Beiträge von Peter2000

    „Kreisab“ hat sich mit dem letzten Tor beschäftigt. Episode 453, ab 12:00.

    Auszüge:

    „In der Halle war die Sirene eindeutig vor dem Wurf!“

    und

    „Ich hab da eigentlich mittlerweile auch gar keine Lust mehr zu, jede Woche drüber zu sprechen. Aber man muss es halt machen, damit sich vielleicht irgendwann mal was ändert. Aber so, wie’s jetzt ist, kann es nicht weitergehen.“

    Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben: Ab welcher zeitlichen Abweichung zwischen Sirene und Spielzeit würde man akzeptieren, dass schlichtweg die Sirene falsch ging?

    Zur zeitlichen Wahrnehmung in der Halle: Das offizielle Dyn-Video zeigt zweifelsfrei, dass der Ball die Hand bereits verlassen hat, bevor die Sirene ertönt.

    Wie bereits gesagt, bewegen wir uns hier im absoluten Grenzbereich der Genauigkeit. 100 Millisekunden Zeitdifferenz zwischen Bild und Ton nehmen die allermeisten Menschen überhaupt nicht mehr wahr bzw. das Gehirn gleicht das aus. Das Gehirn kann dabei sogar soweit manipulieren, dass es die Wahrnehmung an die eigene Erwartungshaltung anpasst. Rheiner , du klammerst dich an die Berichte, die deiner Vorstellung entsprechen. Heißt das, dass diejenigen, die hier im Forum schreiben, dass sie vor Ort waren und einen anderen Ablauf gesehen haben, lügen?

    Ich meine: Setz' 100 Menschen so einem zeitlich knappen Ereignis aus und du bekommst 100 verschiedene Antworten, wann was passiert ist.

    Entsprechend der VAR-Regeln ist für die Schiedsrichter die Spielzeit entscheidend, die in den VAR-Bildern eingeblendet wird. Diese kommt über Umwege von der offiziellen Zeitmesseinrichtung und ist bindend. Unterschiedliche Latenzen können sich da aufsummieren, die 100 oder vielleicht auch 200 ms, von denen wir hier wahrscheinlich reden, scheinen durchaus realistisch erreichbar zu sein. Hier stellt sich dann auch die Frage, wie viel Geld die HBL, die Vereine und alle anderen Beteiligten in die Hand nehmen sollen, damit so ein Fall, der alle x Jahre einmal auftritt, abgefangen werden kann. Rheiner , du forderst "Fotofinish-Qualität". Hast du eine Ahnung, was das kosten würde? Die HBL hat 18 Vereine, also müssten mindestens 18 Hallen mit entsprechender Technik ausgestattet werden, die auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt ist.
    Der Wert von Usain Bolt lag für Puma bei etwa 250 Mio. €. Die Technik, die seine Rekorde aufzeichnete, musste salopp gesagt nur 10 Sekunden lang funktionieren, an einem Wettkampfort. Welchen Wert erzeugt die HBL? Ich meine, Aufwand und Nutzen müssen im Verhältnis zueinander stehen. Und deshalb können wir nicht erwarten, dass in den Hallen Echtzeitsysteme verbaut werden, die auf die Tausendstelsekunde genaue Aufnahmen liefern.

    Ein Wort noch zu Smartphone-Aufnahmen: Diese sind in der Regel gänzlich ungeeignet für derartige Diskussionen. Die meisten modernen Geräte nutzen VBR (variable Bildrate) als Aufnahmemodus. Mit fortlaufender Aufnahmedauer kann das zu massiver Asynchronität zwischen Bild und Ton führen, mit dem Effekt, dass das Bild dem Ton hinterherhängt. Wenn das Video dann mit einem Programm bearbeitet wird, das dieses Phänomen nicht ausgleichen kann, können auch die Konverter von YouTube & Co. nichts mehr retten.

    Auch an dich die Frage: Welche Ungenauigkeit akzeptierst du? Selbst bei "perfekter" Synchronität von Bild und Spielzeit bleibt mindestens ein halber Meter Unsicherheit bei der Ortsbestimmung des Balls. Wie gehst du damit um?

    Rheiner Warum beziehst du nicht mal hierzu Stellung?

