ÄRGER UM POLDI
Meier geht auf den HSV los
Köln – Das Jahr ist noch so jung, doch schon ist der erste Krach da. Zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV fliegen die Giftpfeile – wegen Lukas Podolski.
Schon kurz nachdem das HSV-Werben um den Nationalstürmer publik wurde, hatte FC-Manager Michael Meier das Verhalten der Norddeutschen im EXPRESS als „grenzwertig“ bezeichnet.
Am Montag legte er nach. „Das ist schon eine einmalige Aktion der Hamburger. Dass sie mit Lukas Podolski bereits die Personalplanung durchsprechen, ist nicht nur eine Frage des Stils sondern auch ein klares Vergehen gegen die Statuten.“
Gemäß der Richtlinien hätte der FC schriftlich vom HSV über das Interesse informiert werden müssen. Sechs Monate vor Ende des Vertrags wäre dann der erste Kontakt mit dem Spieler erlaubt gewesen, also ab dem 1. Januar.
Doch schon weit vor dem Ende der Hinrunde traf sich HSV-Trainer Thomas Doll mit Prinz Poldi. „Darüber war der FC informiert, in Person von Andreas Rettig“, sagt Hamburgs Sportchef Dietmar Beiersdorfer. „Dann sollten die in Köln mal ’ne vernünftige Übergabe untereinander machen.“
Diesen Vorwurf kontert jedoch der inzwischen zurückgetretene Rettig. „Hamburg hat das Interesse nicht schriftlich mitgeteilt. Ich habe eher zufällig gehört, dass sich der HSV mit dem Spieler Podolski beschäftigt.“
Als Rettig damals nach dem Trommelstockwurf in der Hamburger Kabine war, um sich beim getroffenen Spieler Björn Laas zu entschuldigen, habe Beiersdorfer im Kabinengang beiläufig über die Personalie Podolski gesprochen. „Das war eher Zufall, aber keine bewusste Information.“
Deshalb überlegen die Kölner Verantwortlichen nun, ob sie sich bei der Deutschen Fußball Liga über das Vorgehen beschweren. Bayern München und Werder Bremen, die ebenfalls mit dem 20-Jährigen sprachen, wurden von Meier übrigens nicht angegriffen. „Von denen habe ich keine so offensiven Töne gehört“, sagt der Manager.