Beiträge von immerweiter

    Wenn man Olympia als Maßstab nimmt, haben bei diesem Turnier einige Spieler nicht an ihrem Limit gespielt - ob nun aufgrund fehlender Fitness, Krankheit, allgemeiner Formkrise, Überspieltheit oder, oder… ist letztlich egal. Das Paradebeispiel ist natürlich Uscins, aber halt auch nur, wenn man von einem 22-jährigen in quasi jedem Spiel den 11-Tore-Mann aus dem Frankreich-Spiel erwartet.

    Die Arroganz, mit der einige Enttäuschte hier gegenüber dem Bundestrainer auftreten, befremdet mich dann schon. Ganz klar, der blinde Alfred hat als nahezu Einziger nicht mitgekriegt, dass Uscins einen gebrauchten Tag gehabt hat und deshalb nicht gewechselt. Oh Mann! Dass es zu ihm praktisch keine Alternative gab, wird dabei geflissentlich unterschlagen.

    Auf einem anderen Blatt steht vielleicht, dass die beiden Mannschaften, die uns geschlagen haben, einen anderen Handball mit schnellen Pässen, gefährlichen Kreuzungen und starken 1:1-Aktionen, schnörkellosen Pässen an den Kreis oder Abräumen auf Außen als Abschluss gespielt haben.

    Als Außenstehender kann ich nicht einschätzen, ob wir dafür die falschen Spieler haben oder ob Alfred diesen Handball wirklich nicht haben will. Für mich sah es jedenfalls so aus, als ob wir den gleichen Stiefel gespielt haben, der uns 2024 zu großen Erfolgen getragen hat - nur nicht auf dem gleichen Niveau wie letztes Jahr. Plus: Die gegnerischen Deckungsreihen scheinen sich besser auf unsere Angriffsmittel eingestellt zu haben.

    In jedem Fall war Portugal heute der verdiente Sieger. Ohne Andi Wolff wäre das eine klare Niederlage in der regulären Spielzeit geworden. Von daher Gratulation und vielleicht können sie die Dänen ja vor größere Probleme stellen als alle anderen Mannschaften bisher.

    Die deutsche Mannschaft wirkte anfangs ratlos gegen die italienische (Eisenach-)Taktik, sowohl vorne wie hinten. Von daher könnte die hier reihenweise geäußerte Kritik, sie sei von Alfred schlecht oder gar nicht eingestellt gewesen, schon berechtigt sein.

    Andererseits erlebe ich schon die ganze (und eigentlich auch die vergangene) Saison, dass Eisenach mit genau diesen Mitteln zum Erfolg kommt. Vor eineinhalb Jahren konnte man das noch zu großen Teilen dem Überraschungseffekt zuschreiben. Aber ich kann nicht so recht glauben, dass alle Mannschaften, die seither ein Problem mit diesen Systemen haben, von ihren Trainern so gar nicht auf die Eisenacher eingestellt wurden. Das wäre ja ein Offenbarungseid.

    Zudem hat man das ja generell schon oft genug gesehen: Man weiß genau, was der Gegner macht und kriegt‘s trotzdem nicht verteidigt bzw. kann sich im Angriff trotzdem nicht richtig durchsetzen.

    Für mich ist jedenfalls der Schluss „Probleme mit dem System des Gegners = mangelnde Vorbereitung“ nicht so zwingend wie für viele / die meisten hier.

    Ja, das ist eine seltsame Geschichte. Aus den ersten Meldungen ging nicht hervor, dass die Probe schon ein Jahr alt ist. Und auch die erneute Prüfung mit diesmal positivem Ergebnis scheint ja schon Monate her zu sein. Bin gespannt, ob und wenn ja wie sich das aufklärt.

    Sollte sich am Ende herausstellen, dass der Vorwurf auf dünnen Füßen steht, wäre es schon maximal bitter für Martins und Portugal. Umgekehrt wirft eine (rechtssichere) Bestätigung des Vergehens natürlich die Frage auf, wie mit allen in 2024 bestrittenen Spielen umzugehen ist. Allerdings habe ich noch dunkel aus dem Fall Portner in Erinnerung, dass eine Korrektur der Spielwertung nur erfolgt, wenn mindestens zwei Spieler nachweislich gedopt waren (oder so).

    Das ist doch sportartübergreifend die Quadratur des Kreises, nicht nur beim Finale. Die Attraktivität eines Pokalwettbewerbs lebt zu einem guten Teil davon, dass „Sensationen“ überhaupt möglich sind und immer mal wieder vorkommen. Gleichzeitig schmälern Erfolge der Underdogs die Vermarktungschancen bei neutralen Zuschauern erheblich. Also braucht man aus Veranstaltersicht die eine oder andere Überraschung, aber bitte nicht übertreiben. Vor dem Finale / Final 4 sollte dann auch Schluss sein.

    Was also tun? Die Tendenz geht ja in unterschiedlichen Wettbewerben schon seit Jahrzehnten dazu, über Setzlisten, spätere Einstiege der Topteams etc. die Gefahr eines No-Name-Finales zu minimieren. Weil: Die Kommerzialisierung des Sports ist natürlich nicht schön, aber schließlich brauchen wir alle das Geld…

    Ironie beiseite: Den HBW-Fans sei ihr Erlebnis von ganzem Herzen gegönnt. Ich kann aber jeden verstehen, dem der Spaß für Spiele, die zu 90% vorher entschieden sind, zu teuer ist.