    Die Fakten dazu, was der Videobeweis überhaupt nur liefern könnte, liegen auf dem Tisch. Du willst den über alle Zweifel erhabenen Schwarz-Weiß-Entscheid. Also musst du auch Stellung dazu beziehen, wie der erreicht werden kann. Wo darf die Technik die Grenze ziehen, welche Ungenauigkeit würdest du akzeptieren, ohne gleich wieder eine Verschwörung zu wittern?

    Wie erfolgt denn die Synchronisation der Spielzeit im Videobeweis? Gibt es dazu eine Dokumentation?

    Ich konnte weder bei HBL noch bei EHF Details finden. Lediglich, dass die Daten über ein "Scoreboard Connect"-Modul von der Zeitmessanlage abegriffen und zum VAR-Platz gesendet werden: https://www.daikin-hbl.de/downloads/HBL/…nzligen-(1).pdf

    Wirkliche technische Details, wie Echtzeit und Synchronität sichergestellt werden, findet man nicht. Auch sind nirgendwo entsprechende Anforderungen formuliert. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man sich schlichtweg nicht mir derartigen Details befasst hat. Beim Sport würde niemand auf die Idee kommen, dass Zeitmessanlagen einen gültigen Kalibrierschein haben müssen und bestimmte Genauigkeitsanforderungen erfüllen. Die Devise lautet doch: Hauptsache, da läuft eine Uhr.

    Mittels der von der EHF eingesetzten Goal Light Technology ließe sich die Synchronisation relativ einfach umsetzen, indem zu einem programmierten Zeitpunkt das LED-Lichtsignal eingeschaltet wird und anschließend Frame-genau die an den Video-Operator übertragene Spielzeit mit den Videobildern der aufleuchtenden LED abgeglichen wird. Daraus ergibt sich ein zeitlicher Offset, der zum Beispiel durch Übertragungswege, Latenzen in der Signalverarbeitung u.ä. resultiert und für das technsiche Setuo an dem Spieltag als fix angesehen werden kann.

    Die von dir vorgeschlagene Justierung beruht aber auf dem Glauben, dass es bei der LED-Technologie keinen zeitlichen Versatz zwischen der offiziellen Spielzeit und dem Lichtsignal gibt. Wie stellst du das sicher? Ich konnte zur "Goal-light technology" der EHF keine technische Beschreibung finden, aus der sich Latenzen ableiten ließen. Wenn das System kabelgebunden durch die Spielzeit getriggert wird, können je nach verwendeter Schnittstelle schon Übertragungszeiten bis in den zweistelligen Millisekundenbereich auftreten. Über kabellose Kommunikation reden wir da lieber erst gar nicht.

    dann ergäbe sich daraus, dass 40 Millisekunden zwischen zwei Bildern liegen.

    In 40 Millisekunden legt der Ball gut und gerne über einen Meter zurück (bei 100 km/h wären es 1,11 m). Selbst bei 50P-Auflösung wären es immer noch 55 cm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass angesichts der hier geführten Diskussionen nicht doch wieder Zweifel aufkommen würden, bei einer so großen Ungenauigkeit.

    Da wir sicherstellen wollen, dass der Ball die Linie rechtzeitig vollständig überquert hat, sollte die örtliche und damit auch die zeitliche Auflösung also eine Genauigkeit von 1 cm haben. Damit lässt man 5 % Fehler zu, das wäre eine typische Größenordnung bei Messsystemen. Das entspricht aber 0,4 Millisekunden bzw. 2,5 kHz. Die EHF schreibt zwar, bei der Torlinientechnologie Highspeed-Kameras einzusetzen. Zu den technischen Details war dann aber nichts zu finden. Insgesamt schweigen sich die öffentlich auffindbaren Dokumente über technische Anforderungen hinsichtlich dessen, wie man Echtzeit umsetzen sollte, aus. Will man unterhalb der Wahrnehmungsgrenze bleiben, wäre man im Bereich von 5 Millisekunden unterwegs. Den Ball würde man dann auf 14 cm genau orten können. Mit den typischen RS-485 Schnittstellen und Standard-Betriebssystem auf PC-Architektur kannst du das aber vergessen.

    Doch, das war eine Schwarz-Weiß-Entscheidung

    Nein. Denn wir bewegen uns hier im absoluten Grenzbereich dessen, was zeitliche und örtliche Auflösbarkeit des Ereignisses mit den zur Verfügung stehenden Mitteln angeht. Auch an dich die Frage: Welche Ungenauigkeit akzeptierst du? Selbst bei "perfekter" Synchronität von Bild und Spielzeit bleibt mindestens ein halber Meter Unsicherheit bei der Ortsbestimmung des Balls. Wie gehst du damit um?

