Je mehr ich hier lese, umso mehr erkenne ich Parallelen zur Firma, für die ich noch arbeite. Fast alles, was sich da die Chefetage in den letzten 15 Jahren an Consultern und IT-Dienstleistern angelacht hat, ist gescheitert. Die Firma ist nicht groß, in gewisser Weise aber trotzdem fast einzigartig. Und dann kommen die "Profis" und malen ihre Visionen an die Wand, basierend auf 5 Minuten Recherche. Die wollten/sollten für uns Marketing und Verkauf übernehmen, ohne jemals einen Fuß in die Firma gesetzt zu haben. Jedem, de hier gearbeitet hat (außer den Chefs) war klar, dass das nicht funktionieren wird. Hat es auch nicht. Ein neues System fürs Kundenmanagement - hat viel Ressourcen gekostet, am Ende nichts gebracht. Kunden hinterherzutelefonieren, ohne sich inhaltlich mit ihnen austauschen zu können? Netter Zeitvertreib für den Consulter, aber finanziell null Mehrgewinn. Inhalts- und SEO-Optimierung der Homepage? Ja, jetzt fehlen (aus unserer Sicht relevante) Inhalte, mehr Kunden bringt es trotzdem nicht. Wie auch, wenn keiner erst einmal eine Marktrecherche durchführt, ob es überhaupt einen Mehrbedarf gibt? Aber mit sowas könnten die Consulter einem ja nicht über Jahre Geld aus der Tasche ziehen. Ein von außen wahrnehmbares Firmenprofil mit Wiedererkennungswert schaffen? Wie, wenn sich niemand die Arbeit macht, hier mal reinzuschauen...
Mein Highlight war aber ein Typ, der per Zufall von Kollegen erfahren hat, dass wir auf der Suche nach einem neuen Managementsystem sind. Es gab da auch gut Passende auf dem Markt. Er hat natürlich seine Chance gerochen und sofort gemeint, das könnte er viel besser und billiger. Er hat dann auch mal 5 Minuten recherchiert und natürlich gleich Argumente gegen die fertigen Lösungen gefunden. Was er dann präsentierte und was auch bestellt wurde, war im Nachhinen betrachtet einfach nur Müll. Ein vom Handling und Design her in den frühen 2000ern festhängendes CRM sollte, ohne das System selbst zu erweiteren, Warenwirtschaft und Labormanagement mit abbilden. Wir als Firma haben da bis zum Abbruch ein Vielfaches an Zeit und Energie reingesteckt als der Laden, der es eigentlich gebrauchsfertig liefern wollte. Da war stellenweise überhaupt kein Verständnis für bestimmte Arbeitsweisen, die das System hätte abbilden müssen. Und das, obwohl der Chef der Firma im Kennenlerngespräch damit glänzte, dass er mal was in der Richtung studiert hat, in der wir aktiv sind.
Im Fall DHB/Sportheads scheint es so zu sein, dass Sportheads noch kein vergleichbares Projekt begleitet hat. Dafür glänzt die Homepage aber mit bekannten Namen. Auch da erkenne ich Parallen zur täglichen Arbeit.
Ich bin heilfroh, dass ich mich derzeit nicht mit den Problemen rumschlagen muss, verstehe aber jeden, der hier verzweifelt oder enttäuscht ist. Leider zeigt der DHB damit erneut, warum der Handall nur Best of the Rest ist. Das einzig Gute: Außerhalb der Bubble wird den Ärger kaum jemand wahrnehmen. Solange der Spielbetrieb stattfinden kann und die Fans wissen, wann sie in die Hallen kommen müssen, bleibt der Schaden intern.