Beiträge von immerweiter

    Naja, mit Spinner hat er - glaube ich - nicht die Schiris, sondern die UEFA-Regelkommission (oder so) gemeint, die in der Europaleague mittlerweile fünf Schiris (+ den "4. Mann") antreten lässt. Pappnasen und Amateure war allerdings auf die Schiris bezogen, zumindest auf den Assistenten und den Torrichter. Ich bin zwar der Meinung, dass man manchen in der ersten Erregung abgelassenen Spruch tolerieren sollte, aber das geht natürlich nicht. Da wird wohl auch noch etwas nachkommen...

    Davon abgesehen finde ich es ganz ok, dass nun mal wieder über die Fußballschiris diskutiert wird, während es an der Handballfront recht ruhig ist ;)

    Was heißt eigentlich "pädagogisch" pfeifen? Doch wohl, dass die Unerfahrenheit und fehlende Regelkenntnis der SpielerInnen einkalkuliert wird. In erster Linie bedeutet das für mich, dass ich meine Entscheidungen mündlich erkläre statt nuranzeige, dass ich die zugehörige Regel erwähne ("Du darfst mit dem Ball nur drei Schritte machen") und dass ich manchmal genauere Vorgaben mache als nötig (z.B. "Du musst hier stehen" anstatt "Du musst drei Meter Abstand einhalten").
    In zweiter Linie bedeutet das, dass ich - je nach Könnensstand - auch vier oder fünf Schritte toleriere, eine Fußspitze auf dem Kreis durchgehen lasse oder bei der Dreisekundenregel sehr großzügig bin.
    Auf keinen Fall heißt das, Fouls durchgehen zu lassen, grobe oder unsportliche Fouls nicht zu ahnden oder grundsätzlich keine persönlichen Strafen auszusprechen.
    Ich muss allerdings dazu sagen, dass bei unseren 4+1-Querspielen eine enorme Bandbreite herrscht: Da sind Leute, die mit dem Pass zum Nebenmann völlig überfordert sind, aber auch Mannschaften, die ein richtiges Handballspiel zustandebringen, mit gezielten Abwehraktionen gegen den Ball und gegen den Gegner. Da versuche ich mich dann schon in der Spielleitung anzupassen.

    Es ist nicht gelungen die Konter zu unterbinden, da stellt sich doch in erster Linie die Frage warum.

    Hmh... Zu viele Fehlwürfe? Zu viele Ballverluste? Zu viele präzise dänische Gegenstosspässe, nicht nur von Landin, sondern aus nahezu jeder Abwehrposition? Kurze Orientierungslosigkeit beim Roggisch-Wechsel?

    Spielte alles eine Rolle, aber die einfachste Rechnung bleibt: Vorne drei Tore mehr sind hinten drei Konter weniger :/:

    Aus Sicht eines Trainers war es imho vollkommen richtig von Heuberger, Hens von Anfang an eine Chance zu geben. Wenn es überhaupt noch die Möglichkeit gibt, dass er noch einmal durchstartet, dann muss man ihn jetzt aufs Feld lassen. Ob er dann 22min spielen muss, darüber kann man streiten.
    Trotzdem: Hens´ Heimreise zu fordern ist genauso abstrus wie die Niederlage heute an ihm festzumachen. Wenn Gensheimer, Glandorf, Haaß und Theuerkauf ihre freien Chancen nutzen, gewinnen wir dieses Spiel. Und wer bitte sollte denn Hens im Falle eines Spielertauschs ersetzen? Und kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit Kneer, Herth, Micky Maus oder ähnlich guten Ideen ;)

    In zwei engen Begegnungen das bessere Ende gehabt - das sollte doch Mut und Selbstvertrauen geben, vor alllem einer Mannschaft, die vorher eher als nervenschwach galt.
    Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, dass die Jungs sich gegenseitig raushauen, anstatt sich runterzuziehen. Heute z.B. die bisher ordentlichen Kaufmann und Haaß in der Offensive schwach, dafür der bisher unterirdische Glandorf zumindest zeitweilig brauchbar. Und die Abwehr wird mit so einem Heinevetter (und nicht zu vergessen mit Lichtlein wie im MKD-Spiel) auf einmal auch zum Faktor.