    Danke.

    Mehrfach diese Saison passte der Audio-visuelle Eindruck nicht zu den im Rahmen des Videobeweises dargestellten Zeiteinblendungen im Bild. Hier muss eine valide technische Überprüfung her, denn aktuell macht es den Eindruck, dass der Videobeweis für die Beurteilung der Spielzeit nicht nur unbrauchbar, sondern tatsächlich falsch ist.

    Eine transparente, öffentliche Aufarbeitung seitens der HBL (als Verantwortlichen für die technische Umsetzung des Videobeweises) wird es wohl nicht geben.

    Ab wann ist synchron für dich wirklich synchron? Also wie viele Zehntel-/Hundertstel- oder Tausendstelsekunden Unterschied zwischen Bild und Spielzeit würdest du dem System zugestehen?

    Disese Versuche, ein klar irreguläres Tor im Nachhinein als korrekt hinzudrehen, empfinde ich als peinlich.

    Ich wiederhole mich gern: Mit jedem weiteren Post, den du zu diesem Thema absetzt, machst du dich immer lächerlicher.

    Und statt entkräftende Argumente zu akzeptieren, spinnst du dir weitere Stories (à la Flensburg tut gut daran, zu schweigen) zusammen. Meinst du wirklich, die HBL würde gezielt Flensburg beim Spiel gegen die Füchse eins auswischen? Entschuldigung, das hat Züge von Verfolgungswahn. Das ist möglicherweise das entscheidende Spiel für beide Mannschaften. Niemand bei der HBL kann ein Interesse daran haben, dass da auch nur ein Fünkchen Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung des Spiels aufkommt. Das würde medial ausgeschlachtet werden.

    Ich möchte hier ein Szenario zur Diskussion stellen, da ja viele meinen, die Hupe wäre ertönt, bevor der Ball im Netz war.

    Angenommen, die Hupe kommt schon nach 55 Minuten. Was dann? Spiel beenden und das war's? Die Handballregeln sagen:

    Zitat

    Die Spielzeit beginnt mit dem Anpfiff des Anwurfs durch einen Schiedsrichter und endet mit dem automatischen Schlusssignal der öffentlichen Zeitmessanlage oder dem Schlusssignal des Zeitnehmers. Ertönt kein derartiges Signal, pfeift der Schiedsrichter, der Zeitnehmer oder der Delegierte, um anzuzeigen, dass die Spielzeit abgelaufen ist (17:9).

    Demnach wäre nach 55 Minuten Feierabend. Praktisch passiert das aber nicht, da der Zeitnehmer oder Schiedsrichter einschreitet und das Spiel wird weitergeführt. Auch wenn der Zeitnehmer ein bisschen schläft und ein Timeout verpasst, wird die Zeit im Anschluss korrigiert. Steht das so in den Handballregeln?

    Ab wann würde man stutzig werden, wenn das Schlusssignal nicht erst bei 60:00 ertönt? Wer hat wirklich eine so genaue innere Uhr, dass er mitbekommt, wenn es ein oder zwei Zehntel zu früh hupt? Und ab wann wäre die Hupe wirklich falsch und man würde korrigieren?

    Und wie verhält es sich eigentlich, wenn keine automatische Uhr vorhanden ist? Dann wären ja Schiedsrichter/Zeitnehmer mit ihren Stoppuhren gefordert. Wie groß ist da die typische Verzögerung zwischen Zeit erreicht und realem Abpfiff? Und wer käme auf die Idee, sich da zu beschweren, wenn der Schiedsrichter eine Sekunde eher oder später stoppt?

    Für mich entscheidend in den Regeln ist die Aussage: Das Spiel dauert 2x 30 Minuten. Und damit sollte auch die Uhr maßgeblich für eine Entscheidung sein und nicht die Hupe.

    In den Die VAR-Regeln ist ebenfalls von "Spielzeit (vom Heimverein) " die Rede, was impliziert, dass die Zeit das relevante Kriterium für alle VAR-Eventualitäten darstellt.

    Und hat man dann eine Möglichkeit auf Klage, oder ist diese Ansicht des Videobeweises (Akkustikbeweises) als Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar?

    Dir steht es frei, den Klageweg zu bestreiten.

