Beiträge von immerweiter

    Bemerkenswert fand ich vor allem den Dialog mit Mindens verletztem Spieler (dessen Name ich leider gar nicht verstanden habe). Semrau machte keinerlei Anstalten, seinen Irrtum zu kommentieren oder einzugestehen.
    Semrau: "Hier sitzt Christof Steinert, der normalerweise im rechten Rückraum aufläuft."
    Spieler: "Ne, der läuft sich dort drüben warm."
    Semrau: "Ja, ist doch gut."

    Wenn Thiel auf dem Video genausoviel erkennt wie ich, kann er sich das Anschauen ohnehin sparen ;) Dass aber das angebliche Opfer einen Schlag bestreitet, sollte dann beim Urteil doch eine gewisse Rolle spielen. Andererseits: Recht und Gerechtigkeit? Regeln und gesunder Menschenverstand? Da kanns auch mal zu Differenzen kommen.
    Sollte Müller gesperrt werden, hält sich mein Mitleid allerdings in ganz engen Grenzen. Wer der festen Überzeugung ist, dass zu einem Handballspieler auch gehört, sich Spiel für Spiel wie ein A...loch zu benehmen, den darf es ruhig auch mal zu Unrecht erwischen. Aus dem selben Grund hätte ich neulich auch nichts dagegen gehabt, wenn sich Bruder Michael und Silvio H. aus B. tatsächlich an die Gurgel gegangen wären. Mit etwas Glück hätte ja vielleicht jeder ein blaues Auge davongetragen.
    Wie hat man früher gesagt? Alle in einen Sack und feste druff. Trifft garantiert keinen Falschen ;)

    Man mag das traditionalistisch finden, aber ich bin ein strikter Gegner von Playoffs und anderen Gedankenspielen, die eine Meisterschaft nicht von der Saisonleistung, sondern von Auftritten (und den personellen Möglichkeiten, nicht zu vergessen) an wenigen Spielen abhängig machen. Dafür gibt es Pokalwettbewerbe.
    Sicher sind die finalen zwei Play-Off-Runden vom Vermarktungspotenzial, evtl. auch der Spannung, Zuschauerresonanz, Fernsehen etc. für die beteiligten Teams attraktiv - aber der Rest? Kuckt euch doch mal Eishockey an - die reguläre Saison ist der Kampf um die goldene Ananas. Frauen-HBL? Interessiert bis April keine Sau. Basketball-BL? Hat unterirsische Fernsehquoten.
    Der Erfolg der amerikanischen Vorbilder beruht in meinen Augen auf einer anderen Sportkultur, auf einer viel stärkeren Verquickung von Sport und Entertainment und auf fein austarierten Mechanismen, um innerhalb der dortigen closed shops die Spannung zu erhalten.
    Wenn man vom Fußball etwas lernen kann, dann ein tiefes Misstrauen gegenüber dauernden Modusänderungen. Der Erfolg dieser Sportart beruht in meinen Augen auch darauf, dass in Sachen Spielmodus auf einfache, traditionelle und damit vertraute Lösungen gesetzt wird. Nicht umsonst ist eines der Experimentierfelder der jüngsten Zeit, die Europa-League, das wirtschaftliche Sorgenkind im europäischen Fußball.
    Allerdings würde ich eine Reduzierung auf 16 Klubs auch begrüßen. Alles, was darunter geht, z.B. auch das 12er-Modell von Hereticus, bedeutet den Rückzug aus der Fläche und ist letzlich nichts anderes als das Eingeständnis, eine Randsportart zu sein. Tischtennis lässt grüßen.

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    Es ist ja auch nicht so als ob Dieter Matteschitz sein Vermögen nur für kostspielige Sportverantsaltungen verprassen würde

    Von verprassen kann keine Rede sein. Matteschitz geht zwar offensichtlich nach dem Motto "Klotzen, nicht kleckern" vor, setzt sein Geld aber sehr bewusst für Marketingzwecke ein. Der "normale" Preis, um mit klassischer Werbung die Medienresonanz und Reichweite von Baumgartners Sprung (und natürlich seinem Hauptsponsor) zu erreichen, ist kaum ernsthaft zu beziffern. Man sollte aber von einem Vielfachen der 50 Mio ausgehen, die Red Bull gesetzt hat.

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    Stimmt, ist wirklich höchst erstaunlich, dass Roggisch keine Zeitstrafe bekam! Hat er sich so verbessert - oder lag es mehr an Flensburg?

