Beiträge von Peter2000

    Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung.

    Mit jedem weiteren Spiel der Deutschen denke ich mehr und mehr darüber nach, mir diesen Satz für die Ewigkeit einzurahmen.

    Eigentlich wäre es Zeit für eine Entschuldigung für diese Unterstellung. Nichts hat sich an den in den Brasilien-Spielen gezeigten Defiziten geändert.

    Deutschland gegen Italien - vom Ranking her ist das vergleichbar mit einem Spiel des Deutschen Meisters gegen einen potenziellen Absteiger aus der Zweiten Liga. Und was macht Deutschland? Spielt selbst wie ein Zweitligist.

    endlich mal mehr über Außen, aber die Quote stimmt nicht

    Das darf man aber differenzierter sehen. Links 3/4, rechts 4/7. Mit insgesamt 4 von 5 hat Mertens zumindest in diesem Spiel im Angriff ordentlich performt. Kastening mit 3 von 4 aus dem Feld und dasselbe von der 7m-Linie. Das passt auch. Zerbe dagegen mit 1 von 3. Das war zu wenig.

    4 von 5 Strafwürfen insgesamt getroffen und Wolff 4 von 5 pariert, das war einer der wenigen Lichtblicke in diesem Spiel.

    Wenn ich mir das gegurke anderer Mannschaften, die unsere Viertelfinalgegner werden können anschaue, verstehe ich nicht, wie man unsere Spieler oder unsere Spielweise so kritisieren kann.

    Und wenn ich mir die Strohhütten in Afrika oder die der indigenen Völker in Südamerika so anschaue, verstehe ich nicht, warum so viele Menschen nach unserer Lebensweise streben. Deiner Logik nach sollten doch alle mit dem Status quo zufrieden sein.

    Wie viele andere hier tiefgründiger als du analysiert haben, geht es darum, das vorhandene Potenzial auszureizen und sich weiterzuentwickeln. Nur falls es einige vergessen haben: Deutschland hat den weltgrößten Handballverband. Wir haben 736.000 Mitglieder. Das "unerreichbare" Dänemark kommt gerade einmal auf 108.000. Da darf man andere Ansprüche stellen.

    Und wie bringt es uns weiter, wenn man sich permanent alles schön redet?

    Gegen jede andere Mannschaft geht man mit 18 Toren normalerweise mit einer Führung in die Halbzeit oder ist zumindest auf Tuchfühlung dran. Wir lagen aber 6 Tore hinten. Und das nicht weil wir reihenweise technische Fehler produziert haben, sondern im Gegenzug gleich wieder ein Gegentor gefangen haben.

    Deutschland in HZ1 mit 6 technischen Fehlern, 3 davon wurden zu Gegentoren. Dänemark mit nur 2 technischen Fehlern, wodurch 1 Tor für Deutschland raussprang.

    Dazu kamen weitere 4 Angriffe Deutschlands, bei denen der Ball nicht aufs gegnerische Tor ging, Dänemark auch hier nur mit 2.

    Am Ende stehen dann halt 24 kassierte Tore und 5 Paraden bei Deutschland. Auch die Dänen hatten in HZ1 nur 5 Paraden.

    Nielsen bekam bis zum 9:7 keine Hand an den Ball, entschärfte dann aber hintereinander 2 Würfe von Knorr, denen noch ein technischer Fehler von Uscins vorausging. Dänemark auf der anderen Seite ohne Fehler und schon stand es 12:7. Das war die erste unglückliche Häufung von Fehlern, die im weiteren Verlauf halt richtig weh taten.

    Ich finde wir sollten alle mal positiver in die nächsten Spiele gehen. Lieber gegen gute gegner sich einen abwürgen, als gegen Chile oder Kapverden mit 20 Toren und dem Busfahrer gewinnen. So wurden wir gefordert und sind im Wettkampf Modus.

    Jeder hat jetzt die richtige Einstellung und alle haben ein Bild von dem Schiri Fokus bei dieser WM.

    Ich denke wir fangen uns und werden uns in der Hauptrunde souverän für das VF qualifizieren.

    Ich muss bei solch grenzenlosem Optimismus immer an die Anfangsszene von Mars Attacks! denken, als die Leute jubelnd die Aliens begrüßt haben.

    Gidsel hat es doch wunderbar gesagt:


    In Dänemark feiern es die Leute auch, wenn Spieler mal außergewöhnliche Sachen probieren und wenn sie dann schiefgehen, ist es kein Problem.

    Das wäre hier in Deutschland ganz anders...

    Natürlich feiern die Leute. Interessant wäre die Feststellung, ob sie das auch noch tun, wenn die Mannschaft über einen längeren Zeitraum nur noch Blumentöpfe gewinnt. Sich mit Dänemark zu vergleichen, ist angesichts der Erfolge dieser Mannschaft denkbar ungünstig.

    Gestern schrieb hier jemand ( glaub Arcosh ) von Markus Baur.

    Also ich konnte dem beim Handball nicht zuschauen, da passierte ja absolut nichts außergewöhnliches sondern es wurde stramm und aalglatt "nach Linie" gespielt.