    Da es von der SG bisher offenbar null Aussagen in diese Richtung gibt, nehme ich an, dass sie akzeptiert haben, dass das Tor regulär erzielt wurde.

    Ich habe mir das Video jetzt mehrfach auf 0,25x Geschwindigkeit angeschaut. Der Ball verlässt die Hand genau in dem Moment, wo die Sirene ertönt. Die Dyn Uhr steht da zwar noch auf 59:59, aber das spielt keine Rolle, da sie nicht mit der Hallenuhr gekoppelt ist. Was eine Rolle spielt, ist, ob Bild und Ton synchron sind. Ich glaube eigentlich, dass ich eine gute Wahrnehmung dafür habe. Man bekommt es ja mit was Timing bei Schiri Pfiffen angeht, Reaktionen der Spieler darauf, Reaktionen des Publikums. Da gab es keinerlei Anhaltspunkt, dass Bild und Ton nicht synchron sind. Schon gar nicht die 0,3 Sekunden, die es ca braucht, damit der Ball rechtzeitig im Tor war. Das würde man eindeutig merken. Das war kein Tor. Flensburg sollte klagen.

    Wer sagt, dass die Uhr nicht mit der Hallenuhr gekoppelt ist? Das Gegenteil sollte der Fall sein. Die technischen Anforderungen der HBL geben nämlich genau das vor. Über das System "Scoreboard Connect" bekommt Dyn die Daten direkt vom Kampfgericht. Hinterfragen könnte man allenfalls, ob beide Anzeigen auf die 1/1000-Sekunde synchronisiert sind. Dieselbe Frage darf man übrigens auch hinsichtlich der eingesetzten Kameras und Mikrofone stellen.

    Bei angenommenen 100 km/h sind es weniger als 0,2 s, die der Ball vom Verlassen der Hand bis ins Tor braucht. Und wie ich bereits ausführlich schrieb, befinden wir uns da in einem Zeitbereich, den der Mensch nicht mehr sauber zeitlich auflösen kann.

    Entsprechend einiger Vorortberichte wurde das Tor per VAR geprüft. Das ist ja eines der einfachsten Szenarien für den Videobeweis, wenn die Kamerabilder passen. Wer weiter darauf pocht, dass das Tor nicht innerhalb der Spielzeit erzielt wurde, unterstellt damit quasi Betrug, da ein Irrtum durch die Schiedsrichter praktisch ausgeschlossen ist. Und das ist dann schon harter Tobak.

    Interessanterweise scheint es von SG-Seite aus keine Zweifel am Tor zu geben. Oder nehme ich den Aufschrei einfach nur nicht wahr? Bisher sind es doch einfach nur die enttäuschten Fans, die das nicht wahrhaben wollen.

    Nagelsmann der hatte bisher keinen Erfolg.

    Naja, das sollte man schon in Relation zur Anzahl der gespielten Turniere sehen. Gislason hat zu Beginn der Karriere als Nationaltrainer auch nicht überzeugt. Er brauchte sechs Turniere bis zur ersten Medaille. Nagelsmann hat erst zwei (mit der Nations-League) in der Bilanz.

    Ob die Schiedsrichter im Handball das Problem sind? Da möchte ich doch ein großes Fragezeichen dran setzen. Es ist eher die Anspruchshaltung von außen, gepaart mit sehr schnellem Spiel und "verbesserten" technischen Kontrollmöglichkeiten.

    Dazu kommen Kommentatoren, die jedem Marktschreier den Rang ablaufen könnten. Dieser teils schon krankhafte Zwang, Situationen bewerten zu wollen, bevor es überhaupt eine Wiederholung der Szene oder eine bessere Darstellung gab, ist Gift für den Sport. Gepaart mit mangelnder Regelkenntnis ergibt das ein Niveau, das man genauso gut auf der Tribüne erleben kann, wo die Fans nach dem fünften Bier sowieso alles ganz anders sehen. Dabei geht völlig verloren, dass auch Schiedsrichter nur Menschen sind.

    Oh Rheiner, du machst dich hier so lächerlich. Du forderst dein Leben lang die korrekte Anwendung des Videobeweises. Und weil dir das Ergebnis ganz offensichtlich nicht in den Kram passt, wetterst du hier wie ein kleines Kind gegen das letzte Tor. Die Schiedsrichter haben den Videobeweis bemüht, selbst die Kommentatoren haben irgendwann eingestehen müssen, dass da noch 2 oder 3 Zehntelsekunden Spielzeit übrig waren, als der Ball im Tor war.