    Mir haben die Schiedsrichter übrigens ganz gut gefallen. Ihre Zeitspieltoleranz ist sicher diskutabel, auch manche Stürmerfoulauslegung. Die meisten Fehlentscheidungen haben sich aber gegenseitig aufgehoben (z.B. Roggisch Zeitstrafe Nr. 2 vs. absichtliches Fußspiel vor dem 21:20). Ein bisschen Heimvorteil darf ja sein angesichts dieser Kulisse (sonst wären wir 2007 auch nicht Weltmeister geworden). Und den abgestandenen Kempa pfeift kurz vor Schluss auch nicht jeder Schiri ab...

    Nana, immer langsam mit den nicht mehr ganz so jungen Pferden. Dass sich die ganz große Ära des französischen Teams dem Ende zuneigt, ist klar, ebenso dass bei dieser EM wohl nicht mehr viel drin ist. Das kann aber beim nächsten Turnier schon wieder anders aussehen. Tröstlich zudem, dass auch eine solche Ansammlung von Weltklassespielern den Ausfall von Karabatic nur bedingt verkraften kann.

    Davon abgesehen haben andere in diesem Forum schon geschrieben, dass man die Ungarn gemessen an ihren Resultaten bei großen Wettbewerben sträflich unterschätzt. Und nicht jedes Team kann einen Fazekas in dieser Verfassung aufbieten...

    Naja, ich finde allerdings, dass sich Christophersen in der NM bisher nur selten für längere Einsatzzeiten aufgedrängt hat. Schön, dass er nun den Entwicklungsschritt, den er in Berlin gemacht hat, auch in der Auswahl zeigen kann. Gestern sehr starkes Spiel und auch gegen Mazedonien schon mit einer guten Leistung. Vor allem hinten ist er eine starke Alternativeim Innenblock.

    Jeder sieht natürlich, was er sehen will - aber bevor man hier seinen Ressentiments schriftlich fröhnt, sollte man vielleicht mal in sich gehen und "skandinavisches Niveau und sportliche Fairness" (O-TON Helmut22) an den Tag legen.

    Danke! Ich muss ja gestehen, dass bestimmte Avatare bei mir Ressentiments wecken (oder sollte ich Aversionen sagen?) Jedenfalls ist mir schon lange ein Rätsel, weshalb ausgerechnet in Sachen sportliche Fairness wieder einmal am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Der andere Kollege mit dem unqualifizierten Geschwafel über "diese Regionen der Welt" (ich erspar´s mir, das Zitat hier rauszusuchen) mag mit seiner simplen Weltsicht ganz gut durchs Leben kommen - dass ich bei diesem Spielverlauf und Ergebnis über den letzten Wurf diskutiere, ist aber weder verwerflich noch gar eine Spezialität der Menschen auf dem Balkan.
    Davon abgesehen wurde das Publikum beim Spiel SRB -DEN vom Kommentator ausdrücklich gelobt, sinngemäß weil es eine Höllenstimmung verbreitete, ohne aggressiv gegenüber den Gegenern zu werden.

    Puuh! Das große Zittern hatte diesmal ein glückliches Ende. Früher hatten wir solche engen Spiele (und einen solchen Jubel nach Spielschluss) in der Hauptrunde bzw. in den K.O.-Spielen gegen Spanien oder Frankreich, heute halt in der Vorrunde gegen Mazedonien. Da sieht man eben, dass wir mittlerweile recht kleine Brötchen backen müssen.
    Sei´s drum. Es ist nicht eingetreten, was ich persönlich für die wahrscheinlichste Variante gehalten habe: Dass nämlich die Mannschaft ein Opfer ihrer Nerven wird. Mal schauen, wie das beim nächsten Mal aussieht.

    Eine Anmerkung zum ARD-Kommentar von Florian Nass: In meinen Augen deutlich besser als der ZDF-Kollege am Sonntag. Mit ungewöhnlich offener Kritik am Bundestrainer ("da fehlt mir die Risikobereitschaft", "bei diesem Spielstand muss man doch mal etwas verändern", "endlich kommt Wienczek, der ja ein ganz anderer Typ ist als Theuerkauf" etc.) Dazu ein schönes und sehr treffendes Zitat: "[Lazarov] kann aus siebeneinhalb Metern frei passen, da muss der doch längst eine auf die Leuchte bekommen". Bingo!