    Bin immer vor Freude aufgesprungen, wenn dann mal endlich Mimi Kraus übernehmen durfte.

    Ohne die Genialität von Kraus wären wir NIEMALS 2007 Weltmeister geworden.

    Es ist legitim, sich über ausgefallenes Spiel zu erfreuen. Manche bewundern auch Leute, die ihren Namen tanzen können. Mir persönlich wäre es wichtiger, wenn die tanzende Person damit etwas Produktives erreicht.

    Der Handball in Deutschland braucht Aufmerksamkeit, um neue Mitglieder zu gewinnen. Wenn du jetzt mit Zahlen um die Ecke kommen kannst, dass die Wirkung in der Öffentlichkeit durch Pirouetten höher ist als durch Titel, dann fange ich umgehend damit an, Werbung für Tanzelemente auf der Handballplatte zu machen. Bis dahin bleibe ich aber bei der bisherigen Mehrheitsmeinung, dass wir Titel brauchen, um den Sport als attraktiv für den Nachwuchs zu machen.

    dieses Jahr ist es Köster

    Nein. Köster war es auch schon bei der EM 24 und bei Olympia 24. In beiden Turnieren lagen die Quoten nur knapp über 50 %.

    Was ich sehr positiv finde ist die mittlerweile vorhandene Breite des Kaders und eben, dass nicht alles rund laufen muss um dann doch zu gewinnen, auch wenn die höhe gestern nicht ganz das Spiel widerspiegelt.

    Es muss nicht alles rund laufen, wenn die Gegner ihren Teil dazu beitragen. In einem Spiel gegen einen ebenwürdigen Gegner fällt die Bewertung sicherlich anders aus, wenn die Mannschaft durch vermeidbare Fehler ein positives Resultat verpasst.

    Aber mit welchen Spielern wäre denn die Wahrscheinlichkeit einer Abschlussquote nahe 100% für dich am realistischsten?

    Niemand redet von 100 %. Und deshalb würde ich die Frage auch zurückgeben: Warum halte ich im Angriff an einem Spieler fest, der übers komplette letzte Jahr bewiesen hat, dass er nicht über die 50 % kommt?

    Hast du eine Glaskugel?

    Und hat Uscins nicht von Anfang an gespielt?

    Herrlich, wie hier argumentiert wird - die deutschen Spieler scheinen wohl absichtlich die Hochkaräter auszulassen. :verbot:

    Gib doch einfach deine Namensliste der Spieler rüber, die alle Großchancen netzen - ich gebe sie dann direkt an Alfred weiter

    Hier geht es um Wahrscheinlichkeiten. Und da gehört vor allem ein Köster für mich nicht in den Angriff, wenn ich Leute auf der Bank habe, die 5/5 reinmachen. Und auch zu Knorr wurde hier schon einiges geschrieben.

    Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung.

    Diesen Satz hatte ich (neben Aussagen einiger anderer User hier) die erste Halbzeit immer wieder vor Augen. Ich hoffe doch, dass da der ein oder andere unter seinen Sessel gerutscht ist, als die Deutschen zu Beginn nahtlos an das Brasilien-Spiel anknüpften.

    Solche Starts braucht es nicht. Zumindest nicht gegen den vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe. Die Großchancen gehören ins Tor, dann spielt es sich auch entspannter. Ansonsten kann dieses Verballern auch eine Eigendynamik entwickeln, die man nicht mehr korrigieren kann.

    In HZ 1 betrug die Trefferquote knapp 58 % (11 Fehlwürfe bei 26 Versuchen), in HZ 2 77 % (6 Fehlwürfe bei 26 Versuchen). Macht in der Summe 67 %.

    Neben den ausgelassenen Hochkarätern waren da vor allem in HZ 1 einige Würfe dabei, bei denen wahrscheinlich nur der Werfer eine Chance erkannt hat. Und das völlig ohne Not. Da fehlte der Wille, Angriffe sauber auszuspielen und geduldig auf die echte Chance zu warten. Das mag gegen Polen und die anderen Vorrundengegner noch funktionieren. Zur Hauptrunde sollte man das abstellen.

    Legt man den Mantel des Schweigens über die erste Halbzeit, war es am Ende ein versöhnliches Ergebnis. Ob es nun primär an Knorrs Verletzung lag oder daran, dass die Polen kräftemäßig nachließen, darüber kann man diskutieren. Am Ende ist es ein Zusammenspiel einer sehr großen Anzahl von Faktoren. Wichtig wäre es, für die relevanten Spiele die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu Beginn das Personal auf die Platte zu stellen, das seine guten Wurfchancen auch nutzt.

    Wer nochmal lesen möchte, was der Bundestrainer nach dem Spiel sagte: https://www.handball-world.news/artikel/gislas…-sorgen-1081316

    Vor dem Fernseher zu sitzen und so zu tun, als wäre nichts passiert, ist eine Sache. Wenn aber selbst der Trainer von der Mannschaft negativ überrascht wird, zeigt das doch ein anderes Bild.

    Und nicht nur die Brasilianer konnten aus dem ersten Spiel ihre Schlüsse ziehen. Auch die Deutschen hatten die Möglichkeit, sich besser auf ihren Gegner einzustellen.