    Willst du jetzt vollends zum Verschwörungstheoretiker mutieren?

    Mal ein paar Fakten: Wenn der Ball mit 100 km/h geworfen wurde, braucht er für 10 cm gerade einmal 3,6 tausendstel Sekunden. Der Mensch braucht mind. 10x so lange, um optische und visuelle Reize überhaupt wahrzunehmen. Bewegte Bilder sind dabei schwieriger zu verarbeiten als statische Szenen. Zudem muss das Gehirn die Informationen von Auge und Ohr selbst synchronisieren. Das ist individuell verschieden und keineswegs konstant. Vielmehr "justiert" das Gehirn diese Synchronisation aufgrund von Eindrücken, die man sammelt, permanent nach. Die Spanne, die Bild und Ton voneinander abweichen können, vom Gehirn trotzdem aber noch als gleichzeitig wahrgenommen werden, liegt bei bis zu 100 tausendstel Sekunden. Wer jedoch aktiv Asynchronität sehen will, kann durch diesen Wunsch bis zu einem gewissen Grad seine Wahrnehmung verfälschen. Das Gehirn ist nicht gegen solche Manipulationen geschützt.

    Das, was gestern passiert ist, ist ohne technische Hilfe überhaupt nicht mehr auflösbar. Selbst Vorort-Berichte sind durch die eigene Erwartungshaltung und den emotionalen Zustand beeinflusst. Und mir kann keiner erzählen, dass man bei so einem Spiel komplett emotionslos dasitzt oder steht.

    Die VAR-Spielzeit ist direkt an die Hallenuhr gekoppelt. Auch Dyn greift diese Spielzeit ab. Wenn man jetzt anfängt zu diskutieren, ob alle Systeme auf die tausendstel Sekunde perfekt synchronisiert sind, dann sollte man auch über die Verzögerungen diskutieren, die eintreten, wenn ein Schiedsrichter oder der TTO-Button ein Timeout geben. Denn auch hier kommt es zu deutlichen Verzögerungen zwischen Aktion und Reaktion des Zeitnehmers. Da sind Verzögerungen von 0,5 bis 1 Sekunde realistisch. Das ist einfach Teil des Spiels.

    Die SG hätte einen Punkt mitnehmen können und das hatte sie in der letzten Spielminute selbst in der Hand. Wer aber so dilettantisch zweimal den Ball verliert, hat dann einfach Pech gehabt. Auch der SCM hat das in entscheidenden Spielen in der Vergangenheit schon mehrfach geschafft.

    Was die Schiedsrichter angeht: Da würde mich interessieren, ob man genauso vernichtend geurteilt hätte, wenn man nicht die Dauerbeschallung vom SG-Fanboy Götz gehabt hätte. Der hat ja keine Gelegenheit ausgelassen, zu erklären, was man zu sehen hat. Dieser Manipulation muss man sich auch erstmal entziehen können, wenn man eh' schon kein Fan des SCM ist. Peinlich auch, den Co-Kommentator permanent die eigene Meinung aufzudrücken.

    Bis auf Dänemark unterliegt doch jede Nationalmannschaft erhebliche Leistungsschwankungen. Jede Mannschaft hat andere Stärken und unsere liegen eben in der Abwehr im Zusammenspiel mit Torwart.

    Aktuell mag das so sein. Aber viele Nationen hatten ihre goldenen Generationen.

    Und wenn ich die Halbfinalteilnahmen der letzten 10 Jahre sehe (=14 Turniere), dann sind Dänemark (11) und Frankreich (10) fast gleichauf. Danach kommt Spanien mit 8. Deutschland hat das nur 6x geschafft und ist damit auf dem Niveau von Schweden und Kroatien (je 5). Dänemark sticht lediglich hervor, wenn man sich auf den Titel beschränkt. Da haben sie 7, was einer Quote von 64 % bezogen auf die Halbfinalteilnahmen entspricht. Ist man genügsamer, gibt sich also mit Platz 1-3 zufrieden, bleibt Dänemark immer noch an der Spitze (10x), Frankreich und Spanien liegen mit 8x aber nicht so weit weg.

    Natürlich kann man jetzt noch schauen, wie knapp oder deutlich die Spiele gegeneinander ausfielen. Aber über 14 Turniere hinweg sollte sich im Mittel schon ein klares Bild ergeben. Dänemark ist die Mannschaft der Stunde, aber "erhebliche Leistungsschwankungen" bei allen anderen würde ich allenfalls als Momentaufnahme bezeichnen.