    Ich komme zu einem anderen Fazit. Das deutsche Angriffstaktik gegen die 3:2:1 war stimmig.

    Sehr schön, dass hier auch mal jemand versucht, das deutsche Debakel differenziert zu betrachten. Deine Einschätzung muss man nicht in allen Punkten teilen, aber - bei aller nachvollziehbaren Enttäuschung - hier war mir bisher denn doch zuviel Haudrauf und zuwenig Analyse.

    Man kann bei den deutschen Spielern grundlegende Defizite bemängeln und auch Heubergers (öffentliche) Spielanalyse für etwas schöngefärbt halten. Fakt bleibt aber, dass
    a) bei einer besseren Chancenausnützung das Spiel nach 15min unentschieden oder knapp steht und nicht schon fast entschieden ist, und
    b) kein Trainer in dieser Situation öffentlich Begriffe wie Katastrophe oder Desaster etc. in den Mund nimmt. Täte er das, würde er eine ohnehin verunsicherte Mannschaft noch weiter schwächen.

    Ich bin wie Coach-DM der Meinung, dass die deutsche Mannschaft eine ganze Weile lang die taktisch richtigen Maßnahmen gegen die tschechische Deckung gewählt hat. Allerdings ist auch plausibel, dass

    durch die offene Abwehr ja mehr Druck auf den Angriffsspieler aufgebaut wird und sich dieser Druck in einer größeren Unsicherheit und Nervosität und in Folge dessen in einer geringeren Kaltschnäutzigkeit vor dem Tor niederschlägt.

    Hinzuzufügen bleibt, dass der stärkere Druck auf den Rückraum womöglich viel zum schlechten Entscheidungsverhalten der deutschen Angreifer beigetragen hat.

    Im Vergleich zum Duell FRA - ESP gestern fiel mir vor allem auf, dass auf beiden Seiten zahlreiche Akteure in der Lage waren, mit einer schnellen Aktion 2 oder gar 3 Gegenspieler zu binden und dann den Ball mit hohem Tempo weiterzuspielen, bzw. auf Grundlage einer gut gestellten Sperre selbst erfolgreich abzuschließen. Das sind aber individuelle Qualitäten, die unseren Spielern einfach fehlen. Da sehe ich nicht, was ein BT daran ändern kann.

    Dass Heubergers taktische Maßnahmen in der Abwehr nicht gefruchtet haben, dass mancher Wechsel hätte früher (oder überhaupt) erfolgen können - geschenkt. Aber da verweise ich auf einen Satz, den ich irgendwann einmal hier im Forum gelesen habe. Sinngemäß: "Ein Trainer macht keine Fehler. Er trifft nur Entscheidungen, die sich hinterher als falsch erweisen können."

    Kurz gesagt: Im Falle eines Scheiterns wird Heuberger nicht zu halten sein. Das liegt in der Logik des Leistungssports. Ich sehe aber momentan nicht, wie ein anderer Trainer mit dem vorhandenen Spielermaterial deutlich besser abschneiden will.

    Und abschließend noch ein Wort zu denjenigen, die hier fordern, dann doch lieber mit einer besseren Juniorenauswahl unterzugehen: Denkt vielleicht auch einmal darüber nach, dass ihr damit den jungen Spielern alles andere als einen Gefallen tut. Es ist nämlich ein Riesenunterschied, ob ich als Jungspund mit guten Leistungen "überraschen" kann, oder ob ich als Frischling gegen die Jichas dieser Welt die Verantwortung tragen und die Kastanien aus dem Feuer holen muss.

    Mal ganz davon abgesehen, das es das Spiel nicht wert ist gezeigt zu
    werden (zumindest wenn man die Leistung der deutschen Mannschaft bis
    jetzt betrachtet). Was hat man sich bei Sport1 eigentlich dabei gedacht
    das es wichtiger ist das sich zwei Deppen im Studio über das Dortmunder
    CL-Spiel unterhalten anstatt live ein Frauen-Handball WM-Spiel zu
    übertragen. ?( :wall:

    Das hat mich am Di auch erstaunt, dass sich die beiden "Deppen" für diese journalistische Bankrotterklärung hergeben. Das hatte schon surreale Züge und erinnerte stark an Sketche, in denen eine Fußball-WM mangels Übertragungsrechten mit Handpuppen nachgestellt wird.

