Final Four ohne die SG: Klare 20:29-Pokalniederlage gegen Göppingen in Runde drei
Das Pokalfinale in der Hamburger Color-Line-Arena findet ohne die SG statt. Erstligist Frisch Auf Göppingen bereitete den Kirchhoff-Schützlingen in der 3. Runde des DHB-Pokal vor der spärlichen Kulisse von nicht einmal 600 Zuschauern das vorzeitige Aus und zieht damit in die Runde der letzten 16 Mannschaften ein.
2 x 3 = sechs
Drei Würfe aus der Kategorie verschärfter Aluminium-Test (2 x Mraz, 1x Hammes) und drei vergebene "Glasklare" (2 x Hinze, 1 x Schumacher): Der Sechs-Tore-Rückstand der Hausherren zum Seitenwechsel ist auf eine vergleichsweise einfache Rechnung zu bringen. Denn die Gäste aus Schwaben entpuppten sich in puncto Chancenauswertung erstligareif, reduzierten ihre Fehlerquote auf ein Minimum und straften nahezu jeden SG-Fehltritt postwendend mit einem Gegentreffer. Dabei hatte Gästecoach Velimir Petkovic mit Volker Michel (Rückraumrechts) und Kreisläufer Andrius Stelmokas gleich zwei Stammkräfte verletzungsbedingt in der Heimat gelassen und gerade mal acht Feldspieler aufgeboten. Spielmacher Michael Kraus schied mit einer Knöchelverletzung bereits in der 22. Minute noch zusätzlich aus.
Doch im SG-Lager standen die Voraussetzungen für einen eventuellen Pokal-Coup ähnlich ungünstig. Zur Hiobsbotschaft, das Sandro Borschka aufgrund seines entzündeten Knöchel nun doch mindestens vier Wochen pausieren muss, gesellte sich ein dickes Fragezeichen hinter den Einsatz von Alois Mraz hinzu. Der SG-Kapitän hielt aber über die fast gesamte Spieldauer durch und erzielte einmal mehr das Gros der SG.Treffer. Seppl Hinze biss erneut auf die Zähne, Mathias Fuchs hingegen erhielt vom Coach die längst überfällige Schonung für kommende Aufgaben. Sein älterer, kleinerer Bruder Martin aus der Reserve kam so zu seinem Debut im Profiteam und hinterließ bei seinen sporadischen Einsätzen in der Schaltzentrale einen durchaus passablen Eindruck.
Starke Phase nach dem Pausentee
Doch zurück zum Spielgeschehen. Ihre stärkste Phase erwischte die SG direkt nach dem Seitenwechsel. Keeper Gerrie Eylers, neben Mraz stärkster SG-Akteur, vernagelte zwischen Minute 37 und 43 sein Gehäuse. Und Carsten Lange, Mraz, Fuchs und Tim Zulauf konnten mit einen Viererpack auf 16:20-Tore verkürzen. Wie ernst es den Gästen jedoch mit einem Weiterkommen im Wettbewerb war, deutete Coach Petkovic mit einer sofort beantragten Auszeit an. Göppingens bis dahin blasser Brasilianer Bruno Souza und in der Schlussphase der pfeilschnelle Jungnationalspieler Dragos Oprea rückten die Verhältnisse dann jedoch schnell wieder zurecht. In der 50. Minute war der alte Sechs-Tore-Vorsprung wiederhergestellt (18:24), im folgenden offenen Schlagabtausch zog die zumindest kämpferisch bis zum Ende überzeugende Heim-Sieben dann endgültig den Kürzeren.
"Wenn man bedenkt, wie wir heute improvisieren mussten", räumte Kirchhoff nach dem Spiel ein, "war es die zu erwartende Niederlage. Jetzt haben wir drei Tage Zeit zum Regenerieren und ich hoffe Mathias Fuchs hat die Schonung im Hinblick auf das Spiel am Samstag gut getan." Also: Blick nach vorne. Vielleicht gibt es ja zum Ende der zweiten englischen Woche in Folge auch wieder ein Erfolgserlebnis. Auch wenn dann kein geringerer Prüfstein als Tabellenführer Stralsunder HV in der Klingenhalle gastiert.
Die Statistik:
SG Solingen – Frisch Auf Göppingen 20:29 (10:16)
SG Solingen: Leclaire (n.e.), Eylers; Mathias Fuchs (n.e.), van Walsem, Schumacher, Hinze (2), Martin Fuchs (1), Lange (1), Deppisch (3), Hammes, Düllberg (3), Mraz (9/4), Zulauf (1).
Frisch Auf Göppingen: Galia, Shejbal (bei einem 7m); Kraus (2), Oprea (6), Struck (5), Souza (4), Amargant (2), Garcia (4), Walther(5), Knezevic (1).
Schiedsrichter: Dang / Zacharias (Mainz).
Zuschauer: 650.
Siebenmeter: 5:4 – 1:0 (Mraz trifft den Pfosten (53.) – Oprea (12.) scheitert an Eylers).
Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Zulauf – Garcia / zweimal, Knesevic).