Wenn man Olympia als Maßstab nimmt, haben bei diesem Turnier einige Spieler nicht an ihrem Limit gespielt - ob nun aufgrund fehlender Fitness, Krankheit, allgemeiner Formkrise, Überspieltheit oder, oder… ist letztlich egal. Das Paradebeispiel ist natürlich Uscins, aber halt auch nur, wenn man von einem 22-jährigen in quasi jedem Spiel den 11-Tore-Mann aus dem Frankreich-Spiel erwartet.
Die Arroganz, mit der einige Enttäuschte hier gegenüber dem Bundestrainer auftreten, befremdet mich dann schon. Ganz klar, der blinde Alfred hat als nahezu Einziger nicht mitgekriegt, dass Uscins einen gebrauchten Tag gehabt hat und deshalb nicht gewechselt. Oh Mann! Dass es zu ihm praktisch keine Alternative gab, wird dabei geflissentlich unterschlagen.
Auf einem anderen Blatt steht vielleicht, dass die beiden Mannschaften, die uns geschlagen haben, einen anderen Handball mit schnellen Pässen, gefährlichen Kreuzungen und starken 1:1-Aktionen, schnörkellosen Pässen an den Kreis oder Abräumen auf Außen als Abschluss gespielt haben.
Als Außenstehender kann ich nicht einschätzen, ob wir dafür die falschen Spieler haben oder ob Alfred diesen Handball wirklich nicht haben will. Für mich sah es jedenfalls so aus, als ob wir den gleichen Stiefel gespielt haben, der uns 2024 zu großen Erfolgen getragen hat - nur nicht auf dem gleichen Niveau wie letztes Jahr. Plus: Die gegnerischen Deckungsreihen scheinen sich besser auf unsere Angriffsmittel eingestellt zu haben.
In jedem Fall war Portugal heute der verdiente Sieger. Ohne Andi Wolff wäre das eine klare Niederlage in der regulären Spielzeit geworden. Von daher Gratulation und vielleicht können sie die Dänen ja vor größere Probleme stellen als alle anderen Mannschaften bisher.