    Heute in der Stuttgarter Zeitung: Die Ergebnisse derersten vierAchtelfinals bei der Frauen-WM. Mich haut´s fast vom Hocker. Sollten unsere Mädels etwa gar nicht so schlecht gespielt haben, sondern den künftigen Weltmeister am Rande einer Niederlage gehabt haben? (Russland - Island 29:30) Oder hat ein rätselhafter Infekt die erste Sieben des Afrikameisters flachgelegt, der dann von Korea aus der Halle gefegt wird? (Südkorea - Angola 39:19).
    Immerhin, die beiden anderen Ergebnisse waren korrekt.

    Ich fasse mal zusammen:

    Die - in meinen Augen berechtigte - Kritik speist sich aus zwei unterschiedlichen Quellen. Da sind zum einen handwerkliche Fehler: Zeitraum und betroffener Personenkreis sind unklar formuliert, die Frage, ob jemand auch für lobende Worte belangt wird, bleibt offen. Diese Fehler könnte man unter "Gut gedacht, schlecht gemacht" abhaken. Aber Dilettantismus ist nur eine Seite der Medaille.
    Schwerer wiegt für mich der Vorwurf, das Recht auf Meinungsfreiheit zu beschneiden, um - ja weshalb eigentlich? Um die Schiedsrichter zu schützen? Aus Furcht vor Negativschlagzeilen über das Produkt Handball-Bundesliga? Um den Schutz der Vereinsvertreter vor sich selbst zu erleichtern? Oder um grundsätzlichen Diskussionen über die Frage aus dem Weg zu gehen, ob die Schiedsrichter ein modernes Handballspiel mit dem jetzigen Regelwerk überhaupt zufriedenstellend leiten können?
    Das Recht, seine Meinung zu äußern, ist ein hohes Gut, das allerdings in Deutschland traditionell eher gering geschätzt wird. Nicht umsonst haben alle deutschen Gerichte in dem von Lothar angeführten Fall zuungunsten der Arbeitnehmerin entschieden. Die freie Meinung lässt sich nun mal nicht so leicht teilen. Sie zu äußern, steht auch Leuten zu, die offensichtlich dummes Zeug reden - manche Diskussion hier im Forum liefert dafür einen guten Beleg. ;) Das auszuhalten, gehört zu einer Demokratie dazu.
    Manch einer mag das jetzt für etwas überhöht halten, aber ich finde, Maulkorberlasse dieser Art atmen einen unseligen Geist. Wenn ich meinen Gegenüber als mündigen Mensch und Bürger verstehe, dann muss ich auch mit dem mündigen Trottel und dem hochgradig erregten Mündigen leben können.
    Im übrigen gibt es bereits jetzt Grenzen, die der freien Meinungsäußerung gestzt sind und die in meinen augen ausreichen. Analog dazu hätte man sich bei der HBL z.B. Gedanken machen können, wie man Beleidigungen und unsportliche Unterstellungen ahnden könnte - ob vor, während oder nach einem Spiel.

    Nein, ich bin kein ganz schlauer... aber ich bin Realist genug um die Beweggründe der Sender nachvollziehen zu können. :hi:

    Bei der ganzen Empörung, die du geerntet hast, wollte ich dir beispringen. Meine Zustimmung hast du. Handball im Fernsehen ist ein altes Streitthema, aber bedauerlicherweise halte ich die Fernsehsender und ihre Journalisten auch nicht für ignorant, sondern für halbwegs realistisch. Bei einem Frauenhandballspiel um diese Jahreszeit und ohne Wettbewerbsendrunde reden wir im Normalfall über Quoten an der Messbarkeitsgrenze. Von daher bringen Protestmails bestimmt was - aber erst auf lange Zeit gerechnet, nach dem Bohren ganz dicker Bretter und nach ersten Quotenerfolgen, die weitere Experimente rechtfertigen.

