Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung.
Diesen Satz hatte ich (neben Aussagen einiger anderer User hier) die erste Halbzeit immer wieder vor Augen. Ich hoffe doch, dass da der ein oder andere unter seinen Sessel gerutscht ist, als die Deutschen zu Beginn nahtlos an das Brasilien-Spiel anknüpften.
Solche Starts braucht es nicht. Zumindest nicht gegen den vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe. Die Großchancen gehören ins Tor, dann spielt es sich auch entspannter. Ansonsten kann dieses Verballern auch eine Eigendynamik entwickeln, die man nicht mehr korrigieren kann.
In HZ 1 betrug die Trefferquote knapp 58 % (11 Fehlwürfe bei 26 Versuchen), in HZ 2 77 % (6 Fehlwürfe bei 26 Versuchen). Macht in der Summe 67 %.
Neben den ausgelassenen Hochkarätern waren da vor allem in HZ 1 einige Würfe dabei, bei denen wahrscheinlich nur der Werfer eine Chance erkannt hat. Und das völlig ohne Not. Da fehlte der Wille, Angriffe sauber auszuspielen und geduldig auf die echte Chance zu warten. Das mag gegen Polen und die anderen Vorrundengegner noch funktionieren. Zur Hauptrunde sollte man das abstellen.
Legt man den Mantel des Schweigens über die erste Halbzeit, war es am Ende ein versöhnliches Ergebnis. Ob es nun primär an Knorrs Verletzung lag oder daran, dass die Polen kräftemäßig nachließen, darüber kann man diskutieren. Am Ende ist es ein Zusammenspiel einer sehr großen Anzahl von Faktoren. Wichtig wäre es, für die relevanten Spiele die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu Beginn das Personal auf die Platte zu stellen, das seine guten Wurfchancen auch nutzt.