Grundsätzlich ist eine Debatte um die Bildung junger Leute immer richtig und wichtig, gerade mit Blick auf den globalen Wettbewerb und auch die immer noch unbefriedigenden Ergebnisse der PISA-Studie.
Ich habe 1991 Abitur gemacht und mich dann für eine Banklehre und damit gegen ein Studium entschieden. Habe es auch niemals bereut. Von meinen Mit-Abiturienten haben viele den Weg ins Studium gewählt, leider nicht selten mit dem Argument, im Moment noch nicht zu wissen, was man will und es einfach mal ein wenig zu versuchen. Ich denke, ich habe nicht wenige Studenten erlebt, die ewig ein Studium halbherzig betrieben haben, ohne wirklichen Drive, den Abschluss auch zeitig hinzubekommen. Und diese Studenten haben unter anderem auch die vielfach kritisierten Studiengebühren mit zu verantworten, weil sie das damalige System mit ihrem Schmarotzertum geschädigt haben.
Das ist ein Grund, warum ich zumindest Studiengebühren ab einem gewissen Semester für unabdingbar halte.
Zum Thema Schule: Ich finde ein Abitur nach 12 Schuljahren ambitioniert. Ich hatte in meinen 13 Schuljahren (okay, es waren tatsächlich 14
) nie das Gefühl, irgendeinen Leerlauf zu haben, im Gegenteil. Das Tempo war durchaus ansprechend.
Ansonsten mangelt es mir aktuell an wirklich konstruktiven Verbesserungsvorschlägen. Ein Streik ist schön und gut, obwohl illegal, da Schüler kein Streikrecht haben. Aber auch hier habe ich den Eindruck, dass nicht wenige Streikende mit dem Hauptmotiv "ein Tag Blaumachen ohne Konsequenzen" mitmarschieren.
Liebe Schüler, liebe Studenten: Macht gute Verbesserungs-Vorschläge, möglichst konkret. Aber kritisiert nicht einen Status-Quo, der aus verschiedenen Gründen sich aktuell so darstellt, wie er nun mal ist.