Das ist ja nun mal ne recht eindimensionale Sicht der Dinge. Es gibt in den meisten Bezirken halte nur 1 (wenn überhaupt) bis 3 Vereine, die in der Lage sind bzw. den Anspruch haben leistungsorientiert Handball anzubieten und dann ab der C Jugend auf dreimal Training zu gehen evt. auch mehr. Was ist die Alternative? Sollen die Talente bis zum Alter von 12 Jahren mit bei 2 mal Training sich an ihren zweistelligen Torerfolgen ergötzen? Zumal i.d.R auch nur die Leistungsvereine überhaupt Trainer haben die einen Plan haben. Welcher Wald- und Wiesenverein hat denn überhaupt Trainer mit nem C-Schein?
Ich wiederhole mich vielleicht: Was nützt dir das beste Training der Welt, wenn du in der kompletten Saison keine ernstzunehmenden Gegner hast, weil sich alle Talente genau in dieser einen Mannschaft tummeln? Ich sehe seit Jahren live in der Halle, wie überheblich genau diese Mannschaften agieren und wie die anderen resignieren, weil sie absolut chancenlos sind und in jedem Spiel gegen diese "Auswahlmannschaften" haushohe Niederlagen kassieren. Weißt du, wie schwer es ist, die eigenen Spieler/Spielerinnen überhaupt noch zu solchen Spielen zu motivieren? Irgendwann kommen dann auch die Eltern und stellen diese sinnlosen Spiele infrage. Und dann wird es richtig böse. Denn Spielausfälle duldet der Verband nicht. Teilweise werden übrigens schon zwei Mannschaften pro Altersklasse auf diese Art durch einen Verein gefüllt. Die machen dann unter sich die ersten beiden Plätze aus und die anderen Vereine behalten nur die Spieler, die durch die Halle stolpern.
Die Spieler brauchen Herausforderungen, um sich entwickeln zu können. Und die bekommen sie nur im Spiel gegen echte Gegner und nicht gegen Opfer. Kein Training der Welt kann den Wettkampf ersetzen.
Die Qualität eines Trainings am Vorhandensein eines C-Scheins auszumachen, halte ich für äußerst blauäugig bzw. überheblich. Ich kenne zahlreiche Übungsleiter, die Basislehrgänge besucht haben. Da sitzt du auch 45 Stunden auf der Schulbank. Bei uns im Verein (reiner Freizeitsport) ist das mittlerweile sogar Voraussetzung, um Aufwandsentschädigungen zu bekommen. Und was die meisten Übungsleiter im Hobbybereich zu bieten haben, ist Praxis- und Lebenserfahrung. Die sind mir hundertmal lieber als Theoretiker mit Lizenz, die selbst nie auf der Platte gestanden haben. So einen Spezi hatten wir als Bezirksauswahltrainer, der war ganz schnell wieder abgesägt worden.