    Dazu eine Anekdote aus dem Männerhandball: Vor Jahren ist Südwest 3 zwei Minuten vor Schluss aus der Liveübertragung eines Frischauf-Spiels ausgestiegen, offiziell aus Rücksicht auf die gemeinsame Programmplanung von SWR und SR. Schwer empört habe ich seinerzeit auch beim Sender protestiert - bis ich erfahren habe, dass die nachfolgende Volksmusik-Sendung, die Anlass für den vorzeitigen Ausstieg war, die zehnfache Quote hatte. Da gehen dir die Argumente aus.

    btw: Glückwunsch an das deutsche Team und den neuen BT. Da scheinen doch wieder attraktive Spiele bei großen Wettbewerben möglich - dann auch wieder mit mehr Fernsehpräsenz.

    Was ich gestern in der zweiten Halbzeit gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. In Sachen Dynamik und Spielwitz habe ich dieses Niveau von den deutschen Damen seit vielen Jahren nicht gesehen. Die Fehlerquote war (zumindest gefühlt) in der Nationalmannschaft früher genauso hoch - bei 30% weniger Tempo. Falls es in Ungarn vielleicht trotzdem nicht reicht, ist das sehr schade. Ich habe das Gefühl, dass aus dieser Mannschaft etwas werden könnte.

    Huch, noch hat niemand geschrieben?

    Ok, dann meine Einschätzung: Mit dieser Angriffsleistung kann das Fazit für FAG nur lauten: Hauptsache gewonnen. Dass es gegen die Wallstädter Deckung schwer wird, war ja klar. Aber die spielerischen Mittel in der 2. HZ waren schon peinlich begrenzt. Gefühlte 300 1-1-Aktionen von Horak, die Spielfeldbreite locker auf 5m verringert, Außen und Kreis vorsichtshalber nicht angespielt - und auf der Bank saß offenbar auch nur der Zeugwart. Noch ist alles offen, aber einen erneuten spielerischen OIffenbarungseid wird sich FAG nicht leisten können.
    Schade für den (TV-)Zuschauer, denn sucht man eine wohlwollende Beurteilung, bleiben einem nur die Attribute intensiv und spannend. Leckerbissen wars leider keiner.

    Es ist schon einigermaßen abstrus (um ein Wort von KTzG aufzugreifen), wie hier versucht wird, mit dem Hinweis auf schwere Straftaten das politische Schicksal von Guttenberg zu beklagen. Der Vergleich wurde schon öfter bemüht. Dessen ungeachtet hinkt er von vorne bis hinten. Resozialisierung ist eine Kategorie des Strafrechts. Ein verurteilter Verbrecher hat nach Verbüßung seiner Strafe das Recht, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren und dadurch ein "normales" Leben zu führen. Das hat nichts damit zu tun, dass sich ein Politiker durch eigenes Fehlverhalten möglicherweise für immer um seine Laufbahn gebracht hat.
    Die strafrechtlichen Folgen für Guttenberg sind vermutlich nicht dramatisch. Wenn es überhaupt welche gibt, gilt für ihn wie für (beinahe) jeden anderen Straftäter: Mit Verbüßung der Strafe wird er deswegen nicht mehr behelligt.
    Auf einem anderen Blatt steht die moralische Ebene. Niemand kann den Menschen vorschreiben, ob sie zu einer bestimmten Person nach deren "Sündenfall" noch Vertrauen haben. Das ist aber für Politiker existenziell. Wenn irgendwann einmal eine Mehrheit in Partei, Wahlkreis, Land oder was weiß ich der Ansicht ist, dass Guttenberg wieder in ein Amt treten sollte, dann wird es zurecht auch so kommen. Aber ein Anrecht darauf hat er nicht, so wenig wie z.B. ein verurteilter Mörder ein Recht darauf hat, nach seiner Strafe sein "altes" Leben wieder zu führen. Das ist mit Resozialisierung nicht gemeint.

    Mir hat der Tatort heute sehr gut gefallen: Ein interessantes, noch unverbrauchtes Ermittlerpaar, sehr gute Schauspieler auch in Nebenrollen, ein ungewöhnlicher, dabei recht spannender Fall. Das war gute Unterhaltung und das Team hat Potenzial.

    Eine schier unerschöpfliche Zitatequelle: Woody Allen

    Mein Liebling:

    Zitat

    "I don't want to achieve immortality through my work. I want to achieve it through not dying."

    Vielen Schülern aus der Seele gesprochen:

    Zitat

    "I had a terrible education. I attended a school for emotionally disturbed teachers."

    Und noch ein zeitloser Klassiker:

    Zitat

    "I'd never join a club that would allow a person like me to become a member."