    Interessante Analyse. Aus dem Bauch heraus würde ich vermuten, dass der alte Trainer den Umbruch einleiten und moderieren muss, dadurch beschädigt ist, wenn die ersten wichtigen Schritte getan sind, und deshalb ein anderer zum Zug kommt. Und zwar genau dann, wenn die personellen Veränderungen tatsächlich erste Erfolge zeitigen.

    Ist aber wie gesagt durch keinerlei Empirie gedeckt, sondern nur ein Versuch, deine Ergebnisse zu erklären.

    Nein. Im Fußball ist es ja so. Dort darf man erst 6 Monate vor Vertragsende bei einem anderen Club einen neuen Vertrag schließen.

    Ich bin kein Experte, aber in dieser Absolutheit kann das nicht stimmen. Im Fußball ist der Normalfall ja, das Spieler ein Jahr vor Ablauf ihres Vertrags wechseln, um noch eine Ablösesumme zu generieren. Das ginge mit der 6-Monatsfrist nicht.

    Kann aber sein, dass das nur geht, wenn der abgebende Verein einverstanden ist oder den Spieler ausdrücklich als verhandelbar erklärt oder irgendeine andere Voraussetzung erfüllt sein muss.

    Verhältnisse wie dort, würden mein Fan-Dasein sicher beenden!

    Ist o.t., aber mir ist ist nicht klar, wo der gemeinsame Nenner der genannten Fußballvereine liegt. In Heidenheim jedenfalls sind Geschäftsführer und Trainer seit Jahrzehnten am Werk und gemeinsam aus der Ober- in die Bundesliga marschiert.

    Zitat
    1808-ca75104b3c6c21129a6d689ed8eabd1fcfbbc748.jpg Zitat von capitano19 Alles andere als ein deutscher Sieg wäre unter diesen Bedingungen eine Enttäschung. Die Niederlande sind in der ersten Sieben stark besetzt, die Defizite in der Defensive, gerade ohne Kelly Dulfer, aber unübersehbar. Nach den ersten zehn Minuten sollte eine Tendenz schon zu erkennen sein.

    Diesen Beitrag meinte ich !

    Stifler'sMom : Das habe ich gar nicht so verstanden, als sei der Sieg bereits in trockenen Tüchern. Aber vielleicht liege ich da falsch.

    Was mich bei der Diskussion nervt, ist dass offenbar niemand die Regelfrage von bestimmten Spielern trennen kann/will, und man damit zwangsläufig sehr schnell bei bestimmten Teams ist.

    Die Schritteregel ist doch nicht erst seit Gidsel, Gisli oder Magnusson eine Streitfrage. Nur nimmt ihre Bedeutung mit der steigenden Anzahl kleiner, schneller Spieler, die fast immer ins 1:1 gehen (müssen) zu.

    Gleichzeitig ist die, sagen wir mal: eher rustikale, auf hartem Körpereinsatz großgewachsener Spieler beruhende Abwehrarbeit auch nicht erst seit Peke und BamBam ein Thema.

    Schon früher war die Bewertung einer Abwehraktion mindestens zur Hälfte Auslegungssache (ähnlich wie die Frage Offensivfoul ja/nein). Durch die diversen Regeländerungen der letzten Jahre sind nur die Folgen dieser Auslegung größer geworden (2min vs Rot vs Blau).

    Gleichzeitig haben mir viele Schiris unterschiedlicher Leistungsklassen versichert, dass kein Schiri Schritte zählt, sondern den jeweiligen Bewegungsablauf anschaut und dann quasi aus dem Bauch entscheidet. Von daher kann eine auf einzelne Spieler fokussierte Schrittediskussion durchaus auf Dauer erfolgreich sein. Wenn ich auch davon aktuell nichts merke.

    Kretzsches Hinweis auf Gisli damals war, so vermute ich, auch in erster Linie der Versuch, von Gidsel abzulenken, der davor im Fokus stand.

    Eine Regeländerung im Sinne von „da erlaube ich halt 5 Schritte, weil’s eh jeder macht“ ist m.E. Nonsens, weil dann mit der Frage 6 oder 7 Schritte die selbe Diskussion in grün abläuft.

    Zusammengefasst: Dass eine Mannschaft wie der SCM mit diesen Spielern und diesem Stil eher profitiert, wenn die Schritteregel großzügig ausgelegt wird, dürfte doch unstrittig sein. Ebenso, dass der THW (und die Abwehr generell) eher profitiert, wenn körperbetonte Abwehrarbeit nicht so sanktioniert wird. Aber dadurch, dass sich die jeweiligen Fans gleich angepisst fühlen, wenn das Thema überhaupt erwähnt wird, artet das immer schnell in Sandkastenspiele aus. Wer aber wem mit Hilfe welcher Schiris sein Schäufelchen weggenommen hat, wird sich nie so recht klären lassen. Und interessiert glaube ich auch die meisten nicht so wirklich.