    Glaubt man ihm selbst (in der vorletzten Ausgabe des handball-magazins, wenn ich mich recht erinnere), dann hat er erheblich an seiner Fitness gearbeitet, durch Training und Ernährungsumstellung einige Kilo Gewicht verloren und kommt deshalb mit seinen Aktionen nicht mehr so oft zu spät - mit entsprechend positiven Auswirkungen auf sein Strafenkonto.

    ich springe oko mal in dem Punkt bei, dass in meinen Augen die Mehrzahl der Beiträge hier schon dem Motto folgt "Ich habe zwar keinen Einblick, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass Volker Zerbe sich jemals am TBV bereichern könnte". Geht mir selbst ja genauso. Zumindest theoretisch könnte die Darstellung des Beirats ja aber auch der Wahrheit entsprechen.
    In diesem Fall darf man nicht unterschätzen, unter welchem Druck der Beirat dadurch stünde. Sollte es so sein, dass das Vorgehen des Beirats weder dem Versuch, eigene Unregelmäßigkeiten zu vertuschen, geschuldet ist, noch einer völligen Fehleinschätzung der Lage entspringt, ergibt sich eine verworrene Gemengelage. Finanzielle Engpässe, eigene (Kontroll-)Versäumnisse, die undurchsichtige Rolle und das negative öffentliche Standing des Finanzgeschäftsführers Holpert samt staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen, der angeblich freiwillige und gesundheitsbedingte Rückzug von Zerbe, dessen Begründung den meisten Leuten vorgeschoben erscheint, die mit einer juristischen Auseinandersetzung verbundene Unruhe und Unwägbarkeiten,...
    Wer da ohne Not das Vereinsidol und die überragende Identifikationsfigur opfert, muss doch verzweifelt, hasserfüllt oder von allen guten Geistern verlassen sein. Wenn es aber stimmt, dass der juristische Weg der letzte gangbare Ausweg war, habe ich für den schlechten Stil des Beirats angesichts des oben beschriebenen Drucks sogar ein gewisses Verständnis.

    Nein. Zumindest im Bereich des Handballverband Württemberg nicht, um korrekt zu antworten. Mit dem Abstempeln bestätigst du ja, dass sich die Spielerin ordnungs- und fristgemäß bei deinem Verein abgemeldet hat und damit in der Lage ist, sich einem neuen Verein anzuschließen. Das ist bei einem Doppelspielrecht ja nicht der Fall, weil sie a) im selben Verein verbleibt und b) weiterhin in ihrer Jugendmannschaft spielberechtigt ist.

    Das war 60 Minuten lang ein hochklassiges Finale. Zwar war das Spiel zur Pause wie das Halbfinale fast schon entschieden. Die Italiener hatten aber nach der Pause ebenfalls sehr gute Szenen, technisch ansehnliche Angriffe und zwei erstklassige Torchancen. Erst nach Thiago Mottas Ausscheiden wurde es vollends langweilig und der Sieg derSpanier fiel dementsprechend auch zu hoch aus. Hätten die Spanier aber im ganzen Turnier so schnell und direkt nach vorne kombiniert, wäre die Diskussion um Tiki-Taka nie entbrannt.

    trotz der neun Punkte haben wir in den letzten Jahren schon deutlich bessere Spiele gesehen, nicht nur gegen Österreich und Aserbaidschan, auch gegen die Niederlande (mit Klose) oder Brasilien (1.Hz mit Gomez 0:0, kicker:"keine Durchschlagskraft im Angriff", 2.HZ. mit Klose 3 Treffer)

    ... und genau da liegt der Hund begraben. Keine Mannschaft tut uns mehr den Gefallen, bei einem Turnier ins offene Messer zu laufen wie eben die Niederlande und Brasilien 2011 oder Argentinien und England 2010. Mit Ausnahme der Spanier werden bei diesem Turnier alle potenziellen Gegner versuchen, aus einer massiven Abwehr schnelle Konter zu setzen.
    Meiner Meinung nach ist die im Vergleich zu den letzten beiden Jahren zurückhaltende Spielweise Ergebnis einer auf diesen Umstand ausgerichteten Änderung der deutschen Taktik. Der alte Hurrafußball war schöner anzusehen, keine Frage, aber das DFB-Team 2012 mit den Griechen von 2004 zu vergleichen ist maßlos überzogen. Ich habe den Verdacht, dass ein Teil der Kritik an Gomez (und an anderen Offensivspielern) genau mit dieser Sehnsucht nach dem Zauberfußball der Quali zu tun hat. Im Übrigen ist Klose lauf- und kombinationsstärker. Ich behaupte aber, dass er in der Vergangenheit nicht unbedingt deswegen gespielt hat, sondern weil er mit großer Zuverlässigkeit seine Tore gemacht hat, wenn´s darauf ankam. Ohne seine exzellente Torquote hätte er sich auf Dauer den Wolf laufen können und wäre trotzdem weg vom Fenster gewesen.
    Ein letztes noch: Nach hinten arbeiten (oder "gegen den Ball", wie man auf Neufußballdeutsch gerne sagt), hat nur bedingt etwas mit dem auftauchen am eigenen Strafraum zu tun. Kluge Leute haben z. B. analysiert (nachzulesen u.a. auf http://www.spielverlagerung.de), dass Gomez, Müller, Özil und Khedira gegen Portugal konsequent die Passwege so zugelaufen haben, dass den Portugiesen meist nur die Spieleröffnung über Bruno Alves blieb - den schwächsten Aufbauspieler in der portugiesischen Defensive. Das war wohl der wesentliche Grund, warum in der ersten Hälfte nicht ein gefährlicher Ball von hinten auf Ronaldo gespielt wurde. Aber ich muss gestehen, dass ich da jetzt auch nur angelesenes Wissen weitergebe ;)

