Herr Weber, wie stinkig sind Sie auf die MT Melsungen?
Nikolai Weber: Ich bin ganz entspannt. Ich hatte schon viel über Melsungen gehört. Einiges hat sich jetzt bewahrheitet, von daher bin ich nicht verwundert. Die Verantwortlichen haben sich geärgert, dass ich nicht gleich gekommen bin. Für mich stand aber von vornherein fest, dass ich bis Saisonende in Wetzlar bleibe. Nun hat Mario Kelentric auf Wunsch von Barbara Braun-Lüdicke (Aufsichtsratsvorsitzende, Anm. der Red.) verlängert, ein weiterer Torwart soll kommen. Als ich dort unterschrieben hatte, hieß es, dass ich und ein neuer Keeper in die Saison 2011/2012 gehen. Nun sieht es schlecht für mich aus. Natürlich könnte ich meinen Vertrag antreten, aber es ist die Frage, ob das sinnvoll ist. Ich will spielen und mich mit 30 Jahren nicht auf die Tribüne setzen.
Welche Rolle spielt Ihr Ex-Trainer Michael Roth, der im Oktober von Wetzlar nach Melsungen ging?
Weber: Als ich mit den Verantwortlichen in Melsungen gesprochen hatte, war von Michael Roth noch keine Rede. Dass er dort neuer Coach wurde, war eigentlich gut für mich. Ihm sind aber wohl die Hände gebunden. Er schiebt immer Frau Braun vor. Die scheint die treibende Kraft zu sein. Ob das tatsächlich so ist, weiß ich natürlich nicht.
Wie geht es nun mit Ihnen weiter?
Weber: Ich bin in der glücklichen Lage, dass einige Vereine in der Bundesliga einen Torwart suchen. Zum Beispiel Großwallstadt oder Gummersbach. Von daher habe ich einige Angebote. Allzuweit weg von Mittelhessen sollte mein neuer Club allerdings nicht sein. Deswegen spreche ich ja auch mit Wetzlar. Am liebsten würde ich bleiben. Aber die HSG hat mit Nikola Marinovic und Milos Hacko für die kommende Saison zwei Torhüter. Ich denke, in dieser Woche entscheidet sich alles.