Polemischer Bullshit. Es gibt auch gut reibungslose Einführungen.
Ansonsten wird hier diskutiert als ob die Welt untergeht.
Dafür, dass du am Anfang dieses Threads auch mit Nichtwissen geglänzt hast, lehnst du dich nun aber richtig weit aus dem Fenster. Es gibt Nutzer hier im Forum, die dir bei Interesse bestimmt eine Bierkastenwette unterbreiten würden.
Ich habe in unserem Verband die Einführung von nuLiga erlebt, davor SIS und davor gab's noch ein System. Da waren sogar Leute involviert, die zu DDR-Zeiten berufsmäßig damit beschäftigt waren, erschnüffelte Daten zu managen. Nichts davon hat problemlos funktioniert. Besonders der nuLiga-Start war enttäuschend, obwohl das System anderswo bereits im Regelbetrieb lief und damit eigentlich "nur" ein neuer Verband hinzukam.
"Muss man nur skalieren" ist pure Theorie. In der Praxis merkst du erst im Regelbetrieb, an was die Entwickler alles nicht gedacht haben. Da helfen auch 500 Tester nichts. Bei nuLiga hatte man theoretisch auch Kenntnis davon, wann wie viele Spiele stattfinden. Trotzdem sind die Server abgeschmiert. Was bei 100 Vereinen noch funktioniert, kann bei 200 scheitern. Und da reicht unter Umständen kein "billiges" Skalieren mehr, sondern da muss über eine grundlegend andere Architektur nachgedacht werden.
Ich habe schon mit Web- und Programmentwicklern am Tisch gesessen. Alle haben dir das Blaue vom Himmel versprochen und sind am Ende doch daran gescheitert, dass sie mit den Eigenheiten einer Firma nichts anfangen konnten. Da hat es nicht gereicht, ein Produkt von der Stange zu verkaufen. Die Firma hatte Eigenschaften, die berücksichtigt werden mussten. Und da stießen die Entwickler an ihre Grenzen. Nicht, was die technische Umsetzbarkeit anging. Aber sie haben sich die Aufgaben viel simpler vorgestellt.
Von Leuten, die in ihren Firmen für die Einführung von SAP verantwortlich sind, hört man gern, dass sich nicht SAP an die Firma, sondern die Firma an SAP anpasst. Ist Handballdeutschland bereit, sich an ein (ursprünglich) spanisches System anzupassen oder kann dieses problemlos an die deutschen Eigenheiten angepasst werden? Der DHB umfasst über 4.200 Vereine bzw. über 21.000 Mannschaften, mit insgesamt 790.000 Mitgliedern. Wenn sich wirklich jeder persönlich im System anmelden muss, sind das 790.000 potenzielle Fehlerquellen.
Was für mich ebenfalls relevante Faktoren sind: Die Sprachbarriere und die Lebensmentalität. Dass die Spanier es generell etwas lockerer sehen, ist Fakt. Wie sich das mit dem Bürokratiedenken verträgt, welches auch den deutschen Handball beherrscht, werden wir sehen.
Und deshalb steht für mich fest: Nur weil ein System in einem anderen Handballland funktioniert, ist das kein Garant dafür, dass es mit den Gegebenheiten hierzulande klarkommt. Wer gern Zweckoptimismus verbreiten will, kann das gern tun. Aber hier mit "Bullshit" zur argumentieren, ist einfach nur billig.