    95% der Zeit steht oder trabt er am Fleck, bewegt sich nicht, spielt nicht mit, steht im Strafraum manchmal sogar anderen im Weg. Der "alte" Klose läuft in 15 Minuten mehr als Gomez in 75 davor, und mit ihm würde das Angriffsspiel vielleicht auch wieder beweglicher werden.

    Erstaunlich, dass sogar den Herrn der Zahlen beim Fußball alle guten Geister verlassen. Während deine Handballstatements dermaßen kenntnisreich mit Fakten und Details untermauert sind, dass ich, vor die Wahl zwischen einer offiziellen Verbandsverlautbarung und deinem Beitrag gestellt, normalerweise dich für glaubwürdiger halte, plapperst du beim Fußball auch einfach mal so daher. Fast schon wohltuend ;)
    Aber im Ernst: Man kann Gomez´ Spielweise kritisieren. Aber es ist schon ein sehr deutsches Phänomen, dass der Schütze des einzigen Tores zum EM-Auftakt gegen einen hochklassigen Gegner zum Dank drei Tage ob seiner geringen Laufleistung auf die Mütze kriegt. Ich wage die Vermutung, dass der gute Mario in den meisten Ländern der gefeierte Held gewesen wäre.
    Wenn man wie ich Gomez vor seiner Bayernzeit jahrelang beim VfB Stuttgart gesehen hat, ist es sowieso völlig rätselhaft, wie man den Mann als faulen Bewegungsdepp verunglimpfen kann. Gomez ist antrittsschnell, körperlich robust, mit einer beidfüßigen exzellenten Schusstechnik und akzeptablem Kopfballspiel ausgestattet. Für einen großen Mann hat er eine ordentliche Technik und anders als immer wieder - so auch hier von dir - behauptet, arbeitet er sehr wohl nach hinten. Beim VfB hat er viele Tore aus Kontern und aus der Tiefe des Spielfelds kommend gemacht. Dass er bei Bayern und in der Nationalelf sehr viel mehr den Strafraumstürmer gibt, hat m.E. taktische Gründe.
    Schließlich: Einen Spieler aus der Startelf nehmen zu wollen, der an vier von fünf Turniertoren beteiligt war, ist, nun ja, sagen wir gewagt.

    Danke für den Link. Ich hatte Name und genaue Umstände längst vergessen.

    Aktuell fasse ich die Variante mit dem (zeitweise) mitspielenden "echten" TW wieder ins Auge. Was im anderen Thread User "Nr. 3 lebt" bemerkte:

    Zitat

    mich haben vor allem die Möglichkeiten fasziniert

    a) wieder Kinder auf der TW-Position glücklich zu machen

    passiert mir nämlich gerade. Mein TW hat keinen Bock mehr aufs Tor. Im Gegensatz zu deiner TW lässt sie aber die Mannschaft nicht hängen, sondern stellt sich wohl oder übel rein. Ich möchte ja aber, dass sie aus Spaß und nicht aus Pflichtgefühl dabei ist. Vielleicht klappt es auf diese Weise. Ich muss nur prüfen, wie viel Trainingszeit ich dieser Variante opfern will und dann mal das eine oder andere Vorbereitungsturnier so spielen. Aber das ist jetzt OT.

    @ Roter Teufel:

    In der Annhame, dass es dir nicht nur noch um pure Besserwisserei oder schlichte Provokation geht, versuche ich eine ernsthafte Antwort.
    Dass es für Wetzlar sehr unglücklich ist, wenn das faktisch uneinholbar bessere Torverhältnis auf einmal nichts mehr wert wäre, ist unbestritten. Ronaldo und andere haben aber schon ausführlich dargelegt, dass die fallweise Bewertung des Torverhältnisses aus praktischen und grundsätzlichen Erwägungen nicht möglich ist.
    Du wirst ja nicht ernsthaft eine Regel formulieren wollen, dass bei jedem Spiel mit unberechtigt eingesetzten Spielern eine unabhängige Kommission prüft, wieviel der betreffende Spieler zum Erfolg beigetragen hat. Im vorliegenden Fall ist es völlig unerheblich, ob Klimo gut, durchwachsen oder erbärmlich gespielt hat. Die Möglichkeit, dass er irgendetwas zum Wetzlarer Erfolg beigetragen hat, reicht völlig aus.