    Du verfällst wieder in Wunschdenken. Ein Nationaltrainer muss sich der Realität im Hier und Jetzt stellen und kann nicht ein Konzept spielen lassen, für das die Spieler (noch) nicht reif sind.

    Fordern kann man viel. Nur was willst du als Nationaltrainer machen, wenn es die Spieler von ihren Heimvereinen aus nicht mitbringen? Wiegert hat sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Zeit, die Spieler zu formen. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass er sich Spieler zusammengesucht hat, die seine Philosophie in Perfektion umsetzen können. Der SCM-Kader hat jedoch genug prominente Beispiele, wo Wiegert offensichtlich der Meinung ist, dass sie das nicht hinbekommen. So trivial, wie es hier rüberkommt, ist dieses "Fördern" dann also doch nicht.
    Und Dänemark ist eine ganz andere Hausnummer. Da herrscht ja weitgehend Einigkeit hier im Forum, dass dort bereits im Kinderbereich deutlich mehr in die spielerische Entwicklung investiert wird. Und auch beim Handball gilt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Ich bin übrigens der Meinung, dass Köster nicht in die Kategorie "kann es" fällt. Jedenfalls nicht auf dem Niveau, wie man es in der Weltklasse bräuchte. Dazu ist er einfach zu groß. Die Statistik zeigt ziemlich klar, dass die besten 1-gegen-1 Spieler allesamt kleiner als 2 m sind.

    Meine Spielidee besteht ganz elementar darin, dass man im Angriff weniger auf Distanzwürfe und Kreisanspiele zu setzen. Mehr 1:1 mit Folgehandlung. Wenn man statistisch mal auswerten würde, dann ist das Spie unserer Nationalmannschaft insbesondere in den Spielen gegen Dänemark geprägt von Distanzwürfen und Zweiergruppe Rückraum-Kreis. Ich würde, ähnlich wie es Saugstrup in Magdeburg macht, mehr auf Sperren und Durchbruchhilfen setzen. Das, was unsere Nationalmannschaft spielt, ist das was Dänemark haben möchte.

    Und haben wir dazu auch die passenden Spieler?

    Heiner Brand ist meiner Meinung nach letztendlich genau daran gescheitert, dass er stur an seinem Spielkonzept festgehalten hat, irgendwann dafür aber nicht mehr die passenden Spieler hatte. Auch Prokop scheiterte daran, dass er das Konzept an erste Stelle stellte und deshalb auf Spieler zurückgriff, die der Rest Handballdeutschlands eher nicht aufgestellt hätte.
    Und wir reden hier halt nicht von einer Vereinsmannschaft, die sich weltweit genau die Spieler zusammensuchen kann, die perfekt ins Spielkonzept des Trainers passen. Wir brauchen ein Konzept, welches die Stärken der zur Verfügung stehenden Spieler fördert. Und dazu ist ja auf den letzten Seiten ausführlich geschrieben worden. Wir haben Spieler für die erste Welle, wir haben Rückraumshooter, wir haben einen, der die Bälle verteilen kann. 1-gegen-1 Spieler wie die Rückraumreihe des SCM oder einen Gidsel, der Lücken sieht, die kein anderer sieht, haben wir nicht. Unter größtem Druck noch die richtige Entscheidung zum Abspiel zu treffen - das braucht blindes Verständnis und Nerven aus Stahl. Das sehe ich bei den Spielern nicht.

    Sarah Engels hat eigentlich eine tolle Stimme. Aber der Song war nur mäßiger Durchschnitt und leider hat der Sound überhaupt nicht gestimmt. Da wundert die Platzierung auch nicht.

    Auch abseits des ESC scheint ihre tolle Stimme nicht für musikalischen Erfolg zu reichen. Ich hatte mir im Vorfeld mal ihre Chartplatzierungen angeschaut und das war dann schon recht ernüchternd. Nach DSDS, und das ist 15 Jahre her, kam da nichts mehr, was erwähnenswert ist.

    Das Understatement auf den letzten Seiten gefällt mir. Meist läuft es dann gut für den SCM.

    Wenn aber, wie hier propagiert wird, kleinste Details ausreichen, dann wissen wir doch sowieso erst kurz vor dem Spiel, wie die Ausgangslage wirklich ist.