichkeit gibt.
Auch mit einer entsprechenden Regelung, das dürfte klar sein, wird es in vergleichbaren Fällen keine Entscheidung geben, bei der niemand benachteiligt wird. Nicht komplette oder nicht ausreichend vorbereitete Mannschaften, zwei Teams, die alle anderen Ergebnisse kennen und wissen, wie sie spielen "müssen", Einnahmeausfälle oder Zusatzkosten, Unsicherheit bzgl. der Planung für die neue Saison etc. etc. Ganz gerecht wird es nie zugehen.
Auf einem anderen Blatt steht die augenscheinlich wieder einmal mehr als mangelhafte Kommunikation der HBL-Geschäftsführung. Jeder zweitklassige PR-Berater hätte das besser hingekriegt. Darüber hinaus gibt es Fortbildungen, Experten, die man verpflichten kann, Leitfäden und Literatur en masse. Von Dingen wie gesundem Menschenverstand und Einfühlungsvermögen will ich gar nicht erst reden.
Mir ist immer wieder ein Rätsel, wie eine Institution, deren Existenz maßgeblich vom Bild in der öffentlichen Wahrnehmung abhängt, so dilettantisch und mit so wenig Gespür für strategische Kommunikation agieren kann.