    In der Handballtraining hat vor ein paar Jahren ein Trainer vorgestellt, wie er mit einer grundsätzlich mitspielenden Torhüterin eine ganze Saison wJC erfolgreich bestritten hat. War glaube ich aus NRW. Das habe ich dann auch probiert, weil ich damals eine Torhüterin hatte, die auch auf dem Feld zu den stärksten Spielerinnnen gehörte. Meine Mädels waren allerdings taktisch zu undiszipliniert, um die Überzahl konsequent auszuspielen, so dass sich der Ertrag im Angriff nicht wie gewünscht einstellte. Wir haben jedoch in vier Spielen auch nur fünf Gegentore kassiert, die unmittelbar aus dieser taktischen Maßnahme resultierten. Von daher chapeau für deinen Mut, zumal bei deinen Mädels die psychologische Komponente offenbar eine entscheidende Rolle gespielt hat. Meine konnten sich damals nie so recht mit der "Risikovariante" anfreunden.

    Noch ein paar Varianten, teilweise aus dem Kinderhandball, aber alle schon mit Spaß und Erfolg im Männerbereich eingesetzt:

    Rebound-Variante auf dem Querfeld: Boden-Wand-Boden
    Ein Punkt ist erzielt, wenn ein Bodenpass an die gegnerische Wand gespielt wird (ganze Spielfeldbreite) und den Boden wieder berührt, ohne dass ein Abwehrspieler am Ball war. Abwehr ist auch mit dem Fuß etc. erlaubt. Bei Wandberührung wechselt der Ballbesitz, unabhängig davon, ob der Angriff erfolgreich abgeschlossen wurde.

    Kinderhandball: Turmball
    In jeder Hälfte (Spielfeldgröße an Spielerzahl anpassen, Abstand zu den Außenlinien >3m) stehen zwei kleine Kästen, auf denen je ein Angreifer steht. Ziel ist es, diese mit einem Bodenpass anzuspielen. Bei Punktgewinn wechselt der Anspieler auf den Kasten.

    Ball ablegen
    Das gesamte Spielfeld darf betreten werden. Ball im Tor ablegen gibt 2 Punkte, hinter der Torauslinie 1 Punkt

    Ball durch Beine
    Das gesamte Spielfeld darf betreten werden. Ein Tor wird erzielt, indem der Ball durch die Beine nach hinten geworfen wird, ohne vorher den Boden zu berühren. Es darf mit dem ganzen Körper abgewehrt werden, Fußabwehr oder Foul gibt Freiwurf außerhalb des Wurfkreises. Wenn die Mannschaften sich zu sehr darauf verlegen, das Tor "dichtzumachen", kann man die Anzahl der erlaubten Abwehrspieler im Kreis (=Torhüter) begrenzen.

    Kastenhandball verkehrt
    Handball verkehrt kann man auch mit längs aufgestellten Kastenteilen spielen, passt dann eher zum Querfeld, z.B. in der halben Halle. Tor wird also erzielt, wenn der Ball von hinten über die Wand durch das Kastenteil geht.

    Kombination
    Ähnlich wie 5-Toreball werden mehrere Möglichkeiten, einen Punkt zu erzielen, kombiniert. Z.B. Aufsetzer durch Hütchentor, ablegen auf Matte, Basketball- oder Korbballwurf, Rebound ans Basketballbrett, aufsetzer durch Reifen etc. Wichtig: Tormöglichkeiten übers Feld verteilen, es gibt keine "zugeordneten" Tore, 2x hintereinander ins gleiche Tor oder auch auf die gleiche Art und Weise ist verboten.

    Weitwurf
    Keine Ahnung, wie das Spiel eigentlich heißt. Zwei Mannschaften versuchen, einen großen, schweren Gymnastikball (ähnlich wie ein Pezziball, aber größer, weicher und schwerer; mit sowas haben wir einst im Schulsport Sitzfußball gespielt) an die gegnerische Wand zu werfen. Der Ball wird nicht gespielt, sondern nur zurückgeworfen, d.h. der Ballbesitz wechselt nach jedem Wurf. Der Ball muss von der Stelle geworfen werden, an der er gefangen wurde (2 Schritte Anlauf werden toleriert), darf aber den Boden beliebig oft berühren. Als Wurftechnik hat sich eine Schleuderbewegung bewährt. Das Spiel schult kaum handballerische Fähigkeiten, powert aber total aus und ist eine witzige Ergänzung zu anderen bekannten Spielen.

    Viel Spaß!