    Es gibt hier seit Jahren gewisse User, die nur provozieren wollen und wenn jeder es so machen würde wie ich, könnten sie sich mit sich selbst austauschen. Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung.

    2,4 Millionen Zuschauer haben sich gestern angesehen, wie sich Deutschland völlig unnötig gegen Brasilien abmüht. Wenn man das Spiel als de facto überflüssig betrachten soll, dann sollte man so ein Gegurke auch nicht im Fernsehen zeigen. Nicht jeder Zuschauer wird die Fachahnung haben, die manche hier im Forum für sich in Anspruch nehmen. Und ganz offensichtlich war im Vorfeld auch der Bundestrainer der Meinung, seine Mannschaft würde anders auftreten.

    Was hier salopp als "ist doch nur ein Testspiel" abgetan wird, ist, wenn man propagiert, die Spieler hätten die nötige spielerische Klasse, eine mangelnde Einstellung zum Spiel. Ich habe über Jahrzehnte selbst aktiv erlebt, dass Mannschaften, die Testspiele und -turniere ernst nehmen, in der Regel auch im Punktspielbetrieb besser auftreten. Und trotz der von den Trainern in solchen Spielen geforderten Disziplin haben auch diese Spieler Spaß am Spiel.

    Die Mannschaft ist im Stamm eingespielt.

    Und verballert in HZ1 trotzdem eine Großchance nach der anderen.

    Mit dem Spiel heute hat man sich keine neuen Fans gemacht. Daran ändert auch der Galgenhumor der Kommentatoren (Crunchtime können wir) nichts.

    In anderen Sportarten hätte man die Frage gestellt, ob die Mannschaft gegen den Trainer spielt. Vor allem, wenn man sich die Aussagen Gislasons vor dem Spiel nochmal anhört. Er hatte ja offensichtlich wirklich die Vorstellung, die Stammformation würde dieses Spiel sicher schaukeln. So gesehen, war das, was geliefert wurde, über lange Zeit eine Bankrotterklärung.

    Das Gute ist: Mit dem Spiel sind meine Erwartungen für die WM massiv gesunken. Da kann es eigentlich keine Enttäuschung mehr geben,

    Bis wann müsste eigentlich aus dem Einspruch ein Protest gemacht worden sein?

    Den Begriff "Protest" gibt es so im Handball meines Wissens nach gar nicht. Umso erstaunlicher, dass auch Fachmedien diesen verwenden.

    Der Mannschaftsverantwortliche muss unmittelbar nach dem Spiel den Einspruch einlegen, was im Spielbericht vermerkt wird. Dabei ist bereits der Einspruchsgrund mitzuteilen und zu notieren. Und das war es dann auch schon für die Mannschaften. Einfach nur zu sagen "Ich lege Einspruch ein" funktioniert nicht.

    Wenn im Spielbericht noch Berichte vom Kampfgericht angekündigt wurden, dann müssen diese binnen drei Tagen an die spielleitende Stelle gesendet werden.

    Eventuell kann die spielleitende Stelle weitere Stellungnahmen einholen. Beim Vorwurf eines spielentscheidenden Regelverstoßes durch die Schiedsrichter sehe ich hier aber keine Basis, die Mannschaft nochmal zu befragen. Maximal wird man von den Schiedsrichtern einen Bericht anfordern, wenn es nicht schon mangels Substanz abgeschmettert wird.

    Laut DYN Einspruch wegen des angeblichen Tores (das keines war, und Tatsachenentscheidung war‘s sowieso).

    Sind die Verantwortlichen bei Berlin wirklich so blöd, dass sie deswegen einen Einspruch einlegen wollen? Das Ding hat null Chance auf Erfolg, da es die Regeln überhaupt nicht hergeben. Selbst wenn der Ball wirklich drin gewesen wäre, wäre die dann falsche Entscheidung der Schiedsrichter immer noch "korrekt" im Sinne von nicht anfechtbar. Denn sie hätten dann immer noch die richtige Regel (§9 Torgewinn) angewendet und nur aufgrund ihrer Wahrnehmung nicht auf Tor entschieden. Eine falsche Beobachtung/Bewertung ist nicht anfechtbar.

    Der Atemlose ist neben dem natürlichem Leistungsabfall wegen des fortschreitenden Alters auch noch wegen der langen Bankzeiten zusätzlich eingerostet.

    Die Bankzeiten hatte Weber aber letzte Saison auch. Und wenn man beide mit ihrer Performance in dieser Saison vergleicht, dann hat Weber in der Vorbereitung alles richtig gemacht (mal davon ausgehend, dass die Verletzungen einfach nur Pech sind). Nur was ist mit Damgaard? Hatte der nicht auch im Sommer genug Zeit?

    Letzte Saison hätte doch fast niemand einen Cent darauf gewettet, dass bei Weber der Knoten noch einmal platzt. Dafür wurde immer wieder die (theoretische) Leistungsfähigkeit von Damgaard hervorgehoben. Nur glaubt ernsthaft noch jemand, dass er zu alter Stärke zurückfindet?