Michael b: mir ist schon klar, daß Enke Depressionen hatte und dass das sehr wohl etwas anderes ist als burn out. Mir ist auch klar, dass das teils als "Modekrankheit" sicher auch einmal missbraucht wird - gar keine Frage. Gleich ist aber beiden Fällen, dass man sie durchaus ernstzunehmen hat. Beides sind durchaus Zustände die zu massiven persönlichen Problemen führen können.
Deine Sätze wie "Im Moment ist es eher mutig zu sagen, ich bin stark und trotze allen Schwierigkeiten!" oder diese Personen als Weicheier abzustempeln zeugen davon, dass Du bisher wohl noch nicht ansatzweise in so einer Situation warst, oder jemand aus Deinem direkten Umfeld diese Probleme hatte - sei froh. Gleichzeitig sind solche Aussagen aber auch eine schallende Ohrfeige für die Betroffenen und ich kann nur hoffen, dass Du im Arbeitsleben kein Chef von irgendwelchen Arbeitnehmern ist, der diesen bei wirklichen Krankheiten Begriffe wie Weicheier um die Ohren haut... damit wars das in der Diskussion für mich aber auch - ist mir eigentlich zu dämlich und unverbesserlichen Hardlinern müßte man fast schon mal wünschen, daß sie diese Situation selber erleben, damit sie mal erleben wie sie sich dann fühlen...
zu kuestentanne noch: Du hast schon Recht - der Begriff Burnout wir leider schon recht schnell mißbraucht. Die Diagnose AD(H)S wurde auch einige Zeit fast inflationär benutzt. Das hat aber auch mit Ursachenforschung und Aufklärung zu tun und wird sich meiner Meinung nach stetig verbessern. Gerade bezüglich AD(H)S habe ich neulich erst gehört, dass man davon ausgeht, dass man diese sehr allgemeine und eigentlich recht grobe Diagnose mittelfristig eher konkretisieren und in unterschiedliche Krankheitsbilder differenzieren wird. Ich denke eine vergleichbare Entwicklung wird es auch im Bereich